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FORUM
VonNachricht
Bizarro

Do, Aug 08, 2002
08:30:24
Betreff: Pissen beim Sex

Nachricht:
Gibt es eigentlich wirklich Frauen, die es wahnsinnig geil finden, beim Sex zu pissen und gar nicht aufhören wollen damit, während sie eine Zunge in sich spüren. Das ist doch wirklich sehr
ausgefallen und speziell!! Ich habe immer in Hamburg nach solchen Sensationen gesucht, aber
die zieren sich alle. Wer hat Erfahrung?
Gruß
Biz


saft

Mo, Jun 05, 2006
12:30:42
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
das ist das geilste. und eigentlich sollte das bei den frauen auch standard sein. aber die meisten frauen mögen das und machen das weil es ihnen gefällt. schön ficken und dabei gut pissen gehört einfach dazu.


berni

Di, Jun 06, 2006
03:43:03
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
stimmt finde ich auch.ist schon ne geile sachen.


michel

Di, Jun 06, 2006
15:57:47
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
finde ich auch gut. aber darüber reden tun die meinsten nur wenn sie betrunken sind. bin ich ja meistens auch. ist ein geiles gefühl. wie ist das bei euch. ficken, pissen, wenn ihr betrunken seid.?


heide

Di, Jun 06, 2006
16:43:55
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
wenn ich betrunken bin macht es mir auch viel mehr spaß.
gruss heide.


hallo

Mi, Jun 07, 2006
03:58:39
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
geht uns genau so.wir saufen auch immer bevor wir ficken gehen.


rad

So, Jun 11, 2006
07:23:47
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
wir auch. erst fülle ich meine alte ab und dann wenn sie nicht mehr kann wird sie richtig ab gefickt von mir. zum schluss wenn sie am pennen ist stelle ich mich über sie und piss sie voll zu. dann lass ich sie schlafen und geh eine etage runter zu ihrer freundin. da ficke ich dann weiter. frauen mögen wenn männer so sind. alle frauen finden mich geil.


The real Dude

Do, Jun 15, 2006
17:03:28
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
Welche schwanzgeile Sie hat Lust, sich von mir (175cm, 85kg, kurze Haare, normal gebaut, aber sehr potent) richtig den Mund ficken zu lassen?
Wenn Du willst, darfst Du schlucken, ansonsten wichs´ ich Dir ins Gesicht oder über die Titten....

Suche auch eine richtige Analsau, die auf FF steht. Ich will dich mit meinen Fingern verwöhnen und stopfen!

Also melde Dich, aber bitte nur, wenn Du aus dem Raum 8 kommt oder wir uns in diesem Bereich treffen können... bis dann!


Heiner

So, Jun 18, 2006
16:29:17
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
so eine geile votze suche ich auch schon seit langem. ich denke hier auf diesen seiten gibt es genug frauen die so was mit machen. suche auch ne gute analsau. ich will nicht reden sondern nur arschficken. dann könnt ihr wieder gehen. komme aus dem raum 2. !


xy

Mo, Jun 19, 2006
13:11:18
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
Hallo Freunds,
ich gehe oft in Video-Kabinen, hole mir einen runter, und fände es geil, wenn vor mir ein paar Typen ihr Sperma dort in einem Behälter deponieren würden. Damit würde ich mich dann vergnügen. Wo gibt es solches?
Micha


lol

Mi, Jun 21, 2006
03:31:53
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
doppel lol, OMG.


Na und?

Mi, Jun 21, 2006
12:18:19
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
mien gott, quatsch nicht lange rum, sondern schieb ihr einfach deinen dödel rein!

wenn ich auf der frau liege, krabbel ich einfach etwas höher und halte ihr meinen schwanz ins gesicht, da bleibt ihr nichts anderes übrig als zu blasen ! wenn sie dann zugange ist, bearbeite ich ihr klit mit meinen fingern, dadurch wird sie so geil, dass sie alles schluckt!

probiers mal aus - viel spass damit!


Na und?

Do, Jun 22, 2006
12:51:02
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
ja komm schluck du geile sau.


Jürgen

So, Jun 25, 2006
13:21:39
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
Suche willige Stute.


peep62

Mo, Jun 26, 2006
11:23:23
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
Hallöchen,

ich, m 62 Jahre, normal gebaut suche eine Frau, welche mir gegen Taschengeld einen bläst.

Treffmöglichkeiten in Bonn, Erfurt, München und Nürnberg im Hotel möglich.

Bin Absolut diskret.

Gruß

peep62


Frankie

Mi, Jun 28, 2006
14:14:17
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
Hallo Mädels/Ladies...

Wie steht's mit Gesichtsbesamungen? Hm?
Also meine Damen,wer gerne proteinhaltige Sahne im Gesicht,auf der Zunge,oder auf den Klamotten hat und im Raum 3,oder 5 auffindbar ist,
der wirtf einfach eine e-mail bei mir ab.
Bin 56J/180cm/85kg und das andere enttäuscht auch niemand.
Hoppla,ich vergaß...ich bin am 1.07.06 aus dem Urlaub zurück,also lasst Euch Zeit.

Sandige Grüße----Frankie


Gerhals

Do, Jul 06, 2006
09:11:42
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
bin auch voll die sau.wer schickt mir seine pisse zu.? musst mir nur geld geben dann kaufe ich sie dir ab.wer hat lust auf dieses einmalige angebot.?


Tom

Sa, Jul 08, 2006
10:33:16
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
ich aber ich bin grad am wichsen.ist jemand online? stehe auch auf pisse aber nur von geilen nassen stuten frauen.


ASD

So, Jul 09, 2006
10:46:56
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
Daß Du schon im legalen Alter bist, ist ja wohl klar, oder ;-) 18j-65j.

Du bläst und schluckst, lässt es Dir mit Dildo und Co. besorgen, bietest mir ficken ohne Gummi mit reinspritzen, und kommst für eine geile Nacht oder besser für ein geiles WE zu mir nach NRW ?

Schreib mir mit aussagefähigem Photo, Handy-Nr. und evtl. TG-Wunsch ! Ihr solltet mich auch voll pissen und euch von mir anpissen lassen.Ich pisse gern in euren Kaffee rein und ihr sauft es dann aus während ich daneben stehe wixe und euch dann in den kaffee spritze.Dann habt ihr kaffee mit wixe zum saufen.Ihr sauft es dann während ich wieder wixe.

Ich zahle auch für eine passende Vermittlung !

Nur ECHTE TEENY-GIRLS von 18-65 Jahren.

Raum überall !

Dein ASD


Hedwig

Mo, Jul 10, 2006
02:37:07
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
Hallo Herr ASD,

mein Name ist Hedwig, ich bin 63 Jahre alt, 165 cm groß und wiege 95 kg. Ich habe große hängende Brüste und ein paar Krampfadern, habe mich aber sonst noch gut gehalten und bin allem sexuellen sehr aufgeschlossen. Ich schlucke gerne Sperma, am liebsten von mehreren und lasse mich auch in mein Poloch penetrieren.

Wenn Sie hier Ihre E-Mail Anschrift nennen könnten, würde ich mich gerne mit Ihnen in Verbindung setzen.

Mit freundlichen Grüßen

Hedwig


Boy

Di, Jul 11, 2006
06:56:13
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
Hallo Hedwig,
wie gefällt dir mein Name?
Ich steh auf Kot und lass mir auf der
Herrentoilette ins Maul pissen und kacken.
Natürlich schlucke ich auch Sperma in rauen
Mengen.Ich habe sehr viel Geld.Suche ne geile SIE.


pissfotze

Mi, Jul 12, 2006
12:45:58
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
oh bin ich grad geil am abpissen.ich habe mir einen eimer unter meinen hocker gestellt und pisse grad voll ab.oh ist das geil oh ja ich piss voll ab oh ja geil raus mit dem zeug oh geil am abpissen.


dom

Mo, Jul 17, 2006
15:37:53
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
Biete wieder Ausbildung an. Nur Sklavinnen devot/maso ! Es besteht die Möglichkeit , WE-Termine , 24/7 oder Tagesfreizeiten wahr zu nehmen. Ausbildung von soft bis hart, 3-Loch, Dehnungen, Bondage, Zwangshaltung, Ketten/Zwinger/Kellerhaltung, Demütigung, Erniedrigung, Toys aller Art, Plugs, Strom, Wachs, Branding, Cutting, Piercing, etc. Es sind entsprechende Räumlichkeiten vorhanden. Bewerbungen sind mit Bild und aussagekräftiger Beschreibung zu leisten. Kontaktadresse und Tel.checknr. sind anzugeben. Keine Männer, TV, TS, DWT, Servicenrn./Service/kostenpflichtige Websites,etc. !!! Einhaltung von Tabus, keine Kinder/Tiere/KV und gesonderte Absprachen sind einzuhalten, bei 24/7 vertragliche Abstimmung erwünscht. Gesundheitszeugnis erwünscht.


ASD

Mi, Jul 19, 2006
03:31:27
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
ich könnte dir meine alte an bieten.die bringt es eh nicht mehr und brauch mal wieder ein wenig bestrafung.ich ficke schon immer fremd weil sie sich noch nicht mal mehr in die fresse wichsen und pissen läßt. obwohl die das braucht.


Natursekt

Mi, Jul 19, 2006
11:41:19
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
Bin auf der Suche nach einer Frau die auf Natursektspiele steht.
Möchte sehen wie du deinen Sekt verspritzt. Natürlich kann auch
mehr passieren, OV, GV, AV.Aber du solltest dir ins Maul spritzen lassen und alles wieder auf deine Titten spucken.
Würde auch gerne mal Sex mit einer schwangeren Frau haben.
Ich bin 58 und schlank.
Treffen wären am besten in Berlin oder Brandenburg, bin aber auch mobil.


Sklave

So, Jul 23, 2006
10:24:01
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
Guten Tag Herrin, ich heiße Gerd bin 52 Jahre 168 cm groß habe kurze schwarze Haare und braune Augen. Seit längerer Zeit bin ich nun schon auf der Suche nach einer dominanten Schülerin/Studentin/Frau ab 18 jahren der ich mich absolut unterwerfen darf, ich bin für vieles offen und sehr gehorsam und möchte der Herrin gehören. Ich liebe den Gedanken einer dominanten Frau zu gehorchen, Ihr jeden Wunsch zu erfüllen, egal ob gewollt oder ungewollt. Deshalb probiere ich es nun über diesen Weg. Ich ein devoter Anfänger und Sklave suche eine Herrin die Spaß daran hat, mich Anal zu trainieren mit Dildos, Vibrator,Flaschen,Besen,Faust,Kerzen,Klobürste, Finger oder was sonst noch so rein passt. Gern bin ich auch Ihr Leck- und Schlucksklave, ich habe devote Phantasien in die Richtung, Lebente Toilette ( NS & KV ) Fußverwöhnung, Müllschlucker der Herrin z. b. Spucke und Essenreste mit Spucke, ich habe mich bis Heute nicht getraut und würde gerne diesem Ekel loswerden, bei gegen seidigen gefallen auch gern 7/24/365. Unterwürfigste Grüße der Sklave.


Dr.Möse

Mi, Aug 02, 2006
11:43:20
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
suche patienten die mir in meiner praxix einen blasen und sich gut ficken lassen.du darfst mir als meine persönliche samenbank zur verfügung stehen.rasierte fotzen und arschlöcher bevorzugt.
Dr.Möse


Der Hengst

Sa, Aug 12, 2006
06:47:59
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
Ich 44/1.63 Groß und schlank Möchte mit windeln und Dauer Kathter erzogen werden möchte ein sklave oder Zofe werden suche strenge frauen die mich erziehen Möchten Stehe auf Gummi,Latex,hiebe Pisse Trinken und Möchte inkontinent gemacht werden welche strengen frauen fühlen sich angesprochen bin immer geil sehr devor und pevers veranlagt meine es ernst mit meinem inserat habe viele geld intressen strebe eine Dauer freund schaft an ist heirat nicht ausgeschloßen solange ich dich jeden tag beficken bepissen und besamen kann. du sollstest es geil finden wenn ich dir in ein glas pisse und dann wichse und du es dann anständig aussäufst.


Chef Kalle

Mi, Aug 16, 2006
11:37:45
RE: Pissen beim Sex

Antwort:

Suche alte Ehestute!
Geiler Mann ende 50 sucht hemmungslose, alte Witwe, Oma- oder Ehestute.
Je oller, je doller, je lieber! Könnte man es umschreiben.
Wer sucht einen hemmungslosen Benutzer für seine alte, geile und
auch gern etwas devote Fotze. Ihr seid das reife Paar von Nebenan
oder auch die Solodame ab 20 und sucht den erotischen Kick mit
geilen Spielen? Einen Hausfreund oder einfach den
Gelegenheitsfick? Ich suche keine Schönheitskönigin sondern die geile
reife, überreife Frucht die sich nach meiner Lust und Laune gnadenlos durchficken und anwichsen läßt.Ausgediente
Ex Nutte oder brave schüchterne Hausfrau! - Geilheit nicht
Aussehen entscheidet! Sie sollte möglichst Dreiloch fick und
besambar sein. 100% Geilheit, Gesundheit und trinkens meiner wichse
sind erforderlich und werden von mir geboten. Möglich ist alles
von perversen Arschlochdehnungen als ihr Liebhaber bis hin zu
ausgefallenen Wünschen und derber Benutzung. Gern auch verbale
Gossensprache. Keine Gewalt,aber Kaviar und Pisse gehören dazu. Unerfahrene Damen werden gern
behutsam eingeritten. Bin ein netter geiler Fickbulle, ende 50,
gut bestückt, intimrasiert, nicht Bi, etwas mollig, aus Raum 19.
Treffen bei mir möglich,Ehefotze schaut zu. Bitte nur ernst gemei!
nte Zuschriften mit Treffvorstellungen aus Raum HH. Kein
langes mailen sondern ein baldiges reales Treffen wo ich dich erst mal zum testen ficke und in deinen Mund wichse.
Foto wäre nett aber nicht zwingend erforderlich. Bin schon sehr
gespannt auf eure Zuschriften und bin jetzt schon am wichsen da ich nackt vorm pc sitze. Man kann sich aber auch normal mit
mir treffen und unterhalten solange es versaut ist und ich dich hinterher in die Fotze und den Arsch ficken kann während du am pissen bist. Alle 0900er und kostenpflichtigen
Seiten haben keine Chance. Bitte in der Antwort„bin ne geile alte Fotze" angeben sonst werde ich sie nicht lesen.
Ich ficke euch gut ab, habt Mut und meldet euch.
Dein Fotzenficker Chef Kalle


Boss

Sa, Sep 09, 2006
07:59:56
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
brauche ne frau die mich anpisst während ich wixe.


piss ab du sau

Sa, Sep 16, 2006
07:27:56
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
schön abpissen hast du gehört. ja genau so so ist das gut. oh ja das sieht gut aus du sau. ja komm mach weiter du sau. komm schön abpissen du geile sau.


Die Sau

Do, Sep 28, 2006
12:59:24
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
ich möchte gerne folgendes erleben: ich möchte zu dir kommen,
mir vor deiner tür die augen verbinden,
und dann lass ich mich von dir reinholen, du führst mich in die
wohnung und dann möchte ich dich erstmal bepissen. wenn ich mich da
etwas ungeschickt anstelle sag mir einfach wie du es magst, ich
hab noch wenig erfahrung. dann möchte ich das wir uns gegenseitig
ausziehen, was mit verbundenen augen zwar etwas schwierig ist,
aber ich möchte mich ganz auf das gefühl kontentrieren können.
anschließend möchte ich das ich dich richtig in die fotze und in den arsch ficke, wie ich dich richtig
stimmulieren kann und wenn du so richtig nass bist, möchte ich
von dir geritten werden. danach möchte ich dann später nocheinmal
kommen, wo ich aber nicht festgelegt bin, wie das sein soll.würde dir aber gern in die fresse spritzen.
anschreiben bitte mit namen. ich mag auch fesselspiele und würde
auch kv mal probieren. Gruß die Sau.


fotos mit wichse

Fr, Dez 08, 2006
18:52:18
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
habe fotos mit wichse abzugeben. könnte auch noch drauf pissen wenn eine sie das wünscht.


tuse

Mi, Dez 13, 2006
10:56:15
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
wer will mich ficken? bin w. geil und versaut. 43 jahre, 162cm, 125kg. brauche es heute noch hart.


die ficksau

So, Dez 17, 2006
20:13:42
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
suche gebrauchte pisse.


die sau

Do, Dez 21, 2006
12:25:24
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
ich möchte gerne folgendes erleben: ich möchte zu dir kommen,
mir vor deiner tür die augen verbinden,
und dann lass ich mich von dir reinholen, du führst mich in die
wohnung und dann möchte ich dich erstmal bepissen. wenn ich mich da
etwas ungeschickt anstelle sag mir einfach wie du es magst, ich
hab noch wenig erfahrung. dann möchte ich das wir uns gegenseitig
ausziehen, was mit verbundenen augen zwar etwas schwierig ist,
aber ich möchte mich ganz auf das gefühl kontentrieren können.
anschließend möchte ich das ich dich richtig in die fotze und in den arsch ficke, wie ich dich richtig
stimmulieren kann und wenn du so richtig nass bist, möchte ich
von dir geritten werden. danach möchte ich dann später nocheinmal
kommen, wo ich aber nicht festgelegt bin, wie das sein soll.würde dir aber gern in die fresse spritzen.
anschreiben bitte mit namen. ich mag auch fesselspiele und würde
auch kv mal probieren. Gruß die Sau.


Annegreth

Di, Dez 26, 2006
05:56:30
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
pissen ist das geilste.


Kaviarhengst

So, Jan 07, 2007
08:49:39
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
Junge, nette kaviargeile, gesunde Dreiloch-Bi-Sklavensau mind.18 jahre auf Dauer
gesucht! Tagsüber regelmäßiger Kaviarsex mit schlucken, zu zweit
und mit Gleichgesinnten, Partyhure, Gangbangschlampe, Film! Fisting von Fotze und Arschloch.
Reifer Kaviarhengst, gross und stattlich, Mitte 50, steht auf
griffige, schlank bis vollschlanke, nicht fette, gesunde Stuten,
mit Hängetitten, min. D, auch behaart. Raum Berlin/Hamburg/Köln
keine Männer!


Jenni

Di, Jan 16, 2007
08:00:32
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
Beim Sex denke ich eigentlich nicht mehr ans Pissen, weil ich das schon vorher erledigt habe. Es gibt doch kein schöneres Gefühl, als sich gegenseitig schön nass zu pinkeln und dann zu lecken und zu ficken. Trinken mag ich Pisse nicht so gerne aber sonst spüre ich das warme Nass gerne am ganzen Körper.

Jenni


Fritz

Mi, Jan 24, 2007
13:04:09
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
Ich würde hier meine pisse verkaufen wollen. wer hätte interesse daran?


Tob

So, Jan 28, 2007
07:45:14
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
Sag mal Fritz,weißt du eigentlich wovon du redest? Anscheinend ja!! Du hast sicher kein geordnetes leben und warst immer auf hilfen wie arbeitsamt angewiesen... sonst wüsstetst du es nicht besser. Also ich bin selbst harz4 empfänger, und versuche schon seid sechs jahren ab und zu mal ne lehrstelle zu kriegen.Aber es gibt viele! Ja, ich kriege zwar die miete bezahlt, aber das meine heizung, für die ich 210€ monatlich an strom zahl läuft, das mir die wände nicht wegschimmeln und sich in meiner wohngegend die ausländer samstag nachmittags bei mir vorm haus gegenseitig abstechen und der straßenstrich direkt um die ecke ist und man traut abends das haus zu verlassen, das interessiert die ämter sehr wohl und viel.genauso wie man von den 350€ regelsatz noch strom, essen,internet,chatrooms,feiern, telefon und bewerbungen (die 460€ hat man schneller weg als du denkst) bezahahlen soll. Es reicht zwar vorn und hinten, Waschmaschiene und TV hab ich je zwei stück, wenn das erst einmal kauputt is, kriegt man da nix ersetzt. Geschweige denn geld zum party machen und saufen. Mir graut es jetzt schon davor, falls ich endlich ne lehrstelle bekomme.immer früh raus arbeiten und so.nix mehr mit lange schlafen und saufen.
Und dauernd wird man gedrängt, 1€ jobs anzunehmen, die ausgebildeten fachkräften die arbeitsplätze wegnehmen... Ein echt schönes leben...ich will auch mal geld zum feiern haben und ich finde es ganz schön arm das mir das arbeitsamt so was nicht zu gesteht.falls das eine liest die auch arbeitslos ist, dafür aber geil dann meld dich.ich würde die zeit gern nutzen und mit dir ficken da man sonst ja gar keinen spaß mehr hat.


Suche Fotze

Di, Feb 06, 2007
10:48:16
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
Suche Sie zwischen 20 und 60 Jahren,TS/TV oder Paare/Gruppen für Toilettensexspiele. Habe eine besondere Vorliebe für Kaviar- und Natursektspiele mit Aufnahme und Schlucken, Rotzen, Kotzen, ins Pornokino gehen, und zum Porno um die Wette wichsen und pissen.Dazu bei dir: Mund- und Gesichtsbesamung, Spermaschlucken, Zungenküsse und Arschlochlecken, Ficken aktiv und passiv, Dildos, Faustfick. Ich mag total versauten und tabulosen Sex. Bin 59/162/115 mit ca. 14x3 bestückt. Sexspiele mit anpissen ohne Anlaufzeit gewünscht! Ich suche einen netten und regelmäßigen oder gelegentlichen Sexkontakt, habe evt.finanzielle Interessen, bin stark behaart und biete absolute Diskretion. Jede perverse,geile,und auch pissgeile Zuschrift wird beantwortet.


rad

Di, Feb 06, 2007
10:56:18
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
erst fülle ich meine alte ab und dann wenn sie nicht mehr kann wird sie richtig ab gefickt von mir. zum schluss wenn sie am pennen ist stelle ich mich über sie und piss sie voll zu. dann lass ich sie schlafen und geh eine etage runter zu ihrer freundin. da ficke ich dann weiter. frauen mögen wenn männer so sind. alle frauen finden mich geil.


Miriam

Di, Feb 06, 2007
13:03:55
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
Telefonsex über Festnetz, zum Rabattpreis für Mehrfachspritzer.
Der Saft steht dir wieder mal bis ganz oben, jetzt den Riemen
schön leerwichsen. Aber nicht alleine, das ist vielleicht ein
bisschen eintönig.Du schaust grad wieder einen geilen Pornofilm an.? Wie wäre es mit einer schönen Sexnummer am Telefon das Geräusch wenn ich am pissen bin und wir telefonieren. Du kannst in aller Ruhe wichsen und ich pisse dort hin wo du möchtest.Na ist das was für dich du geile Sau.?
Bequem von zu Hause aus? Eine perverse Stimme hören, geile Fantasien,
Ferkeleien, ganz nach deinen versauten und piss geilen Wünschen.
Du kannst mich unverbindlich anrufen und dann
entscheiden aber nur wenn du deinen Schwanz schon in der Hand hast oder ihn dir schon mit deiner eigenen Pisse eingerieben hast.Ich verspreche dir: Ein Pisssexgespräch mit mir wird dein
Wichser-Leben enorm erweitern. Wir sprechen uns wenn du möchtest.


Gerd

So, Feb 11, 2007
12:26:11
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
Ich bin ein 57 jähriger 172cm,105kg, devot,passiver naturveranlagter Fickbolzen.
Mein Wunsch ist es, mich einer Fotze oder mehreren
Ladys völlig auszuliefern.
Ich spreche besonders professionellen Dominas an,aber auch Frauen,denen es mal Spass macht,
einen devoten Mann zu überwältigen und Ihn eine gewisse Zeit gefangen zu nehmen ,Ihn zu benutzen,
zu demütigen und zu bestrafen,seine Grenzen zu
zeigen.Ausser dem Üblichen,sollte es wenig Tabus geben.Ich spreche vorwiegend Frauen mit eigener
Treffmöglichkeit an,Studentinnen,Arbeitslose,Hausfrauen,einfach alle geilen Stuten.

Details ,bei geiler offener versauter und seriöser Antwort.


Iris

Di, Feb 20, 2007
11:31:10
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
Hallo, mein Name ist Iris. Ich komme aus dem Raum Mönchengladbach und habe ein ernstes Problem. Mein Mann und ich stecken in tiefen Schulden, da ein Versuch sich selbständig zu machen gescheitert ist. Jetzt brauchen wir das Geld um es zurückzuzahlen. Mein Mann, der öfters auf dieser Seite ist,um zu wichsen und andere Frauen anzumachen hat dann den Vorschlag gemacht, es hier zu versuchen. Ich suche Männer, die bereit sind, ein großes Tschengeld zu bezahlen, wenn ich sie oral befriedige und anpisse. Bei Sympathie kann es auch mehr sein. Das TG können wir immer noch regeln.
Zu mir: Ich bin 37 Jahre alt. Habe schwarze Haare bis zur Schulter und braune Augen. Da ich Sportlehrerin bin, bin ich gut in Form. Ich bin 165 groß und wiege 110 kg.Ich habe Körbchengröße 90 D, einen strammen Po und bin nicht intimrasiert.Ich schlucke Sperma und trinke Pisse.
Auch, wenn ich keine Ansprüche stellen kann, bitte ich doch um gepflegte Erscheinung.

Iris


Fritz

Mi, Feb 21, 2007
12:41:24
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
Ich spreche jetzt seit einiger zeit fast jeden tag mit meinem schwanz. er will mir etwas sagen aber ich verstehe nicht was. er wird täglich gewichst und entleert. kennt jemand dieses problem?


Suche Fotze

Fr, Feb 23, 2007
04:03:43
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
Suche Sie zwischen 20 und 60 Jahren,TS/TV oder Paare/Gruppen für Toilettensexspiele. Habe eine besondere Vorliebe für Kaviar- und Natursektspiele mit Aufnahme und Schlucken, Rotzen, Kotzen, ins Pornokino gehen, und zum Porno um die Wette wichsen und pissen.Dazu bei dir: Mund- und Gesichtsbesamung, Spermaschlucken, Zungenküsse und Arschlochlecken, Ficken aktiv und passiv, Dildos, Faustfick. Ich mag total versauten und tabulosen Sex. Bin 59/162/115 mit ca. 14x3 bestückt. Sexspiele mit anpissen ohne Anlaufzeit gewünscht! Ich suche einen netten und regelmäßigen oder gelegentlichen Sexkontakt, habe evt.finanzielle Interessen, bin stark behaart und biete absolute Diskretion. Jede perverse,geile,und auch pissgeile Zuschrift wird beantwortet.


Dirk Marks

Do, Apr 05, 2007
09:54:04
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
Ich laufe sehr oft in Frauenklamotten herum und bin daher DWT. Welcher er oder welche sie möchte mich anpissen oder anpissen lassen.?Ich trage dabei hochhackige Schuhe, Strapse und einen BH. Den könntest du mir voll pissen und dann pisse ich dich voll.Bitte meldet euch schnell. Ich will pissen und wichsen.


Suche Fotze

Fr, Apr 06, 2007
16:13:58
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
Suche Sie zwischen 20 und 60 Jahren,TS/TV oder Paare/Gruppen für Toilettensexspiele. Habe eine besondere Vorliebe für Kaviar- und Natursektspiele mit Aufnahme und Schlucken, Rotzen, Kotzen, ins Pornokino gehen, und zum Porno um die Wette wichsen und pissen.Dazu bei dir: Mund- und Gesichtsbesamung, Spermaschlucken, Zungenküsse und Arschlochlecken, Ficken aktiv und passiv, Dildos, Faustfick. Ich mag total versauten und tabulosen Sex. Bin 59/162/115 mit ca. 14x3 bestückt. Sexspiele mit anpissen ohne Anlaufzeit gewünscht! Ich suche einen netten und regelmäßigen oder gelegentlichen Sexkontakt, habe evt.finanzielle Interessen, bin stark behaart und biete absolute Diskretion. Jede perverse,geile,und auch pissgeile Zuschrift wird beantwortet.


Günther

Fr, Apr 20, 2007
10:43:27
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
Da wird mir glatt der Hammer hart

Der fiese Fotzensauger

Der Glockenturm des Herrn Kaplan

Der Greis ist heiss!

Die Jungfrau mit der Sammelbüchse

Die mit dem Sperma tanzt

Die Reise zum G-Punkt der Elke

Die Prinzessin auf der Eichel

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Ficken Bis Die Spaene Fliegen

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Feuchte Omi`s machens besser 2 - Wo Schorf ist, ist auch Eiter

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Fuck off - Im Körper des Feindes

Graf Porno bläst zum Zapfenstreich

Gaywatch, Die Riesenschwänze von Malibu

Hairy Potter und die Kammer des Schleckens

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In Diana Jones

Inzestbauern vom Rammlerhof

Im Rausch der Kloake

Kapitän Arsch und seine geilen Piraten

Kack ab Baby 2

Arschgeficke Tusen schlucken besser

Piss in den Eimer du Sau

Komm zieh den Arsch breit


Nur eine kleine Auswahl von meinen Pornofilmen. Suche hier eine Frau 21-50 jahren, wenn es geht mit dicken Titten und geilem Arsch die mit mir zusammen geile Filme schaut um dann geimeinsam zu ficken. Wohne in Köln bin 42 jahre, kettenraucher, 180cm,90kg,16*3 ist der geile Schwanz,rasierte dicke hängende Eier, mag Pornokino, Essen gehen, und geile versaute Gespräche führen. Suche nur eine Sie für Beziehung oder gel. Sextreffen mit langem,hartem Ficken und auch Arschficken.
Gruß Günther


Fritz

Mo, Apr 30, 2007
09:19:05
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
Suche eine oder mehrere Frauen die mir mein Arschloch dehnen. Bis jetzt ist mein Arschloch auf eine Größe von ca. 8 cm gedehnt. Das ist mir aber viel,viel zu wenig. Gerne würde ich soweit gedehnt werden bis nichts mehr geht. Um meine Rosette kontinuierlich zu dehnen sollten regelmäßige Treffen bei dir, parkplatz,pornokino,wald,u-bahn,s-bahn,leere garagen stattfinden. Daher ist es auch wünschenswert wenn sich alles in der näheren Umgebung (PLZ 3+550Km ) abspielt.
Meine Rosette und ich warten schon.Keine schwulen, keine männer.Am liebsten eine Frauengruppe.


Tanja

Mo, Mai 28, 2007
11:42:42
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
Kennt jemand von euch die geile Darstellerin in dem Film "Komm piss ab du Sau".? Mein Freund und ich stehen auf gegenseitiges anpissen und hart ficken dabei in Arsch und Fotze.


Dirk Marks

Do, Jun 14, 2007
11:31:12
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
Hallo meine Name ist Dirk Marks. Ich versuche es jetzt schon seit langer Zeit hier durch dummes Texte schreiben eine Frau kennenzulernen die mich auch gut anpissen kann. Aber irgendwie ist das alles total erfolglos. Ich stehe total auf pissen und stecke auch gern mal ne Faust in den geilen Fotzenarsch. Bin 169cm, 110 kg, und mein Schwanz hat die geile größe von 14 cm und ist 3 cm im Umfang. Möchte endlich mal ficken und pissen. Ich lasse mir auch gern in den Mund pissen. Vielleicht kann ich einer Frau auch mal in den Arsch pissen. Das wäre sehr geil. Bin seit zehn Jahren solo und 48 Jahre alt. So ihr geilen Weiber. Meldet euch schnell damit wir ne Runde pissen und arschficken können. Habe keine lust mehr immer nur auf teuren Hot Lines anzurufen und dabei zu wixen. Brauche eine zum realen anpissen. Bitte meldet euch schnell.Habe Tagesfreizeit und auch Abends die ganze Woche Zeit. Möchte pissen und ficken. Auch möchte ich mal angepisst und eingeritten werden. Bitte meldet euch.
Dein Dirk Marks.


Dirk Marks

Mi, Jun 20, 2007
05:02:06
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
Moin, moin,
also Leute, der vorige Text ist nicht von mir. Ich bin ein Hamburger Jung und hab ne geile Alte zu Hause (eine Kollegin, die ich klar gemacht habe und die mir seitdem regelmässig den Saft aus den Klöten saugt ;-)
Also alles paletti!
Aber ich muss euch jetzt unbedingt mal erzählen, was mir in den letzen Wochen so alles passiert ist. Es fing alles damit an, dass meiner dicken Kollegin Stefanie beim Sex, genauer gesagt beim 69er (sie natürlich oben) ein kleines Missgeschick passiert ist, das viele von euch jetzt bestimmt ekelig finden.Nach einer guten Mahlzeit mit vielen Zwiebeln gings ab in die Kiste.Stefanie ist stark gekommen und dann ist es schon passiert: Eine Wolke mit einem unwahrscheinlich guten Aroma stieg mir in die Nase.Stefanie war das schon etwas peinlich.Dieses Erlebnis war für mich aber einzigartig und ich wollte es unbedingt noch einmal. Ich habe mich aber nicht getraut, Stefanie darauf anzusprechen, weil sie ja sonst denken könnte, ich bin nicht mehr normal ! Ich bin ja nicht blöd und setze unsere Affäre aufs Spiel, weil ansonsten ist sie schon ein geiles Luder im Bett mit blasen, schlucken und allem pi pa po inklusive.
Deshalb habe ich mir im Internet eine weitere Affäre für meine spezielleren Fantasien gesucht, die so richtig fett ist (obwohl ich sonst eher auf schlanke Frauen stehe) : Gisela ist Hartz-4 Empfängerin, 45 J, 93 kg, 174 cm, hat strähnige und fettige Haare, dicke Möpse und ist auch sonst ziemlich ordinär.Ich habe ihr beim chatten von meinem kleinen Geheimnis erzählt und sie fand echten Gefallen daran. Gleich bei unserem ersten Treffen ging's hart zur Sache, sie hat sich auf mein Gesicht gesetzt und deftig einen fahren lassen. Seitdem duscht Gisela nur noch höchstens einmal die Woche ( mir zuliebe). Unsere Lieblingsposition ist 69( sie natürlich oben) Ich massiere ihr dabei den Bauch und wenn sie ordentlich gegessen hat, dann fahren die süssesten Winde über mein Gesicht.Neuerdings machen wir´s sogar unter der Bettdecke, damit ich auch noch lange was davon habe.
Ich bereite sogar eigene Gerichte, wie Blumenkohl, Erbseneintopf, Bohnesuppe, Zwiebelkuchen usw. bei unseren heimlichen Treffen vor. Leichte Magenschmerzen bei Gisela kündigen dann ein herrliches Fest an.Wichtig für mich ist nicht nur das Aroma, sondern auch die Dauer und Tonlage.Hier mag ich es gerne, wenn sich die Tonlage während des Windablassens ändert. Ich bin sogar soweit, daß ich eine Kassette davon aufgenommen habe, und mir beim Abhören einen runterhole, wenn ich Gisela mal nicht treffen kann (Stefanie ist sehr eifersüchtig und pass auf wie ein Schiesshund).
So jetzt habe ich euch mein Herz ausgeschüttet und es geht es mir ein wenig besser! Glaubt ihr ich bin etwas daneben oder ist das alles ganz normal?
Vielleicht gibt es unter euch ja sogar welche, die ähnlich veranlagt sind und mit mir ihre Erfahrungen ausstauschen wollen. Freue mich auf Anrufe von Gleichgesinnten, ruft mich einfach an unter 0151-17401660.
Geile Grüsse und bis bald
Euer Dirk



Dirk Marks

Fr, Jun 22, 2007
06:00:56
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
Hallo, da ich neu hier im Forum bin möchte ich mich erst mal vorstellen. Ich bin 45 jahre, sehr mollig, geschieden, und habe ich glaub das darf ich wohl sagen einen großen dicken Fickkolben. Ich suche hier eine erwachsende Frau die mich dabei filmt wie ich mir selbst ins Gesich pisse. Da steh ich sehr drauf. Alles kann nix muss. Falls du es wünscht könnte ich dir dann auch ins Gesicht und in den Mund pissen. Ist aber kein muss. Hoffe ihr meldet euch zahlreich. e-mail addy kommt beim ersten geilen Kontakt.


ichbingeil

Di, Jun 26, 2007
10:33:05
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
Suche eine weibliche Ficksau, die sich ohne Gummi hart in den Arsch ficken lässt. Kann gerne auch mit vollem Darm sein. Treffen sollte folgendermaßen ablaufen: Du kniest mit gespreiztem Arsch doggystyle vor mir und fängst an zu pissen. Dann ramme ich dir meinen dicken tief in deinen Stinker. Bevorzugt gedehnte Löcher und extrem behaarte Großmösen. Gerne besoffen.


Fritz

Do, Jul 05, 2007
10:06:11
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
Suche eine weibliche Ficksau, die sich ohne Gummi hart in den Arsch ficken lässt. Kann gerne auch mit vollem Darm sein. Treffen sollte folgendermaßen ablaufen: Du kniest mit gespreiztem Arsch doggystyle vor mir und fängst an zu pissen. Dann ramme ich dir meinen dicken tief in deinen Stinker. Bevorzugt gedehnte Löcher und extrem behaarte Großmösen. Gerne besoffen.


Dirk Marks

Fr, Jul 27, 2007
10:15:31
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
Hallo, da ich neu hier im Forum bin möchte ich mich erst mal vorstellen. Ich bin 45 jahre, sehr mollig, geschieden, und habe ich glaub das darf ich wohl sagen einen großen dicken Fickkolben. Ich suche hier eine erwachsende Frau die mich dabei filmt wie ich mir selbst ins Gesich pisse. Da steh ich sehr drauf. Alles kann nix muss. Falls du es wünscht könnte ich dir dann auch ins Gesicht und in den Mund pissen. Ist aber kein muss. Hoffe ihr meldet euch zahlreich. e-mail addy kommt beim ersten geilen Kontakt.


Fritz

Sa, Sep 22, 2007
07:19:42
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
Suche eine weibliche Ficksau, die sich ohne Gummi hart in den Arsch ficken lässt. Kann gerne auch mit vollem Darm sein. Treffen sollte folgendermaßen ablaufen: Du kniest mit gespreiztem Arsch doggystyle vor mir und fängst an zu pissen. Dann ramme ich dir meinen dicken tief in deinen Stinker. Bevorzugt gedehnte Löcher und extrem behaarte Großmösen. Gerne besoffen.


DWT Berlin

So, Sep 23, 2007
03:19:27
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
DWT,Plastik,und Piss Fan,sucht geile Fetischisten mit reichhaltigen Garderoben!Sehen,zeigen,fühlen,angeilen,aufgeilen,abgreifen,abficken,abpissen,abwichsen.
Hallo Fetisch-Fan(Paar,Sie,TS,TV oderDWT).
Ich (47/1.75/130)moechte euch einladen und in geiler Kleidung vor mir sehen und Rollenspiele ausfuehren. Bin gerne die bestimmende Schwanz-Domina ueber devote Lust-Zofen/Nutten.Auch Gummi,Latex,Lack,Leder und Plastik von meiner Garderobe kann zur Anwendung kommen(z.B.Gummi-Maske,Handschuhe und Struempfe aus Nylon ,Gummi oder Lack,Latex;Stiefel und High-Heels, PVC-Regenmaentel und -Hoesli).Moechte euch unter meine Fittiche und Fetische nehmen.Auch pinkel und extrem pinkel Spiele mit Aufnahme gehören zum guten Ton.Bei euch/dir oder bei mir in Berlin.
Also all ihr Fetischfreunde meldet euch!!
Ich hoffe doch sehr,dass du /ihr auch DW trägt!
> Würde dich dann gerne als meine Lust-Zofe abrichten.ZB:
> Ich moechte dich in einem von mir bestimmten geilen Outfit vor mir sehen dabei hart wichsen,pissen und von dir hoehren,wie geil du darauf bist, von mir in Ausbildung, als Lutsch-Zofe genommen zu werden.
Deine Kleidung hast du meinen Wuenschen entsprechend zu tragen!Das extreme und tägliche dehnen deiner Arschfotze sollte für dich selbstverständlich sein.


elfi

So, Sep 30, 2007
10:52:07
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
hallo bin neu hier auf diesem gebiet
suche jedenfalls einen geilen hengst der mir unterricht gibt und meine rosette ausweitet!
nehme alles in den mund und fände es geil von dir angepisst zu werden oder wenn du magst kannst du mir auch zusehen wie ich mich selbst befriedige?!
alles was du willst, hauptsache du besorgsts mir hart, dann bin ich deine dienerin


USA FAN

Mi, Okt 10, 2007
16:00:39
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
Eva Herman ist die einzig richtig Frau. Die sollen sich man nicht alle so einpissen. Es gibt leute die viel schlimmeres sagen. Der sog. iranische präsident namens perverser windelträger. bin geil und suche hier eine sau zum vollpissen.


Cat

Mi, Dez 05, 2007
08:38:42
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
hallo elfi bist du online? ich wichse grad und schaue geile pornos dabei. vielleicht schaffe ich heut mal das ich mir sieben mal einen wichse. habe einen großen geilen schwanz. möchtest du denn vielleicht mal sehen alte geile FOTZE.? bin heut abend wieder online.


Guttie

Do, Dez 20, 2007
04:50:44
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
Ihr säue ihr. Ihr werdet BLUTEN!!! Ihr seid mein.
HULDIGT MICH!!! ABER DALLI!!!


?

Fr, Dez 21, 2007
01:24:05
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
HÜHHH!!! HÜHHHH!!! Ist das geil hier, hühhh!!!
Wuhu, das ist der kick des lebens, wuhu, HÄHHH, ich kann nicht mehr, HILLFEE!!!


elfi

Mi, Jan 02, 2008
08:31:45
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
hey guttie.......du mist mein herrscher!
leider kannst dus mir nicht sofort besorgen du geile sau aber ein kleiner vorgeschmack was du mit mir tun würdest wäre nett während ich gerade voe dem coputer sitze, mir es mit einem dildo besorge und voll abpisse! das ist das geilste! das sollste standart bei jeder frau sein! pissen und ficken!


Anonymous

Sa, Feb 09, 2008
07:05:20
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
dummes kind rubel,pepe,gullisau,.... halt einfach die fresse und lern deutsch. übrigends will ich mich nicht von dir in den arsch ficken lassen. bist ja echt ganz schön schwul was. aber wer so ein kind ist wie du bekommt halt keine frau und keinen job. dumm gelaufen für dich du FEIGER lutscher.

GOD BLESS AMERICA GOD BLESS ISRAEL.
GOD LIKE TO KILL THE TALIBAN.


Dalle

Fr, Mrz 07, 2008
09:00:53
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
Devoter Strumpfhosenträger erfüllt heute Abend (07.03.2008) und/oder morgen Abend (08.03.2008) übers Internet ihm gestellte Aufgaben aus den Bereichen Schmerz, Pissen, Toilette, Anficken der Gummipuppe, und Demütigung.
Fotobeweis möglich!
Bitte nur ohne finanzielles Interesse, ansonsten bin ich nur für geile Schlampen,Arbeitlose Stuten, und perverse Hausfrauen offen.


Anonymous

Mo, Mrz 10, 2008
09:09:02
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
GOD BLESS AMERICA GOD BLESS ISRAEL.
GOD LIKE TO KILL THE TALIBAN.


FUCK YOU

Mi, Mrz 12, 2008
10:09:44
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
FUCK AMERICA UND DEINE MUTTI AUCH


Fritz und DALLE

Do, Mai 22, 2008
09:51:42
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
Hallo ich bin der Fritz. Ich bin der Ficker vom Dalle. Wir beide sind schwul und stehen auf geile schweinereien. Wir leihen uns immer eine menge pornofilme aus und wichsen dann geimeinsam ab. Allerdings ist der Dalle nicht grad sehr helle im kopf. kein abschluss keine beruf und seine rechtschreibung ist das allerletzte. man könnte auch sagen das er vom dauerden wichsen und leute bedrohen nix gar nix mehr im schädel hat. aber der dalle hat zu hause einen schweinestall. da reitet er immer seine sau durch. ja der steht auf solch einen kranken kram. wenn er wenigstens der deutschen sprache mächtig wäre. aber nicht mal das ist er. keine ahnung woher der eigenlich kommt. auf jeden fall sollten ihn die guten amerikaner mal ins verhör nehmen und gleich noch ein paar verfickte hurensöhne von taliban mit killen. osama bin laden hat auch immer seine schweine heimlich gefickt. während seine anhänger um ihn gestanden haben und voll gewichst haben die ferkel. saddam der pisser ist ja schon weck und der andere ober feigling von bin laden kommt auch noch an den galgen der verfluchte schweineficker. dalle und ich werden uns heut abend auf jeden fall wieder gegenseitig abficken. wir hatten schon lange keine frau mehr. dalle hatte noch nie eine. aber wenn man so scheisse aussieht ist das auch nicht einfach. aber dafür bin ich ja da. ich halte meinen arsch hin und der dalle fickt mich dann voll ab. danach pissen wir uns noch so richtig ins maul rein. dann gehts ins bett und wir schlafen nebeinander ein. denn am nächsen tag steht eh nur wieder ficken pissen saufen und rumhängen auf dem programm. aber wenn uns beide also mich fritz und der dalle mal eine frau kennenlernen möchte die wir dann gemeinsam ficken und anpissen könnten dann wäre das sehr gut. denn dalle wäscht sich so gut wie nie und so langsam ist es echt eklig mit dem zu ficken. außerdem ist er nicht nur dumm hässlich und hat einen kleinen schwanz der ist auch noch überall behaart die drecksau. vielleicht such ich mir bald einen anderen ficker der zumindest besser schreiben kann als dieser völlig verblödetete schweineficker namens DALLE. so da kommt er schon wieder an und will gefickt werden der vollidiot. also frauen meldet euch bei mir. bin geil aufs ficken und pissen. wir beide also DALLE und ich stehen auch sehr auf damenwäsche. die haben wir fast den ganzen tag an wenn wir total besoffen auf dem teppich liegen und uns selber anpissen weil wir es auf klo nicht mehr schaffen. bis dann EUER FRITZ und SCHWEIN DALLE.


Romantischer Hengst

Sa, Mai 24, 2008
00:42:52
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
Also dass ich 46 Jahre alt bin - bei 1,67 Mtr Grösse Ich und mein Schwanz sehen richtig gut aus -
warum ich dass an dieser Stelle nochmals schreibe ist - dass ich der Meinung bin dass auch eine innere Schönheit maßgebend ist für dass
Äußere.Aber der Fickkolben muss auch nach was aussehen. Und so oft wie ich ihn wichse ist da noch keine Falte am Schwanz. Also die Gedanken + Gefühle - inwieweit man mit seiner perversen geilheit immer Ficken zu müssen in seiner Mitte lebt.

Seit meiner Jugend träume ich davon einer dominanten - richtig - (im Sinne von sexuell aktiv / fordernd / mich zum Sklaven ausgbildet,mich fickt und anpisst aber auch mit Blick auf ihre Fotze - also eine
fehlernähte - die sich sagt, da hohle ich mir so nen Wicht ... der macht dass schon - ich hau ihn 300 Mal ... ist genau mein Thema wo ich jetzt wieder geil abwichsen könnte wenn ich an eine geile Fotze denke ! Können andere machen und ich kann das auch.
Mir geht es um´s miteinander Ficken,Pissen,Pornokino,Dirty Talk,Arschficken,eingene Pornos drehen auf jeder Ebene. Dabei möchte ich im Leben weiter ficken und pissen als es andere machen - beruflich ist alles scheiße weil ich nur ans Ficken denke und oft aufs Klo gehe zum Schwanz abpumpen und an die Klo Wand Spritzen bin zwar Bilanzbuchalter und halte nicht besonders viel von meiner Sekretärin weil sie sich nicht ficken lassen will von mir.Auch mein Sperma in einem Becher möchte sie nicht.
Aber dennoch erfordert die geile Fotze viel an Wissen (was immer man auch damit macht ??) - in Bezug auf Schwanzwichsen - Sich anpissen lassen etc ... so dass ich doch dort verbleibe und mich den Herausforderungen dort stelle. Aber ich muss ständig weiter pissen und mehr ficken als andere- besser im Rahmen meiner Möglichkeiten werden wobei ich überdurchschnittlich intelligent bin.Suche eine Frau die sich mit mir Real trifft und ich ihr meinen Schwanz zeigen kann. Besser heute als Morgen.Zahle auch Taschengeld wenn ich dich dafür sonst nicht anpissen kann. Bitte melde dich wenn du zwischen 20 und 60 Jahren alt bist, eine rasierte Möse hast und Sperma schlucken kannst aus einem Becher.Würde mich über schnelle geile Antworten sehr freuen, und dann vor Freude anfangen zu wichsen. Hoffe dir gefällt das. Bis hoffentlich gleich, ein geiler romantischer Hengst.

Privat bin ich als Fakt mit (meiner Freundin zusammen - und in dieser Beziehung stimmt eigentlich ebenfalls nichts (siehe oben ) - so haben wir zum Beispiele keine Gemeinsamkeiten - haben nebeneinander her gelebt ... wobei Sie ein maskuliner harter Typ ist und drei schöne Löcher hat zum geil reinficken - was auch der damalige Grund war warum ich Sie kennen lernen wollte - nebst der Tatsache dass Sie äußerlich keine besonders schöne Frau ist.Aber sie fickt ganz gut ist gut eingeritten, und schluckt Sperma. Ist ja wengistens etwas.


Adolf Hitler

Di, Mai 27, 2008
05:38:33
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
Ich liebe euch doch alle


Günther sucht zwei

Mi, Sep 10, 2008
23:48:53
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
Ich suche hier mal wieder eine geile sau und hausfrau die mich von oben bis unten anpisst. ich pisse bei mir in die wohnung und mach dann fotos davon. ich finde das geil wenn alles nach pisse riecht. suche eine geile sie für piss spiele pornos anschauen und viel alkohol saufen beim pissen und ficken. bring am besten eine geile abfick freundin mit beim ersten date damit ich euch erst mal in den slip und in die schuhe pissen kann. dann werdet ihr abgefickt und liegen gelassen bis ich wieder lust habe euch erneut anzupissen. ich heisse günther bin 46 jahre alt, nicht rasiert, etwas übergewichtig, stark behaart, sehe aber sehr gut aus und habe einen richtigen fickkolben bei mir. mein fickgerät wiegt gut 300 gramm. und ist für fotzen und arschficken ausgelegt. pissen kann ich ca. 2,5 meter weit, abwichsen ca. einen meter. also hab ich immer genug pisse und wichse für dich und deine freundin. da ich kein auto habe müßtest du zu mir kommen. wann passt es dir denn.? von mir aus könntest du mit deiner ficksau zusammen sofort zu mir kommen. vielleicht könntet ihr euch vorher schon in die hose gepisst haben und so damit herumlaufen. einfach so zum aufgeilen. ich würd mir das anschauen eure nassen piss fotzen und dabei pornos schauen saufen und wichsen während ich beiden säue vor mir tanzt und mir eure löcher zeigt die ich sehen will. ich würde euch auch in den arsch pissen und ihr drückt es euch dann gegenseitig ins gesicht. ich habe viele piss porno filme wo die das so machen. oder wir pissen alle drei in mein wohnzimmer oder in die küche. jeder in eine ecke oder wir gehen im kreis und pissen über den esstisch. würde euch das gefallen.? ihr könntet euch auch gegenseitig ficken um umschnall dildos. habe vier davon zu auswahl. während ihr das macht würde ich voll abpissen in ein glas das ihr das aussaufen würdet. die eine trinkt die pisse die andere pisst mir dabei ins gesicht. dann wird gefickt. aber am besten nur in den arsch. bis zum anschlag ins loch rein. habe heute und eigentlich immer zeit. habe noch einen pornofilm im hintergrund laufen weil ich glaube das gefällt euch wenn ihr das ließt. vielleicht pisst ihr ja auch gleich ab. ich hab meinen fickkolben schon aus der hose hängen und pisse gleich richtig ab. einfach hier im sitzen auf meinen nassen pissteppich. das holz unter dem teppich ist schon ganz gelb und riecht geil nach pisse. vielleicht könntet ihr da mal dran rum lecken während ich euch von hinten in den arsch ficke. habe jedenfalls immer zeit. hoffe ihr beiden auch.? suche was auf dauer zum pissen und zuficken. wenn ihr mir pornofilme beim ersten date mitbringen würdest wäre das richtig pervers. stehe auf piss und arschfick filme. zwei oder drei wären gut. suche eine oder besser gesagt zwei frauen im alter von 22 jahren bis 65 jahren. am besten zwei fotzen die gerne saufen beim pissen und ficken. wenn ihr aussehen würdet wie eure fotzen wäre das geil. gehe auch gern mal ins kino oder essen. aber pornokino ist ehr was für uns drei denk ich. und essen gehen am besten nur in vollgepissten klamotten und unten ohne bei euch beiden. damit ich mir mein glas an eure löcher halten kann ihr reinpisst und ich mir dann nichts mehr bestellen muss weil ich eure pisse habe und saufen werde und ihr natürlich auch. komme aus frankfurt fahre aber öfter nach berlin zum ficken in den puff. freu mich über viele nachrichten und hoffe hier geiles fick material zu bekommen bzw von euch beiden zu hören. ihr könnt auch bei mir einziehen damit wir uns schnell umd immer beim pissen anschauen können. suche hausfrau studentin arbeitslose frauen. einfach alles was sich zum ficken und pissen eignet. vorführung auf parkplätzen sollte bedingung sein. dort werden euch dann viele kerle anwichsen und anpissen. ich habe auch eine sehr große auswahl an pornofilmen die den ganzen tag laufen. ausleihen für mich sollte für euch selbstverständlich sein. hoffe heut noch ein geiles piss date zu haben. also meldet euch schnell ich beiden geilen frauen. romantische grüße von günther.


Fritz ist zurück

Do, Sep 11, 2008
04:05:33
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
War grad eben in der tiefgarage. da hab ich mich so hingestellt das niemand sehen konnte das ich meinen schwanz aus der hose hatte und gewichst habe. das stand so eine geile sau nur ca fünf meter von mir weg. auf die hab ich mir erst mal einen gewichst. dann hab ich geil in die eigene hand gespritzt und dann im vorbei gehen bei ihr an der jacke abgewischt. da lief dann die ganze geile wichse herunter. ich glaub die geile sau hat sich mit absicht so hingestellt und wollte nur das ich das sperma an die jacke schmiere. werd mir jetzt erst mal einen geilen porno rein schmeissen und dann wird dabei erst mal gesoffen und geil gewichst. kann heut abend noch besuch empfangen. suche eine sie die ich mit sperma beschmieren kann. eurer geiler beliebter fritz.


Anonymous

Do, Nov 13, 2008
15:53:36
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
Hallo dalle wie geht es dir. bin grad am wichsen und find das sau geil.


Svens erlebnis

Sa, Nov 15, 2008
07:23:51
RE: Pissen beim Sex

Antwort:

Der spitze Ruf seines Vornamens trifft Sven wie ein Peitschenhieb. Noch hält er die Türklinke des stadtbekannten Hauses mit den vielen schönen, bereitwilligen Damen in der Hand. Er ist sich auch sicher, dass seine Abgeschlafftheit Bände sprechen muss. Mit breitem Grinsen, eine Mischung von Macho und Unsicherheit, steht er seiner Schwägerin gegenüber. Deren Stimme peitscht schon wieder: “Sven, was treibst du in diesem Haus? Dass du dich nicht schämst.”

Unwillig wendet er sich wortlos ab, kann Petra allerdings nicht abschütteln. Bis zu ihrem Auto hört die Frau alles, was sie seit Wochen schon weiß. Ihrer Schwester, bis kurz vor der Entbindung ein ausgesprochenes Sexbündel, sind seit der Geburt ihres Töchterchens alle Empfindungen im Unterleib wie abgeschnitten. Und die Kleine ist immerhin schon neun Monate. Schlimm, die Schwester findet nicht einmal etwas dabei. Sie ist der Meinung, dass erst einmal alle Liebe ihrem Baby gehört. Petra weiß, die junge Mutter hat es schon wiederholt fertiggebracht, in allerschönsten Momenten aus dem Ehebett zu springen, wenn das Kindchen auch nur einen Ton von sich gab.

“Wenn du deine Frau liebst“, sucht sie zu besänftigen, “musst du ihr Zeit lassen. Das gibt sich auch wieder.”

“Bis dahin hab ich den Samenkoller“, wendet Sven bissig ein. Ohne eine Erwiderung auf dieses Argument, es sollte wohl mehr eine Entschuldigung für seinen Besuch im Freudenhaus sein, schiebt ihn die Schwägerin in ihren Wagen und sagt im versöhnlichen Ton: “Los, jetzt fahren wir zu mir. Du springst unter die Dusche und spülst erst mal den fremden Duft ab…oder willst du deine Frau auch noch verletzen?”


Kaum noch ein Wort fällt, bis sie Petras Wohnung betreten und sie den Mann ohne weiteren Kommentar durch die Badezimmertür schiebt.

Nach einer Viertelstunde trommelt sie an dieselbe Tür und mahnt zur Eile, weil sie ihr Pipi nicht mehr halten kann.

“Sei kein Frosch“, hört sie seine launige Antwort, offensichtlich aus der Badewanne, “ich hab schon mal eine Frau auf dem Töpfchen gesehen…dich übrigens auch“.

Petra ist unter ihrem Druck überredet. Als sie ihren Rock hebt und sich setzt, treffen sich ihre Blicke. Aus vier Augen blitzen gefährliche Funken. Das Plätschern schießt Sven sofort in die Glieder, die durch das warme Bad ohnehin sehr anfällig sind. Er kann und will es nicht verdecken, was sich in seinem Schoß erhebt. Er weiß genau, dass die Frauenaugen eben dort verharren. Der dichte Schaum ist längst verronnen. Seine Gefühle liegen blank im klaren Wasser. Er macht das beste daraus, lockt mit hölzerner Stimme: “Jetzt könntest du, wie lange, lange vor meiner Hochzeit mit deiner Schwester, zu mir in die Wanne steigen.”

Ihr Tonfall ist auch nicht normal: “Und mich noch einmal verlieben in dich?”

In sichtlicher Peinlichkeit erhebt sie sich, bemüht, den Slip so unter den engen Rock zu ziehen, dass sie nichts feilbietet. Sie kommt nicht an der Wanne vorbei zur Tür. Sein Griff um ihr Handgelenk ist fest und eindeutig. Wieder hängen ihre Augen an der ansehnlichen Lockung und dem dunklen Haarschmuck, der unter Wasser einen besonderen Reiz ausübt. Sie atmet schwer beim Anblick der leicht pendelnden blanken Eichel, greift in den Schopf des Mannes und orakelt: “Ach, Sven, warum kann es keine Ehe zu dritt geben?”

Ihre Augen verbohren sich ineinander, als die nasse Hand über die Schenkel nach den Höschen angelt. Sie zittert am ganzen Leibe, hat keine Kraft, auch nur eine Abwehrbewegung zu tun. Wie eine Statue verharrt sie, lässt es zu, dass der Slip bis auf die Waden rollt und auch das Röckchen folgt. Wie im Taumel steigt sie aus beiden heraus. Ihr Becken drängt sich dem lüstern wühlenden Männerkopf entgegen. Wenn noch etwas unklar war, ihr unbeherrschtes Aufstöhnen ist Antwort für beide. Sven ist aus seiner Froschperspektive überwältigt von dem Bild, das sie ihm mit dem ersten Schritt in die Wanne gönnt. Sie kommt nicht dazu, das zweite Bein nachzuholen. Sein geschicktes Petting zwingt sie, zu verharren, den liebevollen Spielfinger überall an und in ihrer aufgeregten Muschi zu genießen. Wie bei einem straffen Ritt, stößt sie bald ihr Becken dem unverhofften Genus entgegen und kommt. Noch schwer atmend, rutscht sie endlich ganz in die Wanne, ohne auf die Bluse zu achten, und raunt: “Wem nehmen wir eigentlich etwas weg, solange meine Schwester noch ihre Probleme hat. Muss doch nicht sein, dass du dich bei anderen Damen entspannst…Ich werde schon damit fertig werden, wenn es wieder vorbei ist.”

Nervös hilft sie, die fünf Knöpfe der klatschnassen Bluse zu öffnen. Sie weiß, dass Sven jeden Augenblick völlig überwältigt ist, wenn die straffen Wonnebälle blank und lockend im Wasser liegen. Ihr ist nie entgangen, wie oft er stumm die Prachtexemplare bewunderte. Genau so hat sie es sich gedacht. Die Wanne ist zu eng für seinen Sturm auf die Bastionen mit den spitzen Türmchen. Das Wasser schwappt über, so stürmisch holt er sie auf die Knie und sich das begehrte Wogen vor die Lippen. Petra glaubt ihren Gefühlen nicht trauen zu dürfen. Er vernascht die beiden Wonneknöpfchen so liebevoll und perfekt, dass sie allein davon abfährt. Oh, ist dieser Mann scharf geladen. Er lässt wohl alles heraus, was sich an Wünschen und Sehnsüchten angestaut hat.

Völlig ergeben lässt sie sich um ihre eigene Achse bugsieren, rechnet damit, dass er sie rittlings auf seinen Stoß dirigiert, freut sich schon darauf, wie das dicke Ende das Wasserschlösschen in einem Zug aufspalten wird. Mitnichten! Heiße Lippen huschen zuerst durch das Tal der Lust, suchen und finden den wonnigen Knirps, kosen und saugen ihn, fangen ihn ganz ein und lassen die Zungenspitze dazu tasten. Der Mann hat es schwer, die Stellung zu halten, weil der rasende Po scheinbar einen neuen Gipfel ankündigt. Heimlich zieht Petra am Ablaufstopfen der Wanne. Dass es ein wenig kühler wird, registriert der Mann nur am Rande. Zu heiß jagt das Blut in den Adern. Als sich ihre Lippen über die pochende Glut stülpen, stößt er instinktiv zu, wird weit und fest aufgenommen. Er hat Petras raffinierte Technik noch aus einer sündigen Stunde im Hinterkopf, weiß, so wie sie diese Runde angeht, wird sie erst ruhiger werden, wenn sie den Zuckteufel besiegt hat, wenn er klein und schlaff aus ihren Lippen huscht. Rasch steigt es durch die außergewöhnliche Situation in ihm auf. Mit flinker Zunge signalisiert er den Anstieg seiner Kurve, macht ihr die große Freude, gemeinsam durch ein wunderschönes Ziel zu gehen.

Unter den rauschenden Strahlen der Dusche legt Petra zwei Finger auf seinen Mund. Sie ist sicher, es kann nur Unsinn werden, was er sagen will. Sie mag nichts hören in diesem Moment von Gewissensbissen. Sie sagt, wie sie denkt: “Es ist wunderschön mit dir. Komm wieder, wenn und wann du magst. Bei einem Seitensprung mit mir, muss ich wenigstens nicht um die Ehe meiner Schwester bangen.”

Sven lächelt auf dem Heimweg vor sich hin. Sie hat ihm noch gestanden, dass sie inzwischen in guten, wenn auch ein wenig zu alten Händen ist, aber nichts gegen einen gelegentlichen Besuch ha


Günther der Hengst

Mi, Jan 21, 2009
05:27:03
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
Ich suche hier mal wieder eine geile sau und hausfrau die mich von oben bis unten anpisst. ich pisse bei mir in die wohnung und mach dann fotos davon. ich finde das geil wenn alles nach pisse riecht. suche eine geile sie für piss spiele pornos anschauen und viel alkohol saufen beim pissen und ficken. bring am besten eine geile abfick freundin mit beim ersten date damit ich euch erst mal in den slip und in die schuhe pissen kann. dann werdet ihr abgefickt und liegen gelassen bis ich wieder lust habe euch erneut anzupissen. ich heisse günther bin 46 jahre alt, nicht rasiert, etwas übergewichtig, stark behaart, sehe aber sehr gut aus und habe einen richtigen fickkolben bei mir. mein fickgerät wiegt gut 300 gramm. und ist für fotzen und arschficken ausgelegt. pissen kann ich ca. 2,5 meter weit, abwichsen ca. einen meter. also hab ich immer genug pisse und wichse für dich und deine freundin. da ich kein auto habe müßtest du zu mir kommen. wann passt es dir denn.? von mir aus könntest du mit deiner ficksau zusammen sofort zu mir kommen. vielleicht könntet ihr euch vorher schon in die hose gepisst haben und so damit herumlaufen. einfach so zum aufgeilen. ich würd mir das anschauen eure nassen piss fotzen und dabei pornos schauen saufen und wichsen während ich beiden säue vor mir tanzt und mir eure löcher zeigt die ich sehen will. ich würde euch auch in den arsch pissen und ihr drückt es euch dann gegenseitig ins gesicht. ich habe viele piss porno filme wo die das so machen. oder wir pissen alle drei in mein wohnzimmer oder in die küche. jeder in eine ecke oder wir gehen im kreis und pissen über den esstisch. würde euch das gefallen.? ihr könntet euch auch gegenseitig ficken um umschnall dildos. habe vier davon zu auswahl. während ihr das macht würde ich voll abpissen in ein glas das ihr das aussaufen würdet. die eine trinkt die pisse die andere pisst mir dabei ins gesicht. dann wird gefickt. aber am besten nur in den arsch. bis zum anschlag ins loch rein. habe heute und eigentlich immer zeit. habe noch einen pornofilm im hintergrund laufen weil ich glaube das gefällt euch wenn ihr das ließt. vielleicht pisst ihr ja auch gleich ab. ich hab meinen fickkolben schon aus der hose hängen und pisse gleich richtig ab. einfach hier im sitzen auf meinen nassen pissteppich. das holz unter dem teppich ist schon ganz gelb und riecht geil nach pisse. vielleicht könntet ihr da mal dran rum lecken während ich euch von hinten in den arsch ficke. habe jedenfalls immer zeit. hoffe ihr beiden auch.? suche was auf dauer zum pissen und zuficken. wenn ihr mir pornofilme beim ersten date mitbringen würdest wäre das richtig pervers. stehe auf piss und arschfick filme. zwei oder drei wären gut. suche eine oder besser gesagt zwei frauen im alter von 22 jahren bis 65 jahren. am besten zwei fotzen die gerne saufen beim pissen und ficken. wenn ihr aussehen würdet wie eure fotzen wäre das geil. gehe auch gern mal ins kino oder essen. aber pornokino ist ehr was für uns drei denk ich. und essen gehen am besten nur in vollgepissten klamotten und unten ohne bei euch beiden. damit ich mir mein glas an eure löcher halten kann ihr reinpisst und ich mir dann nichts mehr bestellen muss weil ich eure pisse habe und saufen werde und ihr natürlich auch. komme aus frankfurt fahre aber öfter nach berlin zum ficken in den puff. freu mich über viele nachrichten und hoffe hier geiles fick material zu bekommen bzw von euch beiden zu hören. ihr könnt auch bei mir einziehen damit wir uns schnell umd immer beim pissen anschauen können. suche hausfrau studentin arbeitslose frauen. einfach alles was sich zum ficken und pissen eignet. vorführung auf parkplätzen sollte bedingung sein. dort werden euch dann viele kerle anwichsen und anpissen. ich habe auch eine sehr große auswahl an pornofilmen die den ganzen tag laufen. ausleihen für mich sollte für euch selbstverständlich sein. hoffe heut noch ein geiles piss date zu haben. also meldet euch schnell ich beiden geilen frauen. romantische grüße von günther.


kristin

Fr, Mrz 13, 2009
22:20:56
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
was seit ihr doch für geile hengste. ich liebe es auch beim ficken zu pissen, es ist das geilste überhaupt wenn ich einen orgasmuss habe und dabei pisse. ich wünsche euch noch viele geile stunden.


kirstin

Mi, Jul 22, 2009
01:29:17
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
B l a s e n = 40,80 euro

Halbe stunde s e x a n a l= 70,25 Euro

Eine Stunde s e x mit anpissen= 100,84 euro

A n a l nur bei sympatie und 300,31 euro extra

Im Moment nur s e x ohne kondom da ich nicht verhüte.

später wenn ich es bekannt gebe auch s e x mit vorführen und spritzen ins arschloch.
was dann 50,83 euro extra kostet.

In den Mund rotzen,wichsen,pissen ist erlaubt, ich schlucke es.!!!


treffen nur nach absprache und foto von dir
und wenn du mir und meinem nachbarn zusagst


rad

Mo, Jul 27, 2009
03:28:11
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
hallo schluckstuten. erst fülle ich meine alte ab und dann wenn sie nicht mehr kann wird sie richtig abgefickt von mir. zum schluss wenn sie am pennen ist stelle ich mich über sie und piss sie voll zu. dann lass ich sie in der pisse liegen und geh eine etage runter zu ihrer freundin. da ficke ich dann weiter. frauen mögen wenn männer so sind. alle frauen finden mich geil.


ThomasFeil eierfeile

Fr, Jul 31, 2009
02:51:20
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
Devoter Strumpfhosenträger erfüllt heute Abend (31.07.2009) und/oder morgen Abend (01.08.2009) übers Internet ihm gestellte Aufgaben aus den Bereichen Schmerz, Pissen, Toilette, Anficken der Gummipuppe, und Demütigung.
Fotobeweis möglich!
Bitte nur ohne finanzielles Interesse, ansonsten bin ich nur für geile Schlampen,Arbeitlose Stuten, und perverse Hausfrauen offen.


Bierbauch

Fr, Jul 31, 2009
07:58:05
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
würde hier gerne eine ehrliche nette aufrichtige geile perverse sau kennenlernen.


pipiboy

Fr, Nov 06, 2009
01:00:17
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
Ich liebe geile Spielchen mit voller Blase.Welche geilen Pipigirls würden sich gerne mal befummeln lassen,obwohl die Blase total voll ist und beim fummeln schön langsam in die Hosen pissen? Ich würde gern mal fühlen,wie du in die Hose pinkelst.Du darfst auch durch deine (hautenge)Hose in meinen Mund pinkeln.Ich sauge mich im Schritt deiner engen Hose fest und du pinkelst.Am liebsten in Cordhosen (feinripp),oder Jeans.


www.sexybieten.de

Mi, Nov 25, 2009
01:34:15
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
Urinspiele beim Sex sind für die meisten schon etwas außergewöhnlich - für viele sogar ekelhaft. Dieser Tipp wendet sich an diejenigen unter uns, die es mögen und auch gelegentlich vollziehen. Ungezwungener ist der ganze Spaß, wenn man ein Latex- oder Lack-Laken als Unterlage benutzt. Zum einen ist alles viel rutschiger und zum anderen kann man(n)/frau die gelbe Sauerei anschließend viel besser entfernen. Gesehen bei www.sexybieten.de


pitpaul58

Fr, Nov 27, 2009
12:00:29
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
welche frau ist bereit mit mir nasses vergnügen zu haben es gibt nichts schöneres als sich gegenseitig anzupissen und noch mehr nasser sex ist das schönste was es gibt


kack/klaus

Di, Dez 29, 2009
04:12:03
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
hallo ihr leiben,bin klaus33 und meine frau petra29 wir stehen total auf gegenseitiges anpissen und anscheissen,wir machen es fast jeden tag,wir waren vor ein paar wochen auf einen privaten NS/KV party dort waren mit uns noch fünf andere pärchen und wir haben ein wochenende mit pisse und scheisse verbracht es war supper geil...


Kotz-Bärbel

Di, Jan 19, 2010
10:12:16
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
Was ist denn das hier für eine weich gespülte Grütze ?
Scheißen und pissen ? Schnee von gestern !
Haben wir vor zwanzig Jahren gemacht.
Bei uns wird nur noch übelst langanhaltend gefurzt und eklig gekotzt. Mit hochdruck. gekonnt. laut. sehr laut. Und mit Popeln beschmiert. Die grünen. köstlich.


Jochen

Sa, Jan 23, 2010
10:07:45
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
Suche Kameltreiber zum Abtreiben meiner vom Neger geschwängerten Ehevotze


Fussnagel

So, Jan 24, 2010
08:08:32
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
Vollgummierte Gummipuppe sucht strenge dominante Herrschaften !!!
Ich bin 48J ,170cm, 140kg, vollschlank, behaart, gepflegt , bi, mit leichtem Ziegenduft,sehr devot, sehr versaut naturgeil pervers dreckig und Tabulos!!
Suche geleg. oder 24/7 Strenge Vollgummiehaltung in Käfig, Zwinger,Misthaufen oder Erdloch.
Auch intresse an strenger Toiletten Erziehung! Nehme KV/NS sehr gerne auf sowie Urinsteintabletten .Auch Pippi und KZ/KZB.
Analdehnung mit Faust im Arsch bevorzugt genommen.
Mache alles was gewünscht wird und was mir befohlen wird.
Ich diene und bediene (Kellner) auf ihrer Party,Ferier,Event,Weihnachtsfeier,Jubiläum,Hochzeit,Heirat,Beerdigung ,Konfirmation und Jugendweihe
als Vollgummierte Gummipuppe! Bilder auf anfragen! (unentgeldlich)!
Stunden weise oder tage weise am liebsten aber täglich perverses erziehen nach ihren wünschen.natursekt zum mittagessen sollte selbstverständlich sein. Mit Runterquirlen ! Gummipuppenoutfit mehr als reichlich und pervers ist Vorhanden.
Einzelne Männer ab 18 j. gerne genommen.DWT,MCT,CHT auch LPP oder LPP/A sowie Transen,und Stuten bevorzugt.Auch Neger. Ab 7cm schwänzelnd.
Meldet euch !


Jochen

Mo, Jan 25, 2010
03:27:53
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
bin ne geile schwuchtel, die geil und gut bläst. schlucke, was man mir gibt. heteromänner, die sich abschlucken lassen wollen, oder mal nen deftigen arschfick probieren wollen.... bitte melden mit bild.


SamenCarmen

Mo, Jan 25, 2010
04:00:37
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
@Jochen

der sieht ja echt scheisse aus dein Schwanz. Total klein und dünn. Wen willst du damit denn beeindrucken? Da würde ich an deiner stelle auch zur Schwuchtel auflaufen da du bei guten Frauen wie mir eh keine Chance hättest. Sieht echt scheisse aus dein mini pipi Schwanz.


Fussnagel

Di, Jan 26, 2010
08:36:04
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
Hallo ich bin der Fussnagel. Ich bin der Ficker vom Esel. Wir beide sind schwul und stehen auf geile schweinereien. Wir leihen uns immer eine menge homofilme aus und wichsen dann geimeinsam ab. Allerdings ist der Esel nicht grad sehr helle im kopf. kein abschuss keine behufung und seine Fürze sind das allerletzte. man könnte auch sagen das er vom dauerden wichsen und leute bepissen nix gar nix mehr im schädel hat. aber der Esel hat zu hause einen Eselstall. da reitet er immer seine sau durch. ja der steht auf solch einen kranken kram. wenn er wenigstens der deutschen sprache mächtig wäre. aber nicht mal das ist er. keine ahnung woher der eigenlich kommt. auf jeden fall sollten ihn die guten amerikaner mal ins verhör nehmen und gleich noch ein paar verfickte hurensöhne von taliban mit grillen. osama bin laden hat auch immer seine schweine heimlich gefickt. während seine anhänger um ihn gestanden haben und voll gewichst haben die ferkel. saddam der pisser ist ja schon weck und der andere ober feigling von bin laden kommt auch noch an den galgen der verfluchte schweineficker. der Esel und ich werden uns heut abend auf jeden fall wieder gegenseitig abficken. wir hatten schon lange keine ziege mehr. ich hatte noch nie eine. aber wenn man so scheisse aussieht ist das auch nicht einfach. aber dafür bin ich ja da. ich halte meinen arsch hin und der Esel fickt mich dann voll ab. danach pissen wir uns noch so richtig ins maul rein. dann gehts ins bett und wir schlafen nebeinander ein. denn am nächsen tag steht eh nur wieder ficken pissen saufen und rumhängen auf dem programm. aber wenn uns beide also mich und der Esel mal eine frau kennenlernen möchte die wir dann gemeinsam ficken und anpissen könnten dann wäre das sehr gut. denn ich wasch mich so gut wie nie und so langsam ist es echt eklig mit dem zu ficken. außerdem ist er nicht nur dumm hässlich und hat einen kleinen schwanz der ist auch noch überall behaart die drecksau. vielleicht such ich mir bald einen anderen ficker der zumindest besser schreiben kann als dieser völlig verblödetete schweineficker namens Fussnagel. so da kommt er schon wieder an und will gefickt werden der vollidiot. also frauen meldet euch bei mir. bin geil aufs ficken und pissen. wir beide also der Esel und ich stehen auch sehr auf damenwäsche. die haben wir fast den ganzen tag an wenn wir total besoffen auf dem teppich liegen und uns selber anpissen weil wir es auf klo nicht mehr schaffen. bis dann EUER Fussnagel und sein Esel.


Jochen

Fr, Jan 29, 2010
04:33:32
RE: Pissen beim Sex

Antwort:

ich habe mir neulich aus versehen selber ins Maul gepisst.ist das normal? ich mache das jetzt fast ständig.manchmal pisse ich bei mir in die wohnung und setz mich dann in die pisse.und ich sammel meine pisse um sie später zu trinken und auch um sie meinen gästen anzubieten.die wissen aber nicht das es meine pisse ist.
ist das normal?ich pisse auch ins bett und bleib drin liegen oder pisse in jedes zimmer in meiner wohnung.das riecht nach einer woche total geil. hat vielleicht jemand lust mit zu pissen? jetzt gerade in diesem moment pisse ich mir selbst in die hose und alles ist richtig geil nass und läuft am sessel und an den beinen runter. alles bei mir ist mittlerweile vollgepisst.ich trinke absichtlich über vier liter am tag damit ich ordendlich was zum abpissen habe.
meine wohnung riecht so geil obwohl meine nachbarn mich raus haben wollen.neulich habe ich bei denen vor die haustür gepisst und ein wenig davon wieder aufgeleckt.das war geil.vielleicht gibt es ja einen mann der die selben vorlieben hat wie ich. ich denke immer nur an pisse.wer gibt mir seine?


pitpaul58

Fr, Jan 29, 2010
11:53:24
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
hallo jochen wenn nicht zu weit weg wohnst wäre bereit für gegenseitiges anpissen mit schlucken bin auch bereit für andere sauereien


Jochen

Fr, Jan 29, 2010
14:21:07
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
@pitpaul58

Stell dir vor du lässt die hosen runder und ich knie mit verlangendem mund nach deinem steifen glied vor dir.lustvoll lässt du ihn in meinen mund gleiden und ich umspanne ihn mit strammen lippen,wobei sich mein kopf vor und zurück bewegt,meine zunge spielt dabei mit deiner eichel als müsste sie,sie blank polieren.zärtlich streichel meine hände deine leisten und po.ja ich höre dich vor wohllust stöhnen und fahre mit meiner hand an deinen anus und massiere ihn,wobei ich meine mündliche arbeit nicht vernachlässige.gleich werden deine hände in meine haare greifen und meinen kopf fest an dich pressen,dein schwanz stößt mir in die kehle und ich verspüre wie dein samen in meinen hals läuft dass fasst keine luft mehr bekomme,nun lässt du von mir ab,und mir verbleibt nur noch dein nun erschlaffenden schwanz sauberzulecken.Jetzt möchte ich nur noch von dir hören:du geile sau wir machen es wieder mal.ja sage ich,dann bekommst du aber auch meine zunge in deinen arsch,du hertro


Günther

Sa, Jan 30, 2010
08:36:05
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
Gottverdammich du beschissener Tölpel du .
Du bist doch bestimmt so ein alter Komsomolze , he ?
Hast bestimmt schon den Lenin-Orden du Hühnerdieb. Lass dich vom obersten Sowjet der KPdSU im Mausoleum an der Kremlmauer beisetzen du dämlicher Klötenlutscher !


Jochen

So, Jan 31, 2010
00:05:07
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
@Günther

Genossinnen und Genossen,
da die Einwohnerzahl der sozialistischen Staaten stetig sinkt hat das von mir gegründete Kombinat 'Erhalt der Arbeiterklasse'beschlossen sich um die Vermehrung der sozialistisch denkenden Bevölkerung zu kümmern.
Alle Genossinnen zwischen 18 und 25 Jahren sind hiermit aufgerufen sich bei mir zu melden um sich einem Tauglichkeitstest zur Überprüfung der Vermehrungsfähigkeit zu unterziehen. Zur Anmeldung für den Test schreibt bitte mit Aussagekräftigem Foto an klausgase@t-online.de
Ich werde mich umgehend mit Euch in Verbindung setzen und den Test an Euch durchführen.
Die Fahne Hoch, der Klöten tief - Sozialismus siegt!


Tunte Klausgase

So, Jan 31, 2010
00:37:07
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
@Günther

Zuerst werde ich dir mit dem Mund deinen stinkenden Slip runter ziehen. Dann lecke ich Dir über den Schenkel und verwöhne deine Eier mit der Zunge, taste mich langsam über den Schaft und fahre dann ganz langsam über deine Drecksnille. Dann nimmst du meinen Kopf und schiebst dein Prügel mir richtig tief in den Mund. Ich sauge und lecke....so gerne. Welche Tun gibt mir seinen dreckigen Eichelkäsekolben, immer und immer wieder? Ich lecke doch so gerne. Also melde dich, wenn ich dein Hoden aussaugen soll!
klausgase@t-online.de


Günther

Mo, Feb 08, 2010
10:45:47
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
Fussnagel , Gottverdammich du beschissener Tölpel du .
Du bist doch bestimmt so ein alter Komsomolze , he ?
Hast bestimmt schon den Lenin-Orden du Hühnerdieb. Lass dich vom obersten Sowjet der KPdSU im Mausoleum an der Kremlmauer beisetzen du dämlicher Klötenlutscher !


Nasse Chica

Sa, Feb 20, 2010
10:33:56
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
Bei mir kommt es vor das ich vor Geilheit abpisse, wenn ich mich selbst wichse sowieso, aber auch ein Mann kann mich dazu bringen.


Günther

Sa, Feb 27, 2010
11:00:37
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
Suche Analen Anschluss in MännerWG und einen netten Partner der mir 5x am Tag in die Eier tritt


Tim

Mi, Mrz 03, 2010
06:57:26
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
Möchte es gerne mit einer frau ausprobieren die dan vor geilheit pissen muss meine ex hat sich des wegen immer geschähmt schreibt mich einfach an wenn ihr interesse habt Tiger223@live.de


Darkbear

Mo, Mrz 08, 2010
01:06:36
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
Ich finde es auch sau geil wenn mich mein Partner in den
Mund pisst erst Blase ich ihn einen bis zum schluss dann
pisst er mir seine pisse in den Mund die zwei Sachen sind
sau gut zum schlucken geil Sage ich nur und lecker


Rocketman

Di, Mrz 09, 2010
07:30:02
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
hi darkbaer,

würd dir gern mal meine sahne in den mund spritzen und dir danach noch meinen geilen sekt zum trinken geben! würde aber auch deinen allzugerne kosten!

nasse grüße


Ich mach alles

Mo, Mrz 15, 2010
00:30:17
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
Wer aus der nähe mainz kommt und perversen sex will soll sich bei mir melden...es gibt KEINE TABUS!!!ich mache was du willst!!

NUR MORGENS ZWISCHEN (8.00 UND 11.00)

Lg
Kelvin
015779613047


Eddy

Mo, Mrz 15, 2010
14:36:40
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
würde es gerne mal ausprobieren nasse chica


Fussnagel

Mo, Mrz 15, 2010
22:19:20
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
@eddy
warum du immer wieder, mensch eddy geh in dein kindergarten


Anonymous

Sa, Mrz 27, 2010
04:15:01
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
bin ein leidenschaftlicher lecker ich liebe es eine geile fotze so richtig zu lecken bin aber auch für alles andere offen meine schwanz maßen sind 17cm lang und 7,5 cm breit komme aus rheinland pfalz meldet euch doch einfach mal Tiger223@live.de


Fussnagel

Sa, Mrz 27, 2010
07:12:38
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
@anonymus
Du penner kannst mir mal meine Tanne Ölen


Hans WAF

Fr, Apr 16, 2010
07:54:00
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
Ich fand es herrlich ,beim lecken der Muschi in den Mund gepißt zu werden. Habe fast alles geschluckt.
Leider finde ich keine Frau mehr für Sachen.


pitpaul58

So, Jul 04, 2010
09:07:34
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
es sind soviele hier was über das pissen schreiben und machen möchten
ich bin aus frankfurt wäre bereit zu einem besuchbaren oder besuchbare alles zu tun mit dem goldenen sekt wer lust hat kann kontakt mit mir aufnehmen bin älteres semester anmerk


www.sexybieten.de

Fr, Jul 09, 2010
03:51:04
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
Pissen und Kacken - das ist doch viel zu schade für die Toilette. So denken jedenfalls unsere pissgeilen Fotzen und kacken den derben Kerlen erst mal anständig ins Maul, bevor sie mit dem goldenen Natursekt nachspülen. Anschließend werden sie aber auch ordentlich rangenommen und zum großen Finale gibts Dünnpfiff und dicke Würste. Also für jeden Geschmack das richtige dabei. Schaut euch diese herrlichen Schweinereien an - auf www.sexybieten.de


pitpaul58

Sa, Jul 31, 2010
11:59:51
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
keine oder keiner da die der ein pissverhältnis eingehen will
hallo ihr lieben frauen traut euch keine scham ihr wisst nicht was da euch entgeht mit dem goldenen saft gibt es grossen spass und geilt voll auf also ihr weiblichkeiten keine scheu zeigen und antworten


pitpaul58

So, Aug 08, 2010
05:57:10
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
hallo hat keiner mehr lust zu schreiben meldet euch mal um sich evtl mal zu treffen für ein pissgelage eine massenpisserei wäre geil


peegirllover

Sa, Okt 02, 2010
03:45:40
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
Ich würde gerne mal ein junges,schlankes Pipimädchen kennenlernen,welches schon lange dringend mal pinkeln muss,aber die Pisse immer wieder aufhält,um sich am Druck der vollen Blase aufzugeilen.Ich möchte es bei Ihr abhalten,bis sie nicht mehr kann und fühlen,wie sie langsam in ihre wirklich sehr,sehr enge Hose pinkelt.


pitpaul58

Do, Okt 28, 2010
08:34:05
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
hallo wo sind die pipimädels und frauen bzw pissladys warte gierig auf den goldenen sekt überwindet euren schweinehund und meldet euch ich warte


Natz

Do, Okt 28, 2010
10:00:24
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
PSYCHOPATENPOWER LEUTE!!!!
WAS WÄR DIE WELT OHNE UNS KRANKEN PSYCHOPATEN

NUR WIR KÖNNEN DIE WELT RETTEN!!!!


Anonymous

Mo, Nov 08, 2010
04:44:09
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
Traumhaft.
Suche Junge Männer im Alter von 18 J.-23 Jahren.


Fussnagel

Mo, Nov 08, 2010
08:46:37
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
Welche Omi oder welcher Opi will mir ins Maul pissen? Bei Sympahtie lasse ich mir gerne auch ins Maul kacken! Dicke Würste oder Dünnpfiff - alles kann, nichts muss. Tolerante Senioren bitte melden - bin mobil und habe Tagesfreizeit.


pitpaul

Mi, Nov 10, 2010
11:45:55
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
hi fussnagel wie soll man dich erreichen wenn in iknokito hier bist ich piss dein maul voll darfst schlucken ohne ende das andere braune naja darüber kann man reden


Na und?

Do, Nov 11, 2010
02:37:56
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
Pitpaul, vergiss es. Pinkel in die Toilette und lass Fussnagel in Ruh. Das hat er geschrieben, als er unter Drogen stand. In Wirklichkeit steht er füs solche Schweinereien gar nicht zur Verfügung.
Aber wer weiß, vielleicht meldet sich ja ein anderes menschliches Klo für deine Bedürfnisse...


Dirk

Do, Nov 11, 2010
03:58:50
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
TÜTÜ hahahah TÜTÜ hahahah TÜTÜ hahahah TÜTÜ hahaha

TÖRRÖ hahahah TÖRÖ hahahah


Natz

Do, Nov 11, 2010
10:31:55
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
aha - Fussnagel hat wieder Ausgang, alles klar...


Lingual

Do, Nov 11, 2010
11:35:00
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
Ich bins leid. Ich will jetzt meine letze bitte loswerden.
Natz, ich verehre dich zutiefst.


Fussnagel

Do, Nov 11, 2010
12:34:02
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
eben habe ich meine oma durchs schlüsselloch im badezimmer beobachtet. sie saß auf dem pott und ich sah ihren haarigen busch und spielte an meinem kleinen ding. da hörte ich opa die treppe rauf kommen, schnell zog ich den reißverschluss meiner hose ... aua!!!


Natz

Do, Nov 11, 2010
20:37:58
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
LIngual lasss uns nach england u eine schwulenehe mit tam tam machen.


Lingual

Fr, Nov 12, 2010
01:34:19
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
ok, aber nur, wenn du der bottom bist
und mir täglich die nudel bläst, während
der debile fussnagel mir die rosette
leckt


Fussnagel

So, Nov 14, 2010
00:25:39
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
gerne, Lingual, gerne, Ich habe gerade meine schwule Seite entdeckt. Stehe dir auch als 2 loch Stute zur Verfügung!


Busch

Fr, Nov 26, 2010
04:19:05
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
Hallo, meine Frau pisst immer wenn sie kommt und sie spritzt eine weisse dicke flüssigkeit aus ihrer pussy ähnlich wie sperma nur unmengen davon und das mach mich sowas von geil. In der 69er z.b. schluckt sie neiben Spearma und ich ihres.


Kemal

Fr, Nov 26, 2010
04:53:39
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
vergrab doch deine leckfresse in ihrem busch und ersaufe an ihrem fotzenschleim


Fussnagel

Sa, Nov 27, 2010
06:02:25
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
Ihr säue ich bin hier und will jetzt eine frau besamen


rubberboy

Sa, Dez 04, 2010
00:51:12
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
Hallo an alle Geilen älteren Frauen über 50 bis ca 80 J.gerne auch Dicke nit Fetter Triefenden Fotze bin 50 plus, geil liebe fette Fotzen ausgiebig zu lecken, lasse mir dabei in den Mund Pissen schlucke alles, lecke auch Euer stinkendes Poloch ficke in alle Löcher maxche alles Tabulos mit,wohne in Schleswig-Holstein komme aber überall hien,habe Zeit und bin Mobil, wir können auch im Freien total Rumficken/Sauen,meldet Euch alle


otto 2

Sa, Dez 04, 2010
12:17:15
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
Meine frau hat interesse, will aber zugucken.


paul

Sa, Dez 11, 2010
11:01:03
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
wo sind die pissgeilen weiber am liebsten welche wo molkerei noch funktion hat erst goldner sekt dann das weise gold aus der molkerei nuckeln geil geil


paul

Do, Dez 30, 2010
08:18:55
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
wünsche dem pissvolk einen guten rutsch ins neue jahr aber nicht auf der pisse rutschen wers aber mag kann auch pissend rutschen mein wunsch fürs neue jahr viele pissende weiber oder pissende bipaare aus der gegen von ffm tschüss


WERNER

Do, Dez 30, 2010
14:22:18
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
ICH HAB MAL HIER GELESEN ICH BEKAM DAS KOTZEN
NICHTS GEILES WAR ZU LESEN EKEL EKEL
GEIL IST WENN MEIN KUMPEL MIT SEINER FRAU UND ICH
MIT MEINER FRAU FEIERN DANN FICKEN WIR GEMEINSAM
WIR NASCHEN VON EINANDER UND TAUSCHEN DIE FRAUEN
ODER WIR MACHEN DREIER DANN MUSS IMMER EINER ODER
EINE ZUKUCKEN


Anonymous

Sa, Jan 01, 2011
13:28:32
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
ich man suche mann der mir in den mund pissticq nr hinerlassen oder mit mir al wichst einfach geil catten


Fussnagel

Sa, Jan 01, 2011
18:00:25
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
Werner du schwuler sitzpisser du bist wohl der der immer zukucken du flachwichser


paul

So, Jan 02, 2011
08:19:23
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
hallo anonymous schreib mich mal an auch wo du her bist


Anonymous

So, Jan 02, 2011
13:06:05
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
lasse einfach deine icq nr hier oder emaladresse


Anonymous

Mo, Jan 03, 2011
08:18:57
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
hallo anonymous klicke auf meinen namen dann hast mein mail fenster zum anschreiben


Anonymous

Mo, Jan 03, 2011
15:47:27
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
wenn du mir eklärst wie das mal wieder gehtdas ist ja umständlich gib mir einfa deine icq nr und ich füge dich hinzu ist doch ein facher wä sicher geil mit dir zu catten lg


Fussnagel

Di, Jan 04, 2011
08:26:29
V I D E O :::OOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOO

Antwort:
Hallo ihr Schweine !

mein neuestet Erotic - Video ist nun endlich fertig.

Real High Performance.
Auch in 3D erhältlich.

Ihr seht mich darin rittlings auf dem Küchentisch liegen während ich mir vorsichtig die Eier abwichse.
Ich presse kurz an und lasse einen urigen , langanhaltenden Furz.
Es mefft !
Ich presse weiter und plötzlich kringelt sich aus meinem Arschloch eine klitzekleine Scheißwurst heraus.
Respekt !
Ich presse noch weiter und schlagartig pflöppt eine übelst riesige Ladung rötlicher Durchfall auf den Küchentisch.
Das muchtet !
Sofort im Anschluß hole ich mir einen runter und rotze eine gigantische Portion gelbliches Sperma auf meinen eigenen noch dampfenden Scheißhaufen.
Igitt !
Zum Abschluß lasse ich dann nochmal einen kurzen aber kräftigen Furz.
Hut ab.
Als Abschiedsgeschenk für euch ziehe ich mir dann noch einen cirka sechsundzwanzig Zentimeter langen schlierigen grünlich schimmernden Rotzpopel aus meiner Haken-Nase und schnippe ihn mit schwung bis an die Decke wo er noch heute runterhängt.
Meingott Walter.
In diesem Moment kommt meine Mutter ins Zimmer und muß sich übergeben...
Großartig !
Vom feinsten.
Die Mutti kommt also ins Zimmer und muß sich schlagartig übergeben.
Ihre Worte waren : grhg , rölpsd , rtsch-d alde sau.
Sie kotzt voll auf Fridolin , unseren schlafenden Kater.
Der würgt , schluchzt und bekommt keine Luft mehr.
innerhalb dzweieinhalb Minuten laüft die olle Katze blau an und röchelt nur noch.
Wenig später kann der Not-Tierarzt nur noch den Tod feststellen.
Meine Mutter kotzt deshalb schon wieder.
Diesmal auf den Not-Tierarzt.
Der ekelt sich und kotzt auch.
Auf den verendeten Kater.
So eine Sauerei !
Der Rotzpopel hängt immernoch von der Decke.
Aber nicht mehr richtg fest.
Er wackelt schon.
Wie lang bleibt er noch oben kleben ?
Plötzlich kommt unser ABV , der Oberwachtmeister von der Volkspolizei zur Tür rein.
Meint so es gäb Beschwerden.
Aus der Nachbarschaft.
Wegen übelstem gestöhne.
so so.
Ich :
ach nö , lass ma Alder.
Alles voll korrect.
GUT.
Sagt der Wachmann und spricht eine förmliche mündliche Verwarnung aus.
Krass !
In diesem Moment kommt doch tatsächlich unsere Nachbarin die senile Gertrude übern Hof geschlarpft.
Frisch vom Plumps- Klo.
Sie sieht zwar nix , aber riecht die ganze Scheiße.
Ergreift die Flucht ,
rennt ,
und trifft vollspann den armen Fridolin.
Der schnaltzt deshalb an die Decke knapp neben dem langen Rotzpopel.
Ich schwöre !
wirklich knapp neben dem Popel.
Von der Decke pflöppt der leider verendete Fridolin in hohem Bogen geradewegs in unser Aquarium.
Gott sei Dank sind nur noch wenige Fische drin.
Die meisten sind schon seit langem verreckt.
Und die , die noch drin sind schwimmen mit dem Bauch kieloben.
Darein klatscht also der Fridolin.
Merkt es aber nicht mehr.
Der Schutzmann schaut schonwieder durchs Fenster und droht !
verdammich , was soll nun werden ?
Fridolin weicht langsam auf.
An der speckigen Fensterscheibe krabbelt eine fette Scheißhausfliege hoch.
Aus über fünf Metern Entfernung lasse ich mit Hochdruck einen übelsten Piss-Strahl los und treffe die Fliege gerade beim Start.
Die Sau will flüchten !
Nixda , ich pump nochwas hinterher.
Sie wird von der Fensterscheibe runtergespült.
Wohin ?
Na ?
Richtig.
Ins Aquarium.
So eine Schweinerei.
Das einzige was im Aquarium noch funktioniert ist die Heizung.
Das Wasser ist verdampft.
Die Heizspirale glüht.
Fridolin wird gegrillt.
Schonwieder versuchen zwei total fette fette Scheißhausfliegen am speckigen Fenster hochzukrabbeln.
Diesmal mache ich es cleverer.
Aus über sechseinhalb Meter Entfernung semmel ich mir einen runter und pflumpfe einen garstig breiten Fladen auf die beiden Scheißhausfliegen.
Sofort hinterher gleich noch einen.
Respekt !
Alle beiden Fliegen erleiden einen Volltreffer.
Spitze !
Flügel verklebt , flugunfähig.
Klatsch !
die erste plumpst ins ausgetrocknete Aquarium.
Platsch !
Die zweite auch.
Großartig.
Die Heizspirale glüht immer noch.
Rauch steigt auf.
BRANDGEFAHR !
Ich lösche sofort mit einer übelsten Ladung frischer Pisse.
Das Aquarium ist nun endlich wieder halb voll...
Die Tür geht auf und Daggi , unsere Nachbarstochter kommt zu Besuch. Das Miststück ist letzte Woche endlich 18 geworden.
Gott sei Dank !
Ab jetzt ist alles legal !
Sie fragt ob ich ihr mal wieder beim kacken zusehen möchte.
Warum nicht ?
Sie zieht ihre knallengen Jeans runter und hängt ihren geilen Knackarsch übers Aquarium.
PFLAARTZ !
SPRAATZ !
Dzwei oberfette Portionen der Sonderklasse klatschen ins Becken.
Allmächtiger !
Ich geb noch was zu und das olle Aquarium ist nun endlich wieder randvoll.
Heizstab Regler rechts...
Es brodelt.
Und müffelt.
Pfui Deibel !
Fridolin ist gar.
Aber total zerkocht.
So eine Scheiße.
Der Postbote klingelt.
Bringt ein Westpacket.
Denkste !
Ich reiß die Tür auf und schlag dem blöden Wessi voll in die Fresse.
Aber mit Pfeffer !
Die Sau taumelt , stürtzt und schlägt mit seinem verkeimten Russenschädel mit voller Wucht auf das alte Eisengeländer.
Das gottverdammte Schwein verreckt auf der Stelle.
Besser iss das !
Ich zerr den Kadaver rein und schmeiß ihn ins Aquarium.
In diesem Moment fällt doch tatsächlich der alte verdörrte Rotzpopel von vor vielen Wochen von der Decke.
Mir doch Wurscht !
Aber :
Die Sau schwimmt !
Der ganze Pansen wird mit dzwei dutzend Ziegelsteinen beschwert.
Endlich geht die Mistbutte unter.
Heizstab Regler rechtsanschlag...


paul

Fr, Jan 28, 2011
11:05:42
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
welches weib gibt mir ihren goldenen sekt zum trinken noch geiler wäre es wenn sie mir auch noch milch aus ihrem euter zu trinken gibt einen milch-sekt coctail mädels mit prallen euters keine scheu meldet euch


paul

Mo, Mrz 14, 2011
10:22:21
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
wo sind die versauten piss-votzen und piss-schwänze welche votze darf ich darf ich mit natursekt füllen welche votze pisst mich von oben bis unten voll mag deinen sekt kosten und trinken welcher mann füllt meine arschvotze mit dem goldenen sekt suche paar oder paare die ich besuchen kann alles versaute erlaubt nur kein kaviar bzw kein ms nur naturwasserspiele er darf mich auch ficken anschlissend seinen sekt in mich spritzen wer schreibt mir ich warte


madlen

Do, Mrz 17, 2011
03:22:42
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
Ich bin Dominante Frau suche ein Sklave mit Geld.Ich nutze dich richtig aus mit alle möglische fantasie


paul

So, Mrz 27, 2011
08:04:46
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
finde es unfair wenn s um geld geht beim sex mit pissen alles sollte ohne finanziele interessen abspielen man sollte spass dabei haben ich sage die geilheit und der drang nach ausgefallenem zählt also mädels und jungens mit druck auf der blase meldet euch bei wem darf ich im goldenen saft baden und auch kosten keine scheu zeigen es wartet euer paul


wichsriemen

So, Apr 03, 2011
11:35:04
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
Was geht ab, ich lass mich jeden tag einen blasen und rotze der geilen sau alles in die fresse und verreibe den wixkram im ganzen gesicht mit meine geilen wixriemen und anscheliesend pisse ich die geile fotze die pisse voll in die fresse. das ist alles so passiert und passiert immer wieder.


Roger

Di, Apr 19, 2011
00:36:31
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
Müsst ihr mir mal zeigen, wie ihr beim Ficken in
die Möse pisst. Geht doch gar nicht !!!


paul

Di, Apr 19, 2011
07:46:11
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
roger es geht ich habs schon gemacht man muss es nur lernen mit steifen schwanz zu pissen am besten geht es nach dem abspritzen und die blase muss voll sein. musst es mal ausprobieren und üben beim 3 ten oder 4 ten mal geht es


kemal

Di, Apr 19, 2011
08:43:26
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
hallo leute. FInd da sforum coll u kann nichts mehr an anzeigen neu machen.

Ich träum schon lange davon mal angekotzt u angekackt wzu werden. Ich will alles essen.
Bitte keine ihh git.

Gibt es hier welche frau mann die gern jemanden (dominant)(zwingen) würden ihre kotze zu trinken die stücke zu eseen u die scheiße aus dena rsch zu lecken u den haufen aufzuessen?

Bitte erstmal posten bevor addy


Markus

Mo, Mai 16, 2011
04:52:15
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
Bin absolut pissgeil und suche eine versaute Sie, die ebenfalls auf Pissspiele steht!!!


Mehmet

Do, Mai 19, 2011
07:25:25
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
wir kommen alle nach deutschland.
wir machen viele kinder.
wir nehmen euer geld und leben von harz4.
wir klauen eure autos und ficken eure frauen.
dann bomben wir euch schweine alle kaputt.
lang lebe al-qaida.
allahu akbar


paul

So, Mai 22, 2011
06:56:08
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
bin auch pissgeil egal mit wem ob frau mann oder paar alle pisspiele sind geil rhein-maingebiet wäre geil


Martin Janowski

So, Mai 22, 2011
07:43:39
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
Ich bin ein illegal eingewanderter Pole, der von Hartz4 und dem Geld meiner Oma lebt. Ich habe in meinem leben noch nie gearbeitet, trinke die meiste zeit des Tages Alkohol, schlafe, oder höre ganz laut Techno. Ich verprügel gerne Frauen, weil ich zu schwach bin mich gegen Männer & kleine Jungs zu wehren! Zusätzlich bin ich schon über 30 und wohne immer noch mit meiner Mutter, Stiefvater + Stieftochter und meiner Oma zusammen! Ich bin der Traumann aller Frauen!!!


paul

So, Mai 22, 2011
08:43:47
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
martin janowski was hat dein bericht mit dem geilen pissen zu tun


josch

Fr, Mai 27, 2011
14:22:58
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
bin m. als ich meinen freud´nd 12 bei meiner konfirmation entschuligung bin besoffen un 1997 hat meinenschwanz im mumd geil dein gayler der dich liebt


paul

Do, Jun 23, 2011
09:51:42
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
wo sind die pissgeilen weiber oder kerle noch besser paare will baden in pisse obersupergeil wärs wenn sich ein weib mit milchtitten meldet für einen milchgoldsektcoktail meldet euch ich warte alter egal von 18j bis nach oben keine grenzen haupsache der gelbe strahl fließt in strömen also keine angst oder hemmung alles bleibt unter uns bis bald euer paul


Erna

Do, Jun 23, 2011
12:59:17
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
Hallo Herr Paul,
ich bin die Erna, im besten Alter, vollschlank , reif und erfahren. Ich mag es, wenn mich ein Mann am Poloch ausdauernd leckt und besonders, wenn er meinen Natursekt und Kaviar nascht.
Melden Sie sich schnell.
Ihre Erna


paul

So, Jun 26, 2011
10:10:05
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
hallo erna du brauchst nur meinen namen anklicken dann kannst mir eine mail zusenden bis bald
gruß paul


Roman

Mi, Jun 29, 2011
09:07:15
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
Hallo Erna, bis jetzt haben mich die Frauen, die
vorher angaben, mich geil vollpissen zu wollen, sehr
enttäuscht. Wenn überhaupt, dann kamen nur ein paar
Tröpfchen, wenn Sie über mir standen. Wenn Du lange
und kräftig pissen kannst, werde ich willig meinen
Mund öffnen, um Dich dann in beide Löcher ausdauernd
zum Orgasmus lecken.
GG
Roman


Hedda P

Do, Jun 30, 2011
06:46:21
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
Ey, Roman, Du Scheißwurst, Du Made, Du Homo! Ich pisse wie ein Rennpferd, pass mal schön auf, dass mein Pißstrahl Dich nicht Durchs Laminat drückt, Du Pißsklave!


paul

Do, Jun 30, 2011
11:54:30
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
hallo erna ich warte auf deine mail solltest nicht erna sein sondern der ernst macht auch nichts schreib mich an auf meinen nick klicken schon kannst mich anschreiben ich warte


Väterchen Fick

Do, Jun 30, 2011
11:59:22
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
Ich bin aus Russland und ficke gerne alte Frau. Kann mich auch kack machen in Mund und pisse.
Nastrovje
Väterchen Fick


Roman

Fr, Jul 01, 2011
14:05:08
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
Hedda, Du geile Sau!! Mach doch, ich trinke Dich aus
und leck Dich dann, das Du spritzt wie ein
Kieslaster!! Sind doch nur Sprüche, Dampf, nichts
dahinter, wie immer in diesen Foren. Wenn Du mal
eine Plattform wissen willst, wo echte versaute
Dates zustande kommen, und auch versaute Fotos zu
sehen sind zu meiner Anzeige, dann sende mir mal
Deine Addi, dann nenn ich Dir die Seite, da siehst
Du meinen Piss-Schwanz, vielleicht bekommst Du dann
Lust?!


Hedda P.

Fr, Jul 01, 2011
14:32:49
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
Roman, ich habe dir schon mal gesagt, dass mich dein kleines Pimmelchen nicht interessiert. Und dein Hintern übrigens auch nicht. Ich lass mich gerne lecken und drück dabei auch schon mal ab wenns gefällt. Oder anpissen, einfach geil ;-)


Pohlschmidt

Mo, Jul 04, 2011
01:56:20
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
Wissen Eure Eltern eigentlich, was Ihr hier macht, Ihr Perversen?


Ku Klux Kack

Mo, Jul 04, 2011
11:49:09
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
Ihr scheiß Kackefresser! Ich werd mich schon um Euch kümmern!


derehemann

Mi, Jul 06, 2011
04:06:41
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
Als ich meine Frau bat, mir geil in den Mund zu
pissen, meinte Sie, ich sei krank und pervers. Ich
träume nachts davon, wie mir eine geile Stute ins
Maul pisst, und ich Sie dann sauberlecken muss. Bin
ich jetzt wirklich krank und pervers? Oder gibt es
Frauen, die das gerne machen?


Thomas

Mi, Jul 06, 2011
06:12:16
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
Ich würde gerne mal wieder einer Frau in den Mund pissen
das sie schluckt. Welche Sie getraut es sich?


basti

Fr, Jul 08, 2011
15:02:34
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
kinder ficken find ich gut!


Benito Adolfini

Di, Jul 12, 2011
05:09:45
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
Ich werde mich schon um Euch kümmern...


Webmasterin Sandra

Di, Jul 12, 2011
13:11:53
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
Liebe ernsthafte Forumsteilnehmer,

das Thema ist leider nicht mehr aktuell, denn inzwischen posten hier leider mehr Fakes als echte Leute. Deshalb haben wir, das Team von Blasebilder.org, uns schweren Herzens dazu entschlossen, diese Seite komplett mit Forum und Kontaktanzeigen innerhalb der nächsten vier Wochen vom Netz zu nehmen.

Es tut uns wirklich außerordentlich leid, aber das scheint uns der einzige sinnvolle Weg zu sein. Nicht sauer sein und weiterhin

viel Spaß im Netz,

Eure Sandra.


Webmasterin Sandra

Di, Jul 19, 2011
10:26:07
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
Der vorige Beitrag stammt übrigens nicht von mir, sondern von einem Scherzbold, dessen IP-Adresse wir bereits an die Staatsanwaltschaft, Abteilung Internetkriminalität weitergeleitet haben.

Unsere Seite bleibt natürlich im Netz. Also fleißig weiter posten!!!

Sandra


Webmasterin Sandra

Di, Jul 19, 2011
10:49:20
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
Hey, Fotzmasterin Sackdra! Kannst Dich schön ins Knie ficken - und Deine fiktive "Staatsanwaltschaft, Abteilung Internetkriminalität" gleich mit. Keine Sorge, ich fick das Scheißforum hier noch kaputt.
Übrigens: meine derzeitige IP lautet 195.43.157.85 und gehört zu einem Exit-Server in Broughton, Großbritannien. Die kann der erfundene Staatsanwalt auf einen fünf-Euro-Schein Schreiben, sich unter die Vorhaut klemmen und so lange wichsen, bis 100 Euro draus geworden sind. Aber sonst auch nichts. Also: FICK DICH!


Fussnagel

Do, Jul 21, 2011
05:16:38
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
Pohlschmidt du Analgeburt

kannst natürlich auch gerne von meinem Kot naschen.

Einen Tag, nachdem ich Nüsse und Müsli gegessen habe ist der immer so locker-flockig.



Fussnagel

Do, Jul 21, 2011
12:53:03
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
Mein schwuler Lebenspartner und ich suchen alte, impotente Aidsnigger, die sich von uns in den Arsch knallen lassen!


Edgar Allan Poe

Do, Jul 21, 2011
16:41:32
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
THE RAVEN.
Once upon a midnight dreary, while I pondered, weak and weary, Over many a quaint and curious volume of forgotten lore, While I nodded, nearly napping, suddenly there came a tapping, As of some one gently rapping, rapping at my chamber door. "'T is some visiter," I muttered, "tapping at my chamber door— Only this, and nothing more."
Ah, distinctly I remember it was in the bleak December, And each separate dying ember wrought its ghost upon the floor. Eagerly I wished the morrow:—vainly I had sought to borrow From my books surcease of sorrow—sorrow for the lost Lenore— For the rare and radiant maiden whom the angels name Lenore— Nameless here for evermore.
And the silken sad uncertain rustling of each purple curtain Thrilled me—filled me with fantastic terrors never felt before; So that now, to still the beating of my heart, I stood repeating "'T is some visiter entreating entrance at my chamber door Some late visiter entreating entrance at my chamber door;— This it is, and nothing more."
[20] Presently my soul grew stronger; hesitating then no longer, "Sir," said I, "or Madam, truly your forgiveness I implore; But the fact is I was napping, and so gently you came rapping, And so faintly you came tapping, tapping at my chamber door, That I scarce was sure I heard you"—here I opened wide the door;— Darkness there, and nothing more.
Deep into that darkness peering, long I stood there wondering, fearing, Doubting, dreaming dreams no mortal ever dared to dream before; But the silence was unbroken, and the darkness gave no token, And the only word there spoken was the whispered word, "Lenore!" This I whispered, and an echo murmured back the word, "Lenore!" Merely this and nothing more.
Back into the chamber turning, all my soul within me burning, Soon again I heard a tapping, somewhat louder than before. "Surely," said I, "surely that is something at my window lattice; Let me see, then, what thereat is, and this mystery explore— Let my heart be still a moment and this mystery explore;— 'T is the wind and nothing more!"
Open here I flung the shutter, when, with many a flirt and flutter, In there stepped a stately Raven of the saintly days of yore. Not the least obeisance made he; not a minute stopped or stayed he; But, with mien of lord or lady, perched above my chamber door— Perched upon a bust of Pallas just above my chamber door— Perched, and sat, and nothing more.
[21] Then this ebony bird beguiling my sad fancy into smiling, By the grave and stern decorum of the countenance it wore, "Though thy crest be shorn and shaven, thou," I said, "art sure no craven, Ghastly grim and ancient Raven wandering from the Nightly shore,— Tell me what thy lordly name is on the Night's Plutonian shore!" Quoth the Raven, "Nevermore."
Much I marvelled this ungainly fowl to hear discourse so plainly, Though its answer little meaning—little relevancy bore; For we cannot help agreeing that no living human being Ever yet was blessed with seeing bird above his chamber door— Bird or beast upon the sculptured bust above his chamber door, With such name as "Nevermore."
But the Raven, sitting lonely on the placid bust, spoke only That one word, as if his soul in that one word he did outpour. Nothing further then he uttered—not a feather then he fluttered— Till I scarcely more than muttered, "Other friends have flown before— On the morrow he will leave me, as my hopes have flown before." Then the bird said, "Nevermore."
Startled at the stillness broken by reply so aptly spoken, "Doubtless," said I, "what it utters is its only stock and store, Caught from some unhappy master whom unmerciful Disaster Followed fast and followed faster till his songs one burden bore— Till the dirges of his Hope that melancholy burden bore Of 'Never—nevermore.'"
[22] But the Raven still beguiling all my sad soul into smiling, Straight I wheeled a cushioned seat in front of bird and bust and door; Then, upon the velvet sinking, I betook myself to linking Fancy unto fancy, thinking what this ominous bird of yore— What this grim, ungainly, ghastly, gaunt and ominous bird of yore Meant in croaking "Nevermore."
This I sat engaged in guessing, but no syllable expressing To the fowl whose fiery eyes now burned into my bosom's core; This and more I sat divining, with my head at ease reclining On the cushion's velvet lining that the lamplight gloated o'er, But whose velvet violet lining with the lamplight gloating o'er She shall press, ah, nevermore!
Then, methought, the air grew denser, perfumed from an unseen censer Swung by seraphim whose foot-falls tinkled on the tufted floor. "Wretch," I cried, "thy God hath lent thee—by these angels he hath sent thee Respite—respite and nepenthe from thy memories of Lenore! Quaff, oh quaff this kind nepenthe, and forget this lost Lenore!" Quoth the Raven, "Nevermore."
"Prophet!" said I, "thing of evil!—prophet still, if bird or devil!— Whether Tempter sent, or whether tempest tossed thee here ashore, Desolate yet all undaunted, on this desert land enchanted— On this home by Horror haunted—tell me truly, I implore— Is there—is there balm in Gilead?—tell me—tell me, I implore!" Quoth the Raven, "Nevermore."
[23] "Prophet!" said I, "thing of evil—prophet still, if bird or devil! By that Heaven that bends above, us—by that God we both adore— Tell this soul with sorrow laden if, within the distant Aidenn, It shall clasp a sainted maiden whom the angels name Lenore— Clasp a rare and radiant maiden whom the angels name Lenore." Quoth the Raven, "Nevermore."
"Be that word our sign of parting, bird or fiend!" I shrieked, upstarting— "Get thee back into the tempest and the Night's Plutonian shore! Leave no black plume as a token of that lie thy soul hath spoken! Leave my loneliness unbroken!—quit the bust above my door! Take thy beak from out my heart, and take thy form from off my door!" Quoth the Raven, "Nevermore."
And the Raven, never flitting, still is sitting, still is sitting On the pallid bust of Pallas just above my chamber door; And his eyes have all the seeming of a demon's that is dreaming, And the lamplight o'er him streaming throws his shadow on the floor; And my soul from out that shadow that lies floating on the floor Shall be lifted—nevermore!


Friedrich S.

Do, Jul 21, 2011
16:44:14
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
Die Jungfrau von Orleans

Eine romantische Tragödie
PERSONEN

Karl der Siebente, König von Frankreich
Königin Isabeau, seine Mutter
Agnes Sorel, seine Geliebte
Philipp der Gute, Herzog von Burgund
Graf Dunois, Bastard von Orleans
La Hire Du Chatel, königliche Offiziere
Erzbischof von Reims
Chatillon, ein burgundischer Ritter
Raoul, ein lothringischer Ritter
Talbot, Feldherr der Engelländer
Lionel Fastolf, englische Anführer
Montgomery, ein Walliser
Ratsherren von Orleans
Ein englischer Herold
Thibaut d'Arc, ein reicher Landmann
Margot Louison Johanna, seine Töchter
Etienne Claude, Marie Raimond, ihre Freier
Bertrand, ein anderer Landmann
Die Erscheinung eines schwarzen, Ritters
Köhler und Köhlerweib
Soldaten und Volk, königliche
Kronbediente, Bischöfe, Mönche, Marschälle, Magistratspersonen,
Hofleute und andere stumme Personen im Gefolge des Krönungszuges
ERSTER AUFZUG

Hoflager König Karls zu Chinon

Erster Auftritt
Dunois und Du Chatel

DUNOIS. Nein, ich ertrag es länger nicht. Ich sage
Mich los von diesem König, der unrühmlich
Sich selbst verläßt. Mir blutet in der Brust
Das tapfre Herz und glühnde Tränen möcht ich weinen,
Daß Räuber in das königliche Frankreich
Sich teilen mit dem Schwert, die edeln Städte,
Die mit der Monarchie gealtert sind,
Dem Feind die rostgen Schlüssel überliefern,
Indes wir hier in tatenloser Ruh
Die köstlich edle Rettungszeit verschwenden.
—Ich höre Orleans bedroht, ich fliege
Herbei aus der entlegnen Normandie,
Den König denk ich kriegerisch gerüstet
An seines Heeres Spitze schon zu finden,
Und find ihn—hier! Umringt von Gaukelspielern
Und Troubadours, spitzfindge Rätsel lösend
Und der Sorel galante Feste gebend,
Als waltete im Reich der tiefste Friede!
—Der Connetable geht, er kann den Greul
Nicht länger ansehn.—Ich verlaß ihn auch,
Und übergeb ihn seinem bösen Schicksal.

DU CHATEL. Da kommt der König!
ERSTER AUFZUG

Zweiter Auftritt

König Karl zu den Vorigen

KARL. Der Connetable schickt sein Schwert zurück,
Und sagt den Dienst mir auf.—In Gottes Namen!
So sind wir eines mürrschen Mannes los,
Der unverträglich uns nur meistern wollte.

DUNOIS. Ein Mann ist viel wert in so teurer Zeit,
Ich möcht ihn nicht mit leichtem Sinn verlieren.

KARL. Das sagst du nur aus Lust des Widerspruchs,
Solang er dawar, warst du nie sein Freund.

DUNOIS. Er war ein stolz verdrießlich schwerer Narr,
Und wußte nie zu enden—diesmal aber
Weiß ers. Er weiß zu rechter Zeit zu gehn,
Wo keine Ehre mehr zu holen ist.

KARL. Du bist in deiner angenehmen Laune,
Ich will dich nicht drin stören.—Du Chatel!
Es sind Gesandte da vom alten König,
René, belobte Meister im Gesang,
Und weit berühmt.—Man muß sie wohl bewirten,
Und jedem eine goldne Kette reichen.
(Zum Bastard) Worüber lachst du?

DUNOIS. Daß du goldne Ketten
Aus deinem Munde schüttelst.

DU CHATEL. Sire! Es ist
Kein Geld in deinem Schatze mehr vorhanden.

KARL. So schaffe welches.—Edle Sänger dürfen
Nicht ungeehrt von meinem Hofe ziehen.
Sie machen uns den dürren Szepter blühn,
Sie flechten den unsterblich grünen Zweig
Des Lebens in die unfruchtbare Krone,
Sie stellen herrschend sich den Herrschern gleich,
Aus leichten Wünschen bauen sie sich Throne,
Und nicht im Raume liegt ihr harmlos Reich,
Sie beide wohnen auf der Menschheit Höhen!

DU CHATEL. Mein königlicher Herr! Ich hab dein Ohr
Verschont, solang noch Rat und Hülfe war,
Doch endlich löst die Notdurft mir die Zunge.
Du hast nichts mehr zu schenken, ach! du hast
Nicht mehr, wovon du morgen könntest leben!
Die hohe Flut des Reichtums ist zerflossen,
Und tiefe Ebbe ist in deinem Schatz.
Den Truppen ist der Sold noch nicht bezahlt,
Sie drohen murrend abzuziehen.—Kaum weiß
Ich Rat, dein eignes königliches Haus
Notdürftig nur, nicht fürstlich, zu erhalten.

KARL. Verpfände meine königlichen Zölle,
Und laß dir Geld darleihn von den Lombarden.

DU CHATEL. Sire, deine Kroneinkünfte, deine Zölle,
Sind auf drei Jahre schon voraus verpfändet.

DUNOIS. Und unterdes geht Pfand und Land verloren.

KARL. Uns bleiben noch viel reiche schöne Länder.

DUNOIS. Solang es Gott gefällt und Talbots Schwert!
Wenn Orleans genommen ist, magst du
Mit deinem König René Schafe hüten.

KARL. Stets übst du deinen Witz an diesem König,
Doch ist es dieser länderlose Fürst,
Der eben heut mich königlich beschenkte.

DUNOIS. Nur nicht mit seiner Krone von Neapel,
Um Gotteswillen nicht! Denn die ist feil,
Hab ich gehört, seitdem er Schafe weidet.

KARL. Das ist ein Scherz, ein heitres Spiel, ein Fest,
Das er sich selbst und seinem Herzen gibt,
Sich eine schuldlos reine Welt zu gründen
In dieser rauh barbarschen Wirklichkeit.
Doch was er Großes, Königliches will—
Er will die alten Zeiten wiederbringen,
Wo zarte Minne herrschte, wo die Liebe
Der Ritter große Heldenherzen hob,
Und edle Frauen zu Gerichte saßen,
Mit zartem Sinne alles Feine schlichtend.
In jenen Zeiten wohnt der heitre Greis,
Und wie sie noch in alten Liedern leben,
So will er sie, wie eine Himmelstadt,
In goldnen Wolken, auf die Erde setzen—
Gegründet hat er einen Liebeshof,
Wohin die edlen Ritter sollen wallen,
Wo keusche Frauen herrlich sollen thronen,
Wo reine Minne wiederkehren soll,
Und mich hat er erwählt zum Fürst der Liebe.

DUNOIS. Ich bin so sehr nicht aus der Art geschlagen,
Daß ich der Liebe Herrschaft sollte schmähn.
Ich nenne mich nach ihr, ich bin ihr Sohn,
Und all mein Erbe liegt in ihrem Reich.
Mein Vater war der Prinz von Orleans,
Ihm war kein weiblich Herz unüberwindlich,
Doch auch kein feindlich Schloß war ihm zu fest.
Willst du der Liebe Fürst dich würdig nennen,
So sei der Tapfern Tapferster!—Wie ich
Aus jenen alten Büchern mir gelesen,
War Liebe stets mit hoher Rittertat
Gepaart und Helden, hat man mich gelehrt,
Nicht Schäfer saßen an der Tafelrunde.
Wer nicht die Schönheit tapfer kann beschützen,
Verdient nicht ihren goldnen Preis.—Hier ist
Der Fechtplatz! Kämpf um deiner Väter Krone!
Verteidige mit ritterlichem Schwert
Dein Eigentum und edler Frauen Ehre—
Und hast du dir aus Strömen Feindesbluts
Die angestammte Krone kühn erobert,
Dann ist es Zeit und steht dir fürstlich an,
Dich mit der Liebe Myrten zu bekrönen.

KARL (zu einem Edelknecht, der hereintritt).
Was gibts?

EDELKNECHT. Ratsherrn von Orleans flehen um Gehör.

KARL. Führ sie herein.
(Edelknecht geht ab) Sie werden Hülfe fodern,
Was kann ich tun, der selber hülflos ist!
ERSTER AUFZUG

Dritter Auftritt

Drei Ratsherren zu den Vorigen

KARL. Willkommen, meine vielgetreuen Bürger
Aus Orleans! Wie stehts um meine gute Stadt?
Fährt sie noch fort mit dem gewohnten Mut
Dem Feind zu widerstehn, der sie belagert?

RATSHERR. Ach Sire! Es drängt die höchste Not, und stündlich wachsend
Schwillt das Verderben an die Stadt heran.
Die äußern Werke sind zerstört, der Feind
Gewinnt mit jedem Sturme neuen Boden.
Entblößt sind von Verteidigern die Mauern,
Denn rastlos fechtend fällt die Mannschaft aus,
Doch wen'ge sehn die Heimatpforte wieder,
Und auch des Hungers Plage droht der Stadt.
Drum hat der edle Graf von Rochepierre,
Der drin befehlt, in dieser höchsten Not
Vertragen mit dem Feind, nach altem Brauch,
Sich zu ergeben auf den zwölften Tag,
Wenn binnen dieser Zeit kein Heer im Feld
Erschien, zahlreich genug, die Stadt zu retten.
(Dunois macht eine heftige Bewegung des Zorns)

KARL. Die Frist ist kurz.

RATSHERR. Und jetzo sind wir hier
Mit Feinds Geleit, daß wir dein fürstlich Herz
Anflehen, deiner Stadt dich zu erbarmen,
Und Hülf zu senden binnen dieser Frist,
Sonst übergibt er sie am zwölften Tage.

DUNOIS. Saintrailles konnte seine Stimme geben
Zu solchem schimpflichen Vertrag!

RATSHERR. Nein, Herr!
Solang der Tapfre lebte, durfte nie
Die Rede sein von Fried und Übergabe.

Dunois. So ist er tot!

Ratsherr. An unsern Mauern sank
Der edle Held für seines Königs Sache.

KARL. Saintrallles tot! O in dem einzgen Mann
Sinkt mir ein Heer!
(Ein Ritter kommt und spricht einige Worte leise mit dem Bastard,
welcher betroffen auffährt)

DUNOIS. Auch das noch!

KARL. Nun! Was gibts?

DUNOIS. Graf Douglas sendet her. Die schottschen Völker
Empören sich und drohen abzuziehn,
Wenn sie nicht heut den Rückstand noch erhalten.

KARL. Du Chatel!

DU CHATEL (zuckt die Achseln).
Sire! Ich weiß nicht Rat.

KARL. Versprich,
Verpfände was du hast, mein halbes Reich—

Du CHATEL. Hilft nichts! Sie sind zu oft vertröstet worden!

KARL. Es sind die besten Truppen meines Heers!
Sie sollen mich jetzt nicht, nicht jetzt verlassen!

RATSHERR (mit einem Fußfall).
O König, hilf uns! Unsrer Not gedenke!

KARL (verzweiflungsvoll). Kann ich Armeen aus der Erde stampfen?
Wächst mir ein Kornfeld in der flachen Hand?
Reißt mich in Stücken, reißt das Herz mir aus,
Und münzet es statt Goldes! Blut hab ich
Für euch, nicht Silber hab ich, noch Soldaten!

(Er sieht die Sorel hereintreten, und eilt ihr mit ausgebreiteten
Armen entgegen)
ERSTER AUFZUG

Vierter Auftritt

Agnes Sorel ein Kästchen in der Hand, zu den Vorigen

KARL. O meine Agnes! Mein geliebtes Leben!
Du kommst, mich der Verzweiflung zu entreißen!
Ich habe dich, ich flieh an deine Brust,
Nichts ist verloren, denn du bist noch mein.

SOREL. Mein teurer König!
(Mit ängstlich fragendem Blick umherschauend)
Dunois! Ists wahr?
Du Chatel?

Du CHATEL. Leider!

Sorel. Ist die Not so groß?
Es fehlt am Sold? Die Truppen wollen abziehn?

Du CHATEL. Ja leider ist es so!

SOREL (ihm das Kästchen aufdrängend).
Hier, hier ist Gold,
Hier sind Juwelen—Schmelzt mein Silber ein—
Verkauft, verpfändet meine Schlösser—Leihet
Auf meine Güter in Provence—Macht alles
Zu Gelde und befriediget die Truppen.
Fort! Keine Zeit verloren! (Treibt ihn fort)

KARL. Nun, Dunois? Nun, Du Chatel! Bin ich euch
Noch arm, da ich die Krone aller Frauen
Besitze?—Sie ist edel, wie ich selbst
Geboren, selbst das königliche Blut
Der Valois ist nicht reiner, zieren wurde sie
Den ersten Thron der Welt—doch sie verschmäht ihn,
Nur meine Liebe will sie sein und heißen.
Erlaubte sie mir jemals ein Geschenk
Von höherm Wert, als eine frühe Blume
Im Winter oder seltne Frucht! Von mir
Nimmt sie kein Opfer an, und bringt mir alle!
Wagt ihren ganzen Reichtum und Besitz
Großmütig an mein untersinkend Glück.

SOREL. Glaub ihm nicht.
Er hat sein Leben zehenmal für dich
Gewagt und zürnt, daß ich mein Gold jetzt wage.
Wie? Hab ich dir nicht alles froh geopfert,
Was mehr geachtet wird als Gold und Perlen,
Und sollte jetzt mein Glück für mich behalten?
Komm! Laß uns allen überflüßgen Schmuck
Des Lebens von uns werfen! Laß mich dir
Ein edles Beispiel der Entsagung geben!
Verwandle deinen Hofstaat in Soldaten,
Dein Gold in Eisen, alles was du hast,
Wirf es entschlossen hin nach deiner Krone!
Komm! Komm! Wir teilen Mangel und Gefahr!
Das kriegerische Roß laß uns besteigen,
Den zarten Leib dem glühnden Pfeil der Sonne
Preisgeben, die Gewölke über uns
Zur Decke nehmen, und den Stein zum Pfühl.
Der rauhe Krieger wird sein eignes Weh
Geduldig tragen, sieht er seinen König
Dem Ärmsten gleich ausdauren und entbehren!

DUNOIS. Ja sie ist eine Rasende wie du,
Und wirft ihr Alles in ein brennend Haus,
Und schöpft ins lecke Faß der Danaiden.
Dich wird sie nicht erretten, nur sich selbst
Wird sie mit dir verderben—

KARL (lächelnd). Ja, nun erfüllt sich mir ein altes Wort
Der Weissagung, das eine Nonne mir
Zu Clermont im prophetschert Geiste sprach.
Ein Weib, verhieß die Nonne, würde mich
Zum Sieger machen über alle Feinde,
Und meiner Väter Krone mir erkämpfen.
Fern sucht ich sie im Feindeslager auf,
Das Herz der Mutter hofft ich zu versöhnen,
Hier steht die Heldin, die nach Reims mich führt,
Durch meiner Agnes Liebe werd ich siegen!

SOREL. Du wirsts durch deiner Freunde tapfres Schwert.

KARL. Auch von der Feinde Zwietracht hoff ich viel
Denn mir ist sichre Kunde zugekommen,
Daß zwischen diesen stolzen Lords von England
Und meinem Vetter von Burgund nicht alles mehr
So steht wie sonst—Drum hab ich den La Hire
Mit Botschaft an den Herzog abgefertigt,
Ob mirs gelänge, den erzürnten Pair
Zur alten Pflicht und Treu zurückzuführen
Mit jeder Stunde wart ich seiner Ankunft.

DU CHATEL (am Fenster). Der Ritter sprengt soeben in den Hof

KARL. Willkommner Bote! Nun so werden wir
Bald wissen, ob wir weichen oder siegen.
ERSTER AUFZUG

Fünfter Auftritt

La Hire zu den Vorigen!

KARL (geht ihm entgegen).
La Hire! Bringst du uns Hoffnung oder keine?
Erklär dich kurz. Was hab ich zu erwarten?

LA HIRE. Erwarte nichts mehr als von deinem Schwert.

KARL. Der stolze Herzog laßt sich nicht versöhnen!
O sprich! Wie nahm er meine Botschaft auf?

LA HIRE. Vor allen Dingen und bevor er noch
Ein Ohr dir könne leihen, Lodert er,
Daß ihm Du Chatel ausgeliefert werde,
Den er den Mörder seines Vaters nennt.

KARL. Und, weigern wir uns dieser Schmachbedingung?

LA HIRE. Dann sei der Bund zertrennt, noch eh er anfing.

KARL. Hast du ihn drauf, wie ich dir anbefahl,
Zum Kampf mit mir gefodert auf der Brücke
Zu Montereau, allwo sein Vater fiel?

LA HIRE. Ich warf ihm deinen Handschuh hin und sprach:
Du wolltest deiner Hoheit dich begeben,
Und als ein Ritter kämpfen um dein Reich.
Doch er versetzte: nimmer täts ihm not,
Um das zu fechten, was er schon besitze.
Doch wenn dich so nach Kämpfen lüstete,
So würdest du vor Orleans ihn finden,
Wohin er morgen willens sei zu gehn;
Und damit kehrt' er lachend mir den Rücken.

KARL. Erhob sich nicht in meinem Parlamente
Die reine Stimme der Gerechtigkeit?

LA HIRE. Sie ist verstummt vor der Parteien Wut.
Ein Schluß des Parlaments erklärte dich
Des Throns verlustig, dich und dein Geschlecht.

DUNOIS. Ha frecher Stolz des herrgewordnen Bürgers!

KARL. Hast du bei meiner Mutter nichts versucht?

LA HIRE. Bei deiner Mutter!

KARL. Ja! Wie ließ sie sich vernehmen?

LA HIRE (nachdem er einige Augenblicke sich bedacht).
Es war gerad das Fest der Königskrönung,
Als ich zu Saint Denis eintrat. Geschmückt
Wie zum Triumphe waren die Pariser,
In jeder Gasse stiegen Ehrenbogen,
Durch die der engelländsche König zog.
Bestreut mit Blumen war der Weg und jauchzend,
Als hätte Frankreich seinen schönsten Sieg
Erfochten, sprang der Pöbel um den Wagen.

SOREL. Sie jauchzten—jauchzten, daß sie auf das Herz
Des liebevollen sanften Königs traten!

LA HIRE. Ich sah den jungen Harry Lancaster,
Den Knaben, auf dem königlichen Stuhl
Sankt Ludwigs sitzen, seine stolzen Öhme
Bedford und Gloster standen neben ihm,
Und Herzog Philipp kniet' am Throne nieder
Und leistete den Eid für seine Länder.

KARL. O ehrvergeßner Pair! Unwürdger Vetter!

LA HIRE. Das Kind war bang und strauchelte, da es
Die hohen Stufen an dem Thron hinanstieg.
"Ein böses Omen!" murmelte das Volk,
Und es erhob sich schallendes Gelächter.
Da trat die alte Königin, deine Mutter,
Hinzu, und—mich entrüstet es zu sagen!

KARL. Nun?

LA HIRE. In die Arme faßte sie den Knaben
Und setzt' ihn selbst auf deines Vaters Stuhl.

KARL. O Mutter! Mutter!

LA HIRE. Selbst die wütenden
Burgundier, die mordgewohnten Banden,
Erglüheten vor Scham bei diesem Anblick.
Sie nahm es wahr und an das Volk gewendet
Rief sie mit lauter Stimm: "Dankt mirs, Franzosen,
Daß ich den kranken Stamm mit reinem Zweig
Veredle, euch bewahre vor dem miß-
Gebornen Sohn des hirnverrückten Vaters!"
(Der König verhüllt sich, Agnes eilt auf ihn zu und schließt ihn
in ihre Arme, alle Umstehenden drücken ihren Abscheu, ihr
Entsetzen aus)

DUNOIS. Die Wölfin!—die wutschnaubende Megäre!

KARL (nach einer Pause zu den Ratsherren).
Ihr habt gehört, wie hier die Sachen stehn.
Verweilt nicht länger, geht nach Orleans
Zurück, und meldet meiner treuen Stadt:
Des Eides gegen mich entlaß ich sie.
Sie mag ihr Heil beherzigen und sich
Der Gnade des Burgundiers ergeben,
Er heißt der Gute, er wird menschlich sein.

DUNOIS. Wie Sire? Du wolltest Orleans verlassen!

RATSHERR (kniet nieder). Mein königlicher Herr! Zieh deine Hand
Nicht von uns ab! Gib deine treue Stadt
Nicht unter Englands harte Herrschaft hin.
Sie ist ein edler Stein in deiner Krone,
Und keine hat den Königen, deinen Ahnherrn,
Die Treue heiliger bewahrt.

DUNOIS. Sind wir
Geschlagen? Ists erlaubt, das Feld zu räumen,
Eh noch ein Schwertstreich um die Stadt geschehn?
Mit einem leichten Wörtlein, ehe Blut
Geflossen ist, denkst du die beste Stadt
Aus Frankreichs Herzen wegzugeben?

KARL. Des Blutes ist geflossen und vergebens!
Des Himmels schwere Hand ist gegen mich,
Geschlagen wird mein Heer in allen Schlachten,
Mein Parlament verwirft mich, meine Hauptstadt,
Mein Volk nimmt meinen Gegner jauchzend auf,
Die mir die Nächsten sind am Blut, verlassen,
Verraten mich—Die eigne Mutter nährt
Die fremde Feindesbrut an ihren Brüsten.
—Wir wollen jenseits der Loire uns ziehn,
Und der gewaltgen Hand des Himmels weichen,
Der mit dem Engelländer ist.

SOREL. Das wolle Gott nicht, daß wir, an uns selbst
Verzweifelnd, diesem Reich den Rücken wenden!
Dies Wort kam nicht aus deiner tapfern Brust.
Der Mutter unnatürlich rohe Tat
Hat meines Königs Heldenherz gebrochen!
Du wirst dich wiederfinden, männlich fassen,
Mit edelm Mut dem Schicksal widerstehen,
Das grimmig dir entgegenkämpft.

KARL (in düstres Sinnen verloren). Ist es nicht wahr?
Ein finster furchtbares Verhängnis waltet
Durch Valois' Geschlecht, es ist verworfen
Von Gott, der Mutter Lastertaten führten
Die Furien herein in dieses Haus,
Mein Vater lag im Wahnsinn zwanzig Jahre,
Drei ältre Brüder hat der Tod vor mir
Hinweggemäht, es ist des Himmels Schluß,
Das Haus des sechsten Karls soll untergehn.

SOREL. In dir wird es sich neuverjüngt erheben!
Hab Glauben an dich selbst.—O! nicht umsonst
Hat dich ein gnädig Schicksal aufgespart
Von deinen Brüdern allen, dich den jüngsten
Gerufen auf den ungehofften Thron.
In deiner sanften Seele hat der Himmel
Den Arzt für alle Wunden sich bereitet,
Die der Parteien Wut dem Lande schlug.
Des Bürgerkrieges Flammen wirst du löschen,
Mir sagts das Herz, den Frieden wirst du pflanzen,
Des Frankenreiches neuer Stifter sein.

KARL. Nicht ich. Die rauhe sturmbewegte Zeit
Heischt einen kraftbegabtem Steuermann.
Ich hätt ein friedlich Volk beglücken können,
Ein wild empörtes kann ich nicht bezähmen,
Nicht mir die Herzen öffnen mit dem Schwert,
Die sich entfremdet mir in Haß verschließen.

SOREL. Verblendet ist das Volk, ein Wahn betäubt es,
Doch dieser Taumel wird vorübergehe,
Erwachen wird, nicht fern mehr ist der Tag,
Die Liebe zu dem angestammten König,
Die tief gepflanzt ist in des Franken Brust,
Der alte Haß, die Eifersucht erwachen,
Die beide Völker ewig feindlich trennt;
Den stolzen Sieger stürzt sein eignes Glück.
Darum verlasse nicht mit Übereilung
Den Kampfplatz, ring um jeden Fußbreit Erde,
Wie deine eigne Brust verteidige
Dies Orleans! Laß alle Fähren lieber
Versenken, alle Brücken niederbrennen,
Die über diese Scheide deines Reichs,
Das stygsche Wasser der Loire dich führen.

KARL. Was ich vermocht, hab ich getan. Ich habe
Mich dargestellt zum ritterlichen Kampf
Um meine Krone.—Man verweigert ihn.
Umsonst verschwend ich meines Volkes Leben,
Und meine Städte sinken in den Staub.
Soll ich gleich jener unnatürlichen Mutter
Mein Kind zerteilen lassen mit dem Schwert?
Nein, daß es lebe, will ich ihm entsagen.

DUNOIS. Wie Sire? Ist das die Sprache eines Königs?
Gibt man so eine Krone auf? Es setzt
Der Schlechtste deines Volkes Gut und Blut
An seine Meinung, seinen Haß und Liebe,
Partei wird alles, wenn das blutge Zeichen
Des Bürgerkrieges ausgehangen ist.
Der Ackersmann verläßt den Pflug, das Weib
Den Rocken, Kinder, Greise waffnen sich,
Der Bürger zündet seine Stadt, der Landmann
Mit eignen Händen seine Saaten an,
Um dir zu schaden oder wohlzutun
Und seines Herzens Wollen zu behaupten.
Nichts schont er selber und erwartet sich
Nicht Schonung, wenn die Ehre ruft, wenn er
Für seine Götter oder Götzen kämpft.
Drum weg mit diesem weichlichen Mitleiden,
Das einer Königsbrust nicht ziemt.—Laß du
Den Krieg ausrasen, wie er angefangen,
Du hast ihn nicht leichtsinnig selbst entflammt.
Für seinen König muß das Volk sich opfern,
Das ist das Schicksal und Gesetz der Welt.
Der Franke weiß es nicht und wills nicht anders.
Nichtswürdig ist die Nation, die nicht
Ihr Alles freudig setzt an ihre Ehre.

KARL (zu den Ratsherren). Erwartet keinen anderen Bescheid.
Gott schütz euch. Ich kann nicht mehr.

DUNOIS. Nun so kehre
Der Siegesgott auf ewig dir den Rücken,
Wie du dem väterlichen Reich. Du hast
Dich selbst verlassen, so verlaß ich dich.
Nicht Englands und Burgunds vereinte Macht,
Dich stürzt der eigne Kleinmut von dem Thron.
Die Könige Frankreichs sind geborne Helden,
Du aber bist unkriegerisch gezeugt.
(Zu den Ratsherren) Der König gibt euch auf. Ich aber will
In Orleans, meines Vaters Stadt, mich werfen,
Und unter ihren Trümmern mich begraben.
(Er will gehen. Agnes Sorel hält ihn auf)

SOREL (zum König). O laß ihn nicht im Zorne von dir gehn!
Sein Mund spricht rauhe Worte, doch sein Herz
Ist treu wie Gold, es ist derselbe doch,
Der warm dich liebt und oft für dich geblutet.
Kommt, Dunois! Gesteht, daß Euch die Hitze
Des edeln Zorns zu weit geführt—Du aber
Verzeih dem treuen Freund die heftge Rede!
O kommt, kommt! Laßt mich eure Herzen schnell
Vereinigen, eh sich der rasche Zorn
Unlöschbar, der verderbliche, entflammt!
(Dunois fixiert den König und scheint eine Antwort zu erwarten)

KARL (zu Du Chatel). Wir gehen über die Loire. Laß mein
Gerät zu Schiffe bringen!

DUNOIS (schnell zur Sorel). Lebet wohl!
(Wendet sich schnell und geht, Ratsherren folgen)
SOREL (ringt verzweifelt die Hände).
O wenn er geht, so sind wir ganz verlassen!
—Folgt ihm, La Hire. O sucht ihn zu begütgen.

(La Hire geht ab)
ERSTER AUFZUG

Sechster Auftritt

Karl. Sorel. Du Chatel

KARL. Ist denn die Krone ein so einzig Gut?
Ist es so bitter schwer, davon zu scheiden?
Ich kenne was noch schwerer sich erträgt.
Von diesen trotzig herrischen Gemütern
Sich meistern lassen, von der Gnade leben
Hochsinnig eigenwilliger Vasallen,
Das ist das Harte für ein edles Herz,
Und bittrer als dem Schicksal unterliegen!
(Zu Du Chatel, der noch zaudert) Tu was ich dir befohlen!

DU CHATEL (wirft sich zu seinen Füßen).
O mein König!

KARL. Es ist beschlossen. Keine Worte weiter!

DU CHATEL. Mach Frieden mit dem Herzog von Burgund,
Sonst seh ich keine Rettung mehr für dich.

KARL. Du rätst mir dieses, und dein Blut ist es,
Womit ich diesen Frieden soll versiegeln?

DU CHATEL. Hier ist mein Haupt. Ich hab es oft für dich
Gewagt in Schlachten und ich leg es jetzt
Für dich mit Freuden auf das Blutgerüste.
Befriedige den Herzog. Überliefre mich
Der ganzen Strenge seines Zorns und laß
Mein fließend Blut den alten Haß versöhnen!

KARL (blickt ihn eine Zeitlang gerührt und schweigend an).
Ist es denn wahr? Steht es so schlimm mit mir,
Daß meine Freunde, die mein Herz durchschauen,
Den Weg der Schande mir zur Rettung zeigen?
Ja, jetzt erkenn ich meinen tiefen Fall,
Denn das Vertraun ist hin auf meine Ehre.

DU CHATEL. Bedenk—

KARL. Kein Wort mehr! Bringe mich nicht auf!
Müßt ich zehn Reiche mit dem Rücken schauen,
Ich rette mich nicht mit des Freundes Leben.
—Tu was ich dir befohlen. Geh und laß
Mein Heergerät einschiffen.

DU CHATEL. Es wird schnell
Getan sein.

(Steht auf und geht, Agnes Sorel weint heftig)
ERSTER AUFZUG

Siebenter Auftritt

Karl und Agnes Sorel

KARL (ihre Hand fassend). Sei nicht traurig, meine Agnes.
Auch jenseits der Loire liegt noch ein Frankreich,
Wir gehen in ein glücklicheres Land.
Da lacht ein milder niebewölkter Himmel
Und leichtre Lüfte wehn, und sanftre Sitten
Empfangen uns, da wohnen die Gesänge
Und schöner blüht das Leben und die Liebe.

SOREL. O muß ich diesen Tag des Jammers schauen!
Der König muß in die Verbannung gehn,
Der Sohn auswandern aus des Vaters Hause
Und seine Wiege mit dem Rücken schauen.
O angenehmes Land, das wir verlassen,
Nie werden wir dich freudig mehr betreten.
ERSTER AUFZUG

Achter Auftritt

La Hire kommt zurück. Karl und Sorel

SOREL. Ihr kommt allein. Ihr bringt ihn nicht zurück?
(Indem sie ihn näher ansieht)
La Hire! Was gibts? Was sagt mir Euer Blick?
Ein neues Unglück ist geschehn!

LA HIRE. Das Unglück
Hat sich erschöpft und Sonnenschein ist wieder!

SOREL. Was ists? Ich bitt Euch.

LA HIRE (zum König).Ruf die Abgesandten
Von Orleans zurück!

KARL. Warum? Was gibts?

LA HIRE. Ruf sie zurück. Dein Glück hat sich gewendet,
Ein Treffen ist geschehn, du hast gesiegt.

SOREL. Gesiegt! O himmlische Musik des Wortes!

KARL. La Hire! Dich täuscht ein fabelhaft Gerücht.
Gesiegt! Ich glaub an keine Siege mehr.

LA HIRE. O du wirst bald noch größre Wunder glauben.
—Da kommt der Erzbischof. Er führt den Bastard
In deinen Arm zurück—

SOREL. O schöne Blume des Siegs, die gleich die edeln Himmelsfrüchte, Fried und Versöhnung trägt!
ERSTER AUFZUG

Neunter Auftritt

Erzbischof von Reims. Dunois. Du Chatel mit Raoul, einem geharnischten Ritter, zu den Vorigen

ERZBISCHOF (führt den Bastard zu dem König und legt ihre
Hände ineinander). Umarmt euch, Prinzen!
Laßt allen Groll und Hader jetzo schwinden,
Da sich der Himmel selbst für uns erklärt.
(Dunois umarmt den König)

KARL. Reißt mich aus meinem Zweifel und Erstaunen.
Was kündigt dieser feierliche Ernst mir an?
Was wirkte diesen schnellen Wechsel?

ERZBISCHOF (führt den Ritter hervor und stellt ihn vor den
König). Redet!

RAOUL: Wir hatten sechzehn Fähnlein aufgebracht
Lothringisch Volk, zu deinem Heer zu stoßen,
Und Ritter Baudricour aus Vaucouleurs
War unser Führer. Als wir nun die Höhen
Bei Vermanton erreicht und in das Tal,
Das die Yonne durchströmt, herunterstiegen,
Da stand in weiter Ebene vor uns der Feind,
Und Waffen blitzten, da wir rückwärts sahn.
Umrungen sahn wir uns von beiden Heeren.
Nicht Hoffnung war zu siegen noch zu fliehn,
Da sank dem Tapfersten das Herz und alles,
Verzweiflungsvoll, will schon die Waffen strecken.
Als nun die Führer miteinander noch
Rat suchten und nicht fanden—sich da stellte sich
Ein seltsam Wunder unsern Augen dar!
Denn aus der Tiefe des Gehölzes plötzlich
Trat eine Jungfrau, mit behelmtem Haupt
Wie eine Kriegesgöttin, schön zugleich
Und schrecklich anzusehn, um ihren Nacken
In dunkeln Ringen fiel das Haar, ein Glanz
Vom Himmel schien die Hohe zu umleuchten,
Als sie die Stimm erhub und also sprach:
"Was zagt ihr, tapfre Franken! Auf den Feind!
Und wären sein mehr denn des Sands im Meere,
Gott und die heilge Jungfrau führt euch an!"
Und schnell dem Fahnenträger aus der Hand
Riß sie die Fahn und vor dem Zuge her
Mit kühnem Anstand schritt die Mächtige.
Wir, stumm vor Staunen, selbst nicht wollend, folgen
Der hohen Fahn und ihrer Trägerin,
Und auf den Feind gerad an stürmen wir.
Der, hochbetroffen, steht bewegungslos
Mit weitgeöffnet starrem Blick das Wunder
Anstaunend, das sich seinen Augen zeigt—
Doch schnell, als hätten Gottes Schrecken ihn
Ergriffen, wendet er sich um
Zur Flucht, und Wehr und Waben von sich werdend
Entschart das ganze Heer sich im Gefilde,
Da hilft kein Machtwort, keines Führers Ruf,
Vor Schrecken sinnlos, ohne rückzuschaun,
Stürzt Mann und Roß sich in des Flusses Bette,
Und läßt sich würgen ohne Widerstand,
Ein Schlachten wars, nicht eine Schlacht zu nennen!
Zweitausend Feinde deckten das Gefild,
Die nicht gerechnet, die der Fluß verschlang,
Und von den Unsern ward kein Mann vermißt.

KARL. Seltsam bei Gott! höchst wunderbar und seltsam!

SOREL. Und eine Jungfrau wirkte dieses Wunder?
Wo kam sie her? Wer ist sie?

RAOUL. Wer sie sei,
Will sie allein dem König offenbaren.
Sie nennt sich eine Seherin und Gotts
Gesendete Prophetin, und verspricht
Orleans zu retten, eh der Mond noch wechselt.
Ihr glaubt das Volk und dürstet nach Gefechten.
Sie folgt dem Heer, gleich wird sie selbst hiersein.
(Man hört Glocken und Geklirr von Waffen, die aneinandergeschlagen
werden)
Hört ihr den Auflauf? Das Geläut der Glocken?
Sie ists, das Volk begrüßt die Gottgesandte.

KARL (zu Du Chatel). Führt sie herein—
(zum Erzbischof) Was soll ich davon denken!
Ein Mädchen bringt mir Sieg und eben jetzt,
Da nur ein Götterarm mich retten kann!
Das ist nicht in dem Laufe der Natur,
Und darf ich—Bischof, darf ich Wunder glauben?

VIELE STIMMEN (hinter der Szene).
Heil, Heil der Jungfrau, der Erretterin!

KARL. Sie kommt!
(Zu Dunois) Nehmt meinen Platz ein, Dunois!
Wir wollen dieses Wundermädchen prüfen,
Ist sie begeistert und von Gott gesandt,
Wird sie den König zu entdecken wissen.

(Dunois setzt sich, der König steht zu seiner Rechten, neben ihm Agnes Sorel, der Erzbischof mit den übrigen gegenüber, daß der mittlere Raum leer bleibt)
ERSTER AUFZUG

Zehnter Auftritt

Die Vorigen. Johanna begleitet von den Ratsherren und vielen
Rittern, welche den Hintergrund der Szene anfüllen; mit edelm
Anstand tritt sie vorwärts, und schaut die Umstehenden der
Reihe nach an

DUNOIS (nach einer tiefen feierlichen Stille).
Bist du es, wunderbares Mädchen—

JOHANNA (unterbricht ihn, mit Klarheit und Hoheit ihn anschauend).
Bastard von Orleans! Du willst Gott versuchen!
Steh auf von diesem Platz, der dir nicht ziemt,
An diesen Größeren bin ich gesendet.
(Sie geht mit entschiedenem Schritt auf den König zu, beugt ein
Knie vor ihm und steht sogleich wieder auf, zurücktretend. Alle
Anwesenden drücken ihr Erstaunen aus. Dunois verläßt seinen Sitz
und es wird Raum vor dem König)

KARL. Du siehst mein Antlitz heut zum erstenmal,
Von wannen kommt dir diese Wissenschaft?

JOHANNA. Ich sah dich, wo dich niemand sah als Gott.
(Sie nähert sich dem König und spricht geheimnisvoll)
In jüngst verwichner Nacht, besinne dich!
Als alles um dich her in tiefem Schlaf
Begraben lag, da standst du auf von deinem Lager,
Und tatst ein brünstiges Gebet zu Gott.
Laß die hinausgehn und ich nenne dir
Den Inhalt des Gebets.

KARL. Was ich dem Himmel
Vertraut, brauch ich vor Menschen nicht zu bergen.
Entdecke mir den Inhalt meines Flehns,
So zweifl ich nicht mehr, daß dich Gott begeistert.

JOHANNA. Es waren drei Gebete, die du tatst,
Gib wohl acht, Dauphin, ob ich dir sie nenne!
Zum ersten flehtest du den Himmel an,
Wenn unrecht Gut an dieser Krone hafte,
Wenn eine andre schwere Schuld, noch nicht
Gebüßt, von deiner Väter Zeiten her,
Diesen tränenvollen Krieg herbeigerufen,
Dich zum Opfer anzunehmen für dein Volk,
Und auszugießen auf dein einzig Haupt
Die ganze Schale seines Zorns.

KARL (tritt mit Schrecken zurück).
Wer bist du, mächtig Wesen?
Woher kommst du?
(Alle zeigen ihr Erstaunen)

JOHANNA. Du tatst dem Himmel diese zweite Bitte.
Wenn es sein hoher Schluß und Wille sei,
Das Szepter deinem Stamme zu entwinden,
Dir alles zu entziehn, was deine Väter,
Die Könige in diesem Reich besaßen,
Drei einzge Güter flehtest du ihn an
Dir zu bewahren, die zufriedne Brust,
Des Freundes Herz und deiner Agnes Liebe.
(König verbirgt das Gesicht heftig weinend, große Bewegung des
Erstaunens unter den Anwesenden. Nach einer Pause)
Soll ich dein dritt Gebet dir nun noch nennen?

KARL. Genug! Ich glaube dir! Soviel vermag
Kein Mensch! Dich hat der höchste Gott gesendet.

ERZBISCHOF. Wer bist du heilig wunderbares Mädchen!
Welch glücklich Land gebar dich? Sprich! Wer sind
Die gottgeliebten Eltern, die dich zeugten?

JOHANNA. Ehrwürdger Herr, Johanna nennt man mich,
Ich bin nur eines Hirten niedre Tochter
Aus meines Königs Flecken Dom Remi,
Der in dem Kirchensprengel liegt von Tour
Und hütete die Schafe meines Vaters
Von Kind auf—Und ich hörte viel und oft
Erzählen von dem fremden Inselvolk,
Das über Meer gekommen, uns zu Knechten
Zu machen, und den fremdgebornen Herrn
Uns aufzuzwingen, der das Volk nicht liebt,
Und daß sie schon die große Stadt Paris
Innhätten und des Reiches sich ermächtigt.
Da rief ich flehend Gottes Mutter an,
Von uns zu wenden fremder Ketten Schmach,
Uns den einheimschen König zu bewahren.
Und vor dem Dorf, wo ich geboren, steht
Ein uralt Muttergottesbild, zu dem
Der frommen Pilgerfahrten viel geschahn,
Und eine heilge Eiche steht darneben,
Durch vieler Wunder Segenskraft berühmt.
Und in der Eiche Schatten saß ich gern,
Die Herde weidend, denn mich zog das Herz.
Und ging ein Lamm mir in den wüsten Bergen
Verloren, immer zeigte mirs der Traum,
Wenn ich im Schatten dieser Eiche schlief.
—Und einsmals als ich eine lange Nacht
In frommer Andacht unter diesem Baum
Gesessen und dem Schlafe widerstand,
Da trat die Heilige zu mir, ein Schwert
Und Fahne tragend, aber sonst wie ich
Als Schäferin gekleidet, und sie sprach zu mir:
"Ich bins. Steh auf, Johanna. Laß die Herde.
Dich ruft der Herr zu einem anderen Geschäft!
Nimm diese Fahne! Dieses Schwert umgürte dir!
Damit vertilge meines Volkes Feinde,
Und führe deines Herren Sohn nach Reims,
Und krön ihn mit der königlichen Krone!"
Ich aber sprach: "Wie kann ich solcher Tat
Mich unterwinden, eine zarte Magd,
Unkundig des verderblichen Gefechts!"
Und sie versetzte: "Eine reine Jungfrau
Vollbringt jedwedes Herrliche auf Erden,
Wenn sie der irdschen Liebe widersteht.
Sich mich an! Eine keusche Magd wie du
Hab ich den Herrn, den göttlichen, geboren,
Und göttlich bin ich selbst!"—Und sie berührte
Mein Augenlid, und als ich aufwärts sah,
Da war der Himmel voll von Engelknaben,
Die trugen weiße Lilien in der Hand,
Und süßer Ton verschwebte in den Lüften.
—Und so drei Nächte nacheinander ließ
Die Heilige sich sehn, und rief: "Steh auf, Johanna,
Dich ruft der Herr zu einem anderen Geschäft."
Und als sie in der dritten Nacht erschien,
Da zürnte sie und scheltend sprach sie dieses Wort:
Gehorsam ist des Weibes Pflicht auf Erden,
Das harte Dulden ist ihr schweres Los,
Durch strengen Dienst muß sie geläutert werden,
Die hier gedienet, ist dort oben groß."
Und also sprechend ließ sie das Gewand
Der Hirtin fallen und als Königin
Der Himmel stand sie da im Glanz der Sonnen,
Und goldne Wolken trugen sie hinauf
Langsam verschwindend in das Land der Wonnen.
(Alle sind gerührt. Agnes Sorel heftig weinend verbirgt ihr
Gesicht an des Königs Brust)

ERZBISCHOF (nach einem langen Stillschweigen).
Vor solcher göttlicher Beglaubigung
Muß jeder Zweifel irdscher Klugheit schweigen.
Die Tat bewährt es, daß sie Wahrheit spricht,
Nur Gott allein kann solche Wunder wirken.

DUNOIS. Nicht ihren Wundern, ihrem Auge glaub ich,
Der reinen Unschuld ihres Angesichts.

KARL. Und bin ich Sündger solcher Gnade wert!
Untrüglich allerforschend Aug, du siehst
Mein Innerstes und kennest meine Demut!

JOHANNA. Der Hohen Demut leuchtet hell dort oben,
Du beugtest dich, drum hat er dich erhoben.

KARL. So werd ich meinen Feinden widerstehn?

JOHANNA. Bezwungen leg ich Frankreich dir zu Füßen!

KARL. Und Orleans sagst du, wird nicht übergehn?

JOHANNA. Eh siehest du die Loire zurückefließen.

KARL. Werd ich nach Reims als Überwinder ziehn?

JOHANNA. Durch tausend Feinde führ ich dich dahin.
(Alle anwesende Ritter erregen ein Getöse mit ihren Lanzen und
Schilden, und geben Zeichen des Muts)

DUNOIS. Stell uns die Jungfrau an des Heeres Spitze,
Wir folgen blind, wohin die Göttliche
Uns führt! Ihr Seherauge soll uns leiten,
Und schützen soll sie dieses tapfre Schwert!

LA HIRE. Nicht eine Welt in Waffen fürchten wir,
Wenn sie einher vor unsern Scharen zieht.
Der Gott des Sieges wandelt ihr zur Seite,
Sie führ uns an, die Mächtige, im Streite!
(Die Ritter erregen ein großes Waffengetös und treten vorwärts)

KARL. Ja heilig Mädchen, führe du mein Heer,
Und seine Fürsten sollen. dir gehorchen.
Dies Schwert der höchsten Kriegsgewalt, das uns
Der Kronfeldherr im Zorn zurückgesendet,
Hat eine würdigere Hand gefunden.
Empfange du es, heilige Prophetin,
Und sei fortan—

JOHANNA. Nicht also, edler Dauphin!
Nicht durch dies Werkzeug irdischer Gewalt
Ist meinem Herrn der Sieg verliehn. Ich weiß
Ein ander Schwert, durch das ich siegen werde.
Ich will es dir bezeichnen, wie's der Geist
Mich lehrte, sende hin und laß es holen.

KARL. Nenn es, Johanna.

JOHANNA. Sende nach der alten Stadt
Fierboys, dort, auf Sankt Kathrinens Kirchhof
Ist ein Gewölb, wo vieles Eisen liegt,
Von alter Siegesbeute aufgehäuft.
Das Schwert ist drunter, das mir dienen soll.
An dreien goldnen Lilien ists zu kennen,
Die auf der Klinge eingeschlagen sind,
Dies Schwert laß holen, denn durch dieses wirst du siegen.

KARL. Man sende hin und tue, wie sie sagt.

JOHANNA. Und eine weiße Fahne laß mich tragen,
Mit einem Saum von Purpur eingefaßt.
Auf dieser Fahne sei die Himmelskönigin
Zu sehen mit dem schönen Jesusknaben,
Die über einer Erdenkugel schwebt,
Denn also zeigte mirs die heilge Mutter.

KARL. Es sei so, wie du sagst.

JOHANNA (zum Erzbischof). Ehrwürdger Bischof,
Legt Eure priesterliche Hand auf mich,
Und sprecht den Segen über Eure Tochter!
(Kniet nieder)

ERZBISCHOF. Du bist gekommen, Segen auszuteilen,
Nicht zu empfangen—Geh mit Gottes Kraft!
Wir aber sind Unwürdige und Sünder!
(Sie steht auf)

EDELKNECHT. Ein Herold kommt vom engelländschen Feldherrn.

JOHANNA. Laß ihn eintreten, denn ihn sendet Gott!

(Der König winkt den Edelknecht, der hinausgeht)
ERSTER AUFZUG

Eilfter Auftritt

Der Herold zu den Vorigen

KARL. Was bringst du, Herold? Sage deinen Auftrag.

HEROLD. Wer ist es, der für Karin von Valois,
Den Grafen von Ponthieu das Wort hier führt?

DUNOIS. Nichtswürdger Herold! Niederträchtger Bube!
Erfrechst du dich, den König der Franzosen
Auf seinem eignen Boden zu verleugnen.
Dich schützt dein Wappenrock, sonst solltest du—

HEROLD. Frankreich erkennt nur einen einzgen König,
Und dieser lebt im engelländischen Lager.

KARL. Seid ruhig, Vetter! Deinen Auftrag, Herold!

HEROLD. Mein edler Feldherr, den des Blutes jammert,
Das schon genossen und noch Lieben soll,
Hält seiner Krieger Schwert noch in der Scheide,
Und ehe Orleans im Sturme fällt,
Läßt er noch gütlichen Vergleich dir bieten.

KARL. Laß hören!

JOHANNA (tritt hervor). Sire! Laß mich an deiner Statt
Mit diesem Herold reden.

KARL. Tu das, Mädchen!
Entscheide du, ob Krieg sei oder Friede.

JOHANNA (zum Herold).
Wer sendet dich und spricht durch deinen Mund?

HEROLD. Der Briten Feldherr, Graf von Salisbury.

JOHANNA. Herold, du lügst! Der Lord spricht nicht durch dich.
Nur die Lebendgen sprechen, nicht die Toten.

HEROLD. Mein Feldherr lebt in Fülle der Gesundheit
Und Kraft, und lebt euch allen zum Verderben.

JOHANNA. Er lebte, da du abgingst. Diesen Morgen
Streckt' ihn ein Schuß aus Orleans zu Boden,
Als er von Turm La Tournelle niedersaß.
—Du lachst, weil ich Entferntes dir verkünde?
Nicht meiner Rede, deinen Augen glaube!
Begegnen wird dir seiner Leiche Zug,
Wenn deine Füße dich zurücketragen!
Jetzt Herold, sprich und sage deinen Auftrag.

HEROLD. Wenn du Verborgnes zu enthüllen weißt,
So kennst du ihn, noch eh ich dir ihn sage.

JOHANNA. Ich brauch ihn nicht zu wissen, aber du
Vernimm den meinen jetzt! und diese Worte
Verkündige den Fürsten, die dich sandten!
—König von England, und ihr, Herzoge
Bedford und Gloster, die das Reich verwesen!
Gebt Rechenschaft dem Könige des Himmels
Von wegen des vergoßnen Blutes! Gebt
Heraus die Schlüssel alle von den Städten,
Die ihr bezwungen wider göttlich Recht,
Die Jungfrau kommt vom Könige des Himmels,
Euch Frieden zu bieten oder blutgen Krieg.
Wählt! Denn das sag ich euch, damit ihre wisset,
Euch ist das schöne Frankreich nicht beschieden
Vom Sohne der Maria—sondern Karl
Mein Herr und Dauphin, dem es Gott gegeben,
Wird königlich einziehen zu Paris,
Von allen Großen seines Reichs begleitet.
—Jetzt Herold, geh und mach dich eilends fort,
Denn eh du noch das Lager magst erreichen,
Und Botschaft bringen, ist die Jungfrau dort,
Und pflanzt in Orleans das Siegeszeichen.

(Sie geht, alles setzt sich in Bewegung, der Vorhang fällt)
ZWEITER AUFZUG

Gegend von Felsen begrenzt

Erster Auftritt

Talbot und Lionel, englische Heerführer. Philipp Herzog von
Burgund. Ritter Fastolf und Chatillon mit Soldaten und Fahnen

TALBOT. Hier unter diesen Felsen lasset uns
Haltmachen und ein festes Lager schlagen,
Ob wir vielleicht die tüchtgen Völker wieder sammeln,
Die in dem ersten Schrecken sich zerstreut.
Stellt gute Wachen aus, besetzt die Höhn!
Zwar sichert uns die Nacht vor der Verfolgung,
Und wenn der Gegner nicht auch Flügel hat,
So fürcht ich keinen Überfall.—Dennoch
Bedarfs der Vorsicht, denn wir haben es
Mit einem kecken Feind und sind geschlagen.
(Ritter Fastolf geht ab mit den Soldaten)

LIONEL. Geschlagen! Feldherr, nennt das Wort nicht mehr.
Ich darf es mir nicht denken, daß der Franke
Des Engelländers Rücken heut gesehn.
—O Orleans! Orleans! Grab unsers Ruhms!
Auf deinen Feldern liegt die Ehre Englands.
Beschimpfend lächerliche Niederlage!
Wer wird es glauben in der künftgen Zeit!
Die Sieger bei Poitiers, Crequi
Und Azincourt gejagt von einem Weibe!

BURGUND. Das muß uns trösten. Wir sind nicht von Menschen
Besiegt, wir sind vom Teufel überwunden.

TALBOT. Vom Teufel unsrer Narrheit—Wie, Burgund?
Schreckt dies Gespenst des Pöbels auch die Fürsten?
Der Aberglaube ist ein schlechter Mantel
Für Eure Feigheit—Eure Völker Hohn zuerst.

BURGUND. Niemand hielt stand. Das Fliehn war allgemein.

TALBOT. Nein, Herr! Auf Eurem Flügel fing es an.
Ihr stürztet Euch in unser Lager, schreiend:
"Die Höll ist los, der Satan kämpft für Frankreich!"
Und brachtet so die Unsern in Verwirrung.

LIONEL. Ihr könnts nicht leugnen. Euer Flügel wich zuerst.

BURGUND. Weil dort der erste Angriff war.

TALBOT. Das Mädchen kannte unsers Lagers Blöße,
Sie wußte, wo die Furcht zu finden war.

BURGUND. Wie? Soll Burgund die Schuld des Unglücks tragen?

LIONEL. Wir Engelländer, waren wir allein,
Bei Gott! Wir hätten Orleans nicht verloren!

BURGUND. Nein—denn ihr hättet Orleans nie gesehn!
Wer bahnte euch den Weg in dieses Reich,
Reicht' euch die treue Freundeshand, als ihr
An diese feindlich fremde Küste stieget?
Wer krönte euren Heinrich zu Paris,
Und unterwarf ihm der Franzosen Herzen?
Bei Gott! Wenn dieser starke Arm euch nicht
Hereingeführt, ihr sahet nie den Rauch
Von einem Fränkischen Kamine steigen!

LIONEL. Wenn es die großen Worte täten, Herzog,
So hättet Ihr allein Frankreich erobert.

BURGUND. Ihr seid unlustig, weil euch Orleans
Entging, und laßt nun eures Zornes Galle
An mir, dem Bundsfreund, aus. Warum entging
Uns Orleans, als eurer Habsucht wegen?
Es war bereit, sich mir zu übergeben,
Ihr, euer Neid allein hat es verhindert.

TALBOT. Nicht Eurentwegen haben wirs belagert.

BURGUND. Wie stünds um euch, zög ich mein Heer zurück?

Lionel. Nicht schlimmer, glaubt mir, als bei Azincourt,
Wo wir mit Euch und mit ganz Frankreich fertig wurden.

BURGUND. Doch tats euch sehr um unsre Freundschaft not,
Und teuer kaufte sie der Reichsverweser.

TALBOT. Ja teuer, teuer haben wir sie heut
Vor Orleans bezahlt mit unsrer Ehre.

BURGUND. Treibt es nicht weiter, Lord, es könnt Euch reuen!
Verließ ich meines Herrn gerechte Fahnen,
Lud auf mein Haupt den Namen des Verräters,
Um von dem Fremdling solches zu ertragen?
Was tu ich hier und fechte gegen Frankreich?
Wenn ich dem Undankbaren dienen soll,
So will ichs meinem angebornen König.

TALBOT. Ihr steht in Unterhandlung mit dem Dauphin,
Wir Wissens, doch wir werden Mittel finden,
Uns vor Verrat zu schützen.

BURGUND. Tod und Hölle!
Begegnet man mir so?—Chatillon!
Laß meine Völker sich zum Aufbruch rüsten,
Wir gehn in unser Land zurück.
(Chatillon geht ab)

LIONEL. Glück auf den Weg!
Nie war der Ruhm des Briten glänzender,
Als da er seinem guten Schwert allein
Vertrauend ohne Helfershelfer focht.
Es kämpfe jeder seine Schlacht allein,
Denn ewig bleibt es wahr! Französisch Blut
Und englisch kann sich redlich nie vermischen.
ZWEITER AUFZUG

Zweiter Auftritt

Königin Isabella von einen Pagen begleitet zu den Vorigen

ISABEAU. Was muß ich hören, Feldherrn! Haltet ein!
Was für ein hirnverrückender Planet
Verwirrt euch also die gesunden Sinne?
Jetzt, da euch Eintracht nur erhalten kann,
Wollt ihr in Haß euch trennen und euch selbst
Befehdend euren Untergang bereiten?
—Ich bitt Euch, edler Herzog.
Ruft den raschen Befehl zurück.—Und Ihr, ruhmvoller Talbot,
Besänftiget den aufgebrachten Freund!
Kommt, Lionel, helft mir die stolzen Geister
Zufriedensprechen und Versöhnung stiften.

LIONEL. Ich nicht, Mylady. Mir ist alles gleich.
Ich denke so: was nicht zusammen kann
Bestehen, tut am besten sich zu lösen.

ISABEAU. Wie? Wirkt der Hölle Gaukelkunst, die uns
Im Treffen so verderblich war, auch hier
Noch fort uns sinnverwirrend zu betören?
Wer fing den Zank an? Redet!—Edler Lord!
(Zu Talbot) Seid Ihrs, der seines Vorteils so vergaß,
Den werten Bundsgenossen zu verletzen?
Was wollt Ihr schaffen ohne diesen Arm?
Er baute Eurem König seinen Thron,
Er hält ihn noch und stürzt ihn, wenn er will,
Sein Heer verstärkt Euch und noch mehr sein Name.
Ganz England, strömt' es alle seine Bürger
Auf unsre Küsten aus, vermöchte nicht
Dies Reich zu zwingen, wenn es einig ist,
Nur Frankreich konnte Frankreich überwinden.

TALBOT. Wir wissen den getreuen Freund zu ehren.
Dem falschen wehren ist der Klugheit Pflicht.

BURGUND. Wer treulos sich des Dankes will entschlagen,
Dem fehlt des Lügners freche Stirne nicht.

ISABEAU. Wie, edler Herzog, Könntet Ihr so sehr
Der Scham absagen und der Fürstenehre,
In jene Hand, die Euren Vater mordete,
Die Eurige zu legen? Wärt Ihr rasend
Genug, an eine redliche Versöhnung
Zu glauben mit dem Dauphin, den Ihr selbst
An des Verderbens Rand geschleudert habt?
So nah dem Falle wolltet Ihr ihn halten,
Und Euer Werk wahnsinnig selbst zerstören?
Hier stehen Eure Freunde. Euer Heil
Ruht in dem festen Bunde nur mit England.

BURGUND. Fern ist mein Sinn vom Frieden mit dem Dauphin,
Doch die Verachtung und den Übermut
Des stolzen Englands kann ich nicht ertragen.

ISABEAU. Kommt! Haltet ihm ein rasches Wort zugut.
Schwer ist der Kummer, der den Feldherrn drückt,
Und ungerecht, Ihr wißt es, macht das Unglück.
Kommt! Kommt! Umarmt euch, laßt mich diesen Riß
Schnell heilend schließen, eh er ewig wird.

TALBOT. Was dünket Euch, Burgund? Ein edles Herz
Bekennt sich gern von der Vernunft besiegt.
Die Königin hat ein kluges Wort geredet,
Laßt diesen Händedruck die Wunde heilen,
Die meine Zunge übereilend schlug.

BURGUND. Madame sprach ein verständig Wort, und mein
Gerechter Zorn weicht der Notwendigkeit.

ISABEAU. Wohl! So besiegelt den erneuten Bund
Mit einem brüderlichen Kuß und mögen
Die Winde das Gesprochene verwehen.
(Burgund und Talbot umarmen sich)

LIONEL (betrachtet die Gruppe, für sich).
Glück zu dem Frieden, den die Furie stiftet!

ISABEAU. Wir haben eine Schlacht verloren, Feldherrn,
Das Glück war uns zuwider, darum aber
Entsink euch nicht der edle Mut. Der Dauphin
Verzweifelt an des Himmels Schutz und ruft
Des Satans Kunst zu Hülfe, doch er habe
Umsonst sich der Verdammnis übergeben,
Und seine Hölle selbst errett ihn nicht.
Ein sieghaft Mädchen führt des Feindes Heer,
Ich will das eure führen, ich will euch
Statt einer Jungfrau und Prophetin sein.

LIONEL.. Madame, geht nach Paris zurück. Wir wollen
Mit guten Waffen, nicht mit Weibern siegen.

TALBOT. Geht! Geht! Seit Ihr im Lager seid, geht alles
Zurück, kein Segen ist mehr in unsern Waffen.

BURGUND. Geht! Eure Gegenwart schafft hier nichts Gutes,
Der Krieger nimmt ein Ärgernis an Euch.

ISABEAU (sieht einen um den andern erstaunt an).
Ihr auch, Burgund? Ihr nehmet wider mich
Partei mit diesen undankbaren Lords?

BURGUND. Geht! Der Soldat verliert den guten Mut,
Wenn er für Eure Sache glaubt zu fechten.

ISABEAU. Ich hab kaum Frieden zwischen euch gestiftet,
So macht ihr schon ein Bündnis wider mich?

TALBOT. Geht, geht mit Gott, Madame. Wir fürchten uns
Vor keinem Teufel mehr, sobald Ihr wegseid.

ISABEAU. Bin ich nicht eure treue Bundsgenossin?
Ist eure Sache nicht die meinige?

TALBOT. Doch Eure nicht die unsrige. Wir sind
In einem ehrlich guten Streit begriffen.

BURGUND. Ich räche eines Vaters blutgen Mord,
Die fromme Sohnspflicht heiligt meine Waffen.

TALBOT. Doch gradheraus! Was Ihr am Dauphin tut,
Ist weder menschlich gut, noch göttlich recht.

ISABEAU. Fluch soll ihn treffen bis ins zehnte Glied!
Er hat gefrevelt an dem Haupt der Mutter.

BURGUND. Er rächte einen Vater und Gemahl.

ISABEAU. Er warf sich auf zum Richter meiner Sitten!

LIONEL. Das war unehrerbietig von dem Sohn!

ISABEAU. In die Verbannung hat er mich geschickt.

TALBOT. Die öffentliche Stimme zu vollziehn.

ISABEAU. Fluch treffe mich, wenn ich ihm je vergebe!
Und eh er herrscht in seines Vaters Reich—

TALBOT. Eh opfert Ihr die Ehre seiner Mutter!

ISABEAU. Ihr wißt nicht, schwache Seelen,
Was ein beleidigt Mutterherz vermag.
Ich liebe, wer mir Gutes tut, und hasse,
Wer mich verletzt, und ists der eigne Sohn,
Den ich geboren, desto hassenswerter.
Dem ich das Dasein gab, will ich es rauben,
Wenn er mit ruchlos frechem Übermut
Den eignen Schoß verletzt, der ihn getragen.
Ihr die ihr Krieg führt gegen meinen Sohn,
Ihr habt nicht Recht, noch Grund ihn zu berauben.
Was hat der Dauphin Schweres gegen euch
Verschuldet? Welche Pflichten brach er euch?
Euch treibt die Ehrsucht, der gemeine Neid,
Ich darf ihn hassen, ich hab ihn geboren.

TALBOT. Wohl, an der Rache fühlt er seine Mutter!

ISABEAU. Armselge Gleisner, wie veracht ich euch,
Die ihr euch selbst so wie die Welt belügt!
Ihr Engelländer streckt die Räuberhände
Nach diesem Frankreich aus, wo ihr nicht Recht
Noch gültgen Anspruch habt auf so viel Erde,
Als eines Pferdes Huf bedeckt.—Und dieser Herzog,
Der sich den Guten schelten läßt, verkauft
Sein Vaterland, das Erbreich seiner Ahnen
Dem Reichsfeind und dem fremden Herrn.—Gleichwohl
Ist euch das dritte Wort Gerechtigkeit.
—Die Heuchelei veracht ich. Wie ich bin,
So sehe mich das Aug der Welt.

BURGUND. Wahr ists!
Den Ruhm habt Ihr mit starkem Geist behauptet.

ISABEAU. Ich habe Leidenschaften, warmes Blut
Wie eine andre, und ich kam als Königin
In dieses Land, zu leben, nicht zu scheinen.
Sollt ich der Freud absterben, weil der Fluch
Des Schicksals meine lebensfrohe Jugend
Zu dem wahnsinngen Gatten hat gesellt?
Mehr als das Leben lieb ich meine Freiheit,
Und wer mich hier verwundet—Doch warum
Mit euch mich streiten über meine Rechte?
Schwer fließt das dicke Blut in euren Adern,
Ihr kennt nicht das Vergnügen, nur die Wut!
Und dieser Herzog, der sein Lebenlang
Geschwankt hat zwischen Bös und Gut, kann nicht
Von Herzen hassen noch von Herzen lieben.
—Ich geh nach Melun. Gebt mir diesen da,
(auf Lionel zeigend) Der mir gefällt, zur Kurzweil und Gesellschaft,
Und dann macht, was ihr wollt! Ich frage nichts
Nach den Burgundern noch den Engelländern.
(Sie winkt ihrem Pagen und will gehen)

LIONEL. Verlaßt Euch drauf. Die schönsten Frankenknaben,
Die wir erbeuten, schicken wir nach Melun.

ISABEAU (zurückkommend).
Wohl taugt ihr, mit dem Schwerte dreinzuschlagen,
Der Franke nur weiß Zierliches zu sagen. (Sie geht ab)
ZWEITER AUFZUG

Dritter Auftritt

Talbot. Burgund. Lionel

TALBOT. Was für ein Weib!

LIONEL. Nun eure Meinung, Feldherrn!
Fliehn wir noch weiter oder wenden uns
Zurück, durch einen schnellen kühnen Streich
Den Schimpf des heutgen Tages auszulöschen?

BURGUND. Wir sind zu schwach, die Völker sind zerstreut,
Zu neu ist noch der Schrecken in dem Heer.

TALBOT. Ein blinder Schrecken nur hat uns besiegt,
Der schnelle Eindruck eines Augenblicks.
Dies Furchtbild der erschreckten Einbildung
Wird, näher angesehn, in nichts verschwinden.
Drum ist mein Rat, wir führen die Armee
Mit Tagesanbruch über den Strom zurück,
Dem Feind entgegen.

BURGUND. Überlegt—

LIONEL. Mit Eurer
Erlaubnis. Hier ist nichts zu überlegen.
Wir müssen das Verlorne schleunig wieder
Gewinnen oder sind beschimpft auf ewig.

TALBOT. Es ist beschlossen. Morgen schlagen wir.
Und dies Phantom des Schreckens zu zerstören,
Das unsre Völker blendet und entmannt,
Laßt uns mit diesem jungfräulichen Teufel
Uns messen in persönlichem Gefecht.
Stellt sie sich unserm tapfern Schwert, nun dann,
So hat sie uns zum letztenmal geschadet,
Stellt sie sich nicht, und seid gewiß, sie meidet
Den ernsten Kampf, so ist das Heer entzaubert.

LIONEL. So seis! Und mir, mein Feldherr, überlasset
Dies leichte Kampfspiel, wo kein Blut soll fließen.
Denn lebend denk ich das Gespenst zu fangen,
Und vor des Bastards Augen, ihres Buhlen,
Trag ich auf diesen Armen sie herüber
Zur Lust des Heers, in das britannsche Lager.

BURGUND. Versprechet nicht zu viel.

TALBOT. Erreich ich sie,
Ich denke sie so sanft nicht zu umarmen.
Kommt jetzo, die ermüdete Natur
Durch einen leichten Schlummer zu erquicken,
Und dann zum Aufbruch mit der Morgenröte. (Sie gehen ab)
ZWEITER AUFZUG

Vierter Auftritt

Johanna mit der Fahne, in Helm und Brustharnisch, sonst aber weiblich gekleidet, Dunois, La Hire, Ritter und Soldaten zeigen sich oben auf dem Felsenweg, ziehen still darüber hinweg, und erscheinen gleich darauf auf der Szene

JOHANNA (zu den Rittern, die sie umgeben, indem der Zug oben
immer noch fortwährt). Erstiegen ist der Wall, wir sind im Lager!
Jetzt werft die Hülle der verschwiegner Nacht
Von euch, die euren stillen Zug verhehlte,
Und macht dem Feinde eure Schreckensnähe
Durch lauten Schlachtruf kund—Gott und die Jungfrau!

ALLE (rufen laut unter wildem Waffengetös).
Gott und die Jungfrau! (Trommeln und Trompeten)

SCHILDWACHE (hinter der Szene). Feinde! Feinde! Feinde!

JOHANNA. Jetzt Fackeln her! Werft Feuer in die Zelte!
Der Flammen Wut vermehre das Entsetzen,
Und drohend rings umfange sie der Tod!
(Soldaten eilen fort, sie will folgen)

DUNOIS (hält sie zurück). Du hast das Deine nun erfüllt, Johanna!
Mitten ins Lager hast du uns geführt,
Den Feind hast du in unsre Hand gegeben.
Jetzt aber bleibe von dem Kampf zurück,
Uns überlaß die blutige Entscheidung.

LA HIRE. Den Weg des Siegs bezeichne du dem Heer,
Die Fahne trag uns vor in reiner Hand,
Doch nimm das Schwert, das tödliche, nicht selbst,
Versuche nicht den falschen Gott der Schlachten,
Denn blind und ohne Schonung waltet er.

JOHANNA. Wer darf mir Halt gebieten? Wer dem Geist
Vorschreiben, der mich führt? Der Pfeil muß fliegen,
Wohin die Hand ihn seines Schützen treibt.
Wo die Gefahr ist, muß Johanna sein,
Nicht heut, nicht hier ist mir bestimmt zu fallen,
Die Krone muß ich sehn auf meines Königs Haupt,
Dies Leben wird kein Gegner mir entreißen,
Bis ich vollendet, was mir Gott geheißen. (Sie geht ab)

LA HIRE. Kommt, Dunois! Laßt uns der Heldin folgen,
Und ihr die tapfre Brust zum Schilde leihn! (Gehen ab)
ZWEITER AUFZUG

Fünfter Auftritt

Englische Soldaten fliehen über die Bühne. Hierauf Talbot

ERSTER. Das Mädchen! Mitten im Lager!

ZWEITER. Nicht möglich! Nimmermehr! Wie kam sie in das Lager?

DRITTER. Durch die Luft! Der Teufel hilft ihr!

VIERTER und FÜNFTER.
Flieht! Flieht! Wir sind alle des Todes! (Gehen ab)

TALBOT (kommt). Sie hören nicht—Sie wollen mir nicht stehn!
Gelöst sind alle Bande des Gehorsams,
Als ob die Hölle ihre Legionen
Verdammter Geister ausgespieen, reißt
Ein Taumelwahn den Tapfern und den Feigen
Gehirnlos fort, nicht eine kleine Schar
Kann ich der Feinde Flut entgegenstellen,
Die wachsend, wogend in das Lager dringt!
—Bin ich der einzig Nüchterne und alles
Muß um mich her in Fiebers Hitze rasen?
Vor diesen fränkschen Weichlingen zu fliehn,
Die wir in zwanzig Schlachten überwunden!—
Wer ist sie denn, die Unbezwingliche,
Die Schreckensgöttin, die der Schlachten Glück
Auf einmal wendet, und ein schüchtern Heer
Von feigen Rehn in Löwen umgewandelt?
Eine Gauklerin, die die gelernte Rolle
Der Heldin spielt, soll wahre Helden schrecken?
Ein Weib entriß mir allen Siegesruhm?

SOLDAT (stürzt herein). Das Mädchen! Flieh! Flieh, Feldherr!

TALBOT (stößt ihn nieder). Flieh zur Hölle
Du selbst! Den soll dies Schwert durchbohren,
Der mir von Furcht spricht und von feiger Flucht. (Er geht ab)
ZWEITER AUFZUG

Sechster Auftritt

Der Prospekt öffnet sich. Man sieht das englische Lager in vollen Flammen stehen. Trommeln, Flucht und Verfolgung. Nach einer Weile kommt Montgomery

MONTGOMERY (allein).
Wo soll ich hinfliehn? Feinde ringsumher und Tod!
Hier der ergrimmte Feldherr, der mit drohndem Schwert
Die Flucht versperrend uns dem Tod entgegentreibt.
Dort die Fürchterliche, die verderblich um sich her
Wie die Brunst des Feuers raset—Und ringsum kein Busch,
Der mich verbärge, keiner Höhle sichtet Raum!
O wär ich nimmer über Meer hieher geschifft,
Ich Unglückselger! Eitler Wahn betörte mich,
Wohlfeilen Ruhm zu suchen in dem Frankenkrieg,
Und jetzo führt mich das verderbliche Geschick
In diese blutge Mordschlacht.—Wär ich weit von hier
Daheim noch an der Savern' blühendem Gestad,
Im sichern Vaterhause, wo die Mutter mir
In Gram zurückblieb und die zarte süße Braut.
(Johanna zeigt sich in der Ferne)
Weh mir! Was seh ich! Dort erscheint die Schreckliche!
Aus Brandes Flammen, düster leuchtend, hebt sie sich,
Wie aus der Hölle Rachen ein Gespenst der Nacht
Hervor.—Wohin entrinn ich! Schon ergreift sie mich
Mit ihren Feueraugen, wirft von fern
Der Blicke Schlingen nimmer fehlend nach mir aus.
Um meine Füße, fest und fester, wirret sich
Das Zauberknäuel, daß sie gefesselt mir die Flucht
Versagen! Hinsehn muß ich, wie das Herz mir auch
Dagegen kämpfe, nach der tödlichen Gestalt!
(Johanna tut einige Schritte ihm entgegen, und bleibt wieder
stehen)
Sie naht! Ich will nicht warten, bis die Grimmige
Zuerst mich anfällt! Bittend will ich ihre Knie
Umfassen, um mein Leben flehn, sie ist ein Weib,
Ob ich vielleicht durch Tränen sie erweichen kann!

(Indes er auf sie zugehen will, tritt sie ihm rasch entgegen)
ZWEITER AUFZUG

Siebenter Auftritt

Johanna. Montgomery

JOHANNA. Du bist des Todes! Eine britsche Mutter zeugte dich.

MONTGOMERY (fällt ihr zu Füßen).
Halt ein, Furchtbare! Nicht den Unverteidigten
Durchbohre. Weggeworfen hab ich Schwert und Schild,
Zu deinen Füßen sink ich wehrlos, flehend hin.
Laß mir das Licht des Lebens, nimm ein Lösegeld.
Reich an Besitztum wohnt der Vater mir daheim
Im schönen Lande Wallis, wo die schlängelnde
Savern' durch grüne Auen rollt den Silberstrom,
Und fünfzig Dörfer kennen seine Herrschaft an.
Mit reichem Golde löst er den geliebten Sohn,
Wenn er mich im Frankenlager lebend noch vernimmt.

JOHANNA. Betrogner Tor! Verlorner! In der Jungfrau Hand
Bist du gefallen, die verderbliche, woraus
Nicht Rettung noch Erlösung mehr zu hoffen ist.
Wenn dich das Unglück in des Krokodils Gewalt
Gegeben oder des gefleckten Tigers Klaun,
Wenn du der Löwenmutter junge Brut geraubt,
Du könntest Mitleid finden und Barmherzigkeit,
Doch tödlich ists, der Jungfrau zu begegnen.
Denn dem Geisterreich, dem strengen, unverletzlichen,
Verpflichtet mich der furchtbar bindende Vertrag,
Mit dem Schwert zu töten alles Lebende, das mir
Der Schlachten Gott verhängnisvoll entgegenschickt.

MONTGOMERY. Furchtbar ist deine Rede, doch dein Blick ist sanft,
Nicht schrecklich bist du in der Nähe anzuschaun,
Es zieht das Herz mich zu der lieblichen Gestalt.
O bei der Milde deines zärtlichen Geschlechts
Fleh ich dich an. Erbarme meiner Jugend dich!

JOHANNA. Nicht mein Geschlecht beschwöre! Nenne mich nicht Weib.
Gleichwie die körperlosen Geister, die nicht frein
Auf irdsche Weise, schließ ich mich an kein Geschlecht
Der Menschen an, und dieser Panzer deckt kein Herz.

MONTGOMERY. O bei der Liebe heilig wallendem Gesetz,
Dem alle Herzen huldigen, beschwör ich dich.
Daheimgelassen hab ich eine holde Braut,
Schön wie du selbst bist, blühend in der Jugend
Sie harret weinend des Geliebten Wiederkunft,
O wenn du selber je zu lieben hoffst, und hoffst
Beglückt zu sein durch Liebe! Trenne grausam nicht
Zwei Herzen, die der Liebe heilig Bündnis knüpft!

JOHANNA. Du rufest lauter irdisch fremde Götter an,
Die mir nicht heilig, noch verehrlich sind. Ich weiß
Nichts von der Liebe Bündnis, das du mir beschwörst,
Und nimmer kennen werd ich ihren eiteln Dienst.
Verteidige dein Leben, denn dir ruft der Tod.

MONTGOMERY. O so erbarme meiner jammervollen Eltern dich,
Die ich zu Haus verlassen. Ja gewiß auch du
Verließest Eltern, die die Sorge quält um dich.

JOHANNA. Unglücklicher! Und du erinnerst mich daran,
Wie viele Mütter dieses Landes kinderlos,
Wie viele zarte Kinder vaterlos, wie viel
Verlobte Bräute Witwen worden sind durch euch!
Auch Englands Mütter mögen die Verzweiflung nun
Erfahren, und die Tränen kennenlernen,
Die Frankreichs jammervolle Gattinnen geweint.

MONTGOMERY. O schwer ists, in der Fremde sterben unbeweint.

JOHANNA. Wer rief euch in das fremde Land, den blühnden Fleiß
Der Felder zu verwüsten, von dem heimschen Herd
Uns zu verjagen und des Krieges Feuerbrand
Zu werfen in der Städte friedlich Heiligtum?
Ihr träumtet schon in eures Herzens eitelm Wahn,
Den freigebornen Franken in der Knechtschaft Schmach
Zu stürzen und dies große Land, gleichwie ein Boot,
An euer stolzes Meerschiff zu befestigen!
Ihr Toren! Frankreichs königliches Wappen hängt
Am Throne Gottes, eher rißt ihr einen Stern
Vom Himmelwagen, als ein Dorf aus diesem Reich,
Dem unzertrennlich ewig einigen!—Der Tag
Der Rache ist gekommen, nicht lebendig mehr
Zurückemessen werdet ihr das heilge Meer,
Das Gott zur Länderscheide zwischen euch und uns
Gesetzt, und das ihr frevelnd überschritten habt.

MONTGOMERY (läßt ihre Hand los).
O ich muß sterben! Grausend faßt mich schon der Tod.

JOHANNA. Stirb, Freund! Warum so zaghaft zittern vor dem Tod,
Dem unentfliehbaren Geschick?—Sieh mich an! Sieh!
Ich bin nur eine Jungfrau, eine Schäferin
Geboren, nicht des Schwerts gewohnt ist diese Hand,
Die den unschuldig frommen Hirtenstab geführt.
Doch weggerissen von der heimatlichen Flur,
Vom Vaters Busen, von der Schwestern lieber Brust
Muß ich hier, ich muß—mich treibt die Götterstimme, nicht
Eignes Gelüsten,—euch zu bitterm Harm, mir nicht
Zur Freude, ein Gespenst des Schreckens würgend gehn,
Den Tod verbreiten und sein Opfer sein zuletzt!
Denn nicht den Tag der frohen Heimkehr werd ich sehn,
Noch vielen von den Euren werd ich tödlich sein,
Noch viele Witwen machen, aber endlich werd
Ich selbst umkommen und erfüllen mein Geschick.
—Erfülle du auch deines. Greife frisch zum Schwert,
Und um des Lebens süße Beute kämpfen wir.

MONTGOMERY (steht auf).
Nun, wenn du sterblich bist wie ich und Waffen dich
Verwunden, kanns auch meinem Arm beschieden sein,
Zur Höll dich sendend Englands Not zu endigen.
In Gottes gnädge Hände leg ich mein Geschick.
Ruf du Verdammte deine Höllengeister an,
Dir beizustehen! Wehre deines Lebens dich!

(Er ergreift Schild und Schwert und dringt auf sie ein, kriegerische Musik erschallt in der Ferne, nach einen kurzen Gefechte fällt Montgomery)
ZWEITER AUFZUG

Achter Auftritt

Johanna allein

Dich trug dein Fuß zum Tode—Fahre hin!
(Sie tritt von ihm weg und bleibt gedankenvoll stehen)
Erhabne Jungfrau, du wirkst Mächtiges in mir!
Du rüstest den unkriegerischen Arm mit Kraft,
Dies Herz mit Unerbittlichkeit bewaffnest du.
In Mitleid schmilzt die Seele und die Hand erbebt,
Als bräche sie in eines Tempels heilgen Bau,
Den blühenden Leib des Gegners zu verletzen,
Schon vor des Eisens blanker Schneide schaudert mir,
Doch wenn es not tut, alsbald ist die Kraft mir da,
Und nimmer irrend in der zitternden Hand regiert
Das Schwert sich selbst, als wär es ein lebendger Geist.
ZWEITER AUFZUG

Neunter Auftritt

Ein Ritter mit geschloßnem Visier. Johanna

RITTER. Verfluchte! Deine Stunde ist gekommen,
Dich sucht ich auf dem ganzen Feld der Schlacht.
Verderblich Blendwerk! Fahre zu der Hölle
Zurück, aus der du aufgestiegen bist.

JOHANNA. Wer bist du, den sein böser Engel mir
Entgegen schickt? Gleich eines Fürsten ist
Dein Anstand, auch kein Brite scheinst du mir,
Denn dich bezeichnet die burgundsche Binde,
Vor der sich meines Schwertes Spitze neigt.

RITTER. Verworfne, du verdientest nicht zu fallen
Von eines Fürsten edler Hand. Das Beil
Des Henkers sollte dein verdammtes Haupt
Vom Rumpfe trennen, nicht der tapfre Degen
Des königlichen Herzogs von Burgund.

JOHANNA. So bist du dieser edle Herzog selbst?

RITTER (schlägt das Visier auf).
Ich bins. Elende, zittre und verzweifle!
Die Satanskünste schützen dich nicht mehr,
Du hast bis jetzt nur Schwächlinge bezwungen,
Ein Mann steht vor dir.
ZWEITER AUFZUG

Zehnter Auftritt

Dunois und La Hire zu den Vorigen

DUNOIS. Wende dich, Burgund!
Mit Männern kämpfe, nicht mit Jungfrauen.

LA HIRE. Wir schützen der Prophetin heilig Haupt,
Erst muß dein Degen diese Brust durchbohren—

BURGUND. Nicht diese buhlerische Circe fürcht ich,
Noch euch, die sie so schimpflich hat verwandelt.
Erröte, Bastard, Schande dir, La Hire,
Daß du die alte Tapferkeit zu Künsten
Der Höll erniedrigst, den verächtlichen
Schildknappen einer Teufelsdirne machst.
Kommt her! Euch allen biet ichs! Der verzweifelt
An Gottes Schutz, der zu dem Teufel flieht.
(Sie bereiten sich zum Kampf, Johanna tritt dazwischen)

JOHANNA. Haltet inne!

BURGUND. Zitterst du für deinen Buhlen?
Vor deinen Augen soll er—(Dringt auf Dunois ein)

JOHANNA. Haltet inne!
Trennt sie, La Hire—Kein französisch Blut soll fließen!
Nicht Schwerter sollen diesen Streit entscheiden.
Ein andres ist beschlossen in den Sternen—
Auseinander sag ich—Höret und verehrt
Den Geist, der mich ergreift, der aus mir redet!

DUNOIS. Was hältst du meinen aufgehobnen Arm,
Und hemmst des Schwertes blutige Entscheidung?
Das Eisen ist gezückt, es fällt der Streich,
Der Frankreich rächen und versöhnen soll.

JOHANNA (stellt sich in die Mitte und trennt beide Teile durch
einen weiten Zwischenraum, zum Bastard). Tritt auf die Seite!
(Zu La Hire) Bleib gefesselt stehen!
Ich habe mit dem Herzoge zu reden.
(Nachdem alles ruhig ist)
Was willst du tun, Burgund? Wer ist der Feind,
Den deine Blicke mordbegierig suchen?
Dieser edle Prinz ist Frankreichs Sohn wie du
Dieser Tapfre ist dein Waffenfreund und Landsmann,
Ich selbst bin deines Vaterlandes Tochter.
Wir alle, die du zu vertilgen strebst,
Gehören zu den Deinen—unsre Arme
Sind aufgetan dich zu empfangen, unsre Knie
Bereit dich zu verehren—unser Schwert
Hat keine Spitze gegen dich. Ehrwürdig
Ist uns das Antlitz, selbst im Feindeshelm,
Das unsers Königs teure Züge trägt.

BURGUND. Mit süßer Rede schmeichlerischem Ton
Willst du Sirene! deine Opfer locken.
Arglistge, mich betörst du nicht. Verwahrt
Ist mir das Ohr vor deiner Rede Schlingen
Und deines Auges Feuerpfeile gleiten
Am guten Harnisch meines Busens ab.
Zu den Waffen, Dunois!
Mit Streichen nicht mit Worten laß uns fechten.

DUNOIS. Erst Worte und dann Streiche. Fürchtest du
Vor Worten dich? Auch das ist Feigheit
Und der Verräter einer bösen Sache.

JOHANNA. Uns treibt nicht die gebieterische Not
Zu deinen Füßen, nicht als Flehende
Erscheinen wir vor dir.—Blick um dich her!
In Asche liegt das engelländsche Lager,
Und eure Toten decken das Gefild.
Du hörst der Franken Kriegstrommete tönen,
Gott hat entschieden, unser ist der Sieg.
Des schönen Lorbeers frisch gebrochnen Zweig
Sind wir bereit, mit unserm Freund zu teilen.
—O komm herüber! Edler Flüchtling komm!
Herüber, wo das Recht ist und der Sieg.
Ich selbst, die Gottgesandte, reiche dir
Die schwesterliche Hand. Ich will dich rettend
Herüberziehn auf unsre reine Seite!—
Der Himmel ist für Frankreich. Seine Engel,
Du siehst sie nicht, sie fechten für den König,
Sie alle sind mit Lilien geschmückt,
Lichtweiß wie diese Fahn ist unsre Sache,
Die reine Jungfrau ist ihr keusches Sinnbild.

BURGUND. Verstrickend ist der Lüge trüglich Wort,
Doch ihre Rede ist wie eines Kindes.
Wenn böse Geister ihr die Worte leihn,
So ahmen sie die Unschuld siegreich nach.
Ich will nicht weiter hören. Zu den Waffen!
Mein Ohr, ich fühle, ist schwächer als mein Arm.

JOHANNA. Du nennst mich eine Zauberin, gibst mir Künste
Der Hölle schuld—Ist Frieden stiften, Haß
Versöhnen ein Geschäft der Hölle? Kommt
Die Eintracht aus dem ewgen Pfuhl hervor?
Was ist unschuldig, heilig, menschlich gut,
Wenn es der Kampf nicht ist ums Vaterland?
Seit wann ist die Natur so mit sich selbst
Im Streite, daß der Himmel die gerechte Sache
Verläßt, und daß die Teufel sie beschützen?
Ist aber das, was ich dir sage, gut,
Wo anders als von oben könnt ichs schöpfen?
Wer hätte sich auf meiner Schäfertrift
Zu mir gesellt, das kindsche Hirtenmädchen
In königlichen Dingen einzuweihn?
Ich bin vor hohen Fürsten nie gestanden,
Die Kunst der Rede ist dem Munde fremd.
Doch jetzt, da ichs bedarf dich zu bewegen,
Besitz ich Einsicht, hoher Dinge Kunde,
Der Länder und der Könige Geschick
Liegt sonnenhell vor meinem Kindesblick,
Und einen Donnerkeil führ ich im Munde.

BURGUND (lebhaft bewegt, schlägt die Augen zu ihr auf und
betrachtet sie mit Erstaunen und Rührung).
Wie wird mir? Wie geschieht mir? Ists ein Gott,
Der mir das Herz im tiefsten Busen wendet!
—Sie trügt nicht, diese rührende Gestalt!
Nein! Nein! Bin ich durch Zaubers Macht geblendet,
So ists durch eine himmlische Gewalt,
Mir sagts das Herz, sie ist von Gott gesendet.

JOHANNA. Er ist gerührt, er ists! Ich habe nicht
Umsonst gefleht, des Zornes Donnerwolke schmilzt
Von seiner Stirne tränentauend hin,
Und aus den Augen, Friede strahlend, bricht
Die goldne Sonne des Gefühls hervor.
—Weg mit den Waffen—drücket Herz an Herz—
Er weint, er ist bezwungen, er ist unser!
(Schwert und Fahne entsinken ihr, sie eilt auf ihn zu mit
ausgebreiteten Armen und umschlingt ihn mit leidenschaftlichem
Ungestüm. La Hire und Dunois lassen die Schwerter fallen und
eilen ihn zu umarmen)
DRITTER AUFZUG

Hoflager des Königs zu Chalons an der Marne

Erster Auftritt

Dunois und La Hire

DUNOIS. Wir waren Herzensfreunde, Waffenbrüder,
Für eine Sache hoben wir den Arm
Und hielten fest in Not und Tod zusammen.
Laßt Weiberliebe nicht das Band zertrennen,
Das jeden Schicksalswechsel ausgehalten.

LA HIRE. Prinz, hört mich an!

DUNOIS. Ihr liebt das wunderbare Mädchen,
Und mir ist wohl bekannt, worauf Ihr sinnt.
Zum König denkt Ihr stehnden Fußes jetzt
Zu gehen, und die Jungfrau zum Geschenk
Euch zu erbitten—Eurer Tapferkeit
Kann er den wohlverdienten Preis nicht weigern.
Doch wißt—eh ich in eines andern Arm
Sie sehe—

LA HIRE. Hört mich, Prinz!

DUNOIS. Es zieht mich nicht
Der Augen flüchtig schnelle Lust zu ihr.
Den unbezwungnen Sinn hat nie ein Weib
Gerührt, bis ich die Wunderbare sah,
Die eines Gottes Schickung diesem Reich
Zur Retterin bestimmt und mir zum Weibe,
Und in dem Augenblick gelobt ich mir
Mit heilgem Schwur als Braut sie heimzuführen.
Denn nur die Starke kann die Freundin sein
Des starken Mannes, und dies glühnde Herz
Sehnt sich an einer gleichen Brust zu ruhn,
Die seine Kraft kann fassen und ertragen.

LA HIRE. Wie könnt ichs wagen, Prinz, mein schwach Verdienst
Mit Eures Namens Heldenruhm zu messen!
Wo sich Graf Dunois in die Schranken stellt,
Muß jeder andre Mitbewerber weichen.
Doch eine niedre Schäferin kann nicht
Als Gattin würdig Euch zur Seite stehn,
Das königliche Blut, das Eure Adern
Durchrinnt, verschmäht so niedrige Vermischung.

DUNOIS. Sie ist das Götterkind der heiligen
Natur, wie ich, und ist mir ebenbürtig.
Sie sollte eines Fürsten Hand entehren,
Die eine Braut der reinen Engel ist,
Die sich das Haupt mit einem Götterschein
Umgibt, der heller strahlt als irdsche Kronen,
Die jedes Größte, Höchste dieser Erden
Klein unter ihren Füßen liegen sieht;
Denn alle Fürstenthronen aufeinander
Gestellt, bis zu den Sternen fortgebaut,
Erreichten nicht die Höhe, wo sie steht,
In ihrer Engelsmajestät!

LA HIRE. Der König mag entscheiden.

DUNOIS. Nein, sie selbst
Entscheide! Sie hat Frankreich frei gemacht
Und selber frei muß sie ihr Herz verschenken.

LA HIRE. Da kommt der König!
DRITTER AUFZUG

Zweiter Auftritt

Karl. Agnes Sorel. Du Chatel, der Erzbischof und Chatillon zu den Vorigen

KARL (zu Chatillon). Er kommt! Er will als seinen König mich
Erkennen, sagt Ihr, und mir huldigen?

CHATILLON. Hier, Sire, in deiner königlichen Stadt
Chalons will sich der Herzog, mein Gebieter,
Zu deinen Füßen werfen.—Mir befahl er,
Als meinen Herrn und König dich zu grüßen,
Er folgt mir auf dem Fuß, gleich naht er selbst.

SOREL. Er kommt! O schöne Sonne dieses Tags,
Der Freude bringt und Frieden und Versöhnung!

CHATILLON. Mein Herr wird kommen mit zweihundert Rittern,
Er wird zu deinen Füßen niederknien,
Doch er erwartet, daß du es nicht duldest,
Als deinen Vetter freundlich ihn umarmest.

KARL. Mein Herz glüht, an dem seinigen zu schlagen.

CHATILLON. Der Herzog bittet, daß des alten Streits
Beim ersten Wiedersehn mit keinem Worte Meldung gescheh!

KARL. Versenkt im Lethe sei
Auf ewig das Vergangene. Wir wollen
Nur in der Zukunft heitre Tage sehn.

CHATILLON. Die für Burgund gefochten, alle sollen
In die Versöhnung aufgenommen sein.

KARL. Ich werde so mein Königreich verdoppeln!

CHATILLON. Die Königin Isabeau soll in dem Frieden
Mit eingeschlossen sein, wenn sie ihn annimmt.

KARL. Sie führet Krieg mit mir, nicht ich mit ihr.
Unser Streit ist aus, sobald sie selbst ihn endigt.

CHATILLON. Zwölf Ritter sollen bürgen für dein Wort.

KARL. Mein Wort ist heilig.

CHATILLON. Und der Erzbischof
Soll eine Hostie teilen zwischen dir und ihm,
Zum Pfand und Siegel redlicher Versöhnung.

KARL. So sei mein Anteil an dem ewgen Heil,
Als Herz und Handschlag bei mir einig sind.
Welch andres Pfand verlangt der Herzog noch?

CHATILLON (mit einem Blick auf Du Chatel).
Hier seh ich einen, dessen Gegenwart
Den ersten Gruß vergiften könnte.

(Du Chatel geht schweigend)

KARL. Geh,
Du Chatel! Bis der Herzog deinen Anblick
Ertragen kann, magst du verborgen bleiben!
(Er folgt ihm mit den Augen, dann eilt er ihm nach und umarmt ihn)
Rechtschaffner Freund! Du wolltest mehr als dies
Für meine Ruhe tun!
(Du Chatel geht ab)

CHATILLON. Die andern Punkte nennt dies Instrument.

KARL (zum Erzbischof). Bringt es in Ordnung. Wir genehmgen alles,
Für einen Freund ist uns kein Preis zu hoch.
Geht, Dunois! Nehmt hundert edle Ritter
Mit Euch und holt den Herzog freundlich ein.
Die Truppen alle sollen sich mit Zweigen
Bekränzen, ihre Brüder zu empfangen.
Zum Feste schmücke sich die ganze Stadt,
Und alle Glocken sollen es verkünden,
Daß Frankreich und Burgund sich neu verbünden.
(Ein Edelknecht kommt. Man hört Trompeten)
Horch! Was bedeutet der Trompeten Ruf?

EDELKNECHT. Der Herzog von Burgund hält seinen Einzug. (Geht ab)

DUNOIS (geht mit La Hire und Chatillon). Auf! Ihm entgegen!

KARL (zur Sorel). Agnes, du weinst? Beinah gebricht auch mir
Die Stärke, diesen Auftritt zu ertragen.
Wie viele Todesopfer mußten fallen,
Bis wir uns friedlich konnten wiedersehen.
Doch endlich legt sich jedes Sturmes Wut,
Tag wird es auf die dickste Nacht, und kommt
Die Zeit, so reifen auch die spätsten Früchte!

ERZBISCHOF (am Fenster).
Der Herzog kann sich des Gedränges kaum
Erledigen. Sie heben ihn vom Pferd,
Sie küssen seinen Mantel, seine Sporen.

KARL. Es ist ein gutes Volk, in seiner Liebe
Raschlodernd wie in seinem Zorn.—Wie schnell
Vergessen ists, daß eben dieser Herzog
Die Väter ihnen und die Söhne schlug,
Der Augenblick verschlingt ein ganzes Leben!
—Faß dich, Sorel! Auch deine heftge Freude
Möcht ihm ein Stachel in die Seele sein,
Nichts soll ihn hier beschämen, noch betrüben.
DRITTER AUFZUG

Dritter Auftritt

Die Vorigen. Herzog von Burgund. Dunois. La Hire. Chatillon und noch zwei andere Ritter von des Herzogs Gefolge. Der Herzog bleibt am Eingang stehen, der König bewegt sich gegen ihn, sogleich nähert sich Burgund und in dem Augenblick, wo er sich auf ein Knie will niederlassen, empfängt ihn der König in seinen Armen

KARL. Ihr habt uns überrascht—Euch einzuholen
Gedachten wir—Doch Ihr habt schnelle Pferde.

BURGUND. Sie trugen mich zu meiner Pflicht.
(Er umarmt die Sorel und küßt sie auf die Stirne)
Mit Eurer Erlaubnis,
Base. Das ist unser Herrenrecht
Zu Arras und kein schönes Weib darf sich
Der Sitte weigern.

KARL. Eure Hofstatt ist
Der Sitz der Minne, sagt man, und der Markt,
Wo alles Schöne muß den Stapel halten.

BURGUND. Wir sind ein handeltreibend Volk, mein König.
Was köstlich wächst in allen Himmelstrichen,
Wird ausgestellt zur Schau und zum Genuß
Auf unserm Markt zu Brügg, das höchste aber
Von allen Gütern ist der Frauen Schönheit.

SOREL. Der Frauen Treue gilt noch höhern Preis,
Doch auf dem Markte wird sie nicht gesehn.

KARL. Ihr steht in bösem Ruf und Leumund, Vetter,
Daß Ihr der Frauen schönste Tugend schmäht.

BURGUND. Die Ketzerei straft sich am schwersten selbst.
Wohl Euch, mein König! Früh hat Euch das Herz,
Was mich ein wildes Leben spät, gelehrt!
(Er bemerkt den Erzbischof und reicht ihm die Hand)
Ehrwürdger Mann Gottes! Euren Segen!
Euch trifft man immer auf dem rechten Platz,
Wer Euch will finden, muß im Guten wandeln.

ERZBISCHOF. Mein Meister rufe, wenn er will, dies Herz
Ist freudensatt und ich kann fröhlich scheiden,
Da meine Augen diesen Tag gesehn!

BURGUND (zur Sorel). Man spricht, Ihr habt Euch Eurer edeln Steine
Beraubt, um Waffen gegen mich daraus
Zu schmieden? Wie? Seid Ihr so kriegerisch
Gesinnt? Wars Euch so ernst mich zu verderben,
Doch unser Streit ist nun vorbei, es findet
Sich alles wieder, was verloren war,
Auch Euer Schmuck hat sich zurückgefunden,
Zum Kriege wider mich war er bestimmt,
Nehmt ihn aus meiner Hand zum Friedenszeichen.
(Er empfängt von einem seiner Begleiter das Schmuckkästchen und
überreicht es ihr geöffnet. Agnes Sorel sieht den König betroffen
an)

KARL. Nimm das Geschenk, es ist ein zweifach teures Pfand
Der schönen Liebe mir und der Versöhnung.

BURGUND (indem er eine brillantne Rose in ihre Haare steckt).
Warum ist es nicht Frankreichs Königskrone?
Ich würde sie mit gleich geneigtem Herzen
Auf diesem schönen Haupt befestigen.
(Ihre Hand bedeutend fassend)
Und—zählt auf mich, wenn Ihr dereinst des Freundes
Bedürfen solltet!
(Agnes Sorel in Tränen ausbrechend tritt auf die Seite, auch
der König bekämpft eine große Bewegung, alle Umstehende blicken
gerührt auf beide Fürsten)

BURGUND (nachdem er alle der Reihe nach angesehen, wirft er sich in die Arme des Königs). O mein König! (In demselben Augenblick eilen die drei burgundischen Ritter auf Dunois, La Hire und den Erzbischof zu und umarmen einander. Beide Fürsten liegen eine Zeitlang einander sprachlos in den Armen) Euch konnt ich hassen! Euch konnt ich entsagen!

KARL. Still! Still! Nicht weiter!

BURGUND. Diesen Engelländer
Konnt ich krönen! Diesem Fremdling Treue schwören!
Euch meinen König ins Verderben stürzen!

KARL. Vergeßt es! Alles ist verziehen. Alles
Tilgt dieser einzge Augenblick. Es war
Ein Schicksal, ein unglückliches Gestirn!

BURGUND (faßt seine Hand).
Ich will gutmachen! Glaubet mir, ich wills.
Alle Leiden sollen Euch erstattet werden,
Euer ganzes Königreich sollt Ihr zurück
Empfangen—nicht ein Dorf soll daran fehlen!

KARL. Wir sind vereint. Ich fürchte keinen Feind mehr.

BURGUND. Glaubt mir, ich führte nicht mit frohem Herzen
Die Waffen wider Euch. O wüßtet Ihr—
Warum habt Ihr mir diese nicht geschickt?
(Auf die Sorel zeigend) Nicht widerstanden hätt ich ihren Tränen!
—Nun soll uns keine Macht der Hölle mehr
Entzweien, da wir Brust an Brust geschlossen!
Jetzt hab ich meinen wahren Ort gefunden,
An diesem Herzen endet meine Irrfahrt.

ERZBISCHOF (tritt zwischen beide).
Ihr seid vereinigt, Fürsten! Frankreich steigt
Ein neu verjüngter Phönix aus der Asche,
Uns lächelt eine schöne Zukunft an.
Des Landes tiefe Wunden werden heilen,
Die Dörfer, die verwüsteten, die Städte
Aus ihrem Schutt sich prangender erheben,
Die Felder decken sich mit neuem Grün
Doch, die das Opfer eures Zwists gefallen,
Die Toten stehen nicht mehr auf, die Tränen,
Die eurem Streit geflossen, sind und bleiben
Geweint! Das kommende Geschlecht wird blühen,
Doch das vergangne war des Elends Raub,
Der Enkel Glück erweckt nicht mehr die Väter.
Das sind die Früchte eures Bruderzwists!
Laßts euch zur Lehre dienen! Fürchtet die Gottheit
Des Schwerts, eh ihrs der Scheid entreißt. Loslassen
Kann der Gewaltige den Krieg, doch nicht
Gelehrig wie der Falk sich aus den Lüften
Zurückschwingt auf des Jägers Hand, gehorcht
Der wilde Gott dem Ruf der Menschenstimme.
Nicht zweimal kommt im rechten Augenblick
Wie heut die Hand des Retters aus den Wolken.

BURGUND. O Sire! Euch wohnt ein Engel an der Seite.
—Wo ist sie? Warum seh ich sie nicht hier?

KARL. Wo ist Johanna? Warum fehlt sie uns
In diesem festlich schönen Augenblick,
Den sie uns schenkte?

ERZBISCHOF. Sire! Das heilge Mädchen
Liebt nicht die Ruhe eines müßgen Hofs,
Und ruft sie nicht der göttliche Befehl
Ans Licht der Welt hervor, so meidet sie
Verschämt den eitlen Blick gemeiner Augen!
Gewiß bespricht sie sich mit Gott, wenn sie
Für Frankreichs Wohlfahrt nicht geschäftig ist,
Denn allen ihren Schritten folgt der Segen.
DRITTER AUFZUG

Vierter Auftritt

Johanna zu den Vorigen. Sie ist im Harnisch, aber ohne Helm, und trägt einen Kranz in den Haaren

KARL Du kommst als Priesterin geschmückt, Johanna,
Den Bund, den du gestiftet, einzuweihn?

BURGUND. Wie schrecklich war die Jungfrau in der Schlacht,
Und wie umstrahlt mit Anmut sie der Friede!
—Hab ich mein Wort gelöst, Johanna? Bist du
Befriedigt und verdien ich deinen Beifall?

JOHANNA. Dir selbst hast du die größte Gunst erzeigt.
Jetzt schimmerst du in segenvollem Licht,
Da du vorhin in blutrotdüsterm Schein
Ein Schreckensmond an diesem Himmel hingst.
(Sich umschauend)
Viel edle Ritter find ich hier versammelt
Und alle Augen glänzen freudenhell,
Nur einem Traurigen hab ich begegnet,
Der sich verbergen muß, wo alles jauchzt.

BURGUND. Und wer ist sich so schwerer Schuld bewußt,
Daß er an unsrer Huld verzweifeln müßte,

JOHANNA. Darf er sich nahn? O sage, daß ers darf?
Mach dein Verdienst vollkommen. Eine Versöhnung
Ist keine, die das Herz nicht ganz befreit.
Ein Tropfe Haß, der in dem Freudenbecher
Zurückbleibt, macht den Segenstrank zum Gift.
—Kein Unrecht sei so blutig, daß Burgund
An diesem Freudentag es nicht vergebe!

BURGUND. Ha, ich verstehe dich!

JOHANNA. Und willst verzeihn?
Du willst es, Herzog?—Komm herein, Du Chatel!
(Sie öffnet die Tür und führt Du Chatel herein, dieser bleibt
in der Entfernung stehen)
Der Herzog ist mit seinen Feinden allen
Versöhnt, er ist es auch mit dir.
(Du Chatel tritt einige Schritte näher und sucht in den Augen
des Herzogs zu lesen)

BURGUND. Was machst du
Aus mir, Johanna? Weißt du, was du foderst?

JOHANNA. Ein gütger Herr tut seine Pforten auf
Für alle Gäste, keinen schließt er aus;
Frei wie das Firmament die Welt umspannt,
So muß die Gnade Freund und Feind umschließen.
Es schickt die Sonne ihre Strahlen gleich
Nach allen Räumen der Unendlichkeit,
Gleichmessend gießt der Himmel seinen Tau
Auf alle durstenden Gewächse aus.
Was irgend gut ist und von oben kommt,
Ist allgemein und ohne Vorbehalt,
Doch in den Falten wohnt die Finsternis!

BURGUND. O sie kann mit mir schalten wie sie will,
Mein Herz ist weiches Wachs in ihrer Hand.
—Umarmt mich, Du Chatel; ich vergeb Euch.
Geist meines Vaters, zürne nicht, wenn ich
Die Hand, die dich getötet, freundlich fasse.
Ihr Todesgötter, rechnet mirs nicht zu,
Daß ich mein schrecklich Rachgelübde breche.
Bei euch dort unten in der ewgen Nacht,
Da schlägt kein Herz mehr, da ist alles ewig,
Steht alles unbeweglich fest—doch anders
Ist es hier oben in der Sonne Licht.
Der Mensch ist, der lebendig fühlende,
Der leichte Raub des mächtgen Augenblicks.

KARL (zu Johanna). Was dank ich dir nicht alles, hohe Jungfrau!
Wie schön hast du dein Wort gelöst!
Wie schnell mein ganzes Schicksal umgewandelt!
Die Freunde hast du mir versöhnt, die Feinde
Mir in den Staub gestürzt, und meine Städte
Dem fremden Joch entrissen—Du allein
Vollbrachtest alles.—Sprich, wie lohn ich dir!

JOHANNA. Sei immer menschlich, Herr, im Glück, wie dus
Im Unglück warst—und auf der Größe Gipfel
Vergiß nicht, was ein Freund wiegt in der Not,
Du hasts in der Erniedrigung erfahren.
Verweigre nicht Gerechtigkeit und Gnade
Dem letzten deines Volks, denn von der Herde
Berief dir Gott die Retterin—du wirst
Ganz Frankreich sammeln unter deinen Szepter,
Der Ahn, und Stammherr großer Fürsten sein,
Die nach dir kommen, werden heller leuchten,
Als die dir auf dem Thron vorangegangen.
Dein Stamm wird blühn, solang er sich die Liebe
Bewahrt im Herzen seines Volks,
Der Hochmut nur kann ihn zum Falle fahren,
Und von den niedern Hütten, wo dir jetzt
Der Retter ausging, droht geheimnisvoll
Den schuldgefleckten Enkeln das Verderben!

BURGUND. Erleuchtet Mädchen, das der Geist beseelt,
Wenn deine Augen in die Zukunft dringen,
So sprich mir auch von meinem Stamm! Wird er
Sich herrlich breiten wie er angefangen?

JOHANNA. Burgund! Hoch bis zu Throneshöhe hast
Du deinen Stuhl gesetzt, und höher strebt
Das stolze Herz, es hebt bis in die Wolken
Den kühnen Bau.—Doch eine Hand von oben
Wird seinem Wachstum schleunig Halt gebieten.
Doch fürchte drum nicht deines Hauses Fall!
In einer Jungfrau lebt es glänzend fort,
Und zeptertragende Monarchen, Hirten
Der Völker werden ihrem Schoß entblühn.
Sie werden herrschen auf zwei großen Thronen,
Gesetze schreiben der bekannten Welt
Und einer neuen, welche Gottes Hand
Noch zudeckt hinter unbeschifften Meeren.

KARL. O sprich, wenn es der Geist dir offenbaret,
Wird dieses Freundesbündnis, das wir jetzt
Erneut, auch noch die späten Enkelsöhne
Vereinigen?

JOHANNA (nach einem Stillschweigen).
Ihr Könige und Herrscher!
Fürchtet die Zwietracht! Wecket nicht den Streit
Aus seiner Höhle, wo er schläft, denn einmal
Erwacht bezähmt er spät sich wieder! Enkel
Erzeugt er sich, ein eisernes Geschlecht,
Fortzündet an dem Brande sich der Brand.
—Verlangt nicht mehr zu wissen! Freuet euch
Der Gegenwart, laßt mich die Zukunft still
Bedecken!

SOREL. Heilig Mädchen, du erforschest
Mein Herz, du weißt, ob es nach Größe eitel strebt.
Auch mir gib ein erfreuliches Orakel.

JOHANNA. Mir zeigt der Geist nur große Weltgeschicke,
Dein Schicksal ruht in deiner eignen Brust!

Dunois. Was aber wird dein eigen Schicksal sein,
Erhabnes Mädchen, das der Himmel liebt!
Dir blüht gewiß das schönste Glück der Erden,
Da du so fromm und heilig bist.

JOHANNA. Das Glück
Wohnt droben in dem Schoß des ewgen Vaters.

KARL. Dein Glück sei fortan deines Königs Sorge!
Denn deinen Namen will ich herrlich machen
In Frankreich, selig preisen sollen dich
Die spätesten Geschlechter—und gleich jetzt
Erfüll ich es.—Knie nieder!
(Er zieht das Schwert und berührt sie mit demselben)
Und steh auf Als eine Edle! Ich erhebe dich,
Dein König, aus dem Staube deiner dunkeln
Geburt—Im Grabe adl ich deine Väter—
Du sollst die Lilie im Wappen tragen,
Den Besten sollst du ebenbürtig sein
In Frankreich, nur das königliche Blut
Von Valois sei edler als das deine!
Der Größte meiner Großen fühle sich
Durch deine Hand geehrt, mein sei die Sorge,
Dich einem edeln Gatten zu vermählen.

DUNOIS (tritt vor). Mein Herz erkor sie, da sie niedrig war,
Die neue Ehre, die ihr Haupt umglänzt,
Erhöht nicht ihr Verdienst, noch meine Liebe.
Hier in dem Angesichte meines Königs
Und dieses heilgen Bischofs reich ich ihr
Die Hand als meiner fürstlichen Gemahlin,
Wenn sie mich würdig hält, sie zu empfangen.

KARL. Unwiderstehlich Mädchen, du häufst Wunder
Auf Wunder! Ja, nun glaub ich, daß dir nichts
Unmöglich ist. Du hast dies stolze Herz
Bezwungen, das der Liebe Allgewalt
Hohn sprach bis jetzt.

LA HIRE (tritt vor). Johannas schönster Schmuck,
Kenn ich sie recht, ist ihr bescheidnes Herz.
Der Huldigung des Größten ist sie wert,
Doch nie wird sie den Wunsch so hoch erheben.
Sie strebt nicht schwindelnd irdscher Hoheit nach,
Die treue Neigung eines redlichen
Gemüts genügt ihr, und das stille Los,
Das ich mit dieser Hand ihr anerbiete.

KARL. Auch du, La Hire? Zwei treffliche Bewerber
An Heldentugend gleich und Kriegesruhm!
—Willst du, die meine Feinde mir versöhnt,
Mein Reich vereinigt, mir die liebsten Freunde
Entzwein? Es kann sie einer nur besitzen,
Und jeden acht ich solches Preises wert.
So rede du, dein Herz muß hier entscheiden.

SOREL (tritt näher). Die edle Jungfrau seh ich überrascht
Und ihre Wangen färbt die züchtge Scham.
Man geb ihr Zeit, ihr Herz zu fragen, sich
Der Freundin zu vertrauen und das Siegel
Zu lösen von der fest verschloßnen Brust.
Jetzt ist der Augenblick gekommen, wo
Auch ich der strengen Jungfrau schwesterlich
Mich nahen, ihr den treu verschwiegnen Busen
Darbieten darf—Man laß uns weiblich erst
Das Weibliche bedenken und erwarte,
Was wir beschließen werden.

KARL (im Begriff zu gehen). Also seis!

JOHANNA. Nicht also, Sire! Was meine Wangen färbte,
War die Verwirrung nicht der blöden Scham.
Ich habe dieser edeln Frau nichts zu vertraun,
Dess' ich vor Männern mich zu schämen hätte.
Hoch ehrt mich dieser edeln Ritter Wahl.
Doch nicht verließ ich meine Schäfertrift,
Um weltlich eitle Hoheit zu erlagen,
Noch mir den Brautkranz in das Haar zu flechten,
Legt ich die ehrne Waffenrüstung an.
Berufen bin ich zu ganz anderm Werk,
Die reine Jungfrau nur kann es vollenden.
Ich bin die Kriegerin des höchsten Gottes,
Und keinem Manne kann ich Gattin sein.

ERZBISCHOF. Dem Mann zur liebenden Gefährtin ist
Das Weib geboren—wenn sie der Natur
Gehorcht, dient sie am würdigsten dem Himmel!
Und hast du dem Befehle deines Gottes,
Der in das Feld dich rief, genuggetan,
So wirst du deine Waffen von dir legen,
Und wiederkehren zu dem sanfteren
Geschlecht, das du verleugnet hast, das nicht
Berufen ist zum blutgen Werk der Waffen.

JOHANNA. Ehrwürdger Herr, ich weiß noch nicht zu sagen,
Was mir der Geist gebieten wird zu tun;
Doch wenn die Zeit kommt, wird mir seine Stimme
Nicht schweigen, und gehorchen werd ich ihr.
Jetzt aber heißt er mich mein Werk vollenden,
Die Stirne meines Herren ist noch nicht
Gekrönt, das heilge Öl hat seine Scheitel
Noch nicht benetzt, noch heißt mein Herr nicht König.

KARL. Wir sind begriffen auf dem Weg nach Reims.

JOHANNA. Laß uns nicht still stehn, denn geschäftig sind
Die Feinde rings, den Weg dir zu verschließen.
Doch mitten durch sie alle führ ich dich!

DUNOIS. Wenn aber alles wird vollendet sein,
Wenn wir zu Reims nun siegend eingezogen,
Wirst du mir dann vergönnen, heilig Mädchen—

JOHANNA. Will es der Himmel, daß ich sieggekrönt
Aus diesem Kampf des Todes wiederkehre,
So ist mein Werk vollendet—und die Hirtin
Hat kein Geschäft mehr in des Königs Hause.

KARL (ihre Hand fassend).
Dich treibt des Geistes Stimme jetzt, es schweigt
Die Liebe in dem gotterfüllten Busen.
Sie wird nicht immer schweigen, glaube mir!
Die Waffen werden ruhn, es führt der Sieg
Den Frieden an der Hand, dann kehrt die Freude
In jeden Busen ein, und sanftere
Gefühle wachen auf in allen Herzen—
Sie werden auch in deiner Brust erwachen,
Und Tränen süßer Sehnsucht wirst du weinen,
Wie sie dein Auge nie vergoß—dies Herz,
Das jetzt der Himmel ganz erfüllt, wird sich
Zu einem irdschen Freunde liebend wenden—
Jetzt hast du rettend Tausende beglückt,
Und einen zu beglücken wirst du enden!

JOHANNA. Dauphin! Bist du der göttlichen Erscheinung
Schon müde, daß du ihr Gefäß zerstören,
Die reine Jungfrau, die dir Gott gesendet,
Herab willst ziehn in den gemeinen Staub,
Ihr blinden Herzen! Ihr Kleingläubigen!
Des Himmels Herrlichkeit umleuchtet euch,
Vor eurem Aug enthüllt er seine Wunder,
Und ihr erblickt in mir nichts als ein Weib.
Darf sich ein Weib mit kriegerischem Erz
Umgeben, in die Männerschlacht sich mischen?
Weh mir, wenn ich das Rachschwert meines Gottes
In Händen führte, und im eiteln Herzen
Die Neigung trüge zu dem irdschen Mann!
Mir wäre besser, ich wär nie geboren!
Kein solches Wort mehr, sag ich euch, wenn ihr
Den Geist in mir nicht zürnend wollt entrüsten!
Der Männer Auge schon, das mich begehrt,
Ist mir ein Grauen und Entheiligung.

KARL. Brecht ab. Es ist umsonst sie zu bewegen.

JOHANNA. Befiehl, daß man die Kriegstrommete blase!
Mich preßt und ängstigt diese Waffenstille,
Es jagt mich auf aus dieser müßgen Ruh,
Und treibt mich fort, daß ich mein Werk erfülle,
Gebietrisch mahnend meinem Schicksal zu.
DRITTER AUFZUG

Fünfter Auftritt

Ein Ritter eilfertig

KARL. Was ists?

RITTER. Der Feind ist über die Marne gegangen,
Und stellt sein Heer zum Treffen.

JOHANNA (begeistert). Schlacht und Kampf!
Jetzt ist die Seele ihrer Banden frei.
Bewaffnet euch, ich ordn indes die Scharen. (Sie eilt hinaus)

KARL. Folgt ihr, La Hire—Sie wollen uns am Tore
Von Reims noch um die Krone kämpfen lassen!

DUNOIS. Sie treibt nicht wahrer Mut. Es ist der letzte
Versuch ohnmächtig wütender Verzweiflung.

KARL. Burgund, Euch sporn ich nicht. Heut ist der Tag,
Um viele böse Tage zu vergüten.

BURGUND. Ihr sollt mit mir zufrieden sein.

KARL. Ich selbst
Will Euch vorangehn auf dem Weg des Ruhms,
Und in dem Angesicht der Krönungsstadt
Die Krone mir erfechten.—Meine Agnes!
Dein Ritter sagt dir Lebewohl!

AGNES (umarmt ihn). Ich weine nicht, ich zittre nicht für dich,
Mein Glaube greift vertrauend in die Wolken!
So viele Pfänder seiner Gnade gab
Der Himmel nicht, daß wir am Ende trauern!
Vom Sieg gekrönt umarm ich meinen Herrn,
Mir sagts das Herz, in Reims' bezwungnen Mauern.

(Trompeten erschallen mit mutigem Ton und gehen, während daß verwandelt wird, in ein wildes Kriegsgetümmel über, das Orchester fällt ein bei offener Szene und wird von kriegerischen Instrumenten hinter der Szene begleitet) Der Schauplatz verwandelt sich in eine freie Gegend, die von Bäumen begrenzt wird. Man sieht während der Musik Soldaten über den Hintergrund schnell wegziehen
DRITTER AUFZUG

Sechster Auftritt

Talbot auf Fastolf gestützt und von Soldaten begleitet. Gleich darauf Lionel

TALBOT. Hier unter diesen Bäumen setzt mich nieder,
Und ihr begebt euch in die Schlacht zurück,
Ich brauche keines Beistands, um zu sterben.

FASTOLF. O unglückselig jammervoller Tag!
(Lionel tritt auf)
Zu welchem Anblick kommt Ihr, Lionel!
Hier liegt der Feldherr auf den Tod verwundet.

LIONEL. Das wolle Gott nicht! Edler Lord, steht auf!
Jetzt ists nicht Zeit, ermattet hinzusinken.
Weicht nicht dem Tod, gebietet der Natur
Mit Eurem mächtgen Willen, daß sie lebe!

TALBOT. Umsonst! Der Tag des Schicksals ist gekommen,
Der unsern Thron in Frankreich stürzen soll.
Vergebens in verzweiflungsvollem Kampf
Wagt ich das Letzte noch, ihn abzuwenden.
Vom Stahl dahin geschmettert lieg ich hier,
Um nicht mehr aufzustehn.—Reims ist verloren,
So eilt, Paris zu retten!

LIONEL. Paris hat sich vertragen mit dem Dauphin,
Soeben bringt ein Eilbot uns die Nachricht.

TALBOT (reißt den Verband ab).
So strömet hin, ihr Bäche meines Bluts,
Denn überdrüssig bin ich dieser Sonne!

LIONEL. Ich kann nicht bleiben.—Fastolf, bringt den Feldherrn
An einen sichern Ort, wir können uns
Nicht lange mehr auf diesem Posten halten.
Die Unsern fliehen schon von allen Seiten,
Unwiderstehlich dringt das Mädchen vor—

TALBOT. Unsinn, du siegst und ich muß untergehn!
Mit der Dummheit kämpfen Götter selbst vergebens.
Erhabene Vernunft, lichthelle Tochter
Des göttlichen Hauptes, weise Gründerin
Des Weltgebäudes, Führerin der Sterne,
Wer bist du denn, wenn du dem tollen Roß
Des Aberwitzes an den Schweif gebunden,
Ohnmächtig rufend, mit dem Trunkenen
Dich sehend in den Abgrund stürzen mußt!
Verflucht sei, wer sein Leben an das Große
Und Würdge wendet und bedachte Plane
Mit weisem Geist entwirft! Dem Narrenkönig
Gehört die Welt—

LIONEL. Mylord! Ihr habt nur noch
Für wenig Augenblicke Leben—denkt
An Euren Schöpfer!

TALBOT. Wären wir als Tapfre
Durch andre Tapfere besiegt, wir könnten
Uns trösten mit dem allgemeinen Schicksal,
Das immer wechselnd seine Kugel dreht—
Doch solchem groben Gaukelspiel erliegen!
War unser ernstes arbeitvolles Leben
Keines ernsthaftem Ausgangs wert?

LIONEL (reicht ihm die Hand).
Mylord, fahrt wohl! Der Tränen schuldgen Zoll
Will ich Euch redlich nach der Schlacht entrichten,
Wenn ich alsdann noch übrig bin. Jetzt aber
Ruft das Geschick mich fort, das auf dem Schlachtfeld
Noch richtend sitzt und seine Lose schüttelt.
Auf Wiedersehn in einer andern Welt,
Kurz ist der Abschied für die lange Freundschaft. (Geht ab)

TALBOT. Bald ists vorüber und der Erde geb ich,
Der ewgen Sonne die Atome wieder,
Die sich zu Schmerz und Lust in mir gefügt—
Und von dem mächtgen Talbot, der die Welt
Mit seinem Kriegsruhm füllte, bleibt nichts übrig,
Als eine Handvoll leichten Staubs.—So geht
Der Mensch zu Ende—und die einzige
Ausbeute, die wir aus dem Kampf des Lebens
Wegtragen, ist die Einsicht in das Nichts,
Und herzliche Verachtung alles dessen,
Was uns erhaben schien und wünschenswert—
DRITTER AUFZUG

Siebenter Auftritt

Karl. Burgund. Dunois. Du Chatel und Soldaten treten auf

BURGUND. Die Schanze ist erstürmt.

DUNOIS. Der Tag ist unser.

KARL (Talbot bemerkend).
Seht, wer es ist, der dort vom Licht der Sonne
Den unfreiwillig schweren Abschied nimmt?
Die Rüstung zeigt mir keinen schlechten Mann,
Geht, springt ihm bei, wenn ihm noch Hülfe frommt.
(Soldaten aus des Königs Gefolge treten hinzu)

Fastolf. Zurück! Bleibt fern! Habt Achtung vor dem Toten,
Dem ihr im Leben nie zu nahn gewünscht!

BURGUND. Was seh ich! Talbot liegt in seinem Blut!
(Er geht auf ihn zu. Talbot blickt ihn starr an und stirbt)

FASTOLF. Hinweg, Burgund! Den letzten Blick des Helden
Vergifte nicht der Anblick des Verräters!

DUNOIS. Furchtbarer Talbot! Unbezwinglicher!
Nimmst du vorlieb mit so geringem Raum,
Und Frankreichs weite Erde konnte nicht
Dem Streben deines Riesengeistes gnügen.
—Erst jetzo, Sire, begrüß ich Euch als König,
Die Krone zitterte auf Eurem Haupt,
So lang ein Geist in diesem Körper lebte.

KARL (nachdem er den Toten stillschweigend betrachtet).
Ihn hat ein Höherer besiegt, nicht wir!
Er liegt auf Frankreichs Erde, wie der Held
Auf seinem Schild, den er nicht lassen wollte.
Bringt ihn hinweg!
(Soldaten heben den Leichnam auf und tragen ihn fort)
Fried sei mit seinem Staube!
Ihm soll ein ehrenvolles Denkmal werden,
Mitten in Frankreich, wo er seinen Lauf
Als Held geendet, ruhe sein Gebein!
So weit als er, drang noch kein feindlich Schwert,
Seine Grabschrift sei der Ort, wo man ihn findet.

FASTOLF (gibt sein Schwert ab). Herr, ich bin dein Gefangener.

KARL (gibt ihm sein Schwert zurück). Nicht also!
Die fromme Pflicht ehrt auch der rohe Krieg,
Frei sollt Ihr Eurem Herrn zu Grabe folgen.
Jetzt eilt, Du Chatel—Meine Agnes zittert—
Entreißt sie ihrer Angst um uns—Bringt ihr
Die Botschaft, daß wir leben, daß wir siegten,
Und führt sie im Triumph nach Reims!
(Du Chatel geht ab)
DRITTER AUFZUG

Achter Auftritt

La Hire zu den Vorigen

DUNOIS. La Hire!
Wo ist die Jungfrau?

LA HIRE. Wie? Das frag ich Euch.
An Eurer Seite fechtend ließ ich sie.

DUNOlS. Von Eurem Arme glaubt ich sie beschützt,
Als ich dem König beizuspringen eilte.

BURGUND. Im dichtsten Feindeshaufen sah ich noch
Vor kurzem ihre weiße Fahne wehn.

DUNOlS. Weh uns, wo ist sie? Böses ahndet mir!
Kommt, eilen wir sie zu befrein.—Ich fürchte,
Sie hat der kühne Mut zu weit geführt,
Umringt von Feinden kämpft sie ganz allein,
Und hülflos unterliegt sie jetzt der Menge.

KARL. Eilt, rettet sie!

LA HIRE. Ich folg euch, kommt!

BURGUND. Wir alle! (Sie eilen fort)
DRITTER AUFZUG

Eine andre öde Gegend des Schlachtfelds Man sieht die Türme von Reims in der Ferne, von der Sonne beleuchtet

Neunter Auftritt

Ein Ritter in ganz schwarzer Rüstung, mit geschloßnem Visier. Johanna verfolgt ihn bis auf die vordere Bühne, wo er stille steht und sie erwartet

JOHANNA. Arglistger! Jetzt erkenn ich deine Tücke!
Du hast mich trüglich durch verstellte Flucht
Vom Schlachtfeld weggelockt und Tod und Schicksal
Von vieler Britensöhne Haupt entfernt.
Doch jetzt ereilt dich selber das Verderben.

SCHWARZER RITTER. Warum verfolgst du mich und heftest dich
So wutentbrannt an meine Fersen? Mir
Ist nicht bestimmt, von deiner Hand zu fallen.

JOHANNA. Verhaßt in tiefster Seele bist du mir,
Gleich wie die Nacht, die deine Farbe ist.
Dich weg zu tilgen von dem Licht des Tags
Treibt mich die unbezwingliche Begier.
Wer bist du? Öffne dein Visier.—Hätt ich
Den kriegerischen Talbot in der Schlacht
Nicht fallen sehn, so sagt ich, du wärst Talbot.

SCHWARZER RITTER. Schweigt dir die Stimme des Prophetengeistes?

JOHANNA. Sie redet laut in meiner tiefsten Brust,
Daß mir das Unglück an der Seite steht.

SCHWARZER RITTER. Johanna d'Arc! Bis an die Tore Reims
Bist du gedrungen auf des Sieges Flügeln.
Dir gnüge der erworbne Ruhm. Entlasse
Das Glück, das dir als Sklave hat gedient,
Eh es sich zürnend selbst befreit, es haßt
Die Treu und keinem dient es bis ans Ende.

JOHANNA. Was heißest du in Mitte meines Laufs
Mich stille stehen und mein Werk verlassen?
Ich führ es aus und löse mein Gelübde!

SCHWARZER RITTER. Nichts kann dir, du Gewaltge, widerstehn,
In jedem Kampfe siegst du.—Aber gehe
In keinen Kampf mehr. Höre meine Warnung!

JOHANNA. Nicht aus den Händen leg ich dieses Schwert,
Als bis das stolze England niederliegt.

SCHWARZER RITTER. Schau hin! Dort hebt sich Reims mit seinen Türmen,
Das Ziel und Ende deiner Fahrt—die Kuppel
Der hohen Kathedrale siehst du leuchten,
Dort wirst du einziehn im Triumphgepräng,
Deinen König krönen, dein Gelübde lösen.
—Geh nicht hinein. Kehr um. Hör meine Warnung.

JOHANNA. Wer bist du, doppelzüngig falsches Wesen,
Das mich erschrecken und verwirren will?
Was maßest du dir an, mir falsch Orakel
Betrüglich zu verkündigen?
(Der schwarze Ritter will abgehen, sie tritt ihm in den Weg)
Nein, du stehst
Mir Rede, oder stirbst von meinen Händen!
(Sie will einen Streich auf ihn führen)

SCHWARZER RITTER (berührt sie mit der Hand, sie bleibt unbeweglich stehen). Töte, was sterblich ist! (Nacht, Blitz und Donnerschlag. Der Ritter versinkt)

JOHANNA (steht anfangs erstaunt, faßt sich aber bald wieder).
Es war nichts Lebendes.—Ein trüglich Bild
Der Hölle wars, ein widerspenstger Geist,
Heraufgestiegen aus dem Feuerpfuhl,
Mein edles Herz im Busen zu erschüttern.
Wen fürcht ich mit dem Schwerte meines Gottes?
Siegreich vollenden will ich meine Bahn,
Und käm die Hölle selber in die Schranken,
Mir soll der Mut nicht weichen und nicht wanken!
(Sie will abgehen)
DRITTER AUFZUG

Zehnter Auftritt

Lionel. Johanna

LIONEL. Verfluchte, rüste dich zum Kampf—Nicht beide
Verlassen wir lebendig diesen Platz.
Du hast die Besten meines Volks getötet,
Der edle Talbot hat die große Seele
In meinen Busen ausgehaucht.—Ich räche
Den Tapfern oder teile sein Geschick.
Und daß du wissest, wer dir Ruhm verleiht,
Er sterbe oder siege—Ich bin Lionel,
Der letzte von den Fürsten unsers Heers,
Und unbezwungen noch ist dieser Arm.
(Er dringt auf sie ein, nach einem kurzen Gefecht schlägt sie
ihm das Schwert aus der Hand)
Treuloses Glück! (Er ringt mit ihr)

JOHANNA (ergreift ihn von hinten zu am Helmbusch und reißt ihm den Helm gewaltsam herunter, daß sein Gesicht entblößt wird, zugleich zückt sie das Schwert mit der Rechten). Erleide, was du suchtest, Die heilge Jungfrau opfert dich durch mich! (In diesem Augenblick sieht sie ihm ins Gesicht, sein Anblick ergreift sie, sie bleibt unbeweglich stehen und läßt dann langsam den Arm sinken)

LIONEL. Was zauderst du und hemmst den Todesstreich?
Nimm mir das Leben auch, du nahmst den Ruhm,
Ich bin in deiner Hand, ich will nicht Schonung.
(Sie gibt ihm ein Zeichen mit der Hand, sich zu entfernen)
Entfliehen soll ich? Dir soll ich mein Leben
Verdanken?—Eher sterben!

JOHANNA (mit abgewandtem Gesicht). Rette dich!
Ich will nichts davon wissen, daß dein Leben
In meine Macht gegeben war.

LIONEL. Ich hasse dich und dein Geschenk—Ich will
Nicht Schonung—Töte deinen Feind, der dich
Verabscheut, der dich töten wollte.

JOHANNA. Töte mich
—Und fliehe!

LIONEL Ha! Was ist das?

JOHANNA (verbirgt das Gesicht). Weh mir!

LIONEL (tritt ihr näher). Du tötest, sagt man, alle Engelländer,
Die du im Kampf bezwingst—Warum nur mich
Verschonen?

JOHANNA (erhebt das Schwert mit einer raschen Bewegung gegen ihn, läßt es aber, wie sie ihn ins Gesicht faßt, schnell wieder sinken). Heilge Jungfrau!

LIONEL. Warum nennst du
Die Heilge? Sie weiß nichts von dir, der Himmel
Hat keinen Teil an dir.

JOHANNA (in der heftigsten Beängstigung). Was hab ich
Getan! Gebrochen hab ich mein Gelübde!
(Sie ringt verzweifelnd die Hände)

LIONEL (betrachtet sie mit Teilnahme und tritt ihr näher).
Unglücklich Mädchen! Ich beklage dich,
Du rührst mich, du hast Großmut ausgeübt
An mir allein, ich fühle, daß mein Haß
Verschwindet, ich muß Anteil an dir nehmen!
—Wer bist du? Woher kommst du?

JOHANNA. Fort! Entfliehe!

LIONEL. Mich jammert deine Jugend, deine Schönheit!
Dein Anblick dringt mir an das Herz. Ich möchte
Dich gerne retten—Sage mir, wie kann ichs!
Komm! Komm! Entsage dieser gräßlichen
Verbindung—Wirf sie von dir, diese Waffen!

JOHANNA. Ich bin unwürdig, sie zu führen!

LIONEL. Wirf
Sie von dir, schnell, und folge mir!

JOHANNA (mit Entsetzen). Dir folgen!

LIONEL. Du kannst gerettet werden. Folge mir!
Ich will dich retten, aber säume nicht.
Mich faßt ein ungeheurer Schmerz um dich,
Und ein unnennbar Sehnen, dich zu retten—
(Bemächtigt sich ihres Armes)

JOHANNA. Der Bastard naht! Sie sinds! Sie suchen mich!
Wenn sie dich finden—

LIONEL. Ich beschütze dich!

JOHANNA. Ich sterbe, wenn du fällst von ihren Händen!

LIONEL. Bin ich dir teuer?

JOHANNA. Heilige des Himmels!

LIONEL. Werd ich dich wiedersehen? Von dir hören?

JOHANNA. Nie! Niemals!

LIONEL. Dieses Schwert zum Pfand, daß ich
Dich wiedersehe!
(Er entreißt ihr das Schwert)

JOHANNA. Rasender, du wagst es?

LIONEL. Jetzt weich ich der Gewalt, ich seh dich wieder!
(Er geht ab)
DRITTER AUFZUG

Eilfter Auftritt

Dunois und La Hire. Johanna

LA HIRE. Sie lebt! Sie ists!

DUNOIS. Johanna, fürchte nichts!
Die Freunde stehen mächtig dir zur Seite.

LA HIRE. Flieht dort nicht Lionel?

DUNOIS. Laß ihn entfliehn!
Johanna, die gerechte Sache siegt,
Reims öffnet seine Tore, alles Volk
Strömt jauchzend seinem Könige entgegen—

LA HIRE. Was ist der Jungfrau? Sie erbleicht, sie sinkt!
(Johanna schwindelt und will sinken)

DUNOIS. Sie ist verwundet—Reißt den Panzer auf—
Es ist der Arm und leicht ist die Verletzung.

LA HIRE. Ihr Blut fließt.

JOHANNA. Laßt es mit meinem Leben
Hinströmen! (Sie liegt ohnmächtig in La Hires Armen)
VIERTER AUFZUG

Ein festlich ausgeschmückter Saal, die Säulen sind mit Festons umwunden, hinter der Szene Flöten und Hoboen

Erster Auftritt

JOHANNA. Die Waffen ruhn, des Krieges Stürme schweigen,
Auf blutge Schlachten folgt Gesang und Tanz,
Durch alle Straßen tönt der muntre Reigen,
Altar und Kirche prangt in Festes Glanz,
Und Pforten bauen sich aus grünen Zweigen,
Und um die Säule windet sich der Kranz,
Das weite Reims faßt nicht die Zahl der Gäste,
Die wallend strömen zu dem Völkerfeste.

Und einer Freude Hochgefühl entbrennet,
Und ein Gedanke schlägt in jeder Brust,
Was sich noch jüngst in blutgem Haß getrennet,
Das teilt entzückt die allgemeine Lust,
Wer nur zum Stamm der Franken sich bekennet,
Der ist des Namens stolzer sich bewußt,
Erneuert ist der Glanz der alten Krone,
Und Frankreich huldigt seinem Königssohne.

Doch mich, die all dies Herrliche vollendet,
Mich rührt es nicht, das allgemeine Glück,
Mir ist das Herz verwandelt und gewendet,
Es flieht von dieser Festlichkeit zurück,
Ins britsche Lager ist es hingewendet,
Hinüber zu dem Feinde schweift der Blick,
Und aus der Freude Kreis muß ich mich stehlen,
Die schwere Schuld des Busens zu verhehlen.

Wer? Ich? Ich eines Mannes Bild
In meinem reinen Busen tragen?
Dies Herz, von Himmels Glanz erfüllt,
Darf einer irdschen Liebe schlagen?
Ich meines Landes Retterin,
Des höchsten Gottes Kriegerin,
Für meines Landes Feind entbrennen!
Darf ichs der keuschen Sonne nennen,
Und mich vernichtet nicht die Scham!

(Die Musik hinter der Szene geht in eine weich schmelzende
Melodie über)

Wehe! Weh mir! Welche Töne!
Wie verführen sie mein Ohr!
Jeder ruft mir seine Stimme,
Zaubert mir sein Bild hervor!

Daß der Sturm der Schlacht mich faßte.
Speere sausend mich umtönten
In des heißen Streites Wut!
Wieder fänd ich meinen Mut!

Diese Stimmen, diese Töne,
Wie umstricken sie mein Herz,
Jede Kraft in meinem Busen
Lösen sie in weichem Sehnen,
Schmelzen sie in Wehmuts-Tränen!

(Nach einer Pause lebhafter)

Sollt ich ihn töten? Konnt ichs, da ich ihm
Ins Auge sah? Ihn töten! Eher hätt ich
Den Mordstahl auf die eigne Brust gezückt!
Und bin ich strafbar, weil ich menschlich war?
Ist Mitleid Sünde?—Mitleid! Hörtest du
Des Mitleids Stimme und der Menschlichkeit
Auch bei den andern, die dein Schwert geopfert?
Warum verstummte sie, als der Walliser dich,
Der zarte Jüngling um sein Leben flehte?
Arglistig Herz! Du lügst dem ewgen Licht,
Dich trieb des Mitleids fromme Stimme nicht!

Warum mußt ich ihm in die Augen sehn!
Die Züge schaun des edeln Angesichts!
Mit deinem Blick fing dein Verbrechen an,
Unglückliche! Ein blindes Werkzeug fodert Gott,
Mit blinden Augen mußtest dus vollbringen!
Sobald du sahst, verließ dich Gottes Schild,
Ergriffen dich der Hölle Schlingen!
(Die Flöten wiederholen, sie versinkt in eine stille Wehmut )

Frommer Stab! O hätt ich nimmer
Mit dem Schwerte dich vertauscht!
Hätt es nie in deinen Zweigen,
Heilge Eiche! mir gerauscht!
Wärst du nimmer mir erschienen,
Hohe Himmelskönigin!
Nimm, ich kann sie nicht verdienen,
Deine Krone, nimm sie hin!

Ach, ich sah den Himmel offen
Und der Selgen Angesicht!
Doch auf Erden ist mein Hoffen,
Und im Himmel ist es nicht!
Mußtest du ihn auf mich laden
Diesen furchtbaren Beruf,
Konnt ich dieses Herz verhärten,
Das der Himmel fühlend schuf!

Willst du deine Macht verkünden,
Wähle sie, die frei von Sünden
Stehn in deinem ewgen Haus,
Deine Geister sende aus,
Die Unsterblichen, die Reinen,
Die nicht fühlen, die nicht weinen!
Nicht die zarte Jungfrau wähle,
Nicht der Hirtin weiche Seele!

Kümmert mich das Los der Schlachten,
Mich der Zwist der Könige?
Schuldlos trieb ich meine Lämmer
Auf des stillen Berges Höh.
Doch du rissest mich ins Leben,
In den stolzen Fürstensaal,
Mich der Schuld dahinzugeben,
Ach! es war nicht meine Wahl!
VIERTER AUFZUG

Zweiter Auftritt

Agnes Sorel. Johanna

SOREL (kommt in lebhafter Rührung, wie sie die Jungfrau erblickt, eilt sie auf sie zu und fällt ihr um den Hals; plötzlich besinnt sie sich, läßt sie los und fällt vor ihr nieder). Nein! Nicht so! Hier im Staub vor dir—

JOHANNA (will sie aufheben). Steh auf!
Was ist dir? Du vergissest dich und mich.

SOREL. Laß mich! Es ist der Freude Drang, der mich
Zu deinen Füßen niederwirft—ich muß
Mein überwallend Herz vor Gott ergießen,
Den Unsichtbaren bet ich an in dir.
Du bist der Engel, der mir meinen Herrn
Nach Reims geführt und mit der Krone schmückt.
Was ich zu sehen nie geträumt, es ist
Erfüllt! Der Krönungszug bereitet sich,
Der König steht im festlichen Ornat,
Versammelt sind die Pairs, die Mächtigen
Der Krone, die Insignien zu tragen,
Zur Kathedrale wallend strömt das Volk,
Es schallt der Reigen und die Glocken tönen,
O dieses Glückes Fülle trag ich nicht!
(Johanna hebt sie sanft in die Höhe. Agnes Sorel hält einen
Augenblick inne, indem sie der Jungfrau näher ins Auge sieht)
Doch du bleibst immer ernst und streng, du kannst
Das Glück erschaffen, doch du teilst es nicht.
Dein Herz ist kalt, du fühlst nicht unsre Freuden,
Du hast der Himmel Herrlichkeit gesehn,
Die reine Brust bewegt kein irdisch Glück.

(Johanna ergreift ihre Hand mit Heftigkeit, läßt sie aber
schnell wieder fahren)
O könntest du ein Weib sein und empfinden!
Leg diese Rüstung ab, kein Krieg ist mehr,
Bekenne dich zum sanfteren Geschlechte!
Mein liebend Herz flieht scheu vor dir zurück,
Solange du der strengen Pallas gleichst.

JOHANNA. Was foderst du von mir!

SOREL. Entwaffne dich! Leg diese Rüstung ab, die Liebe fürchtet,
Sich dieser stahlbedeckten Brust zu nahn.
O sei ein Weib und du wirst Liebe fühlen!

JOHANNA. Jetzt soll ich mich entwaffnen! Jetzt! Dem Tod
Will ich die Brust entblößen in der Schlacht!
Jetzt nicht—o möchte siebenfaches Erz
Vor euren Festen, vor mir selbst mich schützen!

SOREL. Dich liebt Graf Dunois. Sein edles Herz,
Dem Ruhm nur offen und der Heldentugend,
Es glüht für dich in heiligem Gefühl.
O es ist schön, von einem Helden sich geliebt
Zu sehn—es ist noch schöner, ihn zu lieben!
(Johanna wendet sich mit Abscheu hinweg)
Du hassest ihn!—Nein, nein, du kannst ihn nur
Nicht lieben—Doch wie solltest du ihn hassen!
Man haßt nur den, der den Geliebten uns
Entreißt, doch dir ist keiner der Geliebte!
Dein Herz ist ruhig—Wenn es fühlen könnte—

JOHANNA. Beklage mich! Beweine mein Geschick!

SOREL. Was könnte dir zu deinem Glücke mangeln?
Du hast dein Wort gelöst, Frankreich ist frei,
Bis in die Krönungsstadt hast du den König
Siegreich geführt, und hohen Ruhm erstritten,
Dir huldiget, dich preist ein glücklich Volk,
Von allen Zungen überströmend fließt
Dein Lob, du bist die Göttin dieses Festes,
Der König selbst mit seiner Krone strahlt
Nicht herrlicher als du.

JOHANNA. O könnt ich mich
Verbergen in den tiefsten Schoß der Erde!

SOREL. Was ist dir? Welche seltsame Bewegung!
Wer dürfte frei aufschaun an diesem Tage,
Wenn du die Blicke niederschlagen sollst!
Mich laß erröten, mich, die neben dir
So klein sich fühlt, zu deiner Heldenstärke sich,
Zu deiner Hoheit nicht erheben kann!
Denn soll ich meine ganze Schwäche dir
Gestehen,—Nicht der Ruhm des Vaterlandes,
Nicht der erneute Glanz des Thrones, nicht
Der Völker Hochgefühl und Siegesfreude
Beschäftigt dieses schwache Herz. Es ist
Nur einer, der es ganz erfüllt, es hat
Nur Raum für dieses einzige Gefühl:
Er ist der Angebetete, ihm jauchzt das Volk,
Ihn segnet es, ihm streut es diese Blumen,
Er ist der Meine, der Geliebte ists.

JOHANNA. O du bist glücklich! Selig preise dich!
Du liebst, wo alles liebt! Du darfst dein Herz
Aufschließen, laut aussprechen dein Entzücken
Und offen tragen vor der Menschen Blicken!
Dies Fest des Reichs ist deiner Liebe Fest,
Die Völker alle, die unendlichen,
Die sich in diesen Mauren flutend drängen,
Sie teilen dein Gefühl, sie heilgen es,
Dir jauchzen sie, dir flechten sie den Kranz,
Eins bist du mit der allgemeinen Wonne,
Du liebst das Allerfreuende, die Sonne,
Und was du siehst, ist deiner Liebe Glanz!

SOREL (ihr um den Hals fallend).
O du entzückst mich, du verstehst mich ganz!
Ja ich verkannte dich, du kennst die Liebe,
Und was ich fühle, sprichst du mächtig aus.
Von seiner Furcht und Scheue löst sich mir
Das Herz, es wallt vertrauend dir entgegen

JOHANNA (entreißt sich mit Heftigkeit ihren Armen).
Verlaß mich. Wende dich von mir! Beflecke
Dich nicht mit meiner pesterfüllten Nähe!
Sei glücklich, geh, mich laß in tiefster Nacht
Mein Unglück, meine Schande, mein Entsetzen
Verbergen—

SOREL. Du erschreckst mich, ich begreife
Dich nicht, doch ich begriff dich nie—und stets
Verhüllt war mir dein dunkel tiefes Wesen.
Wer möcht es fassen, was dein heilig Herz,
Der reinen Seele Zartgefühl erschreckt!

JOHANNA. Du bist die Heilige! Du bist die Reine!
Sähst du mein Innerstes, du stießest schaudernd
Die Feindin von dir, die Verräterin!
VIERTER AUFZUG

Dritter Auftritt

Die Vorigen. Dunois. Du Chatel und La Hire mit der Fahne der
Johanna

DUNOIS. Dich suchen wir, Johanna. Alles ist
Bereit, der König sendet uns, er will,
Daß du vor ihm die heilge Fahne tragest,
Du sollst dich schließen an der Fürsten Reihn,
Die Nächste an ihm selber sollst du gehn,
Denn er verleugnete nicht und alle Welt
Soll es bezeugen, daß er dir allein
Die Ehre dieses Tages zuerkennt.

LA HIRE. Hier ist die Fahne. Nimm sie, edle Jungfrau,
Die Fürsten warten und es harrt das Volk.

JOHANNA Ich vor ihm herziehn! Ich die Fahne tragen!

DUNOIS. Wem anders ziemt' es! Welche andre Hand
Ist rein genug, das Heiligtum zu tragen!
Du schwangst sie im Gefechte, trage sie
Zur Zierde nun auf diesem Weg der Freude.
(La Hire will ihr die Fahne überreichen, sie bebt schaudernd
davor zurück)

JOHANNA. Hinweg! Hinweg!

LA HIRE. Was ist dir? Du erschrickst
Vor deiner eignen Fahne!—Sieh sie an!
(Er rollt die Fahne auseinander)
Es ist dieselbe, die du siegend schwangst.
Die Himmelskönigin ist drauf gebildet,
Die über einer Erdenkugel schwebt,
Denn also lehrte dichs die heilge Mutter.

JOHANNA (mit Entsetzen hinschauend).
Sie ists! Sie selbst! Ganz so erschien sie mir.
Seht, wie sie herblickt und die Stirne faltet,
Zornglühend aus den finstern Wimpern schaut!

SOREL. O sie ist außer sich! Komm zu dir selbst!
Erkenne dich, du siehst nichts Wirkliches!
Das ist ihr irdisch nachgeahmtes Bild,
Sie selber wandelt in des Himmels Chören!

JOHANNA. Furchtbare, kommst du dein Geschöpf zu strafen?
Verderbe, strafe mich, nimm deine Blitze,
Und laß sie fallen auf mein schuldig Haupt.
Gebrochen hab ich meinen Bund, entweiht,
Gelästert hab ich deinen heilgen Namen!

DUNOIS. Weh uns! Was ist das! Welch unselge Reden!

LA HIRE (erstaunt zu Du Chatel).
Begreift Ihr diese seltsame Bewegung?

DU CHATEL. Ich sehe, was ich seh. Ich hab es längst
Gefürchtet.

DUNOIS. Wie? Was sagt Ihr?

DU CHATEL. Was ich denke,
Darf ich nicht sagen. Wollte Gott, es wäre
Vorüber und der König wär gekrönt!

LA HIRE. Wie? Hat der Schrecken, der von dieser Fahne
Ausging, sich auf dich selbst zurückgewendet?
Den Briten laß vor diesem Zeichen zittern,
Den Feinden Frankreichs ist es fürchterlich,
Doch seinen treuen Bürgern ist es gnädig.

JOHANNA. Ja du sagst recht! Den Freunden ist es hold
Und auf die Feinde sendet es Entsetzen!
(Man hört den Krönungsmarsch)

DUNOIS. So nimm die Fahne! Nimm sie! Sie beginnen
Den Zug, kein Augenblick ist zu verlieren!

(Sie dringen ihr die Fahne auf, sie ergreift sie mit heftigem
Widerstreben und geht ab, die andern folgen)
VIERTER AUFZUG

Die Szene verwandelt sich in einen freien Platz vor der
Kathedralkirche

Vierter Auftritt

Zuschauer erfüllen den Hintergrund, aus ihnen heraus treten
Bertrand, Claude Marie und Etienne und kommen vorwärts. Der
Krönungsmarsch erschallt gedämpft aus der Ferne

BERTRAND. Hört die Musik! Sie sinds! Sie nahen schon!
Was ist das Beste? Steigen wir hinauf
Auf die Platforme, oder drängen uns
Durchs Volk, daß wir vom Aufzug nichts verlieren,

ETIENNE. Es ist nicht durchzukommen. Alle Straßen sind
Von Menschen vollgedrängt, zu Roß und Wagen.
Laßt uns hieher an diese Häuser treten,
Hier können wir den Zug gemächlich sehen,
Wenn er vorüberkommt!

CLAUDE MARIE. Ists doch, als ob
Halb Frankreich sich zusammen hier gefunden!
So allgewaltig ist die Flut, daß sie
Auch uns im fernen lothringischen Land
Hat aufgehoben und hieher gespült!

BERTRAND. Wer wird
In seinem Winkel müßig sitzen, wenn
Das Große sich begibt im Vaterland!
Es hat auch Schweiß und Blut genug gekostet,
Bis daß die Krone kam aufs rechte Haupt!
Und unser König, der der wahre ist,
Dem wir die Kron itzt geben, soll nicht schlechter
Begleitet sein, als der Pariser ihrer,
Den sie zu Saint Denis gekrönt! Der ist
Kein Wohlgesinnter, der von diesem Fest
Wegbleibt, und nicht mit ruft: es lebe der König!
VIERTER AUFZUG

Fünfter Auftritt

Margot und Louison treten zu ihnen

LOUISON. Wir werden unsre Schwester sehen, Margot!
Mir pocht das Herz.

MARGOT. Wir werden sie im Glanz
Und in der Hoheit sehn, und zu uns sagen:
Es ist Johanna, es ist unsre Schwester!

LOUISON. Ich kanns nicht glauben, bis ich sie mit Augen
Gesehn, daß diese Mächtige, die man
Die Jungfrau nennt von Orleans, unsre Schwester
Johanna ist, die uns verlorenging.
(Der Marsch kommt immer näher)

MARGOT. Du zweifelst noch! Du wirsts mit Augen sehn!

BERTRAND. Gebt acht! Sie kommen!
VIERTER AUFZUG

Sechster Auftritt

Flötenspieler und Hoboisten eröffnen den Zug. Kinderfolgen, weiß gekleidet, mit Zweigen in der Hand, hinter diesen zwei Herolde. Darauf ein Zug von Hellebardierern. Magistratspersonen in der Robe folgen. Hierauf zwei Marschälle mit dem Stabe, Herzog von Burgund das Schwert tragend, Dunois mit dem Szepter, andere Große mit der Krone, dem Reichsapfel und dem Gerichtsstabe, andere mit Opfergaben; hinter diesen Ritter in ihrem Ordensschmuck, Chorknaben mit dem Rauchfaß, dann zwei Bischöfe mit der Sainte Ampoule. Erzbischof mit dem Kruzifix; ihm folgt Johanna mit der Fahne. Sie geht mit gesenktem Haupt und ungewissen Schritten, die Schwestern geben bei ihrem Anblick Zeichen des Erstaunens und der Freude. Hinter ihr kommt der König, unter einem Thronhimmel, welchen vier Barone tragen, Hofleute folgen, Soldaten schließen. Wenn der Zug in die Kirche hinein ist, schweigt der Marsch
VIERTER AUFZUG

Siebenter Auftritt

Louison. Margot. Claude Marie. Etienne. Bertrand

MARGOT. Sahst du die Schwester?

CLAUDE MARIE. Die im goldnen Harnisch,
Die vor dem König herging mit der Fahne!

MARGOT. Sie wars. Es war Johanna, unsre Schwester!

LOUISON. Und sie erkannt uns nicht! Sie ahndete
Die Nähe nicht der schwesterlichen Brust.
Sie sah zur Erde und erschien so blaß,
Und unter ihrer Fahne ging sie zitternd—
Ich konnte mich nicht freun, da ich sie sah.

MARGOT. So hab ich unsre Schwester nun im Glanz
Und in der Herrlichkeit gesehn.—Wer hätte
Auch nur im Traum geahndet und gedacht,
Da sie die Herde trieb auf unsern Bergen,
Daß wir in solcher Pracht sie würden schauen.

LOUISON. Der Traum des Vaters ist erfüllt, daß wir
Zu Reims uns vor der Schwester würden neigen.
Das ist die Kirche, die der Vater sah
Im Traum, und alles hat sich nun erfüllt.
Doch der Vater sah auch traurige Gesichte,
Ach, mich bekümmerts, sie so groß zu sehn!

BERTRAND. Was stehn wir müßig hier? Kommt in die Kirche,
Die heilge Handlung anzusehn!

MARGOT. Ja kommt!
Vielleicht, daß wir der Schwester dort begegnen.

LOUISON. Wir haben sie gesehen, kehren wir
In unser Dorf zurück.

MARGOT. Was? Eh wir sie
Begrüßt und angeredet?

LOUISON. Sie gehört
Uns nicht mehr an, bei Fürsten ist ihr Platz
Und Königen—Wer sind wir, daß wir uns
Zu ihrem Glanze rühmend eitel drängen?
Sie war uns fremd, da sie noch unser war!

MARGOT. Wird sie sich unser schämen, uns verachten?

BERTRAND. Der König selber schämt sich unser nicht,
Er grüßte freundlich auch den Niedrigsten.
Sei sie so hoch gestiegen als sie will,
Der König ist doch größer!
(Trompeten und Pauken erschallen aus der Kirche)

CLAUDE MARIE. Kommt zur Kirche! (Sie eilen nach dem Hintergrund, wo sie sich unter dem Volke verlieren)
VIERTER AUFZUG

Achter Auftritt

Thibaut kommt, schwarz gekleidet, Raimond folgt ihm und will ihn zurückehalten

RAIMOND. Bleibt, Vater Thibaut! Bleibt aus dem Gedränge
Zurück! Hier seht Ihr lauter frohe Menschen,
Und Euer Gram beleidigt dieses Fest.
Kommt! Fliehn wir aus der Stadt mit eilgen Schritten.

THIBAUT. Sahst du mein unglückselig Kind? Hast du
Sie recht betrachtet?

RAIMOND. O ich bitt Euch, flieht!

THIBAUT. Bemerktest du, wie ihre Schritte wankten,
Wie bleich und wie verstört ihr Antlitz war!
Die Unglückselige fühlt ihren Zustand,
Das ist der Augenblick, mein Kind zu retten,
Ich will ihn nutzen.
(Er will gehen)

RAIMOND. Bleibt! Was wollt Ihr tun?

THIBAUT. Ich will sie überraschen, will sie stürzen
Von ihrem eiteln Glück, ja mit Gewalt
Will ich zu ihrem Gott, dem sie entsagt,
Zurück sie führen.

RAIMOND. Ach! Erwägt es wohl!
Stürzt Euer eigen Kind nicht ins Verderben!

THIBAUT. Lebt ihre Seele nur, ihr Leib mag sterben.
(Johanna stürzt aus der Kirche heraus, ohne ihre Fahne, Volk
dringt zu ihr, adoriert sie rund küßt ihre Kleider, sie wird
durch das Gedränge im Hintergrunde aufgehalten)
Sie kommt! Sie ists! Bleich stürzt sie aus der Kirche,
Es treibt die Angst sie aus dem Heiligtum,
Das ist das göttliche Gericht, das sich
An ihr verkündiget!—

RAIMOND. Lebt wohl!
Verlangt nicht, daß ich länger Euch begleite!
Ich kam voll Hoffnung und ich geh voll Schmerz.
Ich habe Eure Tochter wieder gesehn,
Und fühle, daß ich sie aufs neu verliere!
(Er geht ab, Thibaut entfernt sich auf der entgegengesetzten Seite)
VIERTER AUFZUG

Neunter Auftritt

Johanna. Volk. Hernach ihre Schwestern

JOHANNA (hat sich des Volks erwehrt und kommt vorwärts).
Ich kann nicht bleiben—Geister jagen mich,
Wie Donner schallen mir der Orgel Töne,
Des Doms Gewölbe stürzen auf mich ein,
Des freien Himmels Weite muß ich suchen!
Die Fahne ließ ich in dem Heiligtum,
Nie, nie soll diese Hand sie mehr berühren!
—Mir wars, als hält ich die geliebten Schwestern,
Margot und Louison, gleich einem Traum
An mir vorüber gleiten sehen.—Ach!
Es war nur eine täuschende Erscheinung!
Fern sind sie, fern und unerreichbar weit,
Wie meiner Kindheit, meiner Unschuld Glück!

MARGOT (hervortretend). Sie ists, Johanna ists.

LOUISON (eilt ihr entgegen). O meine Schwester!

JOHANNA. So wars kein Wahn—Ihr seid es—Ich umfaß euch,
Dich meine Louison! Dich meine Margot!
Hier in der fremden menschenreichen Öde
Umfang ich die vertraute Schwesterbrust!

MARGOT. Sie kennt uns noch, ist noch die gute Schwester.

JOHANNA. Und eure Liebe führt euch zu mir her
So weit, so weit! Ihr zürnt der Schwester nicht,
Die lieblos ohne Abschied euch verließ!

LOUISON. Dich führte Gottes dunkle Schickung fort.

MARGOT. Der Ruf von dir, der alle Welt bewegt,
Der deinen Namen trägt auf allen Zungen,
Hat uns erweckt in unserm stillen Dorf,
Und hergeführt zu dieses Festes Feier.
Wir kommen deine Herrlichkeit zu sehn,
Und wir sind nicht allein!

JOHANNA (schnell). Der Vater ist mit euch!
Wo, wo ist er? Warum verbirgt er sich?

MARGOT. Der Vater ist nicht mit uns.

JOHANNA. Nicht? Er will sein Kind
Nicht sehn? Ihr bringt mir seinen Segen nicht?

LOUISON. Er weiß nicht, daß wir hier sind.

JOHANNA. Weiß es nicht!
Warum nicht?—Ihr verwirret euch? Ihr schweigt
Und seht zur Erde! Sagt, wo ist der Vater?

MARGOT. Seitdem du weg bist

LOUISON (winkt ihr). Margot!

MARGOT. Ist der Vater
Schwermütig worden.

JOHANNA. Schwermütig!

LOUISON. Tröste dich!
Du kennst des Vaters ahndungsvolle Seele!
Er wird sich fassen, sich zufrieden geben,
Wenn wir ihm sagen, daß du glücklich bist.

MARGOT. Du bist doch glücklich? Ja du mußt es sein,
Da du so groß bist und geehrt!

JOHANNA. Ich bins.
Da ich euch wieder sehe, eure Stimme
Vernehme, den geliebten Ton, mich heim
Erinnre an die väterliche Flur.
Da ich die Herde trieb auf unsern Höhen,
Da war ich glücklich wie im Paradies—
Kann ichs nicht wieder sein, nicht wieder werden!
(Sie verbirgt ihr Gesicht an Louisons Brust. Claude Marie,
Etienne und Bertrand zeigen sich und bleiben schüchtern in
der Ferne stehen)

MARGOT. Kommt, Etienne! Bertrand! Claude Marie!
Die Schwester ist nicht stolz, sie ist so sanft
Und spricht so freundlich, als sie nie getan,
Da sie noch in dem Dorf mit uns gelebt.
(Jene treten näher und wollen ihr die Hand reichen, Johanna
sieht sie mit starren Blicken an, und fällt in ein tiefes Staunen)

JOHANNA. Wo war ich? Sagt mir! War das alles nur
Ein langer Traum und ich bin aufgewacht?
Bin ich hinweg aus Dom Remi? Nicht wahr!
Ich war entschlafen unterm Zauberbaum,
Und bin erwacht, und ihr steht um mich her,
Die wohlbekannten traulichen Gestalten?
Mir hat von diesen Königen und Schlachten
Und Kriegestaten nur geträumt—es waren
Nur Schatten, die an mir vorübergingen,
Denn lebhaft träumt sichs unter diesem Baum.
Wie kämet ihr nach Reims? Wie käm ich selbst
Hieher? Nie, nie verließ ich Dom Remi!
Gesteht mirs offen und erfreut mein Herz.

LOUISON. Wir sind zu Reims. Dir hat von diesen Taten
Nicht bloß geträumt, du hast sie alle wirklich
Vollbracht.—Erkenne dich, blick um dich her,
Befühle deine glänzend goldne Rüstung!
(Johanna fährt mit der Hand nach der Brust, besinnt sich und
erschrickt)

BERTRAND. Aus meiner Hand empfingt Ihr diesen Helm.

CLAUDE MARIE. Es ist kein Wunder, daß Ihr denkt zu träumen,
Denn was Ihr ausgerichtet und getan,
Kann sich im Traum nicht wunderbarer fügen.

JOHANNA (schnell). Kommt, laßt uns fliehn! Ich geh mit euch,
ich kehre
In unser Dorf, in Vaters Schoß zurück.

LOUISON. O komm! komm mit uns!

JOHANNA. Diese Menschen alle
Erheben mich weit über mein Verdienst!
Ihr habt mich kindisch, klein und schwach gesehn,
Ihr liebt mich, doch ihr betet mich nicht an!

MARGOT. Du wolltest allen diesen Glanz verlassen!

JOHANNA. Ich werf ihn von mir, den verhaßten Schmuck,
Der euer Herz von meinem Herzen trennt,
Und eine Hirtin will ich wieder werden.
Wie eine niedre Magd will ich euch dienen,
Und büßen will ichs mit der strengsten Buße,
Daß ich mich eitel über euch erhob!

(Trompeten erschallen)
VIERTER AUFZUG

Zehenter Auftritt

Der König tritt aus der Kirche, er ist im Krönungsornat,
Agnes Sorel, Erzbischof, Burgund, Dunois, La Hire, Du Chatel,
Ritter, Hofleute und Volk

ALLE STIMMEN (rufen wiederholt, während daß der König
vorwärtskommt).
Es lebe der König! Karl der Siebente!
(Trompeten fallen ein. Auf ein Zeichen, das der König gibt,
gebieten die Herolde mit erhobenem Stabe Stillschweigen)

KÖNIG. Mein gutes Volk! Habt Dank für eure Liebe!
Die Krone, die uns Gott aufs Haupt gesetzt,
Durchs Schwert ward sie gewonnen und erobert,
Mit edelm Bürgerblut ist sie benetzt,
Doch friedlich soll der Ölzweig sie umgrünen.
Gedankt sei allen, die für uns gefochten,
Und allen, die uns widerstanden, sei
Verziehn, denn Gnade hat uns Gott erzeigt,
Und unser erstes Königswort sei—Gnade!

VOLK. Es lebe der König! Karl der Gütige!

KÖNIG. Von Gott allein, dem höchsten Herrschenden,
Empfangen Frankreichs Könige die Krone.
Wir aber haben sie sichtbarer Weise
Aus seiner Hand empfangen.
(Zur Jungfrau sich wendend)
Hier steht die Gottgesendete, die euch
Den angestammten König wieder gab,
Das Joch der fremden Tyrannei zerbrochen!
Ihr Name soll dem heiligen Denis
Gleich sein, der dieses Landes Schützer ist,
Und ein Altar sich ihrem Ruhm erheben!

VOLK. Heil, Heil der Jungfrau, der Erretterin! (Trompeten)

KÖNIG (zu Johanna). Wenn du von Menschen bist gezeugt wie wir,
So sage, welches Glück dich kann erfreuen;
Doch wenn dein Vaterland dort oben ist,
Wenn du die Strahlen himmlischer Natur
In diesem jungfräulichen Leib verhüllst,
So nimm das Band hinweg von unsern Sinnen
Und laß dich sehn in deiner Lichtgestalt,
Wie dich der Himmel sieht, daß wir anbetend
Im Staube dich verehren.
(Ein allgemeines Stillschweigen, jedes Auge ist auf die
Jungfrau gerichtet)

JOHANNA (plötzlich aufschreiend). Gott! Mein Vater!
VIERTER AUFZUG

Eilfter Auftritt

Die Vorigen. Thibaut tritt aus der Menge und steht Johanna gerade gegenüber

MEHRERE STIMMEN. Ihr Vater!

THIBAUT. Ja ihr jammervoller Vater,
Der die Unglückliche gezeugt, den Gottes
Gericht hertreibt, die eigne Tochter anzuklagen.

BURGUND. Ha! Was ist das!

DU CHATEL. Jetzt wird es schrecklich tagen!

THIBAUT (zum König).
Gerettet glaubst du dich durch Gottes Macht?
Betrogner Fürst! Verblendet Volk der Franken!
Du bist gerettet durch des Teufels Kunst.
(Alle treten mit Entsetzen zurück)

DUNOIS. Rast dieser Mensch?

THIBAUT. Nicht ich, du aber rasest,
Und diese hier, und dieser weise Bischof,
Die glauben, daß der Herr der Himmel sich
Durch eine schlechte Magd verkünden werde.
Laß sehn, ob sie auch in des Vaters Stirn
Der dreisten Lüge Gaukelspiel behauptet,
Womit sie Volk und König hinterging.
Antworte mir im Namen des Dreieinen,
Gehörst du zu den Heiligen und Reinen?
(Allgemeine Stille, alle Blicke sind auf sie gespannt, sie
steht unbeweglich)

SOREL. Gott, sie verstummt!

THIBAUT. Das muß sie vor dem furchtbarn Namen
Der in der Höllen Tiefen selbst
Gefürchtet wird!—Sie eine Heilige,
Von Gott gesendet!—An verfluchter Stätte
Ward es ersonnen, unterm Zauberbaum,
Wo schon von alters her die bösen Geister
Den Sabbat halten—hier verkaufte sie
Dem Feind der Menschen ihr unsterblich Teil,
Daß er mit kurzem Weltruhm sie verherrliche.
Laßt sie den Arm aufstreifen, seht die Punkte,
Womit die Hölle sie gezeichnet hat!

BURGUND. Entsetzlich!—Doch dem Vater muß man glauben,
Der wider seine eigne Tochter zeugt!

DUNOIS. Nein, nicht zu glauben ist dem Rasenden,
Der in dem eignen Kind sich selber schändet!

SOREL (zur Johanna). O rede! Brich dies unglückselge Schweigen!
Wir glauben dir! Wir trauen fest auf dich!
Ein Wort aus deinem Mund, ein einzig Wort
Soll uns genügen—Aber sprich! Vernichte
Die gräßliche Beschuldigung—Erkläre,
Du seist unschuldig, und wir glauben dir.
(Johanna steht unbeweglich, Agnes Sorel tritt mit Entsetzen
von ihr hinweg)

LA HIRE. Sie ist erschreckt. Erstaunen und Entsetzen
Schließt ihr den Mund.—Vor solcher gräßlichen
Anklage muß die Unschuld selbst erheben.
(Er nähert sich ihr)
Faß dich, Johanna. Fühle dich. Die Unschuld
Hat eine Sprache, einen Siegerblick,
Der die Verleumdung mächtig niederblitzt!
In edelm Zorn erhebe dich, blick auf,
Beschäme, strafe den unwürdgen Zweifel,
Der deine heilge Tugend schmäht.
(Johanna steht unbeweglich. La Hire tritt entsetzt zurück,
die Bewegung vermehrt sich)

DUNOIS. Was zagt das Volk? Was zittern selbst die Fürsten?
Sie ist unschuldig—Ich verbürge mich,
Ich selbst, für sie mit meiner Fürstenehre!
Hier werf ich meinen Ritterhandschuh hin,
Wer wagte, sie eine Schuldige zu nennen?
(Ein heftiger Donnerschlag, alle stehen entsetzt)

THIBAUT. Antworte bei dem Gott, der droben donnert!
Sprich, du seist schuldlos. Leugn es, daß der Feind
In deinem Herzen ist, und straf mich Lügen!
(Ein zweiter stärkerer Schlag, das Volk en Sieht zu allen Seiten)

BURGUND. Gott schütz uns! Welche fürchterliche Zeichen!

DU CHATEL (zum König).
Kommt! Kommt, mein König! Fliehet diesen Ort!

ERZBISCHOF (zur Johanna).
Im Namen Gottes frag ich dich. Schweigst du
Aus dem Gefühl der Unschuld oder Schuld,
Wenn dieses Donners Stimme fiir dich zeugt,
So fasse dieses Kreuz und gib ein Zeichen!

(Johanna bleibt unbeweglich. Neue heftige Donnerschläge.
Der König, Agnes Sorel, Erzbischof, Burgund, La Hire und
Du Chatel gehen ab)
VIERTER AUFZUG

Zwölfter Auftritt

Dunois. Johanna

DUNOIS. Du bist mein Weib—Ich hab an dich geglaubt
Beim ersten Blick, und also denk ich noch.
Dir glaub ich mehr als diesen Zeichen allen,
Als diesem Donner selbst, der droben spricht.
Du schweigst in edelm Zorn, verachtest es,
In deine heilge Unschuld eingehüllt,
So schändlichen Verdacht zu widerlegen.
—Veracht es, aber mir vertraue dich,
An deiner Unschuld hab ich nie gezweifelt.
Sag mir kein Wort, die Hand nur reiche mir
Zum Pfand und Zeichen, daß du meinem Arme
Getrost vertraust und deiner guten Sache.
(Er reicht ihr die Hand hin, sie wendet sich mit einer
zuckenden Bewegung von ihm hinweg; er bleibt in starrem
Entsetzen stehen)
VIERTER AUFZUG

Dreizehnter Auftritt

Johanna. Du Chatel. Dunois. Zuletzt Raimond

DU CHATEL (zurückkommend). Johanna d'Arc! Der König will erlauben, Daß Ihr die Stadt verlasset ungekränkt. Die Tore stehn Euch offen. Fürchtet keine Beleidigung. Euch schützt des Königs Frieden— Folgt mir, Graf Dunois—Ihr habt nicht Ehre, Hier länger zu verweilen—Welch ein Ausgang! (Er geht. Dunois fährt aus seiner Erstarrung auf, wirft noch einen Blick auf Johanna und geht ab. Diese steht einen Augenblick ganz allein. Endlich erscheint Raimond, bleibt eine Weile in der Ferne stehen, und betrachtet sie mit stillem Schmerz. Dann tritt er auf sie zu und faßt sie bei der Hand)

RAIMOND. Ergreift den Augenblick. Kommt! Kommt! Die Straßen Sind leer. Gebt mir die Hand. Ich will Euch führen. (Bei seinem Anblick gibt sie das erste Zeichen der Empfindung, sieht ihn starr an und blickt zum Himmel, dann ergreift sie ihn heftig bei der Hand und geht ab)
FÜNFTER AUFZUG

Ein wilder Wald, in der Ferne Köhlerhütten. Es ist ganz dunkel, heftiges Donnern und Blitzen, dazwischen Schießen

Erster Auftritt

Köhler und Köhlerweib

KÖHLER. Das ist ein grausam, mördrisch Ungewitter,
Der Himmel droht in Feuerbächen sich
Herabzugießen, und am hellen Tag
Ists Nacht, daß man die Sterne könnte sehn.
Wie eine losgelaßne Hölle tobt
Der Sturm, die Erde bebt und krachend beugen
Die alt verjährten Eschen ihre Krone.
Und dieser fürchterliche Krieg dort oben,
Der auch die wilden Tiere Sanftmut lehrt,
Daß sie sich zahm in ihre Gruben bergen,
Kann unter Menschen keinen Frieden stiften—
Aus dem Geheul der Winde und des Sturms
Heraus hört ihr das Knallen des Geschützes;
Die beiden Heere stehen sich so nah,
Daß nur der Wald sie trennt, und jede Stunde
Kann es sich blutig fürchterlich entladen.

KÖHLERWEIB. Gott steh uns bei! Die Feinde waren ja
Schon ganz aufs Haupt geschlagen und zerstreut,
Wie kommts, daß sie aufs neu uns ängstigen?

KÖHLER. Das macht, weil sie den König nicht mehr fürchten.
Seitdem das Mädchen eine Hexe ward
Zu Reims, der böse Feind uns nicht mehr hilft,
Geht alles rückwärts.

KÖHLERWEIB. Horch! Wer naht sich da?
FÜNFTER AUFZUG

Zweiter Auftritt

Raimond und Johanna zu den Vorigen

RAIMOND. Hier seh ich Hütten. Kommt, hier finden wir
Ein Obdach vor dem wütgen Sturm. Ihr haltets
Nicht länger aus, drei Tage schon seid Ihr
Herumgeirrt, der Menschen Auge fliehend,
Und wilde Wurzeln waren Eure Speise.
(Der Sturm legt sich, es wird hell und heiter)
Es sind mitleidge Köhler. Kommt herein.

KÖHLER. Ihr scheint der Ruhe zu bedürfen. Kommt!
Was unser schlechtes Dach vermag, ist euer.

KÖHLERWEIB. Was will die zarte Jungfrau unter Waffen?
Doch freilich! Jetzt ist eine schwere Zeit,
Wo auch das Weib sich in den Panzer steckt!
Die Königin selbst, Frau Isabeau, sagt man,
Läßt sich gewaffnet sehn in Feindes Lager,
Und eine Jungfrau, eines Schäfers Dirn,
Hat für den König unsern Herrn gefochten.

KÖHLER. Was redet Ihr? Geht in die Hütte, bringt
Der Jungfrau einen Becher zur Erquickung.
(Köhlerweib geht nach der Hütte)

RAIMOND (zur Johanna).
Ihr seht, es sind nicht alle Menschen grausam,
Auch in der Wildnis wohnen sanfte Herzen.
Erheitert Euch! Der Sturm hat ausgetobt,
Und friedlich strahlend geht die Sonne nieder.

KÖHLER. Ich denk, ihr wollt zu unsers Königs Heer,
Weil ihr in Waffen reiset—Seht euch vor!
Die Engelländer stehen nah gelagert,
Und ihre Scharen streifen durch den Wald.

RAIMOND. Weh uns! Wie ist da zu entkommen?

KÖHLER. Bleibt,
Bis daß mein Bub zurück ist aus der Stadt.
Der soll euch auf verborgnen Pfaden führen,
Daß ihr nichts zu befürchten habt. Wir kennen
Die Schliche.

RAIMOND (zur Johanna). Legt den Helm ab und die Rüstung,
Sie macht Euch kenntlich und beschützt Euch nicht.
(Johanna schüttelt den Kopf)

KÖHLER. Die Jungfrau ist sehr traurig—Still! Wer kommt da?
FÜNFTER AUFZUG

Dritter Auftritt

Vorige. Köhlerweib kommt aus der Hütte mit einem Becher. Köhlerbub

KÖHLERWEIB. Es ist der Bub, den wir zurückerwarten.
(Zur Johanna) Trinkt, edle Jungfrau! Mögs Euch Gott gesegnen!

KÖHLER (zu seinem Sohn). Kommst du, Anet? Was bringst du?

KÖHLERBUB (hat die Jungfrau ins Auge gefaßt, welche eben den
Becher an den Mund setzt; er erkennet sie, tritt auf sie zu
und reißt ihr den Becher vom Munde). Mutter! Mutter!
Was macht Ihr? Wen bewirtet Ihr? Das ist die Hexe
Von Orleans!

KÖHLER und KÖHLERWEIB. Gott sei uns gnädig! (Bekreuzen sich und entfliehen)
FÜNFTER AUFZUG

Vierter Auftritt

Raimond. Johanna

JOHANNA (gefaßt und sanft).
Du siehst, mir folgt der Fluch, und alles flieht mich,
Sorg für dich selber und verlaß mich auch.

RAIMOND. Ich Euch verlassen! Jetzt! Und wer soll Euer
Begleiter sein?

JOHANNA. Ich bin nicht unbegleitet.
Du hast den Donner über mir gehört.
Mein Schicksal führt mich. Sorge nicht, ich werde
Ans Ziel gelangen, ohne daß ichs suche.

RAIMOND. Wo wollt Ihr hin? Hier stehn die Engelländer,
Die Euch die grimmig blutge Rache schwuren
Dort stehn die Unsern, die Euch ausgestoßen,
Verbannt—

JOHANNA. Mich wird nichts treffen, als was sein muß.

RAIMOND. Wer soll Euch Nahrung suchen? Wer Euch schützen
Vor wilden Tieren und noch wildern Menschen?
Euch pflegen, wenn Ihr krank und elend werdet?

JOHANNA. Ich kenne alle Kräuter, alle Wurzeln,
Von meinen Schafen lernt ich das Gesunde
Vom Giftgen unterscheiden—ich verstehe
Den Lauf der Sterne und der Wolken Zug
Und die verborgnen Quellen hör ich rauschen.
Der Mensch braucht wenig und an Leben reich
Ist die Natur.

RAIMOND (faßt sie bei der Hand).
Wollt Ihr nicht in Euch gehn,
Euch nicht mit Gott versöhnen—in den Schoß
Der heilgen Kirche reuend wiederkehren,

JOHANNA. Auch du hältst mich der schweren Sünde schuldig?

RAIMOND. Muß ich nicht, Euer schweigendes Geständnis—

JOHANNA. Du, der mir in das Elend nachgefolgt,
Das einzge Wesen, das mir treu geblieben,
Sich an mich kettet, da mich alle Welt
Ausstieß, du hältst mich auch für die Verworfne,
Die ihrem Gott entsagt—
(Raimond schweigt) O das ist hart!

RAIMOND (erstaunt). Ihr wäret wirklich keine Zauberin?

JOHANNA. Ich eine Zauberin!

RAIMOND. Und diese Wunder,
Ihr hättet sie vollbracht mit Gottes Kraft
Und seiner Heiligen?

JOHANNA. Mit welcher sonst!

RAIMOND. Und Ihr verstummtet auf die gräßliche
Beschuldigung?—Ihr redet jetzt, und vor dem König,
Wo es zu reden galt, verstummtet Ihr!

JOHANNA. Ich unterwarf mich schweigend dem Geschick,
Das Gott, mein Meister, über mich verhängte.

RAIMOND. Ihr konntet Eurem Vater nichts erwidern!

JOHANNA. Weil es vom Vater kam, so kams von Gott,
Und väterlich wird auch die Prüfung sein.

RAIMOND. Der Himmel selbst bezeugte Eure Schuld!

JOHANNA. Der Himmel sprach, drum schwieg ich.

RAIMOND. Wie? Ihr konntet
Mit einem Wort Euch reinigen, und ließt
Die Welt in diesem unglückselgen Irrtum?

JOHANNA. Es war kein Irrtum, eine Schickung wars.

RAIMOND. Ihr littet alle diese Schmach unschuldig,
Und keine Klage kam von Euren Lippen!
—Ich staune über Euch, ich steh erschüttert,
Im tiefsten Busen kehrt sich mir das Herz!
O gerne nehm ich Euer Wort für Wahrheit,
Denn schwer ward mirs, an Eure Schuld zu glauben.
Doch könnt ich träumen, daß ein menschlich Herz
Das Ungeheure schweigend würde tragen!

JOHANNA. Verdient ichs, die Gesendete zu sein,
Wenn ich nicht blind des Meisters Willen ehrte!
Und ich bin nicht so elend, als du glaubst.
Ich leide Mangel, doch das ist kein Unglück
Für meinen Stand, ich bin verbannt und flüchtig,
Doch in der Öde lernt ich mich erkennen.
Da, als der Ehre Schimmer mich umgab,
Da war der Streit in meiner Brust, ich war
Die Unglückseligste, da ich der Welt
Am meisten zu beneiden schien—Jetzt bin ich
Geheilt, und dieser Sturm in der Natur,
Der ihr das Ende drohte, war mein Freund,
Er hat die Welt gereinigt und auch mich.
In mir ist Friede—Komme, was da will,
Ich bin mir keiner Schwachheit mehr bewußt!

RAIMOND. O kommt, kommt, laßt uns eilen, Eure Unschuld
Laut, laut vor aller Welt zu offenbaren!

JOHANNA. Der die Verwirrung sandte, wird sie lösen!
Nur wenn sie reif ist, fällt des Schicksals Frucht!
Ein Tag wird kommen, der mich reiniget.
Und die mich jetzt verworfen und verdammt,
Sie werden ihres Wahnes inne werden,
Und Tränen werden meinem Schicksal fließen.

RAIMOND. Ich sollte schweigend dulden, bis der Zufall—

JOHANNA (ihn sanft bei der Hand fassend).
Du siehst nur das Natürliche der Dinge,
Denn deinen Blick umhüllt das irdsche Band.
Ich habe das Unsterbliche mit Augen
Gesehen—ohne Götter fällt kein Haar
Vom Haupt des Menschen—Siehst du dort die Sonne
Am Himmel niedergehen—So gewiß
Sie morgen wiederkehrt in ihrer Klarheit,
So unausbleiblich kommt der Tag der Wahrheit!
FÜNFTER AUFZUG

Fünfter Auftritt

Die Vorigen. Königin Isabeau mit Soldaten erscheint im Hintergrund

ISABEAU (noch hinter der Szene).
Dies ist der Weg ins engelländsche Lager!

RAIMOND. Weh uns! die Feinde! (Soldaten treten auf, bemerken im Hervorkommen die Johanna, und taumeln erschrocken zurück)

ISABEAU. Nun! was hält der Zug!

SOLDATEN. Gott steh uns bei!

ISABEAU. Erschreckt euch ein Gespenst!
Seid ihr Soldaten? Memmen seid ihr!—Wie,
(Sie drängt sich durch die andern, tritt hervor und fährt
zurück, wie sie die Jungfrau erblickt) Was seh ich! Ha!
(Schnell faßt sie sich und tritt ihr entgegen) Ergib dich!
Du bist meine
Gefangene.

JOHANNA. Ich bins.
(Raimond entflieht mit Zeichen der Verzweiflung)

ISABEAU (zu den Soldaten). Legt sie in Ketten!
(Die Soldaten nahen sich der Jungfrau schüchtern, sie reicht
den Arm hin und wird gefesselt)
Ist das die Mächtige, Gefürchtete,
Die eure Scharen wie die Lämmer scheuchte,
Die jetzt sich selber nicht beschützen kann?
Tut sie nur Wunder, wo man Glauben hat,
Und wird zum Weib, wenn ihr ein Mann begegnet?
(Zur Jungfrau) Warum verließest du dein Heer? Wo bleibt
Graf Dunois, dein Ritter und Beschützer?

JOHANNA. Ich bin verbannt.

ISABEAU (erstaunt zurücktretend).
Was? Wie? Du bist verbannt?
Verbannt vom Dauphin!

JOHANNA. Frage nicht! Ich bin
In deiner Macht, bestimme mein Geschick.

ISABEAU. Verbannt, weil du vom Abgrund ihn gerettet,
Die Krone ihm hast aufgesetzt zu Reims,
Zum König über Frankreich ihn gemacht?
Verbannt! Daran erkenn ich meinen Sohn!
—Führt sie ins Lager. Zeiget der Armee
Das Furchtgespenst, vor dem sie so gezittert!
Sie eine Zauberin! Ihr ganzer Zauber
Ist euer Wahn und euer feiges Herz!
Eine Närrin ist sie, die für ihren König
Sich opferte, und jetzt den Königslohn
Dafür empfängt—Bringt sie zu Lionel—
Das Glück der Franken send ich ihm gebunden,
Gleich folg ich selbst.

JOHANNA. Zu Lionel! Ermorde mich
Gleich hier, eh du zu Lionel mich sendest.

ISABEAU (zu den Soldaten).
Gehorchet dem Befehle. Fort mit ihr! (Geht ab)
FÜNFTER AUFZUG

Sechster Auftritt

Johanna. Soldaten

JOHANNA (zu den Soldaten).
Engländer, duldet nicht, daß ich lebendig
Aus eurer Hand entkomme! Rächet euch!
Zieht eure Schwerter, taucht sie mir ins Herz,
Reißt mich entseelt zu eures Feldherrn Füßen!
Denkt, daß ichs war, die eure Trefflichsten
Getötet, die kein Mitleid mit euch trug,
Die ganze Ströme engelländschen Bluts
Vergossen, euren tapfern Heldensöhnen
Den Tag der frohen Wiederkehr geraubt!
Nehmt eine blutge Rache! Tötet mich!
Ihr habt mich jetzt, nicht immer möchtet ihr
So schwach mich sehn—

ANFÜHRER DER SOLDATEN. Tut, was die Königin befahl!

JOHANNA Sollt ich
Noch unglückselger werden als ich war!
Furchtbare Heilge! deine Hand ist schwer!
Hast du mich ganz aus deiner Huld verstoßen?
Kein Gott erscheint, kein Engel zeigt sich mehr,
Die Wunder ruhn, der Himmel ist verschlossen.
(Sie folgt den Soldaten)
FÜNFTER AUFZUG

Das französische Lager

Siebenter Auftritt

Dunois zwischen dein Erzbischof und Du Chatel

ERZBISCHOF. Bezwinget Euern finstern Unmut, Prinz!
Kommt mit uns! Kehrt zurück zu Euerm König!
Verlasset nicht die allgemeine Sache
In diesem Augenblick, da wir aufs neu
Bedränget, Eures Heldenarms bedürfen.

DUNOIS. Warum sind wir bedrängt? Warum erhebt
Der Feind sich wieder? Alles war getan,
Frankreich war siegend und der Krieg geendigt.
Die Retterin habt ihr verbannt, nun rettet
Euch selbst! Ich aber will das Lager
Nicht wieder sehen, wo sie nicht mehr ist.

DU CHATEL. Nehmt bessern Rat an, Prinz. Entlaßt uns nicht
Mit einer solchen Antwort!

DUNOIS. Schweigt, Du Chatel! Ich hasse Euch, von Euch will ich nichts hören. Ihr seid es, der zuerst an ihr gezweifelt.

ERZBISCHOF. Wer ward nicht irr an ihr und hätte nicht
Gewankt an diesem unglückselgen Tage,
Da alle Zeichen gegen sie bewiesen!
Wir waren überrascht, betäubt, der Schlag
Traf zu erschütternd unser Herz—Wer konnte
In dieser Schreckensstunde prüfend wägen?
Jetzt kehrt uns die Besonnenheit zurück,
Wir sehn sie, wie sie unter uns gewandelt,
Und keinen Tadel finden wir an ihr.
Wir sind verwirrt—wir fürchten schweres Unrecht
Getan zu haben.—Reue fühlt der König,
Der Herzog klagt sich an, La Hire ist trostlos,
Und jedes Herz hüllt sich in Trauer ein.

DUNOIS. Sie eine Lügnerin! Wenn sich die Wahrheit
Verkörpern will in sichtbarer Gestalt,
So muß sie ihre Züge an sich tragen!
Wenn Unschuld, Treue, Herzensreinigkeit
Auf Erden irgend wohnt—auf ihren Lippen,
In ihren klaren Augen muß sie wohnen!

ERZBISCHOF. Der Himmel schlage durch ein Wunder sich
Ins Mittel, und erleuchte dies Geheimnis,
Das unser sterblich Auge nicht durchdringt—
Doch wie sichs auch entwirren mag und lösen,
Eins von den beiden haben wir verschuldet!
Wir haben uns mit höllischen Zauberwaffen
Verteidigt oder eine Heilige verbannt!
Und beides ruft des Himmels Zorn und Strafen
Herab auf dieses unglückselge Land!
FÜNFTER AUFZUG

Achter Auftritt

Ein Edelmann zu den Vorigen, hernach Raimond

EDELMANN. Ein junger Schäfer fragt nach deiner Hoheit,
Er fodert dringend, mit dir selbst zu reden,
Er komme, sagt er, von der Jungfrau—

DUNOIS. Eile!
Bring ihn herein! Er kommt von ihr!
(Edelmann öffnet dem Raimond die Türe, Dunois eilt ihm entgegen)
Wo ist sie?
Wo ist die Jungfrau?

RAIMOND. Heil Euch, edler Prinz,
Und Heil mir, daß ich diesen frommen Bischof,
Den heilgen Mann, den Schirm der Unterdrückten,
Den Vater der Verlaßnen bei Euch finde!

DUNOIS. Wo ist die Jungfrau?

ERZBISCHOF. Sag es uns, mein Sohn!

RAIMOND. Herr, sie ist keine schwarze Zauberin!
Bei Gott und allen Heiligen bezeug ichs.
Im Irrtum ist das Volk. Ihr habt die Unschuld
Verbannt, die Gottgesendete verstoßen!

DUNOIS. Wo ist sie? Sage!

RAIMOND. Ihr Gefährte war ich
Auf ihrer Flucht in dem Ardennerwald,
Mir hat sie dort ihr Innerstes gebeichtet.
In Martern will ich sterben, meine Seele
Hab keinen Anteil an dem ewgen Heil,
Wenn sie nicht rein ist, Herr, von aller Schuld!

DUNOIS. Die Sonne selbst am Himmel ist nicht reiner!
Wo ist sie, sprich!

RAIMOND. O wenn Euch Gott das Herz
Gewendet hat—So eilt! So rettet sie!
Sie ist gefangen bei den Engelländern.

DUNOIS. Gefangen! Was!

ERZBISCHOF. Die Unglückselige!

RAIMOND. In den Ardennen, wo wir Obdach suchten,
Ward sie ergriffen von der Königin,
Und in der Engelländer Hand geliefert.
O rettet sie, die euch gerettet hat,
Von einem grausenvollen Tode!

DUNOIS. Zu den Waffen! Auf! Schlagt Lärmen! Rührt die Trommeln!
Führt alle Völker ins Gefecht! Ganz Frankreich
Bewaffne sich! Die Ehre ist verpfändet
Die Krone, das Palladium entwendet,
Setzt alles Blut! setzt euer Leben ein!
Frei muß sie sein, noch eh der Tag sich endet! (Gehen ab)
FÜNFTER AUFZUG

Ein Wachturm, oben eine Öffnung

Neunter Auftritt

Johanna und Lionel. Fastolf. Isabeau

FASTOLF (eilig hereintretend). Das Volk ist länger nicht
zu bändigen.
Sie fodern wütend, daß die Jungfrau sterbe.
Ihr widersteht vergebens. Tötet sie,
Und werft ihr Haupt von dieses Turmes Zinnen,
Ihr fließend Blut allein versöhnt das Heer.

ISABEAU (kommt). Sie setzen Leitern an, sie laufen Sturm!
Befriediget das Volk. Wollt Ihr erwarten,
Bis sie den ganzen Turm in blinder Wut
Umkehren und wir alle mit verderben?
Ihr könnt sie nicht beschützen, gebt sie hin.

LIONEL. Laßt sie anstürmen! Laßt sie wütend toben!
Dies Schloß ist fest, und unter seinen Trümmern
Begrab ich mich, eh mich ihr Wille zwingt.
—Antworte mir, Johanna! Sei die Meine,
Und gegen eine Welt beschütz ich dich.

ISABEAU. Seid Ihr ein Mann?

LIONEL. Verstoßen haben dich
Die Deinen, aller Pflichten bist du ledig
Für dein unwürdig Vaterland. Die Feigen,
Die um dich warben, sie verließen dich,
Sie wagten nicht den Kampf um deine Ehre.
Ich aber, gegen mein Volk und das deine
Behaupt ich dich.—Einst ließest du mich glauben,
Daß dir mein Leben teuer sei! Und damals
Stand ich im Kampf als Feind dir gegenüber,
Jetzt hast du keinen Freund als mich!

JOHANNA. Du bist
Der Feind mir, der verhaßte, meines Volks.
Nichts kann gemein sein zwischen dir und mir.
Nicht lieben kann ich dich, doch wenn dein Herz
Sich zu mir neigt, so laß es Segen bringen
Für unsre Völker.—Führe deine Heere
Hinweg von meines Vaterlandes Boden,
Die Schlüssel aller Städte gib heraus,
Die ihr bezwungen, allen Raub vergüte,
Gib die Gefangnen ledig, sende Geiseln
Des heiligen Vertrags, so biet ich dir
Den Frieden an in meines Königs Namen.

ISABEAU. Willst du in Banden uns Gesetze geben?

JOHANNA. Tu es bei Zeiten, denn du mußt es doch.
Frankreich wird nimmer Englands Fesseln tragen.
Nie, nie wird das geschehen! Eher wird es
Ein weites Grab für eure Heere sein.
Gefallen sind euch eure Besten, denkt
Auf eine sichre Rückkehr, euer Ruhm
Ist doch verloren, eure Macht ist hin.

ISABEAU. Könnt Ihr den Trotz der Rasenden ertragen?
FÜNFTER AUFZUG

Zehnter Auftritt

Die Vorigen. Ein Hauptmann kommt eilig

HAUPTMANN—Eilt, Feldherr, eilt, das Heer zur Schlacht zu stellen,
Die Franken rücken an mit fliegenden Fahnen,
Von ihren Waffen blitzt das ganze Tal.

JOHANNA (begeistert).
Die Franken rücken an! Jetzt, stolzes England,
Heraus ins Feld, jetzt gilt es, frisch zu fechten!

FASTOLF. Unsinnige, bezähme deine Freude!
Du wirst das Ende dieses Tags nicht sehn.

JOHANNA. Mein Volk wird siegen und ich werde sterben,
Die Tapfern brauchen meines Arms nicht mehr.

LIONEL. Ich spotte dieser Weichlinge! Wir haben
Sie vor uns her gescheucht in zwanzig Schlachten,
Eh dieses Heldenmädchen für sie stritt!
Das ganze Volk veracht ich bis auf eine,
Und diese haben sie verbannt.—Kommt, Fastolf!
Wir wollen ihnen einen zweiten Tag
Bei Crequi und Poitiers bereiten.
Ihr, Königin, bleibt in diesem Turm, bewacht
Die Jungfrau, bis das Treffen sich entschieden,
Ich laß Euch fünfzig Ritter zur Bedeckung.

FASTOLF. Was? Sollen wir dem Feind entgegengehn,
Und diese Wütende im Rücken lassen?

JOHANNA. Erschreckt dich ein gefesselt Weib?

LIONEL. Gib mir
Dein Wort, Johanna, dich nicht zu befreien!

JOHANNA. Mich zu befreien ist mein einzger Wunsch.

ISABEAU Legt ihr dreifache Fesseln an. Mein Leben
Verbürg ich, daß sie nicht entkommen soll.
(Sie wird mit schweren Ketten um den Leib und um die Arme
gefesselt)

LIONEL (zur Johanna). Du willst es so! Du zwingst uns! Noch
stehts bei dir!
Entsage Frankreich! Trage Englands Fahne,
Und du bist frei, und diese Wütenden,
Die jetzt dein Blut verlangen, dienen dir!

FASTOLF (dringend). Fort, fort, mein Feldherr!

JOHANNA. Spare deine Worte!
Die Franken rücken an, verteidge dich!
(Trompeten ertönen, Lionel eilt fort)

FASTOLF. Ihr wißt, was Ihr zu tun habt, Königin!
Erklärt das Glück sich gegen uns, seht Ihr,
Daß unsre Völker fliehen—

ISABEAU (einen Dolch ziehend). Sorget nicht!
Sie soll nicht leben, unsern Fall zu sehn.

FASTOLF (zur Johanna). Du weißt, was dich erwartet. Jetzt erflehe
Glück für die Waffen deines Volks! (Ergeht ab)
FÜNFTER AUFZUG

Eilfter Auftritt

Isabeau. Johanna. Soldaten

JOHANNA. Das will ich!
Daran soll niemand mich verhindern.—Horch!
Das ist der Kriegsmarsch meines Volks! Wie mutig
Er in das Herz mir schallt und siegverkündend!
Verderben über England! Sieg den Franken!
Auf, meine Tapfern! Auf! Die Jungfrau ist
Euch nah, sie kann nicht vor euch her wie sonst
Die Fahne tragen—schwere Bande fesseln sie,
Doch frei aus ihrem Kerker schwingt die Seele
Sich auf den Flügeln eures Kriegsgesangs.

ISABEAU (zu einem Soldaten).
Steig auf die Warte dort, die nach dem Feld
Hin sieht, und sag uns, wie die Schlacht sich wendet.
(Soldat steigt hinauf)

JOHANNA. Mut, Mut, mein Volk! Es ist der letzte Kampf!
Den einen Sieg noch, und der Feind liegt nieder.

ISABEAU. Was siehest du?

SOLDAT. Schon sind sie aneinander.
Ein Wütender auf einem Barberroß,
Im Tigerfell, sprengt vor mit den Gendarmen.

JOHANNA. Das ist Graf Dunois! Frisch, wackrer Streiter!
Der Sieg ist mit dir!

SOLDAT. Der Burgunder greift
Die Brücke an.

ISABEAU. Daß zehen Lanzen ihm
Ins falsche Herz eindrängen, dem Verräter!

SOLDAT. Lord Fastolf tut ihm mannhaft Widerstand.
Sie sitzen ab, sie kämpfen Mann für Mann,
Des Herzogs Leute und die unsrigen.

ISABEAU. Siehst du den Dauphin nicht? Erkennst du nicht
Die königlichen Zeichen?

SOLDAT. Alles ist
In Staub vermengt Ich kann nichts unterscheiden.

JOHANNA. Hätt er mein Auge oder stünd ich oben,
Das Kleinste nicht entginge meinem Blick!
Das wilde Huhn kann ich im Fluge zählen,
Den Falk erkenn ich in den höchsten Lüften.

SOLDAT. Am Graben ist ein fürchterlich Gedräng,
Die Größten, scheints, die Ersten kämpfen dort.

ISABEAU. Schwebt unsre Fahne noch?

SOLDAT. Hoch flattert sie.

JOHANNA Könnt ich nur durch der Mauer Ritze schauen,
Mit meinem Blick wollt ich die Schlacht regieren!

SOLDAT. Weh mir! Was seh ich! Unser Feldherr ist
Umzingelt!

ISABEAU (zuckt den Dolch auf Johanna). Stirb, Unglückliche!

SOLDAT (schnell). Er ist befreit.
Im Rücken faßt der tapfere Fastolf
Den Feind—er bricht in seine dichtsten Scharen.

ISABEAU (zieht den Dolch zurück).
Das sprach dein Engel!

SOLDAT. Sieg! Sieg! Sie entfliehen!

ISABEAU. Wer flieht?

SOLDAT.
Die Franken, die Burgunder fliehn,
Bedeckt mit Flüchtigen ist das Gefilde.

JOHANNA. Gott! Gott! So sehr wirst du mich nicht verlassen!

SOLDAT. Ein schwer Verwundeter wird dort geführt.
Viel Volk sprengt ihm zu Hülf, es ist ein Fürst.

ISABEAU. Der Unsern einer oder Fränkischen?

SOLDAT. Sie lösen ihm den Helm, Graf Dunois ists.

JOHANNA (greift mit krampfhafter Anstrengung in ihre Ketten).
Und ich bin nichts als ein gefesselt Weib!

SOLDAT. Sie! Halt! Wer trägt den himmelblauen Mantel
Verbrämt mit Gold,

JOHANNA (lebhaft). Das ist mein Herr, der König!

SOLDAT. Sein Roß wird scheu—es überschlägt sich—stürzt,
Er windet schwer arbeitend sich hervor—
(Johanna begleitet diese Worte mit leidenschaftlichen Bewegungen)
Die Unsern nahen schon in vollem Lauf—
Sie haben ihn erreicht—umringen ihn—

JOHANNA. O hat der Himmel keine Engel mehr!

ISABEAU (hohnlachend). Jetzt ist es Zeit! Jetzt, Retterin, errette!

JOHANNA (stürzt auf die Knie, mit gewaltsam heftiger Stimme betend).
Höre mich, Gott, in meiner höchsten Not,
Hinauf zu dir, in heißem Flehenswunsch,
In deine Himmel send ich meine Seele.
Du kannst die Fäden eines Spinngewebs
Stark machen wie die Taue eines Schiffs,
Leicht ist es deiner Allmacht, ehrne Bande
In dünnes Spinngewebe zu verwandeln—
Du willst und diese Ketten fallen ab,
Und diese Turmwand spaltet sich—du halfst
Dem Simson, da er blind war und gefesselt,
Und seiner stolzen Feinde bittern Spott
Erduldete.—Auf dich vertrauend faßt' er
Die Pfosten seines Kerkers mächtig an,
Und neigte sich und stürzte das Gebäude—

SOLDAT. Triumph! Triumph!

ISABEAU. Was ists?

SOLDAT. Der König ist
Gefangen!

JOHANNA (springt auf). So sei Gott mir gnädig! (Sie hat ihre Ketten mit beiden Händen kraftvoll gefaßt und zerrissen. In demselben Augenblick stürzt sie sich auf den nächststehenden Soldaten, entreißt ihm sein Schwert und eilt hinaus. Alle sehen ihr mit starrem Erstaunen nach)
FÜNFTER AUFZUG

Zwölfter Auftritt

Vorige ohne Johanna

ISABEAU (nach einer langen Pause).
Was war das? Träumte mir? Wo kam sie hin?
Wie brach sie diese zentnerschweren Bande?
Nicht glauben würd ichs einer ganzen Welt,
Hätt ichs nicht selbst gesehn mit meinen Augen.

SOLDAT (auf der Warte).
Wie? Hat sie Flügel? Hat der Sturmwind sie
Hinabgeführt?

ISABEAU. Sprich, ist sie unten?

SOLDAT. Mitten
Im Kampfe schreitet sie—Ihr Lauf ist schneller
Als mein Gesicht—Jetzt ist sie hier—jetzt dort—
Ich sehe sie zugleich an vielen Orten!
—Sie teilt die Haufen—Alles weicht vor ihr,
Die Franken stehn, sie stellen sich aufs neu!
—Weh mir! Was seh ich! Unsre Völker werfen
Die Waffen von sich, unsre Fahnen sinken—

ISABEAU. Was? Will sie uns den sichern Sieg entreißen?

SOLDAT. Grad auf den König dringt sie an—Sie hat ihn
Erreicht—Sie reißt ihn mächtig aus dem Kampf.
—Lord Fastolf stürzt—Der Feldherr ist gefangen.

ISABEAU. Ich will nicht weiter hören. Komm herab.

SOLDAT. Flieht, Königin! Ihr werdet überfallen.
Gewaffnet Volk dringt an den Turm heran.
(Er steigt herunter)

ISABEAU (das Schwert ziehend). So fechtet, Memmen!
FÜNFTER AUFZUG

Dreizehnter Auftritt

Vorige. La Hire mit Soldaten kommt. Bei seinem Eintritt streckt das Volk der Königin die Waffen

LA HIRE (naht ihr ehrerbietig). Königin, unterwerft Euch
Der Allmacht—Eure Ritter haben sich
Ergeben, aller Widerstand ist unnütz!
—Nehmt meine Dienste an. Befehlt, wohin
Ihr wollt begleitet sein.

ISABEAU. Jedweder Ort
Gilt gleich, wo ich dem Dauphin nicht begegne.
(Gibt ihr Schwert ab und folgt ihm mit den Soldaten)

Die Szene verwandelt sich in das Schlachtfeld
FÜNFTER AUFZUG

Vierzehnter Auftritt

Soldaten mit fliegenden Fahnen erfüllen den Hintergrund.
Vor ihnen der König und der Herzog von Burgund, in den
Armen beider Fürsten liegt Johanna tödlich verwundet,
ohne Zeichen des Lebens. Sie treten langsam vorwärts.
Agnes Sorel stürzt herein

SOREL (wirft sich an des Königs Brust).
Ihr seid befreit—Ihr lebt—Ich hab Euch wieder!

KÖNIG. Ich bin befreit—Ich bins um diesen Preis!
(Zeigt auf Johanna)

SOREL. Johanna! Gott! Sie stirbt!

BURGUND. Sie hat geendet!
Seht einen Engel scheiden! Seht, wie sie daliegt,
Schmerzlos und ruhig wie ein schlafend Kind!
Des Himmels Friede spielt um ihre Züge,
Kein Atem hebt den Busen mehr, doch Leben
Ist noch zu spüren in der warmen Hand.

König. Sie ist dahin—Sie wird nicht mehr erwachen,
Ihr Auge wird das Irdsche nicht mehr schauen.
Schon schwebt sie droben ein verklärter Geist,
Sieht unsern Schmerz nicht mehr und unsre Reue.

SOREL. Sie schlägt die Augen auf, sie lebt!

BURGUND (erstaunt). Kehrt sie
Uns aus dem Grab zurück? Zwingt sie den Tod,
Sie richtet sich empor! Sie steht!

JOHANNA (steht ganz aufgerichtet und schaut umher).
Wo bin ich?

BURGUND. Bei deinem Volk, Johanna! Bei den Deinen!

KÖNIG. In deiner Freunde, deines Königs Armen!

JOHANNA (nachdem sie ihn lange starr angesehen).
Nein, ich bin keine Zauberin! Gewiß ich bins nicht.

KÖNIG. Du bist heilig wie die Engel,
Doch unser Auge war mit Nacht bedeckt.

JOHANNA (sieht heiter lächelnd umher).
Und ich bin wirklich unter meinem Volk.
Und bin nicht mehr verachtet und verstoßen?
Man flucht mir nicht, man sieht mich gütig an?
—Ja, jetzt erkenn ich deutlich alles wieder!
Das ist mein König! Das sind Frankreichs Fahnen!
Doch meine Fahne seh ich nicht—Wo ist sie?
Nicht ohne meine Fahne darf ich kommen,
Von meinem Meister ward sie mir vertraut,
Vor seinem Thron muß ich sie niederlegen,
Ich darf sie zeigen, denn ich trug sie treu.

König (mit abgewandtem Gesicht). Gebt ihr die Fahne!
(Man reicht sie ihr. Sie steht ganz frei aufgerichtet,
die Fahne in der Hand—Der Himmel ist von einem rosigten
Schein beleuchtet)

JOHANNA. Seht ihr den Regenbogen in der Luft,
Der Himmel öffnet seine goldnen Tore,
Im Chor der Engel steht sie glänzend da,
Sie hält den ewgen Sohn an ihrer Brust,
Die Arme streckt sie lächelnd mir entgegen.
Wie wird mir—Leichte Wolken heben mich—
der schwere Panzer wird zum Flügelkleide.
Hinauf—hinauf—Die Erde flieht zurück—
Kurz ist der Schmerz und ewig ist die Freude!

(Die Fahne entfällt ihr, sie sinkt tot darauf nieder— Alle stehen lange in loser Rührung—Auf einen leisen Wink des Königs werden alle Fahnen sanft auf sie niedergelassen, daß sie ganz davon bedeckt wird)


Thomas M.

Do, Jul 21, 2011
16:47:54
RE: Pissen beim Sex

Antwort:
Buddenbrooks
Erster Teil
Erstes Kapitel

»Was ist das. – Was – ist das …«

»Je, den Düwel ook, c'est la question, ma très chère demoiselle!«

Die Konsulin Buddenbrook, neben ihrer Schwiegermutter auf dem geradlinigen, weiß lackierten und mit einem goldenen Löwenkopf verzierten Sofa, dessen Polster hellgelb überzogen waren, warf einen Blick auf ihren Gatten, der in einem Armsessel bei ihr saß, und kam ihrer kleinen Tochter zu Hilfe, die der Großvater am Fenster auf den Knien hielt.

»Tony!« sagte sie, »ich glaube, daß mich Gott –«

Und die kleine Antonie, achtjährig und zartgebaut, in einem Kleidchen aus ganz leichter changierender Seide, den hübschen Blondkopf ein wenig vom Gesichte des Großvaters abgewandt, blickte aus ihren graublauen Augen angestrengt nachdenkend und ohne etwas zu sehen ins Zimmer hinein, wiederholte noch einmal: »Was ist das«, sprach darauf langsam: »Ich glaube, daß mich Gott«, fügte, während ihr Gesicht sich aufklärte, rasch hinzu: »– geschaffen hat samt allen Kreaturen«, war plötzlich auf glatte Bahn geraten und schnurrte nun, glückstrahlend und unaufhaltsam, den ganzen Artikel daher, getreu nach dem Katechismus, wie er soeben, anno 1835, unter Genehmigung eines hohen und wohlweisen Senates, neu revidiert herausgegeben war. Wenn man im Gange war, dachte sie, war es ein Gefühl, wie wenn man im Winter auf dem kleinen Handschlitten mit den Brüdern den »Jerusalemsberg« hinunterfuhr: es vergingen einem geradezu die Gedanken dabei, und man konnte nicht einhalten, wenn man auch wollte.

»Dazu Kleider und Schuhe«, sprach sie, »Essen und Trinken, Haus und Hof, Weib und Kind, Acker und Vieh …« Bei diesen Worten aber brach der alte M. Johann Buddenbrook einfach in Gelächter aus, in sein helles, verkniffenes Kichern, das er heimlich in Bereitschaft gehalten hatte. Er lachte vor Vergnügen, sich über den Katechismus mokieren zu können, und hatte wahrscheinlich nur zu diesem Zwecke das kleine Examen vorgenommen. Er erkundigte sich nach Tonys Acker und Vieh, fragte, wieviel sie für den Sack Weizen nähme und erbot sich, Geschäfte mit ihr zu machen. Sein rundes, rosig überhauchtes und wohlmeinendes Gesicht, dem er beim besten Willen keinen Ausdruck von Bosheit zu geben vermochte, wurde von schneeweiß gepudertem Haar eingerahmt, und etwas wie ein ganz leise angedeutetes Zöpflein fiel auf den breiten Kragen seines mausgrauen Rockes hinab. Er war, mit seinen siebenzig Jahren, der Mode seiner Jugend nicht untreu geworden; nur auf den Tressenbesatz zwischen den Knöpfen und den großen Taschen hatte er verzichtet, aber niemals im Leben hatte er lange Beinkleider getragen. Sein Kinn ruhte breit, doppelt und mit einem Ausdruck von Behaglichkeit auf dem weißen Spitzen-Jabot.

Alle hatten in sein Lachen eingestimmt, hauptsächlich aus Ehrerbietung gegen das Familienoberhaupt. Mme. Antoinette Buddenbrook, geborene Duchamps, kicherte in genau derselben Weise wie ihr Gatte. Sie war eine korpulente Dame mit dicken, weißen Locken über den Ohren, einem schwarz und hellgrau gestreiften Kleide ohne Schmuck, das Einfachheit und Bescheidenheit verriet, und mit noch immer schönen und weißen Händen, in denen sie einen kleinen, sammetnen Pompadour auf dem Schoße hielt. Ihre Gesichtszüge waren im Laufe der Jahre auf wunderliche Weise denjenigen ihres Gatten ähnlich geworden. Nur der Schnitt und die lebhafte Dunkelheit ihrer Augen redeten ein wenig von ihrer halb romanischen Herkunft; sie stammte großväterlicherseits aus einer französisch-schweizerischen Familie und war eine geborene Hamburgerin.

Ihre Schwiegertochter, die Konsulin Elisabeth Buddenbrook, eine geborene Kröger, lachte das Krögersche Lachen, das mit einem pruschenden Lippenlaut begann, und bei dem sie das Kinn auf die Brust drückte. Sie war, wie alle Krögers, eine äußerst elegante Erscheinung, und war sie auch keine Schönheit zu nennen, so gab sie doch mit ihrer hellen und besonnenen Stimme, ihren ruhigen, sicheren und sanften Bewegungen aller Welt ein Gefühl von Klarheit und Vertrauen. Ihrem rötlichen Haar, das auf der Höhe des Kopfes zu einer kleinen Krone gewunden und in breiten künstlichen Locken über die Ohren frisiert war, entsprach ein außerordentlich zartweißer Teint mit vereinzelten kleinen Sommersprossen. Das Charakteristische an ihrem Gesicht mit der etwas zu langen Nase und dem kleinen Munde war, daß zwischen Unterlippe und Kinn sich durchaus keine Vertiefung befand. Ihr kurzes Mieder mit hochgepufften Ärmeln, an das sich ein enger Rock aus duftiger, hellgeblümter Seide schloß, ließ einen Hals von vollendeter Schönheit frei, geschmückt mit einem Atlasband, an dem eine Komposition von großen Brillanten flimmerte.

Der Konsul beugte sich mit einer etwas nervösen Bewegung im Sessel vornüber. Er trug einen zimmetfarbenen Rock mit breiten Aufschlägen und keulenförmigen Ärmeln, die sich erst unterhalb des Gelenkes eng um die Hand schlossen. Seine anschließenden Beinkleider bestanden aus einem weißen, waschbaren Stoff und waren an den Außenseiten mit schwarzen Streifen versehen. Um die steifen Vatermörder, in die sich sein Kinn schmiegte, war die seidene Krawatte geschlungen, die dick und breit den ganzen Ausschnitt der buntfarbigen Weste ausfüllte … Er hatte die ein wenig tief liegenden, blauen und aufmerksamen Augen seines Vaters, wenn ihr Ausdruck auch vielleicht träumerischer war; aber seine Gesichtszüge waren ernster und schärfer, seine Nase sprang stark und gebogen hervor, und die Wangen, bis zu deren Mitte blonde, lockige Bartstreifen liefen, waren viel weniger voll als die des Alten.

Madame Buddenbrook wandte sich an ihre Schwiegertochter, drückte mit einer Hand ihren Arm, sah ihr kichernd in den Schoß und sagte:

»Immer der nämliche, mon vieux, Bethsy …?« »Immer« sprach sie wie »Ümmer« aus.

Die Konsulin drohte nur schweigend mit ihrer zarten Hand, so daß ihr goldenes Armband leise klirrte; und dann vollführte sie eine ihr eigentümliche Handbewegung vom Mundwinkel zur Frisur hinauf, als ob sie ein loses Haar zurückstriche, das sich dorthin verirrt hatte.

Der Konsul aber sagte mit einem Gemisch von entgegenkommendem Lächeln und Vorwurf in der Stimme:

»Aber Vater, Sie belustigen sich wieder einmal über das Heiligste!…«

Man saß im »Landschaftszimmer«, im ersten Stockwerk des weitläufigen alten Hauses in der Mengstraße, das die Firma Johann Buddenbrook vor einiger Zeit käuflich erworben hatte und das die Familie noch nicht lange bewohnte. Die starken und elastischen Tapeten, die von den Mauern durch einen leeren Raum getrennt waren, zeigten umfangreiche Landschaften, zartfarbig wie der dünne Teppich, der den Fußboden bedeckte, Idylle im Geschmack des 18. Jahrhunderts, mit fröhlichen Winzern, emsigen Ackersleuten, nett bebänderten Schäferinnen, die reinliche Lämmer am Rande spiegelnden Wassers im Schoße hielten oder sich mit zärtlichen Schäfern küßten … Ein gelblicher Sonnenuntergang herrschte meistens auf diesen Bildern, mit dem der gelbe Überzug der weiß lackierten Möbel und die gelbseidenen Gardinen vor den beiden Fenstern übereinstimmten.

Im Verhältnis zu der Größe des Zimmers waren die Möbel nicht zahlreich. Der runde Tisch mit den dünnen, geraden und leicht mit Gold ornamentierten Beinen stand nicht vor dem Sofa, sondern an der entgegengesetzten Wand, dem kleinen Harmonium gegenüber, auf dessen Deckel ein Flötenbehälter lag. Außer den regelmäßig an den Wänden verteilten, steifen Armstühlen gab es nur noch einen kleinen Nähtisch am Fenster, und, dem Sofa gegenüber, einen zerbrechlichen Luxus-Sekretär, bedeckt mit Nippes.

Durch eine Glastür, den Fenstern gegenüber, blickte man in das Halbdunkel einer Säulenhalle hinaus, während sich linker Hand vom Eintretenden die hohe, weiße Flügeltür zum Speisesaale befand. An der anderen Wand aber knisterte, in einer halbkreisförmigen Nische und hinter einer kunstvoll durchbrochenen Tür aus blankem Schmiedeeisen, der Ofen.

Denn es war frühzeitig kalt geworden. Draußen, jenseits der Straße, war schon jetzt, um die Mitte des Oktober, das Laub der kleinen Linden vergilbt, die den Marienkirchhof umstanden, um die mächtigen gotischen Ecken und Winkel der Kirche pfiff der Wind, und ein feiner, kalter Regen ging hernieder. Madame Buddenbrook, der Älteren, zuliebe hatte man die doppelten Fenster schon eingesetzt.

Es war Donnerstag, der Tag, an dem ordnungsmäßig jede zweite Woche die Familie zusammenkam; heute aber hatte man, außer den in der Stadt ansässigen Familiengliedern, auch ein paar gute Hausfreunde auf ein ganz einfaches Mittagbrot gebeten, und man saß nun, gegen vier Uhr nachmittags, in der sinkenden Dämmerung und erwartete die Gäste …

Die kleine Antonie hatte sich in ihrer Schlittenfahrt durch den Großvater nicht stören lassen, sondern hatte nur schmollend die immer ein bißchen hervorstehende Oberlippe noch weiter über die untere geschoben. Jetzt war sie am Fuße des »Jerusalemsberges« angelangt; aber unfähig, der glatten Fahrt plötzlich Einhalt zu tun, schoß sie noch ein Stück über das Ziel hinaus …

»Amen«, sagte sie, »ich weiß was, Großvater!«

»Tiens! Sie weiß was!« rief der alte Herr und tat, als ob ihn die Neugier im ganzen Körper plage. »Hast du gehört, Mama? Sie weiß was! Kann mir denn niemand sagen …«

»Wenn es ein warmer Schlag ist«, sprach Tony und nickte bei jedem Wort mit dem Kopfe, »so schlägt der Blitz ein. Wenn es aber ein kalter Schlag ist, so schlägt der Donner ein!«

Hierauf kreuzte sie die Arme und blickte in die lachenden Gesichter wie jemand, der seines Erfolges sicher ist. Herr Buddenbrook aber war böse auf diese Weisheit, er verlangte durchaus zu wissen, wer dem Kinde diese Stupidität beigebracht habe, und als sich ergab, Ida Jungmann, die kürzlich für die Kleinen engagierte Mamsell aus Marienwerder, sei es gewesen, mußte der Konsul diese Ida in Schutz nehmen.

»Sie sind zu streng, Papa. Warum sollte man in diesem Alter über dergleichen Dinge nicht seine eigenen wunderlichen Vorstellungen haben dürfen …«

»Excusez, mon cher!… Mais c'est une folie! Du weißt, daß solche Verdunkelung der Kinderköpfe mir verdrüßlich ist! Wat, de Dunner sleit in? Da sall doch gliek de Dunner inslahn! Geht mir mit eurer Preußin …«

Die Sache war die, daß der alte Herr auf Ida Jungmann nicht zum besten zu sprechen war. Er war kein beschränkter Kopf. Er hatte ein Stück von der Welt gesehen, war anno 13 vierspännig nach Süddeutschland gefahren, um als Heereslieferant für Preußen Getreide aufzukaufen, war in Amsterdam und Paris gewesen und hielt, ein aufgeklärter Mann, bei Gott nicht alles für verurteilenswürdig, was außerhalb der Tore seiner giebeligen Vaterstadt lag. Abgesehen vom geschäftlichen Verkehr aber, in gesellschaftlicher Beziehung, war er mehr als sein Sohn, der Konsul, geneigt, strenge Grenzen zu ziehen und Fremden ablehnend zu begegnen. Als daher eines Tages seine Kinder von einer Reise nach Westpreußen dies junge Mädchen – sie war erst jetzt zwanzig Jahre alt – als eine Art Jesuskind mit sich ins Haus gebracht hatten, eine Waise, die Tochter eines unmittelbar vor Ankunft der Buddenbrooks in Marienwerder verstorbenen Gasthofsbesitzers, da hatte der Konsul für diesen frommen Streich einen Auftritt mit seinem Vater zu bestehen gehabt, bei dem der alte Herr fast nur Französisch und Plattdeutsch sprach … Übrigens hatte Ida Jungmann sich als tüchtig im Hausstande und im Verkehr mit den Kindern erwiesen und eignete sich mit ihrer Loyalität und ihren preußischen Rangbegriffen im Grunde aufs beste für ihre Stellung in diesem Hause. Sie war eine Person von aristokratischen Grundsätzen, die haarscharf zwischen ersten und zweiten Kreisen, zwischen Mittelstand und geringerem Mittelstand unterschied, sie war stolz darauf, als ergebene Dienerin den ersten Kreisen anzugehören und sah es ungern, wenn Tony sich etwa mit einer Schulkameradin befreundete, die nach Mamsell Jungmanns Schätzung nur dem guten Mittelstande zuzurechnen war …

In diesem Augenblick ward die Preußin selbst in der Säulenhalle sichtbar und trat durch die Glastür ein: ein ziemlich großes, knochig gebautes Mädchen in schwarzem Kleide, mit glattem Haar und einem ehrlichen Gesicht. Sie führte die kleine Klothilde an der Hand, ein außerordentlich mageres Kind in geblümtem Kattunkleidchen, mit glanzlosem, aschigem Haar und stiller Altjungfernmiene. Sie stammte aus einer völlig besitzlosen Nebenlinie, war die Tochter eines bei Rostock als Gutsinspektor ansässigen Neffen des alten Herrn Buddenbrook und ward, weil sie gleichaltrig mit Antonie und ein williges Geschöpf war, hier im Hause erzogen.

»Es ist alles bereit«, sagte Mamsell Jungmann und schnurrte das r in der Kehle, denn sie hatte es ursprünglich überhaupt nicht aussprechen können. »Klothildchen hat tücht'g geholfen in der Küche, Trina hat fast nichts zu tun brauchen …«

M. Buddenbrook schmunzelte spöttisch in sein Jabot über Idas fremdartige Aussprache; der Konsul aber streichelte seiner kleinen Nichte die Wange und sagte:

»So ist es recht, Thilda. Bete und arbeite, heißt es. Unsere Tony sollte sich ein Beispiel daran nehmen. Sie neigt nur allzuoft zu Müßiggang und Übermut …«

Tony ließ den Kopf hängen und blickte von unten herauf den Großvater an, denn sie wußte wohl, daß er sie, wie gewöhnlich, verteidigen werde.

»Nein, nein«, sagte er, »Kopf hoch, Tony, courage! Eines schickt sich nicht für alle. Jeder nach seiner Art. Thilda ist brav, aber wir sind auch nicht zu verachten. Spreche ich raisonnable, Bethsy?«

Er wandte sich an seine Schwiegertochter, die seinem Geschmacke beizupflichten pflegte, während Mme. Antoinette, mehr aus Klugheit wohl denn aus Überzeugung, meistens die Partei des Konsuls nahm. So reichten sich die beiden Generationen, im chassez croisez gleichsam, die Hände.

»Sie sind sehr gut, Papa«, sagte die Konsulin. »Tony wird sich bemühen, eine kluge und tüchtige Frau zu werden … Sind die Knaben aus der Schule gekommen?« fragte sie Ida.

Aber Tony, die vom Knie des Großvaters aus in den »Spion« durchs Fenster sah, rief fast gleichzeitig:

»Tom und Christian kommen die Johannisstraße herauf … und Herr Hoffstede … und Onkel Doktor …«

Das Glockenspiel von St. Marien setzte mit einem Chorale ein: pang! ping, ping – pung! ziemlich taktlos, so daß man nicht recht zu erkennen vermochte, was es eigentlich sein sollte, aber doch voll Feierlichkeit, und während dann die kleine und die große Glocke fröhlich und würdevoll erzählten, daß es vier Uhr sei, schallte auch drunten die Glocke der Windfangtür gellend über die große Diele, worauf es in der Tat Tom und Christian waren, die ankamen, zusammen mit den ersten Gästen, mit Jean Jacques Hoffstede, dem Dichter, und Doktor Grabow, dem Hausarzt.
Zweites Kapitel

Herr Jean Jacques Hoffstede, der Poet der Stadt, der sicherlich auch für den heutigen Tag ein paar Reime in der Tasche hatte, war nicht viel jünger als Johann Buddenbrook, der Ältere, und abgesehen von der grünen Farbe seines Leibrockes, in demselben Geschmack gekleidet. Aber er war dünner und beweglicher als sein alter Freund und besaß kleine, flinke, grünliche Augen und eine lange, spitze Nase.

»Besten Dank«, sagte er, nachdem er den Herren die Hände geschüttelt und vor den Damen – im besonderen vor der Konsulin, die er außerordentlich verehrte – ein paar seiner ausgesuchtesten compliments vollführt hatte, compliments, wie die neue Generation sie schlechterdings nicht mehr zustande brachte, und die von einem angenehm stillen und verbindlichen Lächeln begleitet waren. »Besten Dank für die freundliche Einladung, meine Hochverehrten. Diese beiden jungen Leute«, und er wies auf Tom und Christian, die in blauen Kitteln mit Ledergürteln bei ihm standen, »haben wir in der Königstraße getroffen, der Doktor und ich, als sie von ihren Studien kamen. Prächtige Bursche – Frau Konsulin? Thomas, das ist ein solider und ernster Kopf; er muß Kaufmann werden, darüber besteht kein Zweifel. Christian dagegen scheint mir ein wenig Tausendsassa zu sein, wie? ein wenig Incroyable … Allein ich verhehle nicht mein engouement. Er wird studieren, dünkt mich; er ist witzig und brillant veranlagt …«

Herr Buddenbrook bediente sich seiner goldenen Tabaksdose.

»'n Aap is hei! Soll er nicht gleich Dichter werden, Hoffstede?«

Mamsell Jungmann steckte die Fenstervorhänge übereinander, und bald lag das Zimmer in dem etwas unruhigen, aber diskreten und angenehmen Licht der Kerzen des Kristallkronleuchters und der Armleuchter, die auf dem Sekretär standen.

»Nun, Christian«, sagte die Konsulin, deren Haar goldig aufleuchtete, »was hast du heute nachmittag gelernt?« Und es ergab sich, daß Christian Schreiben, Rechnen und Singen gehabt hatte.

Er war ein Bürschchen von sieben Jahren, das schon jetzt in beinahe lächerlicher Weise seinem Vater ähnlich war. Es waren die gleichen, ziemlich kleinen, runden und tiefliegenden Augen, die gleiche stark hervorspringende und gebogene Nase war schon erkenntlich, und unterhalb der Wangenknochen deuteten bereits ein paar Linien darauf hin, daß die Gesichtsform nicht immer die jetzige kindliche Fülle behalten werde.

»Wir haben furchtbar gelacht«, fing er an zu plappern, während seine Augen im Zimmer von einem zum anderen gingen. »Paßt mal auf, was Herr Stengel zu Siegmund Köstermann gesagt hat.« Er beugte sich vor, schüttelte den Kopf und redete eindringlich in die Luft hinein: »Äußerlich, mein gutes Kind, äußerlich bist du glatt und geleckt, ja, aber innerlich, mein gutes Kind, da bist du schwarz …« Und dies sagte er unter Weglassung des »r« und indem er »schwarz« wie »swärz« aussprach – mit einem Gesicht, in dem sich der Unwille über diese »äußeliche« Glätte und Gelecktheit mit einer so überzeugenden Komik malte, daß alles in Gelächter ausbrach.

»'n Aap is hei!« wiederholte der alte Buddenbrook kichernd. Herr Hoffstede aber war außer sich vor Entzücken.

»Charmant!« rief er. »Unübertrefflich! Man muß Marcellus Stengel kennen! Akkurat so! Nein, das ist gar zu köstlich!«

Thomas, dem solche Begabung abging, stand neben seinem jüngeren Bruder und lachte neidlos und herzlich. Seine Zähne waren nicht besonders schön, sondern klein und gelblich. Aber seine Nase war auffallend fein geschnitten, und er ähnelte in den Augen und in der Gesichtsform stark seinem Großvater.

Man hatte zum Teil auf den Stühlen und dem Sofa Platz genommen, man plauderte mit den Kindern, sprach über die frühe Kälte, das Haus … Herr Hoffstede bewunderte am Sekretär ein prachtvolles Tintenfaß aus Sevres-Porzellan in Gestalt eines schwarzgefleckten Jagdhundes. Doktor Grabow aber, ein Mann vom Alter des Konsuls, zwischen dessen spärlichem Backenbart ein langes, gutes und mildes Gesicht lächelte, betrachtete die Kuchen, Korinthenbrote und verschiedenartigen gefüllten Salzfäßchen, die auf dem Tische zur Schau gestellt waren. Es war das »Salz und Brot«, das der Familie von Verwandten und Freunden zum Wohnungswechsel übersandt worden war. Da man aber sehen sollte, daß die Gabe nicht aus geringen Häusern komme, bestand das Brot in süßem, gewürztem und schwerem Gebäck und war das Salz von massivem Golde umschlossen.

»Ich werde wohl zu tun bekommen«, sagte der Doktor, indem er auf die Süßigkeiten wies und den Kindern drohte. Dann hob er mit wiegendem Kopf ein gediegenes Gerät für Salz, Pfeffer und Senf empor.

»Von Lebrecht Kröger«, sagte M. Buddenbrook schmunzelnd. »Immer koulant, mein lieber Herr Verwandter. Ich habe ihm dergleichen nicht spendiert, als er sich sein Gartenhaus vorm Burgtor gebaut hatte. Aber so war er immer … nobel! spendabel! ein à la mode-Kavalier …«

Mehrmals hatte die Glocke durchs ganze Haus gegellt. Pastor Wunderlich langte an, ein untersetzter alter Herr in langem, schwarzem Rock, mit gepudertem Haar und einem weißen, behaglich lustigen Gesicht, in dem ein Paar grauer, munterer Augen blinzelten. Er war seit vielen Jahren Witwer und rechnete sich zu den Junggesellen aus der alten Zeit, wie der lange Makler, Herr Grätjens, der mit ihm kam und beständig eine seiner hageren Hände nach Art eines Fernrohrs zusammengerollt vors Auge hielt, als prüfe er ein Gemälde; er war ein allgemein anerkannter Kunstkenner.

Auch Senator Doktor Langhals nebst Frau kamen an, langjährige Freunde des Hauses, – nicht zu vergessen den Weinhändler Köppen mit dem großen, dunkelroten Gesicht, das zwischen den hochgepolsterten Ärmeln saß, und seine gleichfalls so sehr beleibte Gattin …

Es war schon nach halb fünf Uhr, als schließlich die Krögers eintrafen, die Alten sowohl wie ihre Kinder, Konsul Krögers mit ihren Söhnen Jakob und Jürgen, die im Alter von Tom und Christian standen. Und fast gleichzeitig mit ihnen kamen auch die Eltern der Konsulin Kröger, Holzgroßhändler Oeverdieck nebst Frau, ein altes, zärtliches Ehepaar, das sich vor aller Ohren mit den bräutlichsten Kosenamen zu benennen pflegte.

»Feine Leute kommen spät«, sagte Konsul Buddenbrook und küßte seiner Schwiegermutter die Hand.

»Öwer denn ook gliek düchtig!« und Johann Buddenbrook machte eine weite Armbewegung über die Krögersche Verwandtschaft hin, indem er dem Alten die Hand schüttelte …

Lebrecht Kröger, der à la mode-Kavalier, eine große, distinguierte Erscheinung, trug noch leicht gepudertes Haar, war aber modisch gekleidet. An seiner Sammetweste blitzten zwei Reihen von Edelsteinknöpfen. Justus, sein Sohn, mit kleinem Backenbart und spitz emporgedrehtem Schnurrbart, ähnelte, was Figur und Benehmen anbetraf, stark seinem Vater; auch über die nämlichen runden und eleganten Handbewegungen verfügte er.

Man setzte sich gar nicht erst, sondern stand, in Erwartung der Hauptsache, in einem vorläufigen und nachlässigen Gespräch beieinander. Und Johann Buddenbrook, der Ältere, bot auch schon Madame Köppen seinen Arm, indem er mit vernehmlicher Stimme sagte:

»Na, wenn wir alle Appetit haben, mesdames et messieurs …«

Mamsell Jungmann und das Folgmädchen hatten die weiße Flügeltür zum Speisesaal geöffnet, und langsam, in zuversichtlicher Gemächlichkeit, bewegte sich die Gesellschaft hinüber; man konnte eines nahrhaften Bissens gewärtig sein bei Buddenbrooks …
Drittes Kapitel

Der jüngere Hausherr hatte, als der allgemeine Aufbruch begann, mit der Hand nach der linken Brustseite gegriffen, wo ein Papier knisterte, das gesellschaftliche Lächeln war plötzlich von seinem Gesicht verschwunden, um einem gespannten und besorgten Ausdruck Platz zu machen, und an seinen Schläfen spielten, als ob er die Zähne aufeinander bisse, ein paar Muskeln. Nur zum Schein machte er einige Schritte dem Speisesaale zu, dann aber hielt er sich zurück und suchte mit den Augen seine Mutter, die als eine der letzten, an der Seite Pastor Wunderlichs, die Schwelle überschreiten wollte.

»Pardon, lieber Herr Pastor … Auf zwei Worte, Mama!« Und während der Pastor ihm munter zunickte, nötigte Konsul Buddenbrook die alte Dame ins Landschaftszimmer zurück und zum Fenster.

»Es ist, um kurz zu sein, ein Brief von Gotthold gekommen«, sagte er rasch und leise, indem er in ihre fragenden, dunklen Augen sah und das gefaltete und versiegelte Papier aus der Tasche zog. »Das ist seine Handschrift … Es ist das dritte Schreiben, und nur das erste hat Papa ihm beantwortet … Was machen? Es ist schon um zwei Uhr angekommen, und ich hätte es dem Vater längst einhändigen müssen, aber sollte ich ihm heute die Stimmung verderben? Was sagen Sie? Es ist immer noch Zeit, ihn herauszubitten …«

»Nein, du hast recht, Jean, warte damit!« sagte Madame Buddenbrook und erfaßte nach ihrer Gewohnheit mit einer schnellen Bewegung den Arm ihres Sohnes. »Was soll darin stehen!« fügte sie bekümmert hinzu. »Er gibt nicht nach, der Junge. Er kapriziert sich auf diese Entschädigungssumme für den Anteil am Hause … Nein, nein, Jean, noch nicht jetzt … Heute abend vielleicht, vorm Zubettegehen …«

»Was tun?« wiederholte der Konsul, indem er den gesenkten Kopf schüttelte. »Ich selbst habe Papa oft genug bitten wollen, nachzugeben … Es soll nicht aussehen, als ob ich, der Stiefbruder, mich bei den Eltern eingenistet hätte und gegen Gotthold intrigierte … auch dem Vater gegenüber muß ich den Anschein dieser Rolle vermeiden. Aber wenn ich ehrlich sein soll … ich bin schließlich Associé. Und dann bezahlen Bethsy und ich vorläufig eine ganz normale Miete für den zweiten Stock … Was meine Schwester in Frankfurt betrifft, nun, so ist die Sache arrangiert. Ihr Mann bekommt schon jetzt, bei Papas Lebzeiten, eine Abstandssumme, ein Viertel bloß von der Hauskaufsumme … Das ist ein vorteilhaftes Geschäft, das Papa sehr glatt und gut erledigt hat, und das im Sinne der Firma höchst erfreulich ist. Und wenn Papa sich Gotthold gegenüber so ganz abweisend verhält, so ist das …«

»Nein, Unsinn, Jean, dein Verhältnis zur Sache ist doch wohl klar. Aber Gotthold glaubt, daß ich, seine Stiefmutter, nur für meine eigenen Kinder sorge und ihm seinen Vater geflissentlich entfremde. Das ist das Traurige …«

»Aber es ist seine Schuld!« rief der Konsul beinahe laut und mäßigte dann seine Stimme mit einem Blick nach dem Speisesaal. »Es ist seine Schuld, dies traurige Verhältnis! Urteilen Sie selbst! Warum konnte er nicht vernünftig sein! Warum mußte er diese Demoiselle Stüwing heiraten und den … Laden …« Der Konsul lachte ärgerlich und verlegen bei diesem Worte. »Es ist eine Schwäche, Vaters Widerwille gegen den Laden; aber Gotthold hätte diese kleine Eitelkeit respektieren müssen …«

»Ach, Jean, das beste wäre, Papa gäbe nach!«

»Aber kann ich denn dazu raten?« flüsterte der Konsul mit einer erregten Handbewegung nach der Stirn. »Ich bin persönlich interessiert, und deshalb müßte ich sagen: Vater, bezahle. Aber ich bin auch Associé, ich habe die Interessen der Firma zu vertreten, und wenn Papa nicht glaubt, einem ungehorsamen und rebellischen Sohn gegenüber die Verpflichtung zu haben, dem Betriebskapital die Summe zu entziehen … Es handelt sich um mehr als elftausend Kuranttaler. Das ist gutes Geld … Nein, nein, ich kann nicht zuraten … aber auch nicht abraten. Ich will nichts davon wissen. Nur die Szene mit Papa ist mir désagréable …«

»Abends spät, Jean. Komm nun, man wartet …«

Der Konsul barg das Papier in der Brusttasche, bot seiner Mutter den Arm, und nebeneinander überschritten sie die Schwelle zum hellerleuchteten Speisesaal, wo die Gesellschaft mit der Placierung um die lange Tafel soeben fertiggeworden war.

Aus dem himmelblauen Hintergrund der Tapeten traten zwischen schlanken Säulen weiße Götterbilder fast plastisch hervor. Die schweren roten Fenstervorhänge waren geschlossen, und in jedem Winkel des Zimmers brannten auf einem hohen, vergoldeten Kandelaber acht Kerzen, abgesehen von denen, die in silbernen Armleuchtern auf der Tafel standen. Über dem massigen Büfett, dem Landschaftszimmer gegenüber, hing ein umfangreiches Gemälde, ein italienischer Golf, dessen blaudunstiger Ton in dieser Beleuchtung außerordentlich wirksam war. Mächtige, steiflehnige Sofas in rotem Damast standen an den Wänden.

Es war jede Spur von Besorgnis und Unruhe aus dem Gesicht Madame Buddenbrooks verschwunden, als sie sich, zwischen dem alten Kröger, der an der Fensterseite präsidierte, und Pastor Wunderlich niederließ.

»Bon appétit!« sagte sie mit ihrem kurzen, raschen, herzlichen Kopfnicken, indem sie einen schnellen Blick über die ganze Tafel bis zu den Kindern hinuntergleiten ließ …
Viertes Kapitel

»Wie gesagt, alle Achtung, Buddenbrook!« übertönte die wuchtige Stimme des Herrn Köppen das allgemeine Gespräch, als das Folgmädchen mit den nackten, roten Armen, dem dicken, gestreiften Rock, unter der kleinen weißen Mütze auf dem Hinterkopf, unter Beihilfe Mamsell Jungmanns und des Mädchens der Konsulin von oben, die heiße Kräutersuppe nebst geröstetem Brot serviert hatte und man anfing, behutsam zu löffeln.

»Alle Achtung! Diese Weitläufigkeit, diese Noblesse … ich muß sagen, hier läßt sich leben, muß ich sagen …« Herr Köppen hatte bei den früheren Besitzern des Hauses nicht verkehrt; er war noch nicht lange reich, stammte nicht gerade aus einer Patrizierfamilie und konnte sich einiger Dialektschwächen, wie die Wiederholung von »muß ich sagen«, leider noch nicht entwöhnen. Außerdem sagte er »Achung« statt »Achtung«.

»Hat auch gar kein Geld gekostet«, bemerkte trocken Herr Grätjens, der es wissen mußte, und betrachtete durch die hohle Hand eingehend den Golf.

Man hatte so weit wie möglich bunte Reihe gemacht und die Kette der Verwandten durch Hausfreunde unterbrochen. Streng aber war dies nicht durchzuführen gewesen, und die alten Oeverdiecks saßen einander wie gewöhnlich fast auf dem Schoße, sich innig zunickend. Der alte Kröger aber thronte hoch und gerade zwischen der Senatorin Langhals und Madame Antoinette und verteilte seine Handbewegungen und seine reservierten Scherze an die beiden Damen.

»Wann ist das Haus noch gebaut worden?« fragte Herr Hoffstede schräg über den Tisch hinüber den alten Buddenbrook, der sich in jovialem und etwas spöttischem Tone mit Madame Köppen unterhielt.

»Anno … warte mal … Um 1680, wenn ich nicht irre. Mein Sohn weiß übrigens besser mit solchen Daten Bescheid …«

»Zweiundachtzig«, bestätigte, sich vorbeugend, der Konsul, der weiter unten, ohne eine Tischdame, neben Senator Langhals seinen Platz hatte. »1682, im Winter, ist es fertig geworden. Mit Ratenkamp & Komp. fing es damals an, aufs glänzendste bergauf zu gehen … Traurig, dieses Sinken der Firma in den letzten zwanzig Jahren …«

Ein allgemeiner Stillstand des Gespräches trat ein und dauerte eine halbe Minute. Man blickte in seinen Teller und gedachte dieser ehemals so glänzenden Familie, die das Haus erbaut und bewohnt hatte und die verarmt, heruntergekommen, davongezogen war …

»Tja, traurig«, sagte der Makler Grätjens; »wenn man bedenkt, welcher Wahnsinn den Ruin herbeiführte … Wenn Dietrich Ratenkamp damals nicht diesen Geelmaack zum Kompagnon genommen hätte! Ich habe, weiß Gott, die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen, als der anfing zu wirtschaften. Ich weiß es aus bester Quelle, meine Herrschaften, wie greulich der hinter Ratenkamps Rücken spekuliert und Wechsel hier und Akzepte dort auf Namen der Firma gegeben hat … Schließlich war es aus … Da waren die Banken mißtrauisch, da fehlte die Deckung … Sie haben keine Vorstellung … Wer hat auch nur das Lager kontrolliert? Geelmaack vielleicht? Sie haben da wie die Ratten gehaust, jahraus, jahrein! Aber Ratenkamp kümmerte sich um nichts …«

»Er war wie gelähmt«, sagte der Konsul. Sein Gesicht hatte einen düsteren und verschlossenen Ausdruck angenommen. Er bewegte, vornübergebeugt, den Löffel in seiner Suppe und ließ dann und wann einen kurzen Blick seiner kleinen, runden, tiefliegenden Augen zum oberen Tischende hinaufschweifen.

»Er ging wie unter einem Drucke einher, und ich glaube, man kann diesen Druck begreifen. Was veranlaßte ihn, sich mit Geelmaack zu verbinden, der bitterwenig Kapital hinzubrachte, und dem niemand den besten Leumund machte? Er muß das Bedürfnis empfunden haben, einen Teil der furchtbaren Verantwortlichkeit auf irgend jemanden abzuwälzen, weil er fühlte, daß es unaufhaltsam zu Ende ging … Diese Firma hatte abgewirtschaftet, diese alte Familie war passée. Wilhelm Geelmaack hat sicherlich nur den letzten Anstoß zum Ruin gegeben …«

»Sie sind also der Ansicht, werter Herr Konsul«, sagte Pastor Wunderlich mit bedächtigem Lächeln und schenkte seiner Dame und sich selbst Rotwein ins Glas, »daß auch ohne den Hinzutritt des Geelmaack und seines wilden Gebarens alles gekommen wäre, wie es gekommen ist?«

»Das wohl nicht«, sagte der Konsul gedankenvoll und ohne sich an eine bestimmte Person zu wenden. »Aber ich glaube, daß Dietrich Ratenkamp sich notwendig und unvermeidlich mit Geelmaack verbinden mußte, damit das Schicksal erfüllt würde … Er muß unter dem Druck einer unerbittlichen Notwendigkeit gehandelt haben … Ach, ich bin überzeugt, daß er das Treiben seines Associés halb und halb gekannt hat, daß er auch über die Zustände in seinem Lager nicht so vollständig unwissend war. Aber er war erstarrt …«

»Na, assez, Jean«, sagte der alte Buddenbrook und legte seinen Löffel aus der Hand. »Das ist so eine von deinen idées …«

Der Konsul hob mit einem zerstreuten Lächeln sein Glas seinem Vater entgegen. Lebrecht Kröger aber sprach:

»Nein, halten wir es nun mit der fröhlichen Gegenwart!«

Er faßte dabei vorsichtig und elegant den Hals seiner Weißwein-Bouteille, auf deren Pfropfen ein kleiner silberner Hirsch stand, legte sie ein wenig auf die Seite und prüfte aufmerksam die Etikette. »C. F. Köppen«, las er und nickte dem Weinhändler zu; »ach ja, was wären wir ohne Sie!«

Die Meißener Teller mit Goldrand wurden gewechselt, wobei Madame Antoinette die Bewegungen der Mädchen scharf beobachtete, und Mamsell Jungmann rief Anordnungen in den Schalltrichter des Sprachrohres hinein, das den Eßsaal mit der Küche verband. Es wurde der Fisch herumgereicht, und während Pastor Wunderlich sich mit Vorsicht bediente, sagte er:

»Diese fröhliche Gegenwart ist immerhin nicht so ganz selbstverständlich. Die jungen Leute, die sich hier jetzt mit uns Alten freuen, denken wohl nicht daran, daß es jemals anders gewesen sein könnte … Ich darf sagen, daß ich an den Schicksalen unserer Buddenbrooks nicht selten persönlichen Anteil genommen habe … Immer wenn ich diese Dinge vor Augen habe« – und er wandte sich an Madame Antoinette, indem er einen der schweren silbernen Löffel vom Tische nahm –, »muß ich denken, ob sie nicht zu den Stücken gehören, die anno sechs unser Freund, der Philosoph Lenoir, Sergeant Seiner Majestät des Kaisers Napoleon, in Händen hatte … und erinnere mich unserer Begegnung in der Alfstraße, Madame …«

Madame Buddenbrook blickte mit einem halb verlegenen, halb erinnerungsschweren Lächeln vor sich nieder. Tom und Tony, dort unten, die keinen Fisch essen mochten und dem Gespräch der großen Leute aufmerksam gefolgt waren, riefen beinahe einstimmig herauf: »Ach ja, erzählen Sie, Großmama!« Aber der Pastor, der wußte, daß sie es nicht liebte, von diesem für sie ein wenig peinlichen Vorfall selbst zu berichten, begann statt ihrer noch einmal mit der alten kleinen Geschichte, auf welche die Kinder gern zum hundertsten Male gehorcht hätten, und die vielleicht einem oder dem anderen noch unbekannt war …

»Kurz und gut, man figuriere sich: Es ist ein Novembernachmittag, kalt und regnicht, daß Gott erbarm', ich komme von einem Amtsgeschäft die Alfstraße hinauf und denke der schlimmen Zeiten. Fürst Blücher war fort, die Franzosen waren in der Stadt, aber von der herrschenden Erregung merkte man wenig. Die Straßen lagen still, die Leute saßen in ihren Häusern und hüteten sich. Schlachtermeister Prahl, der mit den Händen in den Hosentaschen vor seiner Tür gestanden und mit seiner dröhnendsten Stimme gesagt hatte: ›Dat is je denn doch woll zu arg, is dat je denn doch woll –!‹ war einfach, bautz, vor den Kopf geknallt worden … Nun, ich denke: Du willst einmal zu Buddenbrooks hineinsehen, ein Zuspruch könnte willkommen sein; der Mann liegt mit der Kopfrose, und Madame wird mit der Einquartierung zu schaffen haben.«

»Da, im nämlichen Moment, wen sehe ich mir entgegenkommen? Unsere allverehrte Madame Buddenbrook. Allein in welcher Verfassung? Sie eilt ohne Hut durch den Regen, sie hat kaum einen Schal um die Schultern geworfen, sie stürzt mehr als sie geht, und ihre coiffure ist eine komplette Wirrnis … Nein, das ist wahr, Madame! es war kaum noch die Rede von einer coiffure.«

»›Welch angenehme surprise!‹ sage ich und erlaube mir, sie, die mich gar nicht sieht, am Ärmel zu halten, denn mir schwant nichts Gutes … ›Wohin doch so schnell, meine Liebe?‹ Sie bemerkt mich, sie blickt mich an, sie stößt hervor: ›Sind Sie's … leben Sie wohl! Alles ist zu Ende! Ich gehe hinunter in die Trave!‹«

»›Behüte!‹ sage ich und fühle, wie ich weiß werde. ›Das ist der Ort nicht für Sie, meine Liebe! Was ist aber passiert?‹ Und ich halte sie so fest, als der Respekt es zuläßt. ›Was passiert ist?‹ ruft sie und zittert. ›Sie sind über dem Silberzeug, Wunderlich! Das ist passiert! Und Jean liegt mit der Kopfrose und kann mir nicht helfen! Und er könnte auch nicht helfen, wäre er auf den Beinen! Sie stehlen meine Löffel, meine silbernen Löffel, das ist passiert, Wunderlich, und ich gehe in die Trave!‹«

»Nun, ich halte unsere Freundin, ich sage was man sagt in solchen Fällen, ›Courage‹, sage ich, ›Liebste!‹ und ›Alles wird gut werden!‹ und ›Wir wollen reden mit den Leuten, fassen Sie sich, ich beschwöre Sie, und gehen wir!‹ Und ich führe sie die Straße hinauf in ihr Haus. Im Eßzimmer droben finden wir die Miliz, wie Madame sie verlassen, an die zwanzig Mann hoch, die sich mit der großen Truhe abgeben, wo das Silberzeug liegt.«

»›Mit wem von Ihnen kann ich Rücksprache nehmen‹, frage ich höflich, ›meine Herren?‹ Nun, man fängt an zu lachen und ruft: ›Mit uns allen, Papa!‹ Dann aber tritt einer vor und präsentiert sich, ein Mensch, der lang ist wie ein Baum, mit einem schwarz gewichsten Schnauzbart und großen roten Händen, die aus den betreßten Aufschlägen heraussehen. ›Lenoir‹, sagt er und salutiert mit der Linken, denn in der Rechten hält er ein Bündel von fünf oder sechs silbernen Löffeln, ›Lenoir, Sergeant. Was wünscht der Herr?‹«

»›Herr Offizier!‹ sage ich und ziele auf den point d'honneur. ›Sollte die Beschäftigung mit diesen Dingen sich mit Ihrer glänzenden Charge vereinbaren?… Die Stadt hat sich dem Kaiser nicht verschlossen …‹ – ›Was wollen Sie?‹ antwortet er. ›Das ist der Krieg! Die Leute benötigen dergleichen Geschirr …‹«

»›Sie sollten Rücksicht nehmen‹, unterbrach ich ihn, denn mir kommt ein Gedanke. ›Diese Dame‹, sage ich, denn was sagt man nicht in solcher Lage, ›die Herrin des Hauses, sie ist nicht etwa eine Deutsche, sie ist beinahe Ihre Landsmännin, sie ist eine Französin …‹ – ›Wie, eine Französin?‹ wiederholt er. Und was glauben Sie, daß dieser lange Haudegen hinzufügt? – ›Eine Emigrantin also?‹ sagt er. ›Aber dann ist sie eine Feindin der Philosophie!‹«

»Ich bin baff, aber ich verschlucke mein Lachen. ›Sie sind‹, sage ich, ›ein Mann von Kopf, wie ich sehe. Ich wiederhole, daß es mir Ihrer nicht würdig scheint, sich mit diesen Dingen zu befassen!‹ – Er schweigt einen Augenblick; dann aber, plötzlich, wird er rot, er wirft seine sechs Löffel in die Truhe und ruft: ›Aber wer sagt Ihnen denn, daß ich etwas anderes mit diesen Dingen beabsichtigte, als sie ein wenig zu betrachten?! Hübsche Sachen, das! Wenn einer oder der andere der Leute ein Stück als Souvenir mit sich nehmen sollte …‹«

»Nun, sie haben immerhin noch genug Souvenirs mit sich genommen, da half keine Berufung auf menschliche oder göttliche Gerechtigkeit … Sie kannten wohl keinen anderen Gott, als diesen fürchterlichen kleinen Menschen …«
Fünftes Kapitel

»Sie haben ihn gesehen, Herr Pastor?« –

Die Teller wurden aufs neue gewechselt. Ein kolossaler, ziegelroter, panierter Schinken erschien, geräuchert, gekocht, nebst brauner, säuerlicher Chalottensauce, und solchen Mengen von Gemüsen, daß alle aus einer einzigen Schüssel sich hätten sättigen können. Lebrecht Kröger übernahm das Tranchieren. Die Ellenbogen in legerer Weise erhoben, die langen Zeigefinger gerade auf den Rücken von Messer und Gabel ausgestreckt, schnitt er mit Bedacht die saftigen Stücke hinunter. Auch das Meisterwerk der Konsulin Buddenbrook, der »Russische Topf«, ein prickelnd und spirituös schmeckendes Gemisch konservierter Früchte, wurde gereicht. –

Nein, Pastor Wunderlich bedauerte, Bonaparte niemals zu Gesichte bekommen zu haben. Der alte Buddenbrook aber sowohl wie Jean Jacques Hoffstede hatten ihn von Angesicht zu Angesicht gesehen; ersterer zu Paris, unmittelbar vor der russischen Kampagne, gelegentlich einer Parade im Schloßhofe der Tuilerien, letzterer zu Danzig …

»Gott, nein, er sah nicht gemütlich aus«, sagte er, indem er einen Bissen von Schinken, Rosenkohl und Kartoffel, den er auf seiner Gabel komponiert, mit erhobenen Brauen in den Mund schob. »Übrigens soll er sich ganz heiter benommen haben, in Danzig. Man erzählte sich damals einen Scherz … Er hasardierte den ganzen Tag mit den Deutschen, und zwar nicht eben harmlos, abends aber spielte er mit seinen Generälen. ›N'est-ce pas, Rapp‹, sagte er, und griff eine Handvoll Gold vom Tische, ›les Allemands aiment beaucoup ces petits Napoléons?‹ – ›Oui, Sire, plus que le Grand!‹ antwortete Rapp …«

In der allgemeinen Heiterkeit, die laut wurde – denn Hoffstede hatte die Anekdote hübsch erzählt und sogar ein wenig das Mienenspiel des Kaisers markiert –, sagte der alte Buddenbrook:

»Na, ungescherzt, allen Respekt übrigens vor seiner persönlichen Großheit … Was für eine Natur!«

Der Konsul schüttelte ernsthaft den Kopf.

»Nein, nein, wir Jüngeren verstehen nicht mehr die Verehrungswürdigkeit des Mannes, der den Herzog von Enghien ermordete, der in Ägypten die achthundert Gefangenen niedermetzelte …«

»Das alles ist möglicherweise übertrieben und gefälscht«, sagte Pastor Wunderlich. »Der Herzog mag ein leichtsinniger und aufrührerischer Herr gewesen sein, und was die Gefangenen betrifft, so war ihre Exekution wahrscheinlich der wohlerwogene und notwendige Beschluß eines korrekten Kriegsrates …« Und er erzählte von einem Buche, das vor einigen Jahren erschienen war, und das er gelesen hatte, das Werk eines Sekretärs des Kaisers, das volle Aufmerksamkeit verdiene …

»Gleichviel«, beharrte der Konsul, indem er eine Kerze putzte, die im Armleuchter vor ihm flackerte. »Ich begreife es nicht, ich begreife nicht die Bewunderung für diesen Unmenschen! Als christlicher Mann, als Mensch von religiösem Empfinden finde ich in meinem Herzen keinen Raum für ein solches Gefühl.«

Sein Gesicht hatte einen stillen und schwärmerischen Ausdruck angenommen, ja, er hatte sogar den Kopf ein wenig auf die Seite gelegt – während es wahrhaftig aussah, als ob sein Vater und Pastor Wunderlich einander ganz leise zulächelten.

»Ja, ja«, schmunzelte Johann Buddenbrook, »aber die kleinen Napoléons waren nicht übel, was? Mein Sohn schwärmt mehr für Louis Philipp«, fügte er hinzu.

»Schwärmt?« wiederholte Jean Jacques Hoffstede ein bißchen mokant … »Eine kuriose Zusammenstellung! Philipp Egalité und schwärmen …«

»Nun, mich dünkt, daß wir von der Juli-Monarchie bei Gott eine Menge zu lernen haben …« Der Konsul sprach ernst und eifrig. »Das freundliche und hilfreiche Verhältnis des französischen Konstitutionalismus zu den neuen praktischen Idealen und Interessen der Zeit … ist etwas so überaus Dankenswertes …«

»Praktische Ideale … na, ja …« Der alte Buddenbrook spielte während einer Pause, die er seinen Kinnladen gönnte, mit seiner goldenen Dose. »Praktische Ideale … ne, ich bin da gar nich für!« Er verfiel vor Verdruß in den Dialekt. »Da schießen nun die gewerblichen Anstalten und die technischen Anstalten und die Handelsschulen aus der Erde, und das Gymnasium und die klassische Bildung sind plötzlich Bêtisen, und alle Welt denkt an nichts, als Bergwerke … und Industrie … und Geldverdienen … Brav, das alles, höchst brav! Aber ein bißchen stüpide, von der anderen Seite, so auf die Dauer – wie? Ich weiß nicht, warum es mir ein Affront ist … ich habe nichts gesagt, Jean … die Juli-Monarchie ist eine gute Sache …«

Senator Langhals aber sowohl wie Grätjens und Köppen standen dem Konsul zur Seite … Ja, wahrhaftig, vor der französischen Regierung und den gleichartigen Bestrebungen in Deutschland müsse man die größte Achtung haben … Herr Köppen sagte wieder »Achung«. – Er war noch viel röter geworden während des Speisens und schnob vernehmlich; Pastor Wunderlichs Gesicht aber blieb weiß, fein und aufgeweckt, obgleich er in aller Behaglichkeit ein Glas nach dem anderen trank.

Die Kerzen brannten langsam, langsam hinunter und ließen dann und wann, wenn ihre Flammen im Luftzuge zur Seite flackerten, einen feinen Wachsgeruch über die Tafel hinwehen.

Man saß auf hochlehnigen, schweren Stühlen, speiste mit schwerem Silbergerät schwere, gute Sachen, trank schwere, gute Weine dazu und sagte seine Meinung. Man war bald bei den Geschäften und verfiel unwillkürlich mehr und mehr dabei in den Dialekt, in diese behaglich schwerfällige Ausdrucksweise, die kaufmännische Kürze sowohl wie wohlhabende Nachlässigkeit an sich zu haben schien, und die hie und da mit gutmütiger Selbstironie übertrieben wurde. Man sagte nicht: »an der Börse«, man sagte ganz einfach: »an Börse« …, wobei man zum Überfluß das r wie ein kurzes ä aussprach und ein wohlgefälliges Gesicht dazu machte.

Die Damen waren dem Disput nicht lange gefolgt. Madame Kröger führte ihnen das Wort, indem sie in der appetitlichsten Art die beste Manier auseinandersetzte, Karpfen in Rotwein zu kochen … »Wenn sie in ordentliche Stücken zerschnitten sind, Liebe, dann mit Zwiebeln und Nelken und Zwieback in die Kasserolle, und dann kriegen Sie sie mit etwas Zucker und einem Löffel Butter zu Feuer … Aber nicht waschen, Liebste, alles Blut mitnehmen, um Gottes willen …«

Der alte Kröger ließ die angenehmsten Scherze einfließen. Konsul Justus, sein Sohn, aber, der neben Doktor Grabow weiter unten in der Nähe der Kinder saß, hatte mit Mamsell Jungmann ein neckisches Gespräch angeknüpft; sie kniff ihre braunen Augen zusammen und hielt nach ihrer Gewohnheit Messer und Gabel gerade empor, indem sie sie leicht hin und her bewegte. Selbst Oeverdiecks waren ganz laut und lebendig geworden. Die alte Konsulin hatte ein neues Kosewort für ihren Gatten erfunden: »Du gutes Schnuckeltier!« sagte sie und schüttelte ihre Haube vor Herzlichkeit.

Das Gespräch floß in einen Gegenstand zusammen, als Jean Jacques Hoffstede auf sein Lieblingsthema zu sprechen kam, auf die italienische Reise, die er vor fünfzehn Jahren mit einem reichen Hamburger Verwandten gemacht hatte. Er erzählte von Venedig, Rom und dem Vesuv, er sprach von der Villa Borghese, wo der verstorbene Goethe einen Teil seines Faust geschrieben habe, er schwärmte von Renaissance-Brunnen, die Kühlung spendeten, von wohlbeschnittenen Alleen, in denen es sich so angenehm lustwandeln lasse, und jemand erwähnte des großen, verwilderten Gartens, den Buddenbrooks gleich hinter dem Burgtore besaßen …

»Ja, meiner Treu!« sagte der Alte. »Ich ärgere mich noch immer, daß ich mich seinerzeit nicht resolvieren konnte, ihn ein bißchen menschlich herrichten zu lassen! Ich bin kürzlich mal wieder hindurch gegangen – es ist eine Schande, dieser Urwald! Welch nett Besitztum, wenn das Gras gepflegt, die Bäume hübsch kegel- und würfelförmig beschnitten wären …«

Der Konsul aber protestierte mit Eifer.

»Um Gottes willen, Papa –! Ich ergehe mich Sommers dort gern im Gestrüpp; aber alles wäre mir verdorben, wenn die schöne, freie Natur so kläglich zusammengeschnitten wäre …«

»Aber wenn die freie Natur doch mir gehört, habe ich da zum Kuckuck nicht das Recht, sie nach meinem Belieben herzurichten …«

»Ach Vater, wenn ich dort im hohen Grase unter dem wuchernden Gebüsch liege, ist es mir eher, als gehörte ich der Natur und als hätte ich nicht das mindeste Recht über sie …«

»Krischan, freet mi nich tau veel«, rief plötzlich der alte Buddenbrook, »Thilda, der schadt es nichts … packt ein wie söben Drescher, die Dirn …«

Und wahrhaftig, es war zum Erstaunen, welche Fähigkeiten dieses stille, magere Kind mit dem langen, ältlichen Gesicht beim Essen entwickelte. Sie hatte auf die Frage, ob sie zum zweiten Male Suppe wünsche, gedehnt und demütig geantwortet: »J–a– bit–te!« Sie hatte sich vom Fisch wie vom Schinken zweimal je zwei der größten Stücke nebst starken Haufen von Zutaten gewählt, sorgsam und kurzsichtig über den Teller gebeugt, und sie verzehrte alles, ohne Überhastung, still und in großen Bissen. Auf die Worte des alten Hausherrn antwortete sie nur langgezogen, freundlich, verwundert und einfältig: »Gott – On–k–el–?« Sie ließ sich nicht einschüchtern, sie aß, ob es auch nicht anschlug und ob man sie verspottete, mit dem instinktmäßig ausbeutenden Appetit der armen Verwandten am reichen Freitische, lächelte unempfindlich und bedeckte ihren Teller mit guten Dingen, geduldig, zäh, hungrig und mager.
Sechstes Kapitel

Nun kam, in zwei großen Kristallschüsseln, der »Plettenpudding«, ein schichtweises Gemisch aus Makronen, Himbeeren, Biskuits und Eiercreme; am unteren Tischende aber begann es aufzuflammen, denn die Kinder hatten ihren Lieblings-Nachtisch, den brennenden Plumpudding bekommen.

»Thomas, mein Sohn, sei mal so gut«, sprach Johann Buddenbrook und zog sein großes Schlüsselbund aus der Beinkleidtasche. »Im zweiten Keller rechts, das zweite Fach, hinter dem roten Bordeaux, zwei Bouteillen, du?« Und Thomas, der sich auf solche Aufträge verstand, lief fort und kam wieder mit den ganz verstaubten und umsponnenen Flaschen. Kaum aber war aus dieser unscheinbaren Hülle der goldgelbe, traubensüße alte Malvasier in die kleinen Dessertweingläser geflossen, als der Augenblick gekommen war, da Pastor Wunderlich sich erhob und, während das Gespräch verstummte, das Glas in der Hand, in angenehmen Wendungen zu toasten begann. Er sprach, den Kopf ein wenig zur Seite geneigt, ein feines und spaßhaftes Lächeln auf seinem weißen Gesicht und die freie Hand in zierlichen kleinen Gesten bewegend, in dem freien und behaglichen Plauderton, den er auch auf der Kanzel innezuhalten liebte … »Und wohlan, so lassen Sie sich denn belieben, meine wackeren Freunde, ein Glas dieses artigen Tropfens mit mir zu leeren auf die Wohlfahrt unserer vielgeehrten Wirte in ihrem neuen, so prächtigen Heim, – auf die Wohlfahrt der Familie Buddenbrook, der anwesenden sowohl wie der abwesenden Mitglieder … vivant hoch!«

»Die abwesenden Mitglieder?« dachte der Konsul, während er sich vor den Gläsern verbeugte, die man ihm entgegenhob. »Sind damit nur die in Frankfurt und vielleicht die Duchamps in Hamburg gemeint, oder hat der alte Wunderlich seine Hintergedanken …?« Er stand auf, um sein Glas an das seines Vaters klingen zu lassen, indem er ihm herzlich in die Augen blickte.

Nun aber kam der Makler Grätjens von seinem Stuhle empor, und das nahm Zeit in Anspruch; als er aber ein Ende genommen hatte, da widmete er mit seiner etwas kreischenden Stimme ein Glas der Firma Johann Buddenbrook und ihrem ferneren Wachsen, Blühen und Gedeihen, zur Ehre der Stadt.

Und Johann Buddenbrook dankte für alle die freundlichen Worte, als Oberhaupt der Familie zum ersten und als älterer Chef des Handelshauses zum zweiten – und schickte Thomas nach einer dritten Bouteille Malvasier, denn die Berechnung hatte sich als falsch erwiesen, daß zwei genügen würden.

Auch Lebrecht Kröger sprach. Er erlaubte sich, sitzen zu bleiben dabei, weil das einen noch kulanteren Eindruck machte, und nur aufs gefälligste mit Kopf und Händen zu gestikulieren, während er seinen Trinkspruch den beiden Damen des Hauses, Mme. Antoinette und der Konsulin, gelten ließ.

Als er aber geendet, als der Plettenpudding schon beinahe verspeist war und der Malvasier zur Neige ging, da erhob sich langsam, mit einem Räuspern und unter einem allgemeinen »Ah!« Herr Jean Jacques Hoffstede … die Kinder, da unten, applaudierten geradezu vor Freude.

»Ja, excusez! ich konnte nicht umhin …« sprach er, wobei er leicht seine spitze Nase berührte und ein Papier aus der Rocktasche zog … Ein tiefes Stillschweigen verbreitete sich im Saale.

Das Blatt, das er in Händen hielt, war allerliebst kunterbunt, und von einem Oval, das auf der Außenseite von roten Blumen und vielen goldenen Schnörkeln gebildet ward, verlas er die Worte:

»Gelegentlich der freundschaftlichen Teilnahme an dem frohen Einweihungsfeste des neuerworbenen Hauses mit der Familie Buddenbrook. Oktober 1835.«

Und dann wendete er und begann mit seiner schon etwas zitternden Stimme:
Hochverehrte! – Nicht versäumen
Darf es mein bescheiden Lied,
Euch zu nah'n in diesen Räumen,
Die der Himmel euch beschied.
Dir soll's, Freund im Silberhaare,
Und der würd'gen Gattin dein,
Eurer Kinder trautem Paare,
Freudevoll gewidmet sein!
Tüchtigkeit und zücht'ge Schöne
Sich vor unserem Blick verband, –
Venus Anadyomene
Und Vulcani fleiß'ge Hand.
Keine trübe Zukunft störe
Eures Lebens Fröhlichkeit,
Jeder neue Tag gewähre
Euch stets neue Seligkeit.
Freuen, ja unendlich freuen
Wird mich euer künftig Glück.
Ob ich oft den Wunsch erneuen
Werde, sagt euch itzt mein Blick.
Lebet wohl im prächt'gen Hause
Und behaltet wert und lieb
Den, der in geringer Klause
Heute diese Zeilen schrieb! –

Er verbeugte sich, und ein einmütiger, begeisterter Beifall brach los.

»Charmant, Hoffstede!« rief der alte Buddenbrook. »Dein Wohl! Nein, das war allerliebst!«

Als aber die Konsulin mit dem Dichter trank, färbte ein ganz feines Rot ihren zarten Teint, denn sie hatte wohl die artige Reverenz bemerkt, die er bei der »Venus Anadyomene« nach ihrer Seite vollführt hatte …
Siebentes Kapitel

Die allgemeine Munterkeit hatte nun ihren Gipfel erreicht, und Herr Köppen verspürte das deutliche Bedürfnis, ein paar Knöpfe seiner Weste zu öffnen; aber das ging wohl leider nicht an, denn nicht einmal die alten Herren erlaubten sich dergleichen. Lebrecht Kröger saß noch genau so aufrecht an seinem Platze, wie zu Beginn der Mahlzeit, Pastor Wunderlich blieb weiß und formgewandt, der alte Buddenbrook hatte sich zwar ein bißchen zurückgelegt, wahrte aber den feinsten Anstand, und nur Justus Kröger war ersichtlich ein wenig betrunken.

Wo war Doktor Grabow? Die Konsulin erhob sich ganz unauffällig und ging davon, denn dort unten waren die Plätze von Mamsell Jungmann, Doktor Grabow und Christian freigeworden, und aus der Säulenhalle klang es beinahe wie unterdrücktes Jammern. Sie verließ schnell hinter dem Folgmädchen, das Butter, Käse und Früchte serviert hatte, den Saal – und wahrhaftig, dort im Halbdunkel, auf der runden Polsterbank, die sich um die mittlere Säule zog, saß, lag oder kauerte der kleine Christian und ächzte leise und herzbrechend.

»Ach Gott, Madamchen!« sagte Ida, die mit dem Doktor bei ihm stand, »Christian, dem Jungchen, ist gar so schlecht …«

»Mir ist übel, Mama, mir ist verdammt übel!« wimmerte Christian, während seine runden tiefliegenden Augen über der allzugroßen Nase unruhig hin und her gingen. Er hatte das »verdammt« nur aus übergroßer Verzweiflung hervorgestoßen, die Konsulin aber sagte:

»Wenn wir solche Worte gebrauchen, straft uns der liebe Gott mit noch größerer Übelkeit!«

Doktor Grabow fühlte den Puls; sein gutes Gesicht schien noch länger und milder geworden zu sein.

»Eine kleine Indigestion … nichts von Bedeutung, – Frau Konsulin!« tröstete er. Und dann fuhr er in seinem langsamen, pedantischen Amtstone fort: »Es dürfte das beste sein, ihn zu Bette zu bringen … ein bißchen Kinderpulver, vielleicht ein Täßchen Kamillentee zum Transpirieren … Und strenge Diät, – Frau Konsulin? Wie gesagt, strenge Diät. Ein wenig Taube, – ein wenig Franzbrot …«

»Ich will keine Taube!« rief Christian außer sich. »Ich will nie–mals wieder etwas essen! Mir ist übel, mir ist verdammt übel!« Das starke Wort schien ihm geradezu Linderung zu bereiten, mit solcher Inbrunst stieß er es hervor.

Doktor Grabow lächelte vor sich hin, mit einem nachsichtigen und beinahe etwas schwermütigem Lächeln. Oh, er würde schon wieder essen, der junge Mann! Er würde leben wie alle Welt. Er würde, wie seine Väter, Verwandten und Bekannten, seine Tage sitzend verbringen und viermal inzwischen so ausgesucht schwere und gute Dinge verzehren … Nun, Gott befohlen! Er, Friedrich Grabow, war nicht derjenige, welcher die Lebensgewohnheiten aller dieser braven, wohlhabenden und behaglichen Kaufmannsfamilien umstürzen würde. Er würde kommen, wenn er gerufen würde, und für einen oder zwei Tage strenge Diät empfehlen, – ein wenig Taube, ein Scheibchen Franzbrot … ja, ja – und mit gutem Gewissen versichern, daß es für diesmal nichts zu bedeuten habe. Er hatte, so jung er war, die Hand manches wackeren Bürgers in der seinen gehalten, der seine letzte Keule Rauchfleisch, seinen letzten gefüllten Puter verzehrt hatte und, sei es plötzlich und überrascht in seinem Kontorsessel oder nach einigem Leiden in seinem soliden alten Bett, sich Gott befahl. Ein Schlag, hieß es dann, eine Lähmung, ein plötzlicher und unvorhergesehener Tod … ja, ja, und er, Friedrich Grabow, hätte sie ihnen vorrechnen können, alle die vielen Male, wo es »nichts auf sich gehabt hatte«, wo er vielleicht nicht einmal gerufen war, wo nur vielleicht nach Tische, wenn man ins Kontor zurückgekehrt war, ein kleiner, merkwürdiger Schwindel sich gemeldet hatte … Nun, Gott befohlen! Er, Friedrich Grabow, war selbst nicht derjenige, der die gefüllten Puter verschmähte. Dieser panierte Schinken mit Chalottensauce heute war delikat gewesen, zum Teufel, und dann, als man schon schwer atmete, der Plettenpudding – Makronen, Himbeeren und Eierschaum, ja, ja … »Strenge Diät, wie gesagt, – Frau Konsulin? Ein wenig Taube, – ein wenig Franzbrot …«
Achtes Kapitel

Drinnen im Eßsaale herrschte Aufbruch.

»Wohl bekomm's, mesdames et messieurs, gesegnete Mahlzeit! Drüben wartet für Liebhaber eine Zigarre und ein Schluck Kaffee für uns alle und, wenn Madame spendabel ist, ein Likör … Die Billards, hinten, sind zu jedermanns Verfügung, wie sich versteht; Jean, du übernimmst wohl die Führung ins Hinterhaus … Madame Köppen, – die Ehre …«

Plaudernd, befriedigt und in bester Laune Wünsche in betreff einer gesegneten Mahlzeit austauschend, verfügte man sich durch die große Flügeltür ins Landschaftszimmer zurück. Aber der Konsul ging nicht erst hinüber, sondern versammelte sofort die billardlustigen Herren um sich.

»Sie wollen keine Partie riskieren, Vater?«

Nein, Lebrecht Kröger blieb bei den Damen, aber Justus könne ja nach hinten gehen … Auch Senator Langhals, Köppen, Grätjens und Doktor Grabow hielten zum Konsul, während Jean Jacques Hoffstede nachkommen wollte: »Später, später! Johann Buddenbrook will Flöte blasen, das muß ich abwarten … Au revoir, messieurs …«

Die sechs Herren hörten noch, als sie durch die Säulenhalle schritten, im Landschaftszimmer die ersten Flötentöne aufklingen, von der Konsulin auf dem Harmonium begleitet, eine kleine, helle, graziöse Melodie, die sinnig durch die weiten Räume schwebte. Der Konsul lauschte, so lange etwas zu hören war. Er wäre gar zu gern im Landschaftszimmer zurückgeblieben, um in einem Lehnsessel bei diesen Klängen seinen Träumen und Gefühlen nachzuhängen; allein die Wirtspflicht …

»Bringe ein paar Tassen Kaffee und Zigarren in den Billardsaal«, sagte er zu dem Folgmädchen, das über den Vorplatz ging.

»Ja, Line, Kaffee, du? Kaffee!« wiederholte Herr Köppen mit einer Stimme, die aus vollem Magen kam, und versuchte, das Mädchen in den roten Arm zu kneifen. Er sprach das K ganz hinten im Halse, als schlucke und schmecke er bereits.

»Ich bin überzeugt, daß Madame Köppen durch die Glasscheiben gesehen hat«, bemerkte Konsul Kröger.

Senator Langhals fragte: »Da oben wohnst du also, Buddenbrook?«

Rechts führte die Treppe in den zweiten Stock hinauf, wo die Schlafzimmer des Konsuls und seiner Familie lagen; aber auch an der linken Seite des Vorplatzes befand sich noch eine Reihe von Räumen. Die Herren schritten rauchend die breite Treppe mit dem weißlackierten, durchbrochenen Holzgeländer hinunter. Auf dem Absatz blieb der Konsul stehen.

»Dies Zwischengeschoß ist noch drei Zimmer tief«, erklärte er; »das Frühstückszimmer, das Schlafzimmer meiner Eltern und ein wenig benutzter Raum nach dem Garten hinaus; ein schmaler Gang läuft als Korridor nebenher … Aber vorwärts! – Ja, sehen Sie, die Diele wird von den Transportwagen passiert, sie fahren dann durch das ganze Grundstück bis zur Bäckergrube.«

Die weite, hallende Diele drunten war mit großen, viereckigen Steinfliesen gepflastert. Bei der Windfangtüre sowohl wie am anderen Ende lagen Kontorräumlichkeiten, während die Küche, aus der noch immer der säuerliche Geruch der Chalottensauce hervordrang, mit dem Weg zu den Kellern links von der Treppe lag. Ihr gegenüber, in beträchtlicher Höhe, sprangen seltsame, plumpe aber reinlich lackierte Holzgelasse aus der Wand hervor: die Mädchenkammern, die nur durch eine Art freiliegender, gerader Stiege von der Diele aus zu erreichen waren. Ein Paar ungeheurer alter Schränke und eine geschnitzte Truhe standen daneben.

Durch eine hohe Glastür trat man über einige ganz flache, befahrbare Stufen auf den Hof hinaus, an dem linkerseits sich das kleine Waschhaus befand. Man blickte von hier aus in den hübsch angelegten, jetzt aber herbstlich grauen und feuchten Garten hinein, dessen Beete mit Strohmatten gegen den Frost geschützt waren, und der dort hinten vom »Portal« abgeschlossen ward, der Rokokofassade des Gartenhauses. Die Herren aber schlugen vom Hofe aus den Weg zur Linken ein, der zwischen zwei Mauern über einen zweiten Hof zum Rückgebäude führte.

Dort führten schlüpfrige Stufen in ein kelleriges Gewölbe mit Lehmboden hinab, das als Speicher benutzt wurde, und von dessen höchstem Boden ein Tau zum Hinaufwinden der Kornsäcke herabhing. Aber man stieg zur Rechten die reinlich gehaltene Treppe ins erste Stockwerk hinauf, woselbst der Konsul seinen Gästen die weiße Türe zum Billardsaale öffnete.

Herr Köppen warf sich erschöpft auf einen der steifen Stühle, die an den Wänden des weiten, kahl und streng aussehenden Raumes standen.

»Ich sehe fürs erste zu!« rief er und klopfte die feinen Regentropfen von seinem Leibrock. »Hole mich der Teufel, was ist das für eine Reise durch Euer Haus, Buddenbrook!«

Ähnlich wie im Landschaftszimmer brannte hier hinter einem Messinggitter der Ofen. Durch die drei hohen und schmalen Fenster blickte man über feuchtrote Dächer, graue Höfe und Giebel …

»Eine Karambolage, Herr Senator?« fragte der Konsul, während er die Queues aus den Gestellen nahm. Dann ging er umher und schloß die Löcher der beiden Billards. »Wer will mit uns sein? Grätjens? Der Doktor? All right. Grätjens und Justus, dann nehmen Sie das andere … Köppen, du mußt mitspielen.«

Der Weinhändler stand auf und horchte, den Mund voll Zigarrenrauch, auf einen starken Windstoß, der zwischen den Häusern pfiff, den Regen prickelnd gegen die Scheiben trieb und sich heulend im Ofenrohr verfing.

»Verflucht!« sagte er und stieß den Rauch von sich. »Glaubst du, daß der ›Wullenwewer‹ zu Hafen kann, Buddenbrook? Was für ein Hundewetter …«

Ja, die Nachrichten aus Travemünde waren nicht die besten; dies bestätigte auch Konsul Kröger, der das Leder seines Stockes kreidete. Stürme in allen Küsten. Anno 24 war es, weiß Gott, nicht viel schlimmer, als in St. Petersburg die große Wasserflut war … Na, da kam der Kaffee.

Man bediente sich, man trank einen Schluck und begann zu spielen. Dann aber begann man vom Zollverein zu sprechen … oh, Konsul Buddenbrook war begeistert für den Zollverein!

»Welche Schöpfung, meine Herren!« rief er, sich nach einem geführten Stoße lebhaft umwendend, zum anderen Billard hinüber, wo das erste Wort gefallen war. »Bei erster Gelegenheit sollten wir beitreten …«

Herr Köppen aber war nicht dieser Meinung, nein, er schnob geradezu vor Opposition.

»Und unsere Selbständigkeit? Und unsere Unabhängigkeit?« fragte er beleidigt und sich kriegerisch auf sein Queue stützend. »Wie steht es damit? Würde Hamburg es sich beifallen lassen, bei dieser Preußenerfindung mitzutun? Wollen wir uns nicht gleich einverleiben lassen, Buddenbrook? Gott bewahre uns, nein, was sollen wir mit dem Zollverein, möchte ich wissen! Geht nicht alles gut?…«

»Ja, du mit deinem Rotspohn, Köppen! Und dann vielleicht mit den russischen Produkten, davon sage ich nichts. Aber weiter wird ja nichts importiert! Und was den Export betrifft, nun ja, so schicken wir ein bißchen Korn nach Holland und England, gewiß!… Ach nein, es geht leider nicht alles gut. Es sind bei Gott hier ehemals andere Geschäfte gemacht worden … Aber im Zollverein würden uns die Mecklenburgs und Schleswig-Holstein geöffnet werden … Und es ist nicht auszurechnen, wie das Propregeschäft sich aufnehmen würde …«

»Aber ich bitte Sie, Buddenbrook«, fing Grätjens an, indem er sich lang über das Billard beugte und den Stock auf seiner knochigen Hand sorgsam zielend hin und her bewegte, »dieser Zollverein … ich verstehe das nicht. Unser System ist doch so einfach und praktisch, wie? Die Einklarierung auf Bürgereid …«

»Eine schöne alte Institution.« Dies mußte der Konsul zugeben.

»Nein, wahrhaftig, Herr Konsul, – wenn Sie etwas ›schön‹ finden!« Senator Langhals war ein wenig entrüstet: »Ich bin ja kein Kaufmann … aber wenn ich ehrlich sein soll – nein, das mit dem Bürgereid ist ein Unfug, allmählich, das muß ich sagen! Es ist eine Formalität geworden, über die man ziemlich schlank hinweggeht … und der Staat hat das Nachsehen. Man erzählt sich Dinge, die denn doch arg sind. Ich bin überzeugt, daß der Eintritt in den Zollverein von seiten des Senates …«

»Dann gibt es einen Konflikt –!« Herr Köppen stieß zornentbrannt das Queue auf den Boden. Er sagte »Kongflick« und stellte jetzt alle Vorsicht in betreff der Aussprache hintan. »Einen Kongflick, da versteh' ich mich auf. Nee, alle schuldige Achung, Herr Senater, aber Sie sind ja woll nich zu helfen, Gott bewahre!« Und er redete hitzig von Entscheidungskommissionen und Staatswohl und Bürgereid und Freistaaten …

Gottlob, daß Jean Jacques Hoffstede ankam! Arm in Arm mit Pastor Wunderlich trat er herein, zwei unbefangene und muntere alte Herren aus sorgloserer Zeit.

»Nun, meine braven Freunde«, fing er an, »ich habe etwas für Sie; einen Scherz, etwas Lustiges, ein Verslein nach dem Französischen … passen Sie auf!«

Er ließ sich gemächlich auf einen Stuhl nieder, den Spielern gegenüber, die, auf ihre Queues gestützt, an den Billards lehnten, zog ein Blättchen aus der Tasche, legte den langen Zeigefinger mit dem Siegelring an die spitze Nase und verlas mit einer fröhlichen und naiv-epischen Betonung:
»Als Sachsens Marschall einst die stolze Pompadour
Im goldnen Phaeton – vergnügt spazieren fuhr,
Sah Frelon dieses Paar –
oh, rief er, seht sie beide!
Des Königs Schwert – und seine Scheide!«

Herr Köppen stutzte einen Augenblick, ließ dann Kongflick und Staatswohl dahinfahren und stimmte in das Gelächter der übrigen ein, daß der Saal widerhallte. Pastor Wunderlich aber war an ein Fenster getreten und kicherte, der Bewegung seiner Schultern nach zu urteilen, still vor sich hin.

Man blieb noch eine gute Weile beisammen, hier hinten im Billardsaal, denn Hoffstede hatte noch mehr Scherze ähnlicher Art in Bereitschaft. Herr Köppen hatte seine ganze Weste geöffnet und war bei bester Laune, denn er befand sich besser hier als im Speisesaal bei Tische. Er machte drollige plattdeutsche Redensarten bei jedem Stoß und rezitierte dann und wann beglückt vor sich hin:

»Als Sachsens Marschall einst …«

Das Verslein nahm sich wunderlich genug aus in seinem rauhen Baß …
Neuntes Kapitel

Es war ziemlich spät, gegen elf Uhr, als die Gesellschaft, die sich im Landschaftszimmer noch einmal zusammengefunden hatte, beinahe gleichzeitig aufzubrechen begann. Die Konsulin begab sich sofort, nachdem sie die Handküsse aller in Empfang genommen, in ihre Zimmer hinauf, um nach dem leidenden Christian zu sehen, indem sie die Aufsicht über die Mägde beim Wegräumen des Geschirres an Mamsell Jungmann abtrat, und Mme. Antoinette zog sich ins Zwischengeschoß zurück. Der Konsul aber geleitete die Gäste die Treppe hinunter über die Diele und bis vor die Haustür auf die Straße hinaus.

Ein scharfer Wind trieb den Regen seitwärts herunter, und die alten Krögers krochen, in dicke Pelzmäntel gewickelt, eiligst in ihre majestätische Equipage, die schon lange wartete. Das gelbe Licht der Öllampen, die vorm Hause auf Stangen brannten und weiter unten an dicken, über die Straße gespannten Ketten hingen, flackerte unruhig. Hie und da sprangen die Häuser mit Vorbauten in die Straße hinein, die abschüssig zur Trave hinunterführte, und einige waren mit Beischlägen oder Bänken versehen. Feuchtes Gras sproß zwischen dem schlechten Pflaster empor. Die Marienkirche dort drüben lag ganz in Schatten, Dunkelheit und Regen gehüllt.

»Merci«, sagte Lebrecht Kröger und drückte dem Konsul, der am Wagen stand, die Hand. »Merci, Jean, es war allerliebst!« Dann knallte der Schlag, und die Equipage polterte davon. Auch Pastor Wunderlich und der Makler Grätjens gingen mit Dank ihres Weges. Herr Köppen, in einem Mantel mit fünffacher Pelerine, einen weitschweifigen grauen Zylinder auf dem Kopf und seine beleibte Gattin am Arm, sagte in seinem bittersten Baß:

»'n Abend, Buddenbrook! Na, geh' 'rein, erkält' dich nicht. Vielen Dank – du? Ich habe gegessen wie lange nicht … und mein Roter zu vier Kurantmark konveniert dir also? Gut' Nacht nochmal …«

Das Paar ging mit Konsul Kröger und seiner Familie gegen den Fluß hinunter, während Senator Langhals, Doktor Grabow und Jean Jacques Hoffstede die entgegengesetzte Richtung einschlugen …

Konsul Buddenbrook stand, die Hände in den Taschen seines hellen Beinkleides vergraben, in seinem Tuchrock ein wenig fröstelnd, ein paar Schritte vor der Haustür und lauschte den Schritten, die in den menschenleeren, nassen und matt beleuchteten Straßen verhallten. Dann wandte er sich und blickte an der grauen Giebelfassade des Hauses empor. Seine Augen verweilten auf dem Spruch, der überm Eingang in altertümlichen Lettern gemeißelt stand: – »Dominus providebit.« Während er den Kopf ein wenig senkte, trat er ein und verschloß sorgfältig die schwerfällig knarrende Haustür. Dann ließ er die Windfangtüre ins Schloß schnappen und schritt langsam über die hallende Diele. Die Köchin, die mit einem Teebrett voll Gläser klirrend die Treppe herunterkam, fragte er: »Wo ist der Herr, Trina?«

»Im Eßsaal, Herr Konsul …« Ihr Gesicht wurde so rot wie ihre Arme, denn sie war vom Lande und geriet leicht in Verwirrung.

Er ging hinauf, und noch in der dunklen Säulenhalle machte seine Hand eine Bewegung nach der Brusttasche, wo das Papier knisterte. Dann trat er in den Saal, in dessen einem Winkel noch Kerzenreste auf einem der Kandelaber brannten und die abgeräumte Tafel beleuchteten. Der säuerliche Geruch der Chalottensauce lag beharrlich in der Luft.

Dort hinten bei den Fenstern ging, die Hände auf dem Rücken, Johann Buddenbrook gemächlich auf und ab.
Zehntes Kapitel

»Na, min Söhn Johann! wo geiht di dat!« Er blieb stehen und streckte dem Sohne die Hand entgegen, die weiße, ein wenig zu kurze, aber feingegliederte Hand der Buddenbrooks. Seine rüstige Gestalt, an der nur die gepuderte Perücke und das Spitzen-Jabot weiß aufleuchtete, hob sich matt und unruhig beleuchtet von dem Dunkelrot der Fenstervorhänge ab.

»Noch nicht müde? Ich gehe hier und horche auf den Wind … verflixtes Wetter! Kapitän Kloht ist von Riga unterwegs …«

»O Vater, mit Gottes Hilfe wird alles gut gehen!«

»Kann ich mich darauf verlassen? Zugegeben, daß du mit dem Herrgott auf du und du stehst …«

Dem Konsul ward wohler zumute angesichts dieser guten Laune.

»Ja, um zur Sache zu kommen«, fing er an, »so wollte ich Ihnen nicht nur gute Nacht sagen, Papa, sondern … aber Sie dürfen nicht böse werden, wie? Ich habe Sie mit diesem Briewe – er ist heute Nachmittag gekommen – bis jetzt nicht ennuyieren wollen … an diesem heiteren Abend …«

»Monsieur Gotthold – voilà!« Der Alte tat, als bliebe er ganz ruhig angesichts des bläulichen, versiegelte Papieres, das er entgegennahm. »Herrn Johann Buddenbrook sen. Persönlich … Ein Mann von conduite, dein Herr Stiefbruder, Jean! Habe ich seinen zweiten Brief neulich überhaupt beantwortet? Allein er schreibt einen dritten …« Während sein rosiges Gesicht sich mehr und mehr verdüsterte, zerriß er mit einem Finger das Siegel, entfaltete rasch das dünne Papier, wandte sich schräge, daß die Schrift vom Kandelaber aus beleuchtet ward und führte einen energischen Schlag mit dem Handrücken darauf. Selbst in dieser Handschrift schien Abtrünnigkeit und Rebellion zu liegen, denn während die Zeilen der Buddenbrooks sonst winzig, leicht und schräge über das Papier eilten, waren diese Buchstaben hoch, steil und mit plötzlichem Drucke versehen; viele Wörter waren mit einem raschen, gebogenen Federzug unterstrichen.

Der Konsul hatte sich ein wenig seitwärts bis zur Wand, wo die Stühle standen, zurückgezogen; aber er setzte sich nicht, da sein Vater stand, sondern erfaßte nur mit einer nervösen Bewegung eine der hohen Lehnen, während er den Alten beobachtete, der, den Kopf zur Seite geneigt, mit finsteren Brauen und schnell sich bewegenden Lippen las …

»Mein Vater!

Wohl zu Unrecht verhoffe ich, daß Ihr Rechtssinn groß genug sein wird, um die Entrüstung zu ästimieren, welche ich empfand, als mein zweiter, so dringlicher Brief in betreff der wohl bewußten Angelegenheit ohne Antwort verblieb, nachdem nur auf den ersten eine Entgegnung (ich geschweige welcher Art!) zur Hand gekommen war. Ich muß Ihnen aussprechen, daß die Art, in welcher Sie die Kluft, welche, dem Herrn sei's geklagt, zwischen uns besteht, durch Ihre Hartnäckigkeit vertiefen, eine Sünde ist, welche Sie einstmals vor Gottes Richterstuhl aufs schwerste werden verantworten müssen. Es ist traurig genug, daß Sie vor Jahr und Tag, als ich, auch gegen Ihren Willen, dem Zuge meines Herzens folgend, meine nunmehrige Gattin ehelichte und durch Übernahme eines Laden-Geschäftes Ihren maßlosen Stolz beleidigte, sich so überaus grausam und völlig von mir wandten; allein die Weise, in welcher Sie mich jetzt traktieren, schreit zum Himmel, und sollten Sie vermeinen, daß ich mich angesichts Ihres Schweigens kontentiert und still verhalten werde, so irren Sie gröblichst. – Der Kaufpreis Ihres neu erworbenen Hauses in der Mengstraße hat 100000 Kurantmark betragen und ist mir ferner bekannt, daß Ihr Sohn aus zweiter Ehe und Associé, Johann, bei Ihnen mietweise wohnhaft ist und nach Ihrem Tode mit dem Geschäfte auch das Haus als alleiniger Besitzer übernehmen wird. Mit meiner Stiefschwester in Frankfurt und ihrem Gatten haben Sie Vereinbarungen getroffen, in die ich mich nicht zu mischen habe. Was aber mich, Ihren ältesten Sohn, angeht, so treiben Sie Ihren unchristlichen Zorn so weit, es schlanker Hand zu refüsieren, mir irgendeine Entschädigungssumme für den Anteil am Hause zukommen zu lassen! Ich habe es mit Stillschweigen übergangen, als Sie mir bei meiner Verheiratung und Etablierung 100000 Kurantmark auszahlten und mir testamentarisch ein für allemal nur ein Erbteil von 100000 zusprachen. Ich war damals nicht einmal hinlänglich orientiert über Ihre Vermögensverhältnisse. Jetzt jedoch sehe ich klarer, und da ich mich nicht als prinzipiell enterbt zu betrachten brauche, so beanspruche ich in diesem besonderen Falle eine Entschädigungssumme von 33335 Kurantmark, will sagen ein Drittel der Kaufsumme. Ich will keine Vermutungen darüber anstellen, welchen verdammungswürdigen Einflüssen ich die Behandlung verdanke, welche ich bislang zu dulden genötigt war; aber ich protestiere gegen dieselbe mit dem ganzen Rechtssinn des Christen und des Geschäftsmannes und versichere Sie zum letzten Male, daß, sollten Sie sich nicht entschließen können, meine gerechten Ansprüche zu respektieren, ich Sie weder als Christ noch als Vater noch als Geschäftsmann länger werde achten können.

Gotthold Buddenbrook.«

»Verzeih, wenn es mir kein Pläsier macht, dir diese Litanei noch einmal vorzubeten. – Voilà!« Und mit einer grimmigen Bewegung warf Joh. Buddenbrook den Brief seinem Sohne zu.

Der Konsul fing das Papier auf, als es in der Höhe seiner Knie flatterte, und folgte mit verwirrten und traurigen Augen den Schritten des Vaters. Der alte Herr ergriff den langen Kerzenlöscher, der beim Fenster lehnte und ging stramm und erzürnt am Tische entlang in den entgegengesetzten Winkel, zum Kandelaber.

»Assez! sage ich. N'en parlons plus, Punktum! Ins Bett! En avant!« Eine Flamme nach der anderen verschwand ohne Auferstehen unter dem kleinen Metalltrichter, der oben an der Stange befestigt war. Es brannten nur noch zwei Kerzen, als der Alte sich wieder nach seinem Sohne umwandte, den er dort hinten kaum zu erkennen vermochte.

»Eh bien, was stehst du, was sagst du? Du mußt doch irgend etwas sagen!«

»Was soll ich sagen, Vater? – Ich bin ratlos.«

»Es passiert leicht, daß du ratlos bist!« warf Johann Buddenbrook mit böser Betonung hin, obgleich er selbst wußte, daß diese Bemerkung nicht viel Wahres enthielt, und daß sein Sohn und Associé ihm manches Mal im entschlossenen Ergreifen des Vorteils überlegen gewesen war.

»Schlechte und verdammungswürdige Einflüsse …« fuhr der Konsul fort. »Das ist die erste Zeile, die ich entziffere! Sie begreifen nicht, wie mich das quält, Vater? Und er wirft uns Unchristlichkeit vor!«

»Du wirst dich durch dieses miserable Geschreibsel einschüchtern lassen, – ja?!« Johann Buddenbrook kam zornig herbei, den Kerzenlöscher hinter sich her schleifend. »Unchristlichkeit! Ha! Geschmackvoll, muß ich sagen, – diese fromme Geldgier! Was seid ihr eigentlich für eine Kompanei, ihr jungen Leute, – wie? Den Kopf voll christlicher und phantastischer Flausen … und … Idealismus! und wir Alten sind die herzlosen Spötter … und nebenbei die Juli-Monarchie und die praktischen Ideale … und lieber dem alten Vater die gröbsten Sottisen ins Haus schicken, als auf ein paar tausend Taler verzichten!… Und als Geschäftsmann wird er geruhen, mich zu verachten! Nun! als Geschäftsmann weiß ich, was faux-frais sind, – faux-frais!« wiederholte er mit grimmigem pariserischen Gurgel-r. »Ich mache mir diesen exaltierten Schlingel von einem Sohn nicht ergebener, wenn ich mich demütigen sollte und nachgeben …«

»Lieber Vater, was soll ich antworten! Ich will nicht, daß er recht hat mit dem, was er von ›Einflüssen‹ sagt! Ich bin als Teilhaber interessiert und gerade deshalb dürfte ich dir nicht raten, auf deinem Standpunkt zu bestehen, jedoch … Und ich bin ein so guter Christ als Gotthold, jedoch …«

»Jedoch! Ja, du hast meiner Treu recht, ›jedoch‹ zu sagen, Jean! Wie verhalten sich die Dinge denn eigentlich? Damals, als er für seine Mamsell Stüwing inflammiert war, als er mir Szene für Szene machte und am Ende, meinem strengen Verbot zum Trotz, diese Mesalliance einging, da schrieb ich ihm: Mon très cher fils, du heiratest deinen Laden, Punktum. Ich enterbe dich nicht, ich mache kein spectacle, aber mit unserer Freundschaft ist es zu Ende. Hier hast du 100000 als Mitgift, ich vermache dir andere 100000 im Testamente, aber damit basta, damit bist du abgefertigt, es gibt keinen Schilling mehr. – Dazu hat er geschwiegen. Was geht es ihn an, wenn wir Geschäfte gemacht haben? Wenn du und deine Schwester eine tüchtige Portion mehr bekommen werden? Wenn von dem Erbteil, das euer ist, ein Haus gekauft wurde …«

»Wenn Sie verstünden, Vater, in welchem Dilemma ich mich befinde! Um der Familieneintracht willen müßte ich raten … aber …« Der Konsul seufzte leise auf, an seinen Stuhl gelehnt. Johann Buddenbrook spähte, gestützt auf die Löschstange, aufmerksam in das unruhige Halbdunkel hinein, um den Gesichtsausdruck des Sohnes zu erforschen. Die vorletzte Kerze war heruntergebrannt und von selbst erloschen; nur eine flackerte noch, dort hinten. Dann und wann trat eine hohe, weiße Figur ruhig lächelnd aus der Tapete hervor und verschwand wieder.

»Vater, – dieses Verhältnis mit Gotthold bedrückt mich!« sagte der Konsul leise.

»Unsinn, Jean, keine Sentimentalität! Was bedrückt dich?«

»Vater, … wir haben hier heute so heiter beieinander gesessen, wir haben einen schönen Tag gefeiert, wir waren stolz und glücklich in dem Bewußtsein, etwas geleistet zu haben, etwas erreicht zu haben … unsere Firma, unsere Familie auf eine Höhe gebracht zu haben, wo ihr Anerkennung und Ansehen im reichsten Maße zuteil wird … Aber, Vater, diese böse Feindschaft mit meinem Bruder, deinem ältesten Sohne … Es sollte kein heimlicher Riß durch das Gebäude laufen, das wir mit Gottes gnädiger Hilfe errichtet haben … Eine Familie muß einig sein, muß zusammenhalten, Vater, sonst klopft das Übel an die Tür …«

»Flausen, Jean! Possen! Ein obstinater Junge …«

Es entstand eine Pause; die letzte Flamme senkte sich tiefer und tiefer.

»Was machst du, Jean?« fragte Johann Buddenbrook. »Ich sehe dich gar nicht mehr.«

»Ich rechne«, sagte der Konsul trocken. Die Kerze flammte auf, und man sah, wie er gerade aufgerichtet und mit Augen, so kalt und aufmerksam, wie sie während des ganzen Nachmittags noch nicht darein geschaut hatten, fest in die tanzende Flamme blickte. – »Einerseits: Sie geben 33335 an Gotthold und 15000 an die in Frankfurt, und das macht 48335 in Summa. Andererseits: Sie geben nur 25000 an die in Frankfurt, und das bedeutet für die Firma einen Gewinn von 23335. Das ist aber nicht alles. Gesetzt, Sie leisten an Gotthold eine Entschädigungssumme für den Anteil am Hause, so ist das Prinzip durchbrochen, so ist er damals nicht endgültig abgefunden worden, so kann er nach Ihrem Tode ein gleich großes Erbe beanspruchen, wie meine Schwester und ich, und dann handelt es sich für die Firma um einen Verlust von Hunderttausenden, mit dem sie nicht rechnen kann, mit dem ich als künftiger alleiniger Inhaber nicht rechnen kann … Nein, Papa!« beschloß er mit einer energischen Handbewegung und richtete sich noch höher auf. »Ich muß Ihnen abraten, nachzugeben!« –

»Na also! Punktum! N'en parlons plus! En avant! Ins Bett!«

Das letzte Flämmchen verlosch unter dem Metallhütchen. In dichter Finsternis schritten die beiden durch die Säulenhalle, und draußen, beim Aufgang zum zweiten Stocke, schüttelten sie einander die Hand.

»Gut' Nacht, Jean … Courage, du? Das sind so Ärgerlichkeiten … Auf Wiedersehen morgen beim Frühstück!«

Der Konsul stieg die Treppe hinauf in seine Wohnung, und der Alte tastete sich am Geländer ins Zwischengeschoß hinunter. Dann lag das weite, alte Haus wohlverschlossen in Dunkelheit und Schweigen. Stolz, Hoffnungen und Befürchtungen ruhten, während draußen in den stillen Straßen der Regen rieselte und der Herbstwind um Giebel und Ecken pfiff.
Zweiter Teil
Erstes Kapitel

Zweiundeinhalbes Jahr später, um die Mitte des April schon, war zeitiger als jemals der Frühling gekommen, und zu gleicher Zeit war ein Ereignis eingetreten, das den alten Johann Buddenbrook vor Vergnügen trällern machte und seinen Sohn aufs freudigste bewegte.

Um 9 Uhr, eines Sonntagmorgens, saß der Konsul im Frühstückszimmer vor dem großen, braunen Sekretär, der am Fenster stand und dessen gewölbter Deckel vermittelst eines witzigen Mechanismus zurückgeschoben war. Eine dicke Ledermappe, gefüllt mit Papieren, lag vor ihm; aber er hatte ein Heft mit gepreßtem Umschlage und Goldschnitt herausgenommen und schrieb, eifrig darüber gebeugt, in seiner dünnen, winzig dahineilenden Schrift, – emsig und ohne Aufenthalt, es sei denn, daß er die Gänsefeder in das schwere Metalltintenfaß tauchte …

Die beiden Fenster standen offen, und vom Garten her, wo eine milde Sonne die ersten Knospen beschien, und wo ein paar kleine Vogelstimmen einander kecke Antworten gaben, wehte voll frischer und zarter Würze die Frühlingsluft herein und trieb dann und wann sacht und geräuschlos die Gardinen ein wenig empor. Drüben, auf dem Frühstückstische, ruhte die Sonne blendend auf dem weißen, hie und da von Brosamen gesprenkelten Leinen und spielte in kleinen, blitzenden Drehungen und Sprüngen auf der Vergoldung der mörserförmigen Tassen …

Beide Flügel der Tür zum Schlafzimmer waren geöffnet, und von dorther vernahm man die Stimme Johann Buddenbrooks, der ganz leise nach einer alten drolligen Melodie vor sich hin summte:
»Ein guter Mann, ein braver Mann,
Ein Mann von Complaisancen;
Er kocht die Supp' und wiegt das Kind
Und riecht nach Pomeranzen.«

Er saß zur Seite der kleinen Wiege mit grünseidenen Vorhängen, die bei dem hohen Himmelbett der Konsulin stand, und die er mit einer Hand in gleichmäßiger Schwingung erhielt. Die Konsulin und ihr Gatte hatten sich, der leichteren Bedienung halber, für einige Zeit hier unten eingerichtet, während ihr Vater und Madame Antoinette, die, eine Schürze über dem gestreiften Kleide und eine Spitzenhaube auf den dicken weißen Locken, sich dort hinten am Tische mit Flanell und Linnen zu schaffen machte, das dritte Zimmer des Zwischengeschosses zum Schlafen benutzten.

Konsul Buddenbrook warf kaum einen Blick in das Nebenzimmer, so sehr war er von seiner Arbeit in Anspruch genommen. Sein Gesicht trug einen ernsten und vor Andacht beinahe leidenden Ausdruck. Sein Mund war leicht geöffnet, er ließ das Kinn ein wenig hängen, und seine Augen verschleierten sich dann und wann. Er schrieb:

»Heute, d. 14. April 1838, morgens um 6 Uhr, ward meine liebe Frau Elisabeth, geb. Kröger, mit Gottes gnädiger Hilfe aufs glücklichste von einem Töchterchen entbunden, welches in der hl. Taufe den Namen Klara empfangen soll. Ja, so gnädig half ihr der Herr, obgleich nach Aussage des Doktors Grabow die Geburt um etwas zu früh eintrat und sich vordem nicht alles zum besten verhielt und Bethsy große Schmerzen gelitten hat. Ach, wo ist doch ein solcher Gott, wie du bist, du Herr Zebaoth, der du hilfst in allen Nöten und Gefahren und uns lehrst deinen Willen recht zu erkennen, damit wir dich fürchten und in deinem Willen und Geboten treu mögen erfunden werden! Ach Herr, leite und führe uns alle, so lange wir leben auf Erden …« – Die Feder eilte weiter, glatt, behende, und indem sie hie und da einen kaufmännischen Schnörkel ausführte, und redete Zeile für Zeile zu Gott. Zwei Seiten weiter hieß es:

»Ich habe meiner jüngsten Tochter eine Police von 150 Kuranttalern ausgeschrieben. Führe du sie, ach Herr! auf deinen Wegen, und schenke du ihr ein reines Herz, auf daß sie einstmals eingehe in die Wohnungen des ewigen Friedens. Denn wir wissen wohl, wie schwer es sei, von ganzer Seele zu glauben, daß der ganze liebe süße Jesus mein sei, weil unser irdisches kleines schwaches Herz …« Nach drei Seiten schrieb der Konsul ein »Amen«, allein die Feder glitt weiter, sie glitt mit feinem Geräusch noch über manches Blatt, sie schrieb von der köstlichen Quelle, die den müden Wandersmann labt, von des Seligmachers heiligen, bluttriefenden Wunden, vom engen und vom breiten Wege und von Gottes großer Herrlichkeit. Es kann nicht geleugnet werden, daß der Konsul nach diesem oder jenem Satze die Neigung verspürte, es nun genug sein zu lassen, die Feder fortzulegen, hinein zu seiner Gattin zu gehen oder sich ins Kontor zu begeben. Wie aber! Wurde er es so bald müde, sich mit seinem Schöpfer und Erhalter zu bereden? Welch ein Raub an Ihm, dem Herrn, schon jetzt einzuhalten mit Schreiben … Nein, nein, als Züchtigung gerade für sein unfrommes Gelüste, zitierte er noch längere Abschnitte aus den heiligen Schriften, betete für seine Eltern, seine Frau, seine Kinder und sich selbst, betete auch für seinen Bruder Gotthold, – und endlich, nach einem letzten Bibelspruch und einem letzten, dreimaligen Amen, streute er Goldsand auf die Schrift und lehnte sich aufatmend zurück.

Ein Bein über das andere geschlagen, blätterte er langsam in dem Hefte zurück, um hie und da einen Abschnitt der Daten und Betrachtungen zu lesen, die sich von seiner Hand dort vorfanden, und sich wieder einmal dankbar der Erkenntnis zu freuen, wie immer und in aller Gefahr Gottes Hand ihn sichtbar gesegnet. Er hatte die Pocken gehabt so stark, daß alle Leute ihm das Leben absprachen, aber er war gerettet worden. Einmal – er war noch ein Knabe – hatte er den Vorbereitungen zu einer Hochzeit beigewohnt, wobei viel Bier gebraut wurde (denn es bestand die alte Sitte, das Bier im Hause zu brauen), und zu diesem Ende stand ein großes Brauküben vor der Türe aufgerichtet. Nun, dasselbe schlug nieder und die Bodenseite auf den Knaben, mit solchem Knall und solcher Gewalt, daß die Nachbarn vor die Türe kamen und ihrer sechs genug zu tun hatten, es wieder aufzurichten. Sein Kopf ward gequetscht, und das Blut rann heftig über alle seine Gliedmaßen. Er wurde in einen Laden getragen, und da noch ein wenig Leben in ihm war, ward zum Doktor und zum Wundarzt geschickt. Dem Vater aber sprach man zu, er möge sich in Gottes Willen schicken, es sei unmöglich, daß der Knabe am Leben bliebe … Und nun höre: Gott der Allmächtige segnete die Mittel und half ihm wieder zur vollkommenen Gesundheit! – Als der Konsul diesen Unglücksfall im Geiste aufs neue erlebt hatte, ergriff er noch einmal die Feder und schrieb hinter sein letztes Amen: »Ja, Herr, ich will dich loben ewiglich!«

Ein anderes Mal, als er, ein ganz junger Mensch noch, nach Bergen gekommen war, hatte Gott ihn aus großer Wassersgefahr errettet. »Indem wir«, stand dort, »in der Stromzeit, wenn die Nordfahrer angekommen sind, sehr viel arbeiten mußten, durch die Jagden zu kommen und zu unserer Brücke zu gelangen, so ging es mir dabei so, daß ich auf dem Rande der Schute stand, die Füße gegen die Dollen und den Rücken gegen die Jagd gestützt, um die Schute immer näher zu bringen; zu meinem Unglück brechen die eichnen Dollen, wogegen ich die Füße gesetzt hatte, und ich falle über Kopf ins Wasser. Ich komme zum erstenmal auf, aber niemand ist so nahe, daß er mich fassen kann; ich komme zum zweitenmal auf, allein die Schute geht mir über den Kopf. Es waren Leute genug da, die mich gerne retten wollten, allein sie mußten erst schieben, daß die Jagd und Schute nicht über mich kämen, und all' ihr Schieben hätte doch nichts geholfen, wenn nicht in diesem Augenblick ein Tau auf einer Nordfahrerjagd von selbst gerissen wäre, wodurch die Jagd hinaustrieb, und ich also durch Gottes Verhängnis Raum erhielt, und obwohl ich zum drittenmal nicht weiter aufkam, als daß nur die Haare zur Sicht kamen, so gelang es, weil alle die Köpfe, der eine hier, der andere dort, aus der Schute über dem Wasser waren, daß einer, der nach vorne zu aus der Schute lag, mich an den Haaren faßte, und ich griff ihn am Arm. Allein da er sich selbst nicht halten konnte, schrie und brüllte er so gewaltig, daß die anderen es hörten und ihn so geschwind an den Hüften faßten und mit Macht festhielten, daß er standhalten konnte. Auch ich hielt immer fest, wenngleich er mich in den Arm biß, und kam es dadurch dahin, daß er auch mir helfen konnte …« Und dann folgte ein sehr langes Dankgebet, das der Konsul mit feuchten Augen überlas.

»Ich könnte gar vieles anführen«, hieß es an anderer Stelle, »wenn ich gewilligt wäre, meine Leidenschaften zu entdecken, allein …« Nun, hierüber ging der Konsul hinweg und begann hie und da ein paar Zeilen aus der Zeit seiner Verheiratung und seiner ersten Vaterschaft zu lesen. Diese Verbindung war, sollte er ehrlich sein, nicht gerade das gewesen, was man eine Liebesheirat nennt. Sein Vater hatte ihm auf die Schulter geklopft und ihn auf die Tochter des reichen Kröger, die der Firma eine stattliche Mitgift zuführte, aufmerksam gemacht, er war von Herzen einverstanden gewesen und hatte fortan seine Gattin verehrt, als die ihm von Gott vertraute Gefährtin …

Mit der zweiten Heirat seines Vaters hatte es sich ja nicht anders verhalten.
»Ein guter Mann, ein braver Mann,
Ein Mann von Complaisancen« …

trällerte er leise im Schlafzimmer. Bedauerlich, wie wenig Sinn er für alle diese alten Aufzeichnungen und Papiere besaß. Er stand mit beiden Beinen in der Gegenwart und beschäftigte sich nicht viel mit der Vergangenheit der Familie, wenngleich er ehemals dem dicken Goldschnittheft immerhin ein paar Notizen in seiner etwas schnörkeligen Handschrift hinzugefügt hatte, und zwar hauptsächlich in betreff seiner ersten Ehe.

Der Konsul schlug die Blätter auf, die stärker und rauher waren als das Papier, das er selbst hineingeheftet, und die schon zu vergilben begannen … Ja, Johann Buddenbrook mußte diese erste Gattin, die Tochter eines Bremer Kaufmannes, in rührender Weise geliebt haben, und das eine, kurze Jahr, das er an ihrer Seite hatte verleben dürfen, schien sein schönstes gewesen zu sein. »L'année la plus heureuse de ma vie«, stand dort, mit einer krausen Wellenlinie unterstrichen, auf die Gefahr hin, daß Madame Antoinette es las …

Dann aber war Gotthold gekommen, und das Kind hatte Josephinen zugrunde gerichtet … Wunderliche Bemerkungen standen, was dies betrifft, auf dem rauhen Papier. Johann Buddenbrook schien dieses neue Wesen ehrlich und bitterlich gehaßt zu haben, von dem Augenblick an, wo seine ersten kecken Regungen der Mutter gräßliche Schmerzen bereitet hatten, – gehaßt zu haben, bis es gesund und lebhaft zur Welt kam, während Josephine, den blutleeren Kopf in die Kissen gewühlt, verschied, – und niemals diesem skrupellosen Eindringling, der kräftig und sorglos heranwuchs, den Mord der Mutter verziehen zu haben … Der Konsul verstand das nicht. Sie starb, dachte er, indem sie die hohe Pflicht des Weibes erfüllte, und ich hätte die Liebe zu ihr zärtlich auf das Wesen übertragen, dem sie das Leben schenkte, und das sie mir scheidend hinterließ … Er aber, der Vater, hat in seinem ältesten Sohne nie etwas anderes als den ruchlosen Zerstörer seines Glückes erblickt. Dann, später, hatte er sich mit Antoinette Duchamps, dem Kinde einer reichen und hochangesehenen Hamburger Familie, vermählt und respektvoll und aufmerksam hatten die beiden nebeneinander gelebt …

Der Konsul blätterte hin und her im Hefte. Er las, ganz hinten, die kleinen Geschichten seiner eigenen Kinder, wann Tom die Masern und Antonie die Gelbsucht gehabt und Christian die Windpocken überstanden hatte; er las von den verschiedenen Reisen nach Paris, der Schweiz und Marienbad, die er mit seiner Gattin unternommen, und schlug zurück bis zu den pergamentartigen, eingerissenen, gelbgesprenkelten Blättern, die der alte Johann Buddenbrook, der Vater des Vaters, mit blaßgrauer Tinte in weitläufigen Schnörkeln beschrieben hatte. Diese Aufzeichnungen begannen mit einer weitläufigen Genealogie, welche die Hauptlinie verfolgte. Wie am Ende des 16. Jahrhunderts ein Buddenbrook, der älteste, der bekannt, in Parchim gelebt, und sein Sohn zu Grabau Ratsherr geworden sei. Wie ein fernerer Buddenbrook, Gewandschneider seines Zeichens, zu Rostock geheiratet, »sich sehr gut gestanden« – was unterstrichen war – und eine ungemeine Menge von Kindern gezeugt habe, tote und lebendige, wie es gerade kam … Wie wiederum einer, der schon Johan geheißen, als Kaufmann zu Rostock verblieben, und wie schließlich, am Ende und nach manchem Jahr, des Konsuls Großvater hierhergekommen sei und die Getreidefirma gegründet habe. Von diesem Vorfahren waren schon alle Daten bekannt: Wann er die Frieseln und wann die echten Blattern gehabt, war treu verzeichnet; wann er vom dritten Boden auf die Darre gestürzt und am Leben geblieben, obgleich eine Menge Balken im Wege gewesen seien, und wann er in ein hitzig Fieber mit Raserei verfallen, stand reinlich vermerkt. Und er hatte seinen Notizen manche gute Ermahnung an seine Nachkommen hinzugefügt, von denen, sorgfältig in hoher gotischer Schrift gemalt und umrahmt, der Satz hervorstach: »Mein Sohn, sey mit Lust bey den Geschäften am Tage, aber mache nur solche, daß wir bey Nacht ruhig schlafen können.« Und dann war umständlich nachgewiesen, daß ihm die alte, zu Wittenberg gedruckte Bibel zugehöre, und daß sie auf seinen Erstgeborenen und wiederum auf dessen Ältesten übergehen solle …

Konsul Buddenbrook zog die Ledermappe zu sich heran, um dies oder jenes der übrigen Papiere herauszugreifen und zu überlesen. Da waren uralte, gelbe, zerrissene Briefe, welche sorgende Mütter an ihre in der Fremde arbeitenden Söhne geschrieben hatten, und die vom Empfänger mit der Bemerkung versehen waren: »Wohl empfangen und den Inhalt beherzigt.« Da waren Bürgerbriefe mit Wappen und Siegel der freien und Hansestadt, Policen, Gratulationspoeme und Patenbriefe. Da waren diese rührenden Geschäftsbriefe, die etwa der Sohn an den Vater und Kompagnon aus Stockholm oder Amsterdam geschrieben, die mit einer Beruhigung in betreff des ziemlich gesicherten Weizens die dringende Bitte verbanden, sogleich Frau und Kinder zu grüßen … Da war ein besonderes Tagebuch des Konsuls über seine Reise durch England und Brabant, ein Heft, auf dessen Umschlag ein Kupfer das Edinburger Schloß mit dem Graßmarkte darstellte. Da waren als traurige Dokumente die bösen Briefe Gottholds an seinen Vater und schließlich, als heiterer Abschluß, das letzte Festgedicht Jean Jacques Hoffstedes …

Ein feines, eiliges Klingeln ließ sich vernehmen. Der Kirchturm droben, auf dem mattfarbigen Gemälde, das über dem Sekretär hing und einen altertümlichen Marktplatz darstellte, besaß eine wirkliche Uhr, die nun auf ihre Weise zehn schlug. Der Konsul verschloß die Familienmappe und verwahrte sie sorgfältig in einem hinteren Fache des Sekretärs. Dann ging er ins Schlafzimmer hinüber.

Hier waren die Wände mit dunklem, großgeblümtem Tuche ausgeschlagen, dem gleichen Stoffe, aus dem die hohen Gardinen des Wochenbettes bestanden. Eine Stimmung von Erholung und Frieden nach überstandenen Ängsten und Schmerzen lag in der Luft, die, vom Ofen noch leise erwärmt, mit einem Mischgeruch von Eau de Cologne und Medikamenten durchsetzt war. Die geschlossenen Vorhänge ließen das Licht nur dämmernd herein.

Über die Wiege gebeugt standen die beiden Alten nebeneinander und betrachteten das schlafende Kind. Die Konsulin aber, in einer eleganten Spitzenjacke, das rötliche Haar aufs beste frisiert, streckte, ein wenig bleich noch, aber mit einem glücklichen Lächeln ihrem Gatten die schöne Hand entgegen, an deren Gelenk auch jetzt ein goldenes Armband leise klirrte. Sie wandte dabei, nach ihrer Gewohnheit, die Handfläche soweit als möglich herum, was die Herzlichkeit der Bewegung zu erhöhen schien …

»Nun, Bethsy, wie geht es?«

»Vortrefflich, vortrefflich, mein lieber Jean!«

Ihre Hand in der seinen, näherte er, den Eltern gegenüber, sein Gesicht dem Kinde, das rasch und geräuschvoll Luft holte, und atmete während einer Minute den warmen, gutmütigen und rührenden Duft ein, der von ihm ausging. »Gott segne dich«, sagte er leise, indem er die Stirn des kleinen Wesens küßte, dessen gelbe, runzlige Fingerchen eine verzweifelte Ähnlichkeit mit Hühnerklauen besaßen.

»Sie hat prächtig getrunken«, bemerkte Madame Antoinette. »Sieh nur, sie hat stupende zugenommen …«

»Wollt ihr mir glauben, daß sie Netten ähnlich sieht?« Johann Buddenbrooks Gesicht strahlte heute geradezu vor Glück und Stolz. »Blitzschwarze Augen hat sie, hole mich der Teufel …«

Die alte Dame wehrte bescheiden ab. »Ach, wie kann man schon jetzt von einer Ähnlichkeit sprechen … Du willst zur Kirche, Jean?«

»Ja, es ist zehn, – hohe Zeit also, ich warte auf die Kinder …«

Und die Kinder ließen sich bereits hören. Sie lärmten ungebührlich auf der Treppe, während man das beruhigende Zischen Klothildens vernahm; dann aber traten sie in ihren Pelzmäntelchen – denn in der Marienkirche war es natürlich noch winterlich – leise und vorsichtig herein, erstens wegen der kleinen Schwester und zweitens, weil es nötig war, sich vor dem Gottesdienste zu sammeln. Ihre Gesichter waren rot und erregt. Welch ein Festtag heute! Der Storch, ein Storch mit braven Muskeln, entschieden, hatte außer dem Schwesterchen noch allerlei Prachtvolles mitgebracht: eine neue Schulmappe mit Seehundsfell für Thomas, eine große Puppe mit wirklichem – dies war das Außerordentliche – mit wirklichem Haar für Antonie, ein buntes Bilderbuch für die artige Klothilde, die sich aber still und dankbar fast ausschließlich mit den Zuckertüten beschäftigte, die gleichfalls eingetroffen waren, und für Christian ein komplettes Kasperle-Theater mit Sultan, Tod und Teufel …

Sie küßten ihre Mutter und durften rasch noch einmal behutsam hinter die grünseidne Gardine blicken, worauf sie mit dem Vater, der seinen Pelerinenmantel übergeworfen und das Gesangbuch zur Hand genommen hatte, schweigend und ruhigen Schrittes zur Kirche zogen, gefolgt von dem durchdringenden Geschrei des neuen Familiengliedes, das plötzlich erwacht war …
Zweites Kapitel

Zum Sommer, im Mai vielleicht schon, oder im Juni, zog Tony Buddenbrook immer zu den Großeltern vors Burgtor hinaus, und zwar mit heller Freude.

Es lebte sich gut dort draußen im Freien, in der luxuriös eingerichteten Villa mit weitläufigen Nebengebäuden, Dienerschaftswohnungen und Remisen und dem ungeheuren Obst-, Gemüse- und Blumengarten, der sich schräg abfallend bis zur Trave hinunterzog. Die Krögers lebten auf großem Fuße, und obgleich ein Unterschied bestand zwischen diesem blitzblanken Reichtum und dem soliden, wenn auch ein wenig schwerfälligen Wohlstand in Tonys Elternhause, so war es augenfällig, daß bei den Großeltern alles immer noch um zwei Grade prächtiger war, als zu Hause; und das machte Eindruck auf die junge Demoiselle Buddenbrook.

An eine Tätigkeit im Hause oder gar in der Küche war hier niemals zu denken, während in der Mengstraße der Großvater und die Mama wohl gleichfalls nicht viel Gewicht darauf legten, der Vater aber und die Großmama sie oft genug mahnten, den Staub zu wischen und ihr die ergebene, fromme und fleißige Kusine Thilda als Muster vorhielten. Die feudalen Neigungen der mütterlichen Familie regten sich in dem kleinen Fräulein, wenn sie vom Schaukelstuhle aus der Zofe oder dem Diener einen Befehl erteilte … Zwei Mädchen und ein Kutscher gehörten außer ihnen zum Personale der alten Herrschaften.

Was man sagen mag, so ist es etwas Angenehmes, wenn beim Erwachen morgens in dem großen, mit hellem Stoff tapezierten Schlafzimmer die erste Bewegung der Hand eine schwere Atlassteppdecke trifft; und es ist nennenswert, wenn zum ersten Frühstück vorn im Terrassenzimmer, während durch die offene Glastür vom Garten die Morgenluft hereinstreicht, statt des Kaffees oder des Tees eine Tasse Schokolade verabreicht wird, ja, jeden Tag Geburtstagsschokolade mit einem dicken Stück feuchten Napfkuchens.

Dieses Frühstück freilich mußte Tony, abgesehen von den Sonntagen, ohne Gesellschaft einnehmen, da die Großeltern lange nach Beginn der Schulzeit herunterzukommen pflegten. Wenn sie ihren Kuchen zur Schokolade verzehrt hatte, so ergriff sie die Büchermappe, trippelte die Terrasse hinunter und schritt durch den wohlgepflegten Vorgarten.

Sie war höchst niedlich, die kleine Tony Buddenbrook. Unter dem Strohhut quoll ihr starkes Haar, dessen Blond mit den Jahren dunkler wurde, natürlich gelockt hervor, und die ein wenig hervorstehende Oberlippe gab dem frischen Gesichtchen mit den graublauen, munteren Augen einen Ausdruck von Keckheit, der sich auch in ihrer graziösen kleinen Gestalt wiederfand; sie setzte ihre schmalen Beinchen in den schneeweißen Strümpfen mit einer wiegenden und elastischen Zuversichtlichkeit. Viele Leute kannten und begrüßten die kleine Tochter des Konsuls Buddenbrook, wenn sie durch die Gartenpforte in die Kastanienallee hinaustrat. Eine Gemüsefrau vielleicht, die, ihre große Strohschute mit hellgrünen Bändern auf dem Kopf, in ihrem Wägelchen vom Dorfe hereinkutschierte, rief ihr ein freundliches »God'n Morgen ook, Mamselling!« zu, und der große Kornträger Matthiesen, der in seinem schwarzen Habit mit Pumphosen, weißen Strümpfen und Schnallenschuhen vorüberging, nahm vor Ehrerbietung sogar seinen rauhen Zylinder ab …

Tony blieb ein bißchen stehen, um auf ihre Nachbarin Julchen Hagenström zu warten, mit der sie den Schulweg zurückzulegen pflegte. Dies war ein Kind mit etwas zu hohen Schultern und großen, blanken, schwarzen Augen, das nebenan in der völlig von Weinlaub bewachsenen Villa wohnte. Ihr Vater, Herr Hagenström, dessen Familie noch nicht lange am Orte ansässig war, hatte eine junge Frankfurterin geheiratet, eine Dame mit außerordentlich dickem schwarzen Haar und den größten Brillanten der Stadt an den Ohren, die übrigens Semlinger hieß. Herr Hagenström, welcher Teilhaber einer Exportfirma – Strunck & Hagenström – war, entwickelte in städtischen Angelegenheiten viel Eifer und Ehrgeiz, hatte jedoch bei Leuten mit strengeren Traditionen, den Möllendorpfs, Langhals' und Buddenbrooks, mit seiner Heirat einiges Befremden erregt und war, davon abgesehen, trotz seiner Rührigkeit als Mitglied von Ausschüssen, Kollegien, Verwaltungsräten und dergleichen nicht sonderlich beliebt. Er schien es darauf abgesehen zu haben, den Angehörigen der alteingesessenen Familien bei jeder Gelegenheit zu opponieren, ihre Meinungen auf schlaue Weise zu widerlegen, die seine dagegen durchzusetzen und sich als weit tüchtiger und unentbehrlicher zu erweisen als sie. Konsul Buddenbrook sagte von ihm: »Hinrich Hagenström ist aufdringlich mit seinen Schwierigkeiten … Er muß es geradezu auf mich persönlich abgesehen haben; wo er kann, behindert er mich … Heute gab es eine Szene in der Sitzung der Zentral-Armen-Deputation, vor ein paar Tagen im Finanz-Departement …« Und Johann Buddenbrook fügte hinzu: »Ein oller Stänker!« – Ein anderes Mal kamen Vater und Sohn zornig und deprimiert zu Tische … Was passiert sei? Ach, nichts … Eine große Lieferung Roggen nach Holland sei ihnen verloren gegangen; Strunck & Hagenström hätten sie ihnen vor der Nase weggeschnappt; ein Fuchs, dieser Hinrich Hagenström …

Solche Äußerungen hatte Tony oft genug angehört, um gar nicht zum besten gegen Julchen Hagenström gestimmt zu sein. Sie gingen gemeinsam, weil sie einmal Nachbarinnen waren, aber meistens ärgerten sie einander.

»Mein Vater hat tausend Taler!« sagte Julchen und glaubte entsetzlich zu lügen. »Deiner vielleicht –?«

Tony schwieg vor Neid und Demütigung. Dann sagte sie ganz ruhig und beiläufig:

»Meine Schokolade eben hat furchtbar gut geschmeckt … Was trinkst du eigentlich zum Frühstück, Julchen?«

»Ja, ehe ich es vergesse«, antwortete Julchen; »möchtest du gern einen von meinen Äpfeln haben? – Ja päh! ich gebe dir aber keinen!« Und dabei kniff sie ihre Lippen zusammen, und ihre schwarzen Augen wurden feucht vor Vergnügen. –

Manchmal ging Julchens Bruder Hermann, ein paar Jahre älter als sie, gleichzeitig zur Schule. Sie besaß noch einen zweiten Bruder namens Moritz, aber dieser war kränklich und ward zu Hause unterrichtet. Hermann war blond, aber seine Nase lag ein wenig platt auf der Oberlippe. Auch schmatzte er beständig mit den Lippen, denn er atmete nur durch den Mund.

»Unsinn!« sagte er, »Papa hat viel mehr als tausend Taler.« Das Interessante an ihm aber war, daß er als zweites Frühstück zur Schule nicht Brot mitnahm, sondern Zitronensemmel: ein weiches, ovales Milchgebäck, das Korinthen enthielt, und das er sich zum Überfluß mit Zungenwurst oder Gänsebrust belegte … Dies war so sein Geschmack.

Für Tony Buddenbrook war das etwas Neues. Zitronensemmel mit Gänsebrust, – übrigens mußte es gut schmecken! Und wenn er sie in seine Blechbüchse blicken ließ, so verriet sie den Wunsch, ein Stück zu probieren. Eines Morgens sagte Hermann:

»Ich kann nichts entbehren, Tony, aber morgen werde ich ein Stück mehr mitbringen, und das soll für dich sein, wenn du mir etwas dafür wiedergeben willst.«

Nun, am nächsten Morgen trat Tony in die Allee hinaus und wartete fünf Minuten, ohne daß Julchen gekommen wäre. Sie wartete noch eine Minute, und dann kam Hermann allein; er schwenkte seine Frühstücksdose am Riemen hin und her und schmatzte leise.

»Na«, sagte er, »hier ist eine Zitronensemmel mit Gänsebrust; es ist nicht einmal Fett daran, – das pure Fleisch … Was gibst du mir dafür?«

»Ja, – einen Schilling vielleicht?« fragte Tony. Sie standen mitten in der Allee.

»Einen Schilling …« wiederholte Hermann; dann schluckte er hinunter und sagte:

»Nein, ich will etwas anderes haben.«

»Was denn?« fragte Tony; sie war bereit, alles Mögliche für den Leckerbissen zu geben …

»Einen Kuß!« rief Hermann Hagenström, schlang beide Arme um Tony und küßte blindlings darauf los, ohne ihr Gesicht zu berühren, denn sie hielt mit ungeheurer Gelenkigkeit den Kopf zurück, stemmte die linke Hand mit der Büchermappe gegen seine Brust und klatschte mit der rechten drei oder viermal aus allen Kräften in sein Gesicht … Er taumelte zurück; aber im selben Augenblick fuhr hinter einem Baume Schwester Julchen wie ein schwarzes Teufelchen hervor, warf sich, zischend vor Wut, auf Tony, riß ihr den Hut vom Kopf und zerkratzte ihr die Wangen aufs jämmerlichste … Seit diesem Ereignis war es beinahe zu Ende mit der Kameradschaft.

Übrigens hatte Tony sicherlich nicht aus Schüchternheit dem jungen Hagenström den Kuß verweigert. Sie war ein ziemlich keckes Geschöpf, das mit seiner Ausgelassenheit seinen Eltern, im besondern dem Konsul, manche Sorge bereitete, und obgleich sie ein intelligentes Köpfchen besaß, das flink in der Schule erlernte, was man begehrte, so war ihr Betragen in so hohem Grade mangelhaft, daß schließlich sogar die Schulvorsteherin, welche Fräulein Agathe Vermehren hieß, ein wenig schwitzend vor Verlegenheit, in der Mengstraße erschien und der Konsulin höflichst anheim gab, der jungen Tochter eine ernstliche Ermahnung zuteil werden zu lassen – denn dieselbe habe sich, trotz vieler liebevoller Verwarnungen, auf der Straße aufs neue offenkundigen Unfugs schuldig gemacht.

Es war kein Schade, daß Tony auf ihren Gängen durch die Stadt alle Welt kannte und mit aller Welt plauderte; der Konsul zumal war hiermit einverstanden, weil es keinen Hochmut, sondern Gemeinsinn und Nächstenliebe verriet. Sie kletterte, gemeinsam mit Thomas, in den Speichern an der Trave zwischen den Mengen von Hafer und Weizen umher, die auf den Böden ausgebreitet waren, sie schwatzte mit den Arbeitern und den Schreibern, die dort in den kleinen dunklen Kontoren zu ebener Erde saßen, ja, sie half sogar draußen beim Aufwinden der Säcke. Sie kannte die Schlachter, die mit ihren weißen Schürzen und Mulden durch die Breite Straße wanderten; sie kannte die Milchfrauen, die mit ihren Blechkannen vom Lande hereinkamen und ließ sich manchmal ein Stück von ihnen kutschieren; sie kannte die graubärtigen Meister in den kleinen, hölzernen Goldschmiedebuden, die in die Marktarkaden hineingebaut waren, die Fisch-, Obst- und Gemüsefrauen auf dem Markte, sowie die Dienstmänner, die an den Straßenecken ihren Tabak kauten … Gut und schön!

Aber ein bleicher, bartloser Mensch, dessen Alter nicht zu bestimmen ist und der morgens mit einem traurigen Lächeln in der Breiten Straße zu lustwandeln pflegt, kann nichts dafür, wenn er gezwungen ist, bei jedem plötzlichen Laut, den man ausstößt – zum Beispiel »Ha!« oder »Ho!« – auf einem Beine zu tanzen; und dennoch ließ Tony ihn tanzen, sobald sie ihn zu Gesichte bekam. Es ist ferner nicht schön, eine ganz winzige kleine Frau mit großem Kopfe, welche die Gewohnheit hat, bei jeder Witterung einen ungeheuren, durchlöcherten Schirm über sich aufgespannt zu halten, beständig durch Rufe wie »Schirmmadame!« oder »Champignon!« zu betrüben; und es ist tadelnswert, wenn man mit zwei oder drei gleichgesinnten Freundinnen vor dem Häuschen der alten Puppenliese erscheint, die in einer engen Twiete bei der Johannisstraße mit wollenen Puppen handelt und allerdings ganz merkwürdig rote Augen hat, – dort aus Leibeskräften die Glocke zieht und, wenn die Alte herauskommt, mit falscher Freundlichkeit fragt, ob hier vielleicht Herr und Madame Spucknapf wohnen, worauf man mit großem Gekreisch davonrennt … Das alles aber tat Tony Buddenbrook und zwar, wie es schien, mit völlig gutem Gewissen. Denn wurde ihr von seiten irgendeines Gequälten eine Drohung zuteil, so mußte man sehen, wie sie einen Schritt zurücktrat, den hübschen Kopf mit der vorstehenden Oberlippe zurückwarf und ein halb entrüstetes, halb mokantes »Pa!« hervorstieß, als wollte sie sagen: »Wage es nur, mir etwas anhaben zu wollen! Ich bin Konsul Buddenbrooks Tochter, wenn du es vielleicht nicht weißt …«

Sie ging in der Stadt wie eine kleine Königin umher, die sich das gute Recht vorbehält, freundlich oder grausam zu sein, je nach Geschmack und Laune.
Drittes Kapitel

Jean Jacques Hoffstede hatte, was die beiden Söhne des Konsuls Buddenbrook anging, sicherlich ein treffendes Urteil gefällt.

Thomas, der seit seiner Geburt bereits zum Kaufmann und künftigen Inhaber der Firma bestimmt war und die realwissenschaftliche Abteilung der alten Schule mit den gotischen Gewölben besuchte, war ein kluger, regsamer und verständiger Mensch, der sich übrigens aufs köstlichste amüsierte, wenn Christian, welcher Gymnasiast war und nicht weniger Begabung, aber weniger Ernsthaftigkeit zeigte, mit ungeheurem Geschick die Lehrer nachahmte – im besonderen den tüchtigen Herrn Marcellus Stengel, der im Singen, Zeichnen und derartigen lustigen Fächern den Unterricht erteilte.

Herr Stengel, aus dessen Westentaschen stets ein halbes Dutzend wundervoll gespitzter Bleistifte hervorstarrten, trug eine fuchsrote Perücke und einen offenen, hellbraunen Rock, der ihm fast bis an die Knöchel reichte, besaß Vatermörder, die sogar noch seine Schläfen bedeckten, und war ein witziger Kopf, der philosophische Unterscheidungen liebte, wie etwa: »Du sollst 'ne Linie machen, mein gutes Kind, und was machst du? Du machst 'nen Strich!« – Er sagte »Line« statt »Linie«. Oder zu einem Faulen: »Du sitzest in Quarta nicht Jahre, will ich dir sagen, sondern Jahren!« – Wobei er »Quäta« statt »Quarta« sagte und nicht »Jahre«, sondern beinahe »Schahre« aussprach … Sein Lieblingsunterricht bestand darin, in der Gesangstunde das schöne Lied »Der grüne Wald« üben zu lassen, wobei einige Schüler auf den Korridor hinausgehen mußten, um, wenn der Chorus angestimmt hatte: »Wir ziehen so fröhlich durch Feld und Wald …« ganz leise und vorsichtig das letzte Wort als Echo zu wiederholen. Waren jedoch Christian Buddenbrook, sein Vetter Jürgen Kröger oder sein Freund Andreas Giesecke, Sohn des Branddirektors, hiermit beamtet, so warfen sie, statt das zarte Echo zu vollführen, den Kohlenkasten die Treppe hinunter und mußten nachmittags um vier Uhr in der Wohnung des Herrn Stengel nachsitzen. Hier ging es ziemlich behaglich zu. Herr Stengel hatte alles vergessen und befahl seiner Haushälterin, den Schülern Buddenbrook, Kröger und Giesecke »je« eine Tasse Kaffee zu verabreichen, worauf er die jungen Herren wieder entließ …

In der Tat, die vortrefflichen Gelehrten, die unter der freundlichen Herrschaft eines humanen, tabakschnupfenden, alten Direktors in den Gewölben der alten Schule – einer ehemaligen Klosterschule – ihres Amtes walteten, waren harmlose und gutmütige Leute, einig in der Ansicht, daß Wissenschaft und Heiterkeit einander nicht ausschlössen, und bestrebt, mit Wohlwollen und Behagen zu Werke zu gehen. Es war da in den mittleren Klassen ein ehemaliger Prediger, der im Lateinischen unterrichtete, ein gewisser Pastor Hirte, ein langer Herr mit braunem Backenbart und munteren Augen, dessen Lebensglück geradezu in dieser Übereinstimmung seines Namens mit seinem Titel bestand, und der nicht oft genug die Vokabel pastor sich übersetzen lassen konnte. Seine Lieblingsredensart lautete »grenzenlos borniert!« und es ist niemals aufgeklärt worden, ob dies ein bewußter Scherz war. Beabsichtigte er aber, seine Schüler völlig zu verblüffen, so gebot er über die Kunst, die Lippen in den Mund zu klemmen und sie wieder hinauszuschnellen, in einer Art, daß es knallte wie ein springender Champagnerpfropfen. Er liebte es, mit langen Schritten im Klassenzimmer umherzugehen und einzelnen Schülern mit ungeheurer Lebhaftigkeit ihr ganzes zukünftiges Leben zu erzählen, und zwar zu dem ausgesprochenen Zwecke, ihre Phantasie ein bißchen anzuregen. Dann aber ging er ernstlich zur Arbeit über, das heißt, er überhörte die Verse, die er über genus-Regeln – er sagte »Genußregeln« – und allerhand schwierige Konstruktionen mit wirklichem Geschick gedichtet hatte, Verse, die Pastor Hirte mit unaussprechlich triumphierender Betonung des Rhythmus und der Reime hervorbrachte …

Toms und Christians Jugendzeit … es ist nichts Bedeutendes davon zu melden. In jenen Tagen herrschte Sonnenschein im Hause Buddenbrook, wo in den Kontoren die Geschäfte so ausgezeichnet gingen. Und manchmal gab es ein Gewitter, ein kleines Unglück wie dieses:

Herr Stuht in der Glockengießerstraße, ein Schneidermeister, dessen Gattin alte Kleidungsstücke kaufte und darum in den ersten Kreisen verkehrte, Herr Stuht, dessen Bauch von einem wollenen Hemd bekleidet war und in erstaunlicher Rundung über das Beinkleid hinunterfiel … Herr Stuht hatte den jungen Herren Buddenbrook zwei Anzüge gefertigt, die zusammen siebenzig Kurantmark kosteten; allein auf den Wunsch der beiden hatte er sich bereit finden lassen, schlanker Hand achtzig auf die Rechnung zu setzen und ihnen bar den Rest einzuhändigen. Das war ein kleines Geschäft … kein ganz säuberliches wohl, aber durchaus kein ungewöhnliches. Das Unglück aber bestand darin, daß durch das Walten irgendeines finsteren Schicksales das Ganze an den Tag kam, daß Herr Stuht, einen schwarzen Rock über dem wollenen Hemd, im Privatkontor des Konsuls erscheinen mußte und Tom und Christian in seiner Gegenwart einem strengen Verhör unterzogen wurden. Herr Stuht, der breitbeinig, aber mit seitwärts geneigtem Kopf und in achtungsvoller Haltung neben dem Armsessel des Konsuls stand, hielt eine wohltönende Rede, des Inhaltes, daß »dat nu so'n Saak« sei und daß er froh sein werde, die siebenzig Kurantmark wiederzubekommen, »indem de Saak ja nu mal scheep gangen« sei. Der Konsul war heftig aufgebracht über diesen Streich. Nach ernster Überlegung aber auf seiner Seite war das Ergebnis, daß er das Taschengeld seiner Söhne erhöhte; denn es hieß: Führe uns nicht in Versuchung.

Augenscheinlich waren auf Thomas Buddenbrook größere Hoffnungen zu setzen als auf seinen Bruder. Sein Benehmen war gleichmäßig und von verständiger Munterkeit; Christian dagegen erschien launenhaft, neigte einerseits zu einer albernen Komik und konnte andererseits die gesamte Familie auf die sonderbarste Weise erschrecken …

Man sitzt bei Tische, man ist beim Obste angelangt und speist unter behaglichen Gesprächen. Plötzlich jedoch legt Christian einen angebissenen Pfirsich auf den Teller zurück, sein Gesicht ist bleich, und seine runden, tiefliegenden Augen über der allzu großen Nase haben sich erweitert.

»Ich esse nie wieder einen Pfirsich«, sagt er.

»Warum nicht, Christian … Was für ein Unsinn … Was ist dir?«

»Denkt euch, wenn ich aus Versehen … diesen großen Kern verschluckte, und wenn er mir im Halse steckte … und ich nicht Luft bekommen könnte … und ich spränge auf und würgte gräßlich, und ihr alle spränget auch auf …« Und plötzlich fügt er ein kurzes, stöhnendes »Oh!« hinzu, das voll ist von Entsetzen, richtet sich unruhig auf seinem Stuhle empor und wendet sich seitwärts, als wollte er fliehen.

Die Konsulin und Mamsell Jungmann springen tatsächlich auf.

»Gott im Himmel, – Christian, du hast ihn doch nicht verschluckt?!« Denn es hat vollkommen den Anschein, als sei es wirklich geschehen.

»Nein, nein«, sagt Christian und beruhigt sich allmählich, »aber wenn ich ihn verschluckte!«

Der Konsul, der gleichfalls blaß vor Schrecken ist, beginnt nun zu schelten, und auch der Großvater pocht indigniert auf den Tisch und verbittet sich die Narrenspossen … Allein Christian ißt wirklich längere Zeit keinen Pfirsich mehr. –
Viertes Kapitel

Es war nicht bloß Altersschwäche, was die alte Madame Antoinette Buddenbrook, sechs Jahre ungefähr nachdem die Familie das Haus in der Mengstraße bezogen, an einem kalten Januartag endgültig auf ihr hohes Himmelbett im Schlafzimmer des Zwischengeschosses darniederwarf. Die alte Dame war rüstig gewesen bis zuletzt und hatte ihre dicken weißen Seitenlocken mit aufrechter Würde getragen; sie hatte zusammen mit ihrem Gatten und ihren Kindern die hauptsächlichsten Diners besucht, die in der Stadt gegeben wurden, und bei den Gesellschaften, die Buddenbrooks selbst veranstalteten, ihrer eleganten Schwiegertochter im Repräsentieren nicht nachgestanden. Eines Tages aber, ganz plötzlich, hatte sich ein halb unbestimmbares Leiden eingestellt, ein leichter Darmkatarrh anfangs nur, gegen den Doktor Grabow ein wenig Taube und Franzbrot verordnet hatte, eine mit Erbrechen verbundene Kolik, die mit unbegreiflicher Schnelligkeit Entkräftung herbeiführte, einen sanften und hinfälligen Zustand, der beängstigend war.

Als dann Doktor Grabow mit dem Konsul eine kurze, ernste Unterredung draußen auf der Treppe gehabt hatte, als ein zweiter, neu hinzugezogener Arzt, ein untersetzter, schwarzbärtiger, düsterblickender Mann, neben Grabow aus und ein zu gehen begann, da änderte sich gleichsam die Physiognomie des Hauses. Man ging auf den Zehen umher, man flüsterte ernst, und die Wagen durften nicht über die Diele rollen. Etwas Neues, Fremdes, Außerordentliches schien eingekehrt, ein Geheimnis, das einer in des anderen Augen las; der Gedanke an den Tod hatte sich Einlaß geschafft und herrschte stumm in den weiten Räumen.

Dabei durfte nicht gefeiert werden, denn es kam Besuch. Die Krankheit währte vierzehn oder fünfzehn Tage, und nach einer Woche kam der alte Senator Duchamps, ein Bruder der Sterbenden, nebst seiner Tochter von Hamburg an, während ein paar Tage später des Konsuls Schwester mit ihrem Gatten, dem Bankier aus Frankfurt eintraf. Die Herrschaften wohnten im Hause, und Ida Jungmann hatte alle Hände voll zu tun, für die verschiedenen Schlafzimmer zu sorgen und gute Frühstücke mit Krabben und Portwein bereitzuhalten, während in der Küche gebraten und gebacken ward …

Droben saß Johann Buddenbrook am Krankenbette und blickte, die matte Hand seiner alten Nette in der seinen, mit erhobenen Brauen und ein wenig hängender Unterlippe stumm vor sich hin. Die Wanduhr tickte dumpf und mit langen Pausen, viel seltener aber noch atmete die Kranke einmal kurz und oberflächlich auf … Eine schwarze Schwester machte sich am Tisch mit dem Beeftee zu schaffen, den man versuchsweise noch reichen wollte; dann und wann trat geräuschlos ein Familienmitglied ein und verschwand wieder.

Der Alte mochte sich erinnern, wie er vor 46 Jahren zum erstenmal am Sterbebette einer Gattin gesessen hatte, und er mochte der wilden Verzweiflung, die damals in ihm aufbegehrt war, die nachdenkliche Wehmut vergleichen, mit der er, nun selbst so alt, in das veränderte, ausdruckslose und entsetzlich gleichgültige Gesicht der alten Frau blickte, die ihm niemals ein großes Glück, niemals einen großen Schmerz bereitet, die aber viele lange Jahre mit klugem Anstand bei ihm ausgehalten und nun ebenfalls langsam davonging.

Er dachte nicht viel, er sah nur unverwandt und mit einem leisen Kopfschütteln auf sein Leben und das Leben im allgemeinen zurück, das ihm plötzlich so fern und wunderlich erschien, dieses überflüssig geräuschvolle Getümmel, in dessen Mitte er gestanden, das sich unmerklich von ihm zurückgezogen hatte und nun vor seinem verwundert aufhorchenden Ohr in der Ferne erhallte … Manchmal sagte er mit halber Stimme vor sich hin:

»Kurios! Kurios!«

Und als dann Madame Buddenbrook ihren letzten, ganz kurzen und kampflosen Seufzer getan hatte, als im Eßsaal, woselbst die Einsegnung stattfand, die Träger den blumenbedeckten Sarg aufgehoben hatten, um ihn schwerfällig davonzuschaffen, – da änderte sich seine Stimmung nicht, da weinte er nicht einmal; aber dies leise, erstaunte Kopfschütteln blieb ihm, und dies beinahe lächelnde »Kurios!« wurde sein Lieblingswort … Kein Zweifel, daß es auch mit Johann Buddenbrook zu Ende ging.

Er fing an, stumm und abwesend im Familienkreise zu sitzen, und wenn er einmal die kleine Klara auf die Knie genommen hatte, um ihr vielleicht eines seiner alten drolligen Lieder vorzusingen, zum Beispiel:
»Der Omnibus fährt durch die Stadt …«

oder
»Kiek, doa sitt'n Brummer an de Wand …«

so konnte er plötzlich stillschweigen, um dann die Enkelin, gleichsam aus einem langen, halb unbewußten Gedankengange heraus, mit einem kopfschüttelnden »Kurios!« zu Boden zu setzen und sich abzuwenden … Eines Tages sagte er:

»Jean, – assez, du?«

Und alsbald begannen in der Stadt die reinlich gedruckten und mit zwei Unterschriften versehenen Formulare zu zirkulieren, auf denen Johann Buddenbrook senior sich kundzutun erlaubte, daß sein zunehmendes Alter ihn veranlasse, seine bisherige kaufmännische Wirksamkeit aufzugeben, und daß er infolgedessen die von seinem seligen Vater Anno 1768 gegründete Handlung Johann Buddenbrook mit Activis und Passivis unter gleicher Firma von heute an seinem Sohne und seitherigen Associé Johann Buddenbrook als alleinigen Inhaber übertrage, mit der Bitte, das ihm so vielseitig geschenkte Vertrauen seinem Sohne zu erhalten … Hochachtungsvoll – Johann Buddenbrook senior, welcher aufhören wird zu zeichnen.

Als aber diese Kundgebung erfolgt war, als der Alte fortan sich weigerte, noch einen Fuß ins Kontor zu setzen, da nahm seine nachdenkliche Apathie in erschreckender Weise zu, da genügte, Mitte März, ein paar Monate nur nach dem Tode seiner Frau, irgendein kleiner Frühlingsschnupfen, um ihn bettlägerig zu machen, – und dann, in einer Nacht, kam die Stunde, wo die Familie auch sein Bett umstand, wo er zum Konsul sagte:

»Alles Glück, – du? Jean? Und immer courage!«

Und zu Thomas:

»Hilf deinem Vater!«

Und zu Christian:

»Werde was Ordentliches!«

– worauf er schwieg, alle anblickte und sich mit einem letzten »Kurios!« nach der Wand kehrte …

Er hatte Gottholds bis zum Schluß nicht Erwähnung getan, und auf die schriftliche Aufforderung des Konsuls, am Sterbebette des Vaters zu erscheinen, hatte der älteste Sohn mit Schweigen geantwortet. Am nächsten Morgen jedoch, ganz früh, als die Todesanzeigen noch nicht versandt waren und der Konsul auf die Treppe hinaustrat, um im Kontor das Notwendigste zu erledigen, geschah das Merkwürdige, daß Gotthold Buddenbrook, Inhaber der Leinenhandlung Siegmund Stüwing & Komp. in der Breitenstraße, raschen Schrittes über die Diele kam. Sechsundvierzigjährig, klein und beleibt, besaß er starke, aschblonde, mit weißen Fäden durchsetzte Kotelettes. Er war kurzbeinig und trug sackartig weite Hosen aus rauhem, kariertem Stoff. Die Treppe hinauf schritt er dem Konsul entgegen, indem er die Brauen hoch unter die Krempe seines grauen Hutes erhob und sie dennoch zusammenzog.

»Johann«, sagte er, ohne dem Bruder die Hand zu reichen, mit hoher, angenehmer Stimme, »wie steht es?«

»Heute nacht ist er heimgegangen!« sagte der Konsul bewegt und ergriff die Hand des Bruders, die einen Regenschirm hielt. »Er, der beste Vater!«

Gotthold senkte die Brauen so tief, daß seine Lider sich schlossen. Nach einem Schweigen sagte er nachdrücklich:

»Es ist nichts geändert worden, bis zum Schlusse, Johann?«

Und sofort ließ der Konsul seine Hand fahren, ja, er trat sogar eine Stufe zurück, und während seine runden, tiefliegenden Augen klar wurden, sagte er:

»Nichts.«

Gottholds Brauen wanderten wieder unter die Hutkrempe hinauf, und seine Augen richteten sich mit Anstrengung auf den Bruder.

»Und was habe ich von deiner Gerechtigkeit zu gewärtigen?« sagte er mit gesenkter Stimme.

Der Konsul seinerseits senkte nun den Blick; dann aber, ohne ihn wieder zu erheben, machte er jene entschiedene Handbewegung von oben nach unten und antwortete leise und fest:

»Ich habe dir in diesem schweren und ernsten Augenblick meine Hand als Bruder gereicht; was aber geschäftliche Dinge betrifft, so kann ich dir immer nur als Chef der ehrwürdigen Firma gegenüberstehen, deren alleiniger Inhaber ich heute geworden bin. Du kannst nichts von mir gewärtigen, was den Verpflichtungen widerspricht, die mir diese Eigenschaft auferlegt; meine sonstigen Gefühle müssen schweigen.«

Gotthold ging … Zum Begräbnis jedoch, als die Menge der Verwandten, Bekannten, Geschäftsfreunde, der Deputationen, Kornträger, Kontoristen und Speicherarbeiter Zimmer, Treppen und Korridore füllte und die sämtlichen Mietkutschen der Stadt die ganze Mengstraße hinunterstanden, – zum Begräbnis kam er zur aufrichtigen Freude des Konsuls aufs neue; ja, er brachte sogar seine Gattin, die geborene Stüwing, und seine drei schon erwachsenen Töchter mit: Friederike und Henriette, die beide sehr lang und hager waren, und Pfiffi, die achtzehnjährige Jüngste, die allzu klein und beleibt erschien.

Und als dann am Grabe, am Buddenbrookschen Erbbegräbnis dort draußen vorm Burgtore, am Rande des Friedhofgehölzes, Pastor Kölling von Sankt Marien, ein robuster Mann mit dickem Kopf und derber Redeweise, das maßvolle, gottgefällige Leben des Verstorbenen gepriesen hatte, im Gegensatze zu dem der »Wollüstigen, Fresser und Säufer« – dies war sein Ausdruck, obgleich manche Leute, die sich der Diskretion des jüngst verstorbenen alten Wunderlich erinnerten, die Köpfe schüttelten, – als die Feierlichkeiten und Formalitäten beendet waren und die 70 oder 80 Mietkutschen in die Stadt zurückzurollen begannen … da erbot sich Gotthold Buddenbrook, den Konsul zu begleiten, weil er ihn unter vier Augen zu sprechen wünsche. Und siehe da: hier, neben dem Stiefbruder auf dem Rücksitz der hohen, weiten, plumpen Kutsche, eins seiner kurzen Beine über das andere gelegt, zeigte er sich versöhnlich und sanft. Er erkenne, sagte er, mehr und mehr, daß der Konsul handeln müsse, wie er es tue, und das Andenken des Vaters solle für ihn kein böses sein. Er verzichte auf seine Ansprüche, und zwar um so lieber, als er gesonnen sei, sich von allen Geschäften zurückzuziehen und sich mit seinem Erbe und dem, was ihm sonst erübrige, zur Ruhe zu setzen, denn das Leinengeschäft mache ihm wenig Freude und gehe so mäßig, daß er sich nicht entschließen werde, noch mehr hineinzustecken … »Der Trotz gegen den Vater hat ihm keinen Segen gebracht!« dachte der Konsul mit einem inneren frommen Aufblick; und Gotthold dachte wahrscheinlich dasselbe.

In der Mengstraße aber begleitete er den Bruder ins Frühstückszimmer hinauf, woselbst die beiden Herren, nach dem langen Stehen in der Frühlingsluft in ihren Fräcken fröstelnd, einen alten Kognak miteinander tranken. Und als dann Gotthold ein paar höfliche und ernste Worte mit seiner Schwägerin gewechselt und den Kindern die Köpfe gestreichelt hatte, ging er davon, um am nächsten »Kindertag« bei Krögers draußen im Gartenhause zu erscheinen … Er begann schon zu liquidieren.
Fünftes Kapitel

Eines schmerzte den Konsul: daß nämlich der Vater nicht mehr den Eintritt seines ältesten Enkels ins Geschäft hatte erleben dürfen, der schon um Ostern desselben Jahres erfolgte.

Thomas war sechzehnjährig, als er die Schule verließ. Er war stark gewachsen in letzter Zeit und trug seit seiner Konfirmation, bei der Pastor Kölling ihm mit starken Ausdrücken Mäßigkeit! empfohlen hatte, ganz herrenmäßige Kleidung, die ihn noch größer erscheinen ließ. Um seinen Hals hing die lange goldene Uhrkette, die der Großvater ihm zugesprochen hatte, und an der ein Medaillon mit dem Wappen der Familie hing, diesem melancholischen Wappenschilde, das eine unregelmäßig schraffierte Fläche, ein flaches Moorland mit einer einsamen und nackten Weide am Ufer zeigte. Der noch ältere Siegelring mit grünem Stein, den wahrscheinlich schon der sehr gut situierte Gewandschneider in Rostock getragen hatte, war nebst der großen Bibel auf den Konsul übergegangen.

Die Ähnlichkeit mit dem Großvater hatte sich bei Thomas so stark entwickelt wie bei Christian diejenige mit dem Vater; besonders sein rundes und festes Kinn und die feingeschnittene, gerade Nase waren die des Alten. Sein seitwärts gescheiteltes Haar, das in zwei Einbuchtungen von den schmalen und auffällig geäderten Schläfen zurücktrat, war dunkelblond, und im Gegensatz dazu erschienen die langen Wimpern und die Brauen, von denen er gern die eine ein wenig emporzog, ungewöhnlich hell und farblos. Seine Bewegungen, seine Sprache, sowie sein Lachen, das seine ziemlich mangelhaften Zähne sehen ließ, war ruhig und verständig. Er blickte seinem Beruf mit Ernst und Eifer entgegen …

Es war ein äußerst feierlicher Tag, als der Konsul ihn nach dem ersten Frühstück mit sich in die Kontore hinunternahm, um ihn Herrn Marcus, dem Prokuristen, Herrn Havermann, dem Kassierer, sowie dem übrigen Personale zu präsentieren, mit dem er eigentlich längst gut Freund war; als er zum ersten Male auf seinem Drehsessel am Pulte saß, emsig mit Stempeln, Ordnen, Kopieren beschäftigt, und als der Vater ihn nachmittags auch an die Trave hinunter in die Speicher »Linde«, »Eiche«, »Löwe« und »Walfisch« führte, wo Thomas eigentlich ebenfalls längst zu Hause war, wo er aber nun als Mitarbeiter vorgestellt wurde …

Er war mit Hingebung bei der Sache und ahmte den stillen und zähen Fleiß des Vaters nach, der mit zusammengebissenen Zähnen arbeitete und manches Gebet um Beistand in sein Tagebuch schrieb; denn es galt, die bedeutenden Mittel wieder einzubringen, die beim Tode des Alten der »Firma«, diesem vergötterten Begriff, verlorengegangen waren … Eines Abends, sehr spät, im Landschaftszimmer, ließ er sich gegen die Konsulin ziemlich eingehend über die Verhältnisse aus.

Es war halb zwölf Uhr, und die Kinder sowie Mamsell Jungmann schliefen draußen in den Zimmern am Korridor, denn der zweite Stock stand nun leer und wurde nur dann und wann für Fremde gebraucht. Die Konsulin saß auf dem gelben Sofa neben ihrem Gatten, der, eine Zigarre im Munde, die Kursnotizen der städtischen Anzeigen überblickte. Sie beugte sich über eine Seidenstickerei und bewegte leichthin die Lippen, während sie mit der Nadel eine Reihe von Stichen zählte. Neben ihr, auf dem zierlichen Nähtisch mit Goldornamenten, brannten die sechs Kerzen eines Armleuchters; der Kronleuchter hing unbenutzt.

Johann Buddenbrook, der sich allgemach der Mitte der Vierziger näherte, hatte in den letzten Jahren ersichtlich gealtert. Seine kleinen, runden Augen schienen noch tiefer zu liegen, die große, gebogene Nase sprang, wie die Wangenknochen, noch schärfer hervor, und ein Puderquast schien an den Schläfen ein paarmal ganz leicht sein aschblondes, sorgfältig gescheiteltes Haar berührt zu haben. Die Konsulin ihrerseits stand am Ende der Dreißiger, aber sie konservierte ihre nicht schöne und dennoch glänzende Erscheinung aufs beste, und ihr mattweißer Teint mit den vereinzelten Sommersprossen hatte an Zartheit nichts eingebüßt. Ihr rötliches, kunstvoll frisiertes Haar war vom Schein der Kerzen durchleuchtet. Während sie die ganz hellblauen Augen ein wenig beiseite gleiten ließ, sagte sie:

»Eines wollte ich dir zur Überlegung empfehlen, mein lieber Jean: ob es nämlich nicht ratsam wäre, einen Bedienten zu engagieren … Ich bin zu dieser Überzeugung gekommen. Wenn ich an meine Eltern denke …«

Der Konsul ließ die Zeitung auf die Knie sinken, und während er die Zigarre aus dem Munde nahm, wurden seine Augen aufmerksam, denn es handelte sich um Geldausgeben.

»Ja, meine liebe und verehrte Bethsy«, fing er an und zog die Anrede in die Länge, denn er mußte seine Einwände ordnen. »Einen Bedienten? Wir haben nach dem Tode der seligen Eltern alle drei Mädchen, von Mamsell Jungmann abgesehen, im Hause behalten, und mich dünkt …«

»Ach, das Haus ist so groß, Jean, daß es beinahe fatal ist. Ich sage: ›Lina, mein Kind, im Hinterhaus ist schrecklich lange nicht abgestäubt worden!‹ aber ich mag die Leute nicht überanstrengen, denn sie müssen schon pusten, wenn hier vorn alles nett und reinlich ist … Ein Diener wäre so angenehm für Kommissionen und dergleichen … Man bekommt einen braven und anspruchslosen Mann vom Lande … Aber ehe ich es vergesse, Jean: Louise Möllendorpf will ihren Anton gehen lassen; ich habe ihn mit Sicherheit servieren sehen …«

»Ich muß gestehen«, sagte der Konsul und rückte ein wenig unbehaglich hin und her, »daß dieser Gedanke mir fremd ist. Wir besuchen jetzt weder Gesellschaften, noch geben wir selbst welche …«

»Nein, nein; aber Besuch haben wir trotzdem häufig genug, und das ist nicht meine Schuld, lieber Jean, obgleich du weißt, daß ich mich herzlich darüber freue. Es kommt ein auswärtiger Geschäftsfreund von dir, du bittest ihn zum Essen, er hat noch kein Gasthauszimmer genommen und übernachtet natürlich bei uns. Dann kommt ein Missionar, der vielleicht acht Tage bei uns bleibt … Für übernächste Woche erwarten wir Pastor Mathias aus Kannstatt … Nun, um kurz zu sein, die Salairs sind so gering …«

»Aber sie häufen sich, Bethsy! Wir honorieren vier Leute im Hause, und du vergissest die vielen Männer, die im Dienste der Firma stehen!«

»Sollten wir wirklich einen Bedienten nicht erschwingen können?« fragte die Konsulin lächelnd, indem sie ihren Gatten mit seitwärts geneigtem Kopfe anblickte. »Wenn ich an das Personal meiner Eltern denke …«

»Deine Eltern, liebe Bethsy! Nein, nun muß ich dich fragen, ob du dir eigentlich über unsere Verhältnisse klar bist?«

»Nein, das ist wahr, Jean, ich habe wohl nicht die hinlängliche Einsicht …«

»Nun, die ist leicht zu beschaffen«, sagte der Konsul. Er setzte sich im Sofa zurecht, schlug ein Bein über das andere, tat einen Zug aus seiner Zigarre und begann, während er die Augen ein wenig zusammenkniff, mit außerordentlicher Geläufigkeit seine Zahlen hervorzubringen …

»Kurz und gut: Mein seliger Vater hat seinerzeit, vor meiner Schwester Heirat, rund und nett 900000 Mark Kurant besessen, abgesehen, wie sich versteht, von dem Grundbesitz und dem Werte der Firma. 80000 sind als Mitgift nach Frankfurt und 100000 bei Gottholds Etablierung abgegangen: macht 720000. Dann kam der Kauf dieses Hauses, das trotz der Einnahme für das kleine in der Alfstraße mit Verbesserungen und Neuanschaffungen volle 100000 gekostet hat: macht 620000. Nach Frankfurt wurden als Entschädigungssumme 25000 gezahlt: macht 595000, und so hätten die Dinge bei Vaters Tode gelegen, wären alle diese Spesen nicht im Laufe der Jahre durch rund 200000 Kurantmark Verdienst korrigiert worden. Das Gesamtvermögen betrug also 795000. Dann wurden ferner 100000 an Gotthold ausgekehrt und noch 267000 nach Frankfurt; das macht, wenn ich noch ein paar tausend Kurantmark kleinerer Vermächtnisse abrechne, die nach Vaters Testament an das Heilige-Geist-Hospital, die Kaufleute-Witwenkasse usw. gingen, etwa 420000, mit deiner Mitgift um 100000 mehr. Das sind, in runden Summen und abgesehen von allerhand kleineren Schwankungen des Vermögens, ungefähr die Verhältnisse. Wir sind nicht so ungemein reich, meine liebe Bethsy, und bei alledem muß man bedenken, daß das Geschäft zwar kleiner geworden ist, daß aber die Geschäftsspesen dieselben geblieben sind, weil der Zuschnitt des Geschäftes es nicht gestattet, die Unkosten herabzusetzen … Hast du mir folgen können?«

Die Konsulin nickte ein wenig zögernd, die Stickerei im Schoße. »Recht gut, mein lieber Jean«, sagte sie, obgleich sie nicht alles verstanden hatte und durchaus nicht begriff, warum alle diese großen Summen sie hindern sollten, einen Bedienten zu engagieren.

Der Konsul ließ seine Zigarre aufglimmen, stieß mit zurückgeneigtem Kopfe den Rauch von sich und fuhr dann fort:

»Du denkst, daß wir ja, wenn einmal deine lieben Eltern zu Gott gerufen werden, noch etwas Beträchtliches zu erwarten haben, und das ist richtig. Jedoch … wir dürfen damit nicht allzu unvorsichtig rechnen. Ich weiß, daß dein Vater ziemlich peinliche Verluste gehabt hat, und zwar, wie bekannt ist, durch Justus. Justus ist ein äußerst liebenswürdiger Mensch, aber er ist nicht eben ein starker Geschäftsmann und hat auch unverschuldetes Unglück gehabt. Er hat bei mehreren Kunden höchst störende Einbußen erlitten, die Folge seines geschwächten Betriebskapitals war teures Geld, durch Transaktionen mit Bankiers, und dein Vater hat mehrere Male mit bedeutenden Summen einspringen müssen, damit kein Unglück geschah. Dergleichen kann sich wiederholen und wird sich, fürchte ich, wiederholen, denn – verzeih mir, Bethsy, wenn ich aufrichtig rede – die gewisse heitere Leichtlebigkeit, die bei deinem Vater, der mit Geschäften nichts mehr zu tun hat, so angenehm wirkt, kommt deinem Bruder, als Geschäftsmann, schlecht zustatten … Du verstehst mich … er ist nicht sehr behutsam, wie? ein bißchen rasch und obenhinaus … Im übrigen lassen sich deine Eltern, was mich so aufrichtig freut, nichts abgehen, sie führen ein herrschaftliches Leben, wie es … ihren Verhältnissen entspricht …«

Die Konsulin lächelte nachsichtig; sie kannte das Vorurteil ihres Gatten gegen die eleganten Neigungen ihrer Familie.

»Genug«, fuhr er fort und legte den Rest seiner Zigarre in den Aschbecher, »ich meinesteils verlasse mich in der Hauptsache darauf, daß der Herr mir meine Arbeitskraft erhalten wird, damit ich mit seiner gnädigen Hilfe das Vermögen der Firma auf die ehemalige Höhe zurückführen kann … Ich hoffe, deine Einsicht ist nun eine klarere, liebe Bethsy –?«

»Vollkommen, Jean, vollkommen!« beeilte sich die Konsulin zu antworten, denn sie gab für heute abend den Bedienten auf. »Aber laß uns zur Ruhe gehn, wie? es ist allzu spät geworden …«

Übrigens wurde nach ein paar Tagen, als der Konsul gutgelaunt aus dem Kontor zu Tische kam, dennoch der Beschluß gefaßt, Möllendorpfs Anton zu engagieren.
Sechstes Kapitel

»Tony geben wir in Pension, und zwar zu Fräulein Weichbrodt«, sagte Konsul Buddenbrook, und er äußerte das so bestimmt, daß es dabei blieb.

Weniger zufrieden nämlich, wie angedeutet, als mit Thomas, der sich mit Talent in die Geschäfte einlebte, mit Klara, die munter heranwuchs, und der armen Klothilde, deren Appetit jeden Menschen erfreuen mußte, konnte man mit Tony und Christian sein. Was den letzteren anging, so war es das wenigste, daß er beinahe jeden Nachmittag genötigt war, bei Herrn Stengel Kaffee zu trinken, – obgleich die Konsulin, der dies zu viel wurde, eines Tages den Herrn Lehrer durch ein zierliches Handbillett zum Zwecke einer Rücksprache zu sich in die Mengstraße entbot. Herr Stengel erschien in seiner Sonntagsperücke, mit seinen höchsten Vatermördern, die Weste von lanzenartig gespitzten Bleistiften starrend, und saß mit der Konsulin im Landschaftszimmer, während Christian heimlich im Eßsaale der Unterredung zuhörte. Der ausgezeichnete Erzieher legte beredt, wenn auch ein wenig befangen, seine Ansichten dar, sprach von dem bedeutsamen Unterschied zwischen »Line« und »Strich«, erwähnte des schönen grünen Waldes sowie des Kohlenkastens und gebrauchte im übrigen während dieser Visite beständig das Wort »infolgedessen«, das ihm wohl dieser vornehmen Umgebung am besten zu entsprechen schien. Nach einer Viertelstunde erschien der Konsul, jagte Christian davon und drückte Herrn Stengel sein lebhaftes Bedauern darüber aus, daß sein Sohn ihm Ursache zur Unzufriedenheit gegeben habe … »Oh, behüte, Herr Konsul, ich bitte ergebenst! Ein geweckter Kopf, ein munterer Patron, der Schüler Buddenbrook. Und infolgedessen … Allein ein wenig übermütig, wenn ich mir erlauben darf, hm … und infolgedessen …« Der Konsul führte ihn höflich im Hause umher, worauf Herr Stengel sich verabschiedete … Das alles aber war nicht das Schlimme.

Das Schlimme bestand darin, daß folgendes bekannt wurde: Der Schüler Christian Buddenbrook durfte eines Abends mit einem guten Freunde das Stadttheater besuchen, woselbst »Wilhelm Tell« von Schiller gegeben wurde; die Rolle von Tells Knaben Walter jedoch spielte eine junge Dame, eine Demoiselle Meyer-de la Grange, mit der es eine eigne Bewandtnis hatte. Sie pflegte nämlich, war es ihrer Rolle nun angemessen oder nicht, auf der Bühne eine Brillantbrosche zu tragen, die notorisch echt war, denn wie allgemein bekannt, war sie ein Geschenk des jungen Konsuls Peter Döhlmann, Sohn des verstorbenen Holzgroßhändlers Döhlmann in der Ersten Wallstraße vorm Holstentor. Konsul Peter gehörte zu den Herren, die in der Stadt »Suitiers« genannt wurden – wie zum Beispiel auch Justus Kröger –, das heißt seine Lebensführung war ein wenig locker. Er war verheiratet und besaß sogar eine kleine To